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Raumordnung – Glossar

Wortliste mit den wichtigsten Begriffen zum Thema Raumordnung / Raumentwicklung.

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Politisches Grundsatzdokument, das am 25. Mai 2007 durch die EU-Minister für Raumordnung verabschiedet wurde. Im Mittelpunkt stehen auf der Grundlage einer Analyse der räumlichen Entwicklung in den EU-Regionen Empfehlungen für eine integrierte europäische Raumentwicklungspolitik, um die Potenziale der Regionen und Städte für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung zu mobilisieren. Weiterhin soll durch die bessere und innovative Nutzung der räumlichen Vielfalt die Wettbewerbsfähigkeit Europas in der Welt gestärkt werden. Ergänzend zum Europäischen Raumentwicklungskonzept (EUREK) zielt es dabei vor allem auf die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Wachstum.

Regionen mit hoher Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte, geprägt durch mehrere größere Zentren, die räumlich stark miteinander verflochten sind.

Die Gewährleistung der Daseinsvorsorge ist eine Grundaufgabe der Öffentlichen Hand. Dazu gehören wirtschafts-, gesellschafts-, sozial- oder kulturpolitische Leistungen, die mit Hilfe staatlicher Mittel erbracht werden (unter anderem die Bereitstellung einer öffentlich nutzbaren Verkehrsinfrastruktur, der öffentliche Personennahverkehr, die Versorgung mit Energie und Wasser, die Entsorgung von Abwasser und Abfall sowie die Bereiche Bildung und Gesundheitsversorgung). Die Leistungen und Angebote sind für die Bevölkerung Voraussetzung zur Ausübung von Grunddaseinsfunktionen wie Arbeiten, Wohnen und Mobilität und für die Wirtschaft Voraussetzung für Produktion und Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen. Die wesentlichen Kenngrößen im Zusammenhang sind Tragfähigkeit und Erreichbarkeit.

Tragfähigkeit
Bezeichnet die Auslastung von Infrastruktureinrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge, die eine ausreichend hohe Bevölkerungsdichte beziehungsweise Einwohnerzahl im Zentralen Ort selbst und in seinem Verflechtungsbereich voraussetzt.

Das BBR stuft

  • Mittelzentren als in ihrer Tragfähigkeit gefährdet beziehungsweise stark gefährdet ein, wenn sie bis 2050 mit einem Bevölkerungsrückgang von mehr als 15 Prozent beziehungsweise mehr als 30 Prozent zu rechnen haben und damit unter dem Schwellenwert von 35.000 Einwohnern im Verflechtungsbereich liegen;
  • Oberzentren, wenn sie bis 2050 mit einem Bevölkerungsrückgang von mehr als 20 Prozent beziehungsweise mehr als 30 Prozent zu rechnen haben und damit unter den Schwellenwert von 300.000 Einwohnern im Verflechtungsbereich liegen.

Erreichbarkeit
Beschreibt die räumliche Lagegunst einer Region/eines Ortes in Bezug zu Gelegenheiten in anderen Regionen/Orten. Sie ist günstig, wenn zum Beispiel Oberzentren in 90/60 Minuten und Mittelzentren in 45/30 Minuten mit dem ÖPNV/Motorisierten Individualverkehr erreicht werden.

Als räumliche Disparitäten werden allgemein Unterschiede in der Ausstattung und Entwicklung von Regionen bezeichnet. Disparitäten äußern sich unter anderem in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie in ungleichen wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Im weiteren Sinne werden darunter alle ordnungspolitischen, finanzpolitischen und investiven Maßnahmen der europäischen Union (EU) verstanden, welche auf die Erreichung räumlich differenzierender Entwicklungsziele gerichtet sind. Im engeren Sinne ist darunter die Schaffung und Anwendung eines speziellen Instrumentariums zu verstehen, das sich auf die Verbesserung der Voraussetzungen für die wirtschaftliche Entwicklung in entwicklungs- beziehungsweise förderungsbedürftigen Regionen richtet.

Ergebnis der informellen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten der EU und der Europäischen Kommission auf dem Gebiet der Raumordnung. 1999 durch die für Raumordnung zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten in Potsdam verabschiedet, enthält es Ziele und Optionen für eine nachhaltige europäische Raumentwicklung. Es stellt die wesentlichen Instrumente der transnationalen und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raumordnung in Europa dar.

Aus der Sicht der Raumordnung sind darunter alle Planungen, Maßnahmen und sonstige Vorhaben der Fachressorts auf den verschiedenen Planungsebenen (EU, Bund, Länder, Kommunen) zu verstehen, durch die Raum in Anspruch genommen oder die räumliche Entwicklung oder Funktion eines Gebietes beeinflusst wird (zum Beispiel die Bereiche Verkehr, technische Ver- und Entsorgung, Wirtschaftsförderung, Wohnungsbau, Stadtentwicklung, Agrar- und Umweltpolitik). Die verschiedenen Fachplanungsgesetze enthalten in der Regel auch Vorschriften über die Einhaltung raumordnerischer Ziele bei der Aufstellung und Feststellung von Fachplänen (Raumordnungsklauseln).

Zum Freiraum werden alle natürlichen und naturnahen Räume inner- und außerhalb besiedelter Bereiche gezählt. Grünflächen, Parks und Kleingärten innerhalb von Gemeinden gehören ebenso dazu wie landwirtschaftliche Nutzflächen, Wälder, Moore und Gewässer. Auch Kulturlandschaften, die erst durch menschliche Nutzung entstanden sind, werden zum Freiraum gezählt. Diese unterschiedlichen Freiräume weisen als gemeinsames Merkmal die nicht vorhandene Bebauung auf.

Entsprechend dem Auftrag des Grundgesetzes und daraus folgenden Zielsetzungen des Raumordnungsgesetzes sollen in allen Teilräumen des Bundesgebiets gleichwertige Lebensverhältnisse hergestellt werden. Gleichwertigkeit bedeutet nicht identische, das heißt gleichartige Lebensverhältnisse an jedem Ort, sondern die Gewährleistung bestimmter Mindeststandards in Bezug auf Zugang und Angebot an Daseinsvorsorge, Erwerbsmöglichkeiten und Infrastrukturausstattung, aber auch an Umweltqualitäten.

Infrastrukturen sind materielle Einrichtungen und personelle Ressourcen in einer Region, die die Grundlage für die Ausübung der menschlichen Grunddaseinsfunktionen (Wohnen, Arbeiten, Erholung, Verkehr, Kommunizieren und so weiter) bilden. Sie ermöglichen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des betreffenden Raumes. Konkret handelt es sich zum Beispiel um Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Verkehrs- und Kommunikationsnetze, Einrichtungen des Gesundheits- und Bildungswesens und so weiter. Es sind im Wesentlichen Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Durch Privatisierung öffentlicher Aufgaben werden immer mehr auch privatwirtschaftlich betriebene Versorgungseinrichtungen einbezogen.

Programm der EU-Strukturfondsförderung (2000-2006) mit dem Ziel, Innovation, Partnerschaft und die Entwicklung gemeinschaftlicher Projekte zwischen Ländern und Regionen zu unterstützen. Die drei Ausrichtungen umfassen grenzübergreifende Bereiche, die strategische Zusammenarbeit bei Raumplanungsfragen auf transnationaler Ebene sowie die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch zwischen Regionen. Im Rahmen der EU-Strukturfondsförderung 2007-2013 werden diese Themen als eigenständiges Ziel "Europäische territoriale Zusammenarbeit" fortgeführt.

Die Verantwortung der EU für ihre räumliche Entwicklung soll gemäß dem Entwurf für eine EU-Verfassung die bisher im EU-Vertrag verankerte Politik zur Stärkung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts ergänzen.

Im weitesten Sinne ist jede vom Menschen gestaltete beziehungsweise veränderte Landschaft eine Kulturlandschaft. Alexander von Humboldt definierte "Landschaft" als Gesamtheit aller Aspekte einer Region, wie sie vom Menschen wahrgenommen wird.

Fachübergreifender und integrierender Plan beziehungsweise Programm der Länder zur Ordnung und Entwicklung des Landesgebietes, verschiedener Teilräume oder räumlicher Aufgabenschwerpunkte. Sie konkretisieren die einzelnen raumordnerischen Grundsätze und legen Ziele für die Gesamtentwicklung des Landes fest.

Den Grundsätzen der Landesplanung entsprechende zusammenfassende, übergeordnete und überörtliche Planung. Ihre Aufgabe ist die Aufstellung von Programmen und Plänen auf der Ebene der Länder sowie die Abstimmung raumbedeutsamer Planungen und Maßnahmen.

Im Unterschied zum städtischen Raum oder Verdichtungsraum sind es Gebiete, in denen dörfliche bis kleinstädtische Siedlungsstrukturen vorherrschen und die Bevölkerungsdichte relativ gering ist. Wegen des sozioökonomischen Strukturwandels in den Industriestaaten und der fortschreitenden Suburbanisierung ist eine Abgrenzung dieser Raumkategorie schwierig geworden, städtische und ländliche Siedlungsstrukturen vermischen sich. In entwicklungstypologischer Hinsicht werden Ländliche Räume mit Entwicklungsdynamik im Umland von Verdichtungsräumen, ländliche Räume außerhalb der Verdichtungsräume mit Entwicklungsdynamik und ländliche Räume mit Entwicklungsansätzen sowie strukturschwache, periphere ländliche Räume unterschieden.

Es ist Aufgabe des zuständigen Bundesministeriums nach dem Raumordnungsgesetz, diese in Zusammenarbeit mit den Ländern zu entwickeln. Die von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) am 30. Juni 2006 verabschiedeten "Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland" stellen einen Strategiekonsens zur künftigen räumlichen Entwicklung dar. Sie lösen den Raumordnungspolitischen Orientierungsrahmen von 1992 ab.

Die drei Leitbilder

  • "Wachstum und Innovation",
  • "Öffentliche Daseinsvorsorge sichern" und
  • "Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften gestalten"

bilden die Aufgabenschwerpunkte der Raumordnung in ihrem gesamtgesellschaftlichen Umfeld in den nächsten Jahren und im Kontext der Ziele und Grundsätze der Raumordnung ab. Alle drei Leitbilder stehen gleichwertig nebeneinander und richten sich gleichermaßen an alle Raumtypen, von den ländlich-peripheren Gebieten bis hin zu Großstadtregionen.

Im Wesentlichen handelt es sich um Hochverdichtete städtische Ballungsräume mit mindestens einer Million Einwohnern. Es sind räumliche und funktionale Standorte, deren herausragende Funktionen über internationale Grenzen hinweg ausstrahlen und die wesentliche Motoren der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung sind.

In Deutschland wurden durch die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) 1997 und 2005 die 11 Räume

  • Hamburg
  • Rhein-Ruhr
  • Rhein-Main
  • Stuttgart
  • München
  • Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg
  • Halle/Leipzig-Sachsendreieck
  • Rhein-Neckar
  • Bremen/Oldenburg im Nordwesten
  • Hannover-Braunschweig-Göttingen und
  • Nürnberg

als Metropolregionen ausgewiesen.

Eine Metropolregion zeichnet sich durch Kooperationen und gute Vernetzung ihrer Potenziale der Kerne und des engeren metropolitanen Verflechtungsraumes aus. Durch Einbeziehung der Potenziale im weiteren metropolitanen Verflechtungsraum im Sinne großräumiger Verantwortung kann die nationale und internationale Bedeutung der Metropolregion wie auch der Gesamtregion gesteigert werden.

Der engere metropolitane Verflechtungsraum umfasst die Gebiete, die innerhalb einer Stunde im motorisierten Individualverkehr vom Kern aus erreicht werden können. Der weitere metropolitane Verflechtungsraum berücksichtigt die großräumige Verkehrs- und Pendlerverflechtungsintensitäten der Gemeinden in die Metropolenkerne. Beide Abgrenzungen sind analytisch begründet und nicht mit den räumlichen Abgrenzungen identisch, die sich die elf Metropolregionen selbst geben.

In diesem Gremium der Bund-Länder-Zusammenarbeit beraten die für Raumordnung und Landesplanung zuständigen Minister des Bundes und der Länder über grundsätzliche Fragen der Raumordnung und Landesplanung. Zu wichtigen Themen und Zweifelsfragen geben sie gemeinsam Empfehlungen ab.

Die von den raumwirksamen Fachplanungen der verschiedenen Planungsebenen der EU, des Bundes, der Länder oder der Kommunen verausgabten Mittel und die damit finanzierten Projekte haben Auswirkungen auf die Raumstruktur und deren Entwicklung. Die regionale Verteilung dieser Mittel ist deshalb für die Raumordnung von besonderer Bedeutung. Vorrangige Sachgebiete beim Einsatz von Mitteln mit besonderer Raumwirksamkeit sind Wirtschaftsförderung, Verkehrsinfrastrukturen, Bildungs- und Hochschuleinrichtungen, Landwirtschaft, Umweltschutz.

Im weitesten Sinne werden darunter alle Bewegungsvorgänge zwischen Standorten menschlicher Aktivitäten gefasst, die sich in räumlichen Verflechtungen ausdrücken. Unter raumordnerischen Aspekten gelten besonders bedeutsam zum Beispiel die die mit einem Wohnstandortwechsel verbundenen Bevölkerungswanderungen oder die Pendelverflechtungen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

Seit Mitte der 90er Jahre ein Aktionsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zur praktischen Erprobung innovativer raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Im Mittelpunkt steht die Unterstützung und Begleitung der Akteure vor Ort in den Regionen durch Projekte, Studien, Wettbewerbe und Veranstaltungen. Betreut wird das Programm durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR).

Eine nachhaltige Raumentwicklung ist im Raumordnungsgesetz eine besonders hervorgehobene Leitvorstellung. Danach sollen die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang gebracht werden, um eine dauerhafte, großräumig ausgewogene Ordnung des Raumes herbeizuführen.

Umschreibt die Verteilung bestimmter Funktionen oder Merkmale auf mehrere Standorte beziehungsweise Zentren in einer Region. Beispiel ist die polyzentrische Metropolregion Rhein-Ruhr mit mehreren Kernen/Zentren wie Köln, Düsseldorf oder Dortmund.

Der Begriff Raumordnung bezeichnet

  • die bestehende räumliche Ordnung eines größeren Gebietes,
  • eine leitbildhafte, normative Vorstellung von der Ordnung und Entwicklung eines Raumes sowie
  • den Einsatz von Instrumenten zu dessen Entwicklung.

Die bestehende räumliche Ordnung wird häufig mit Raum- und Siedlungsstruktur umschrieben. Gemeint sind damit die Verteilung der Städte, Ortschaften und Standorte von Einrichtungen im Raum, ihre Vernetzung untereinander sowie ihre Einbettung in die umgebenden Nutzungsformen und Freiräume.

Die Entwicklung von räumlichen Leitvorstellungen und der Einsatz von Instrumenten zu ihrer Umsetzung werden allgemein auch als Raumplanung bezeichnet. Raumordnung als staatliche oder regionale Aufgabe ist der jenige Teil der Raumplanung, in dem überörtliche und fachübergreifende Entwicklungsvorstellungen formuliert und in Programmen, Plänen, Handlungskonzepten und Maßnahmen umgesetzt werden.

Ziel ist es, eine den gesellschaftlichen Bedürfnissen entsprechende Ordnung des räumlichen Zusammenlebens auf der Ebene von Ländern und Regionen zu schaffen.

Ziele
Verbindliche Vorgaben in den Programmen und Plänen der Landes- und Regionalplanung in Form von räumlich und sachlich bestimmten textlichen oder zeichnerischen Festlegungen. Sie müssen bei allen raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen von den öffentlichen Planungsträgern - unter bestimmten Voraussetzungen auch von Personen des Privatrechts - beachtet werden. Bauleitpläne sind den Zielen der Raumordnung und Landesplanung anzupassen.

Grundsätze
Allgemeine Aussagen zur Ordnung und Entwicklung des Raumes, die im Raumordnungsgesetz des Bundes, in Landesplanungsgesetzen sowie in Raumordnungsplänen enthalten sind. Sie müssen von allen öffentlichen Stellen (sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch von Personen des Privatrechts) bei allen raumbedeutsamen Planungen und sonstigen Maßnahmen gegeneinander und untereinander abgewogen werden.

Bundesgesetz, das Grundsätze für die gesamträumliche Entwicklung enthält sowie Vorschriften über Aufgaben, Leitvorstellungen, Begriffsbestimmungen und Bindungswirkungen der Erfordernisse der Raumordnung im Bund und in den Ländern.

Das Erscheinungsbild eines größeren Gebietes wird geprägt durch die räumliche Verteilung von Bevölkerung, Arbeitsplätzen und Infrastrukturen in ihren Standorten und wechselseitigen räumlichen Verflechtungen. Die heute erkennbaren Raumstrukturen sind Ergebnisse von langfristigen Prozessen und Kräften, die die Raumentwicklung beeinflussen. Im engeren Sinne kann darunter auch eine Flächennutzungsstruktur verstanden werden. Sie beinhaltet Verteilungen, Dichten, Verbreitungen und Anteile bestimmter Raumstrukturelemente wie Wohn- und Gewerbesiedlungen, Verkehrsflächen, punkt- und bandförmige Infrastrukturanlagen, Freiflächen, land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen und anderes. In einem weiter gefassten Sinne können in einen Raumstrukturbegriff auch Kapazitäten (zum Beispiel der Wirtschaft), Potenziale und Tragfähigkeiten einbezogen werden.

Für räumliche Analysen sowie für raumordnungspolitische Aussagen, Ziele und Leitbilder ist es erforderlich, Raumstruktur zu typisieren. Frühere Typisierungen wie Stadt und Land, Verdichtungsräume und ländliche Räume et cetera greifen heute zu kurz, da Raumentwicklungen quer zu diesen Raumtypen verlaufen. Wachstum und Schrumpfung von Bevölkerung findet zum Beispiel nicht nur jeweils in einem dieser Typen statt, sondern beides in beiden.

Der Raumordnungsbericht 2005 enthält deshalb eine neue Typisierung des Raumes nach Bevölkerungsdichte und Zentralität mit einer neuen Methodik. Danach lässt sich der Raum in Zentral-, Zwischen- und Peripherräume unterschiedlicher Dichte gliedern. Die Zentralräume mit den Großstädten im Kern bilden die hoch verdichteten Bereiche mit hohen Bevölkerungs- und Beschäftigtenzahlen. Der Peripherraum ist vor allem durch dünn besiedelte ländliche Gebiete gekennzeichnet. Der Zwischenraum verbindet mit seiner städtisch-ländlich geprägten Mischstruktur diese beiden Strukturtypen in Form von Übergangszonen und Achsen mit besonderer Lagegunst zu den Zentren.

Im weitesten Sinne sind darunter netzwerkartige Kooperationen zwischen Akteuren des öffentlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichs zur Bearbeitung von Problemen des regionalen Gemeinwohls zu verstehen. Die Kooperationen sind über eine längere Zeit dauerhaft und nicht an Einzelprojekte gebunden.

Als zusammenfassende, übergeordnete und überörtliche Landesplanung für das Gebiet einer Region konkretisiert die Regionalplanung in Form von Regionalplänen die Grundsätze der Raumordnung und die in Landesentwicklungsprogrammen sowie in Landesentwicklungsplänen enthaltenen Ziele der Raumordnung, vor allem in den Bereichen Siedlung, Infrastruktur, Wirtschaft und Ökologie.

Kooperationsformen von Kommunen einer Region oder benachbarter Regionen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Kommunen als Partner agieren, das heißt freiwillig und gleichberechtigt ihre Fähigkeiten und Potenziale bündeln und ergänzen, um die Aufgaben gemeinsam besser erfüllen zu können.

Prozess der Verlagerung von Bevölkerung, Dienstleistungen und Gewerbe aus den Städten heraus in ihr Umland.

Bezeichnung für einen nur unscharf abgegrenzten Raum außerhalb einer Stadt oder eines zentralen Ortes, der relativ enge sozioökonomische Verflechtungen mit dem Zentrum aufweist. Im Falle von zentralen Orten wird "Umland" zuweilen mit "Einzugsgebiet" beziehungsweise "Verflechtungsraum" gleichgesetzt. Es ist üblich, im Fall größerer Städte insbesondere denjenigen Raum als Umland zu bezeichnen, der in den Prozess der Suburbanisierung einbezogen ist.

Neben den bisher in vielfältiger Form bestehenden regionalen und kommunalen Kooperationsbündnissen geht es langfristig darum, die Zusammenarbeit von starken und schwachen Räumen zu organisieren, die immer stärker und großräumiger miteinander verflochten und aufeinander angewiesen sind. Dies erfordert neben der Stärkung vorhandener Potenziale auch das Herausarbeiten gemeinsamer Interessen und die Identifikation lohnender gemeinsamer Projekte. Darüber hinaus gilt es, den Dialog über räumliche Entwicklungstrends und -strategien zu fördern, um dadurch die Wettbewerbsfähigkeit der Gesamtregionen zu stärken sowie eine zukunftsfähige und nachhaltige Raumentwicklung zu unterstützen. Vor allem die elf Metropolregionen müssen sich ihrer wachsenden Verantwortung für künftige Entwicklungsperspektiven ihrer großräumigen Verflechtungsräume bewusst sein.

Die großräumigen Verantwortungsgemeinschaften gehen zum Teil weit über Ländergrenzen und bestehende Planungsregionen hinaus. Sie sollen diese nicht ersetzen, sondern können bestehende administrative Strukturen und Aufgaben ergänzen und unterstützen.

Dauerhafte funktionale Beziehungen zwischen Räumen oder zwischen Standorten oder Funktionsbereichen innerhalb eines Raumes. Neben den räumlichen Verflechtungen der privaten Haushalte zum Beispiel zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit und der Freizeit und der räumlichen Bezugs- und Lieferbeziehungen der Unternehmen gibt es zum Beispiel historische, kulturelle, infrastrukturelle oder technische räumliche Verflechtungen. Wenn sich Verflechtungen innerhalb eines bestimmten Raumes besonders stark verdichten, entstehen Verflechtungsbereiche oder -räume, die sich gleichzeitig durch besonders intensive Verkehrs-, Pendler- und Kommunikationsbeziehungen auszeichnen.

Gebiet, in dem Orte im Vergleich zu angrenzenden Gebieten durch besonders vielfältige Beziehungen des Arbeits-, Einkaufs-, Bildungs- und Freizeitverkehrs miteinander verbunden sind, wobei meist eine hierarchische (zentralörtliche) Ordnung vorliegt, beispielsweise die Orientierung auf eine zentrale Stadt mit übergeordneten Handels-, Dienstleistungs- und Infrastruktureinrichtungen.

Der Begriff bezeichnet eine Gesellschaftsform, in der individuelles und kollektives Wissen und seine Organisation vermehrt zur Grundlage des sozialen und ökonomischen Zusammenlebens wird. Wissen in breitester Form und Anwendung wird zur Schlüsselressource für gesellschaftliche Entwicklung, Bildung zur Bedingung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Raumplanerisch, in Landes- und Regionalplänen festgelegte zentralörtliche Siedlungsstruktur eines Landes auf der Grundlage einer Kategorisierung von zentralen Orten, die bestimmte Funktionen bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen ausüben oder erlangen sollen (zum Beispiel Ober-, Mittel- und Grundzentren). Diese normierte Siedlungsstruktur bildet die Grundlage für Entscheidungen unter anderem über den Einsatz öffentlicher Investitionen oder für die Ausweisung von Bau- und Gewerbeflächen.

Zentrale Orte
Gemeinde beziehungsweise Ortsteil, der über die Versorgung der eigenen Bevölkerung hinaus entsprechend seiner jeweiligen Funktion im zentralörtlichen System überörtliche Versorgungsaufgaben für die Bevölkerung seines Verflechtungsbereiches wahrnimmt.

Es werden unterschieden:

  • Oberzentrum Zentraler Ort, der zur Deckung des spezialisierten höheren Bedarfs der Privathaushalte an Gütern und Dienstleistungen über den eigenen Ort hinaus für den so genannten Oberbereich dient. Die Oberzentren werden in den Landesplänen festgelegt.
  • Mittelzentrum Zentraler Ort, der zur Versorgung mit Gütern und Diensten des gehobenen Bedarfs der Privathaushalte über den Bereich der Gemeinde selbst hinaus im so genannten Mittelbereich dient. Die Mittelzentren werden in den Landesplänen festgelegt.
  • Unter-/Grund-/Kleinzentrum Zentraler Ort unterer Stufe zur Abdeckung des Grundbedarfs der Bevölkerung im Nahbereich, in der Regel im Rahmen von Regionalplänen festgelegt.