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Nationales Forum für Fernerkundung und Copernicus
Nationales Forum für Fernerkundung und Copernicus

Quelle: Die Bundesregierung

Wirksamer Umweltschutz, Klimaüberwachung oder auch die Früherkennung von Naturkatastrophen erfordern umfassende Daten und Erkenntnisse, die unter Einsatz moderner Erdbeobachtungs- und Informationstechnologien erhoben, zusammengeführt und ausgewertet werden können. Mit dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus (früher GMES) schafft die Europäische Union (EU) zusammen mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sowie den europäischen und nationalen Systemen eine unabhängige und leistungsfähige europäische Infrastruktur für die Erdbeobachtung, die weltweit einzigartig ist.

Unter dem Dach von Copernicus werden europaweit satellitengestützte und vor Ort gewonnene Geoinformationen der Mitgliedstaaten gebündelt. Bestehende Informationslücken werden hierbei gezielt geschlossen.

Politik, Öffentlichkeit, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung sind in hohem Maße auf umfassende und aktuelle Informationen über den Zustand der Umwelt angewiesen. In Deutschland werden leistungsfähige Messnetze betrieben, um meteorologische, hydrologische oder geodätische Parameter ständig und in hoher Qualität zu erfassen. Für die Daseinsvorsorge haben diese Daten eine besondere Relevanz. Aber auch Messungen der Luftqualität, wie Ozon- und Feinstaubkonzentrationen, der Pegelstände an Flüssen, der Schneehöhen oder des Wellengangs spielen alltäglich eine wichtige Rolle. Bei der Erzeugung einheitlicher, flächendeckender und grenzüberschreitender aktueller Datensätze sind satellitengestützte Erdbeobachtungssysteme, die Copernicus liefert, von besonderer Bedeutung.

Ein zunehmender Bedarf an Umweltinformationen resultiert auch aus internationalen Verpflichtungen wie der Europäischen Gesetzgebung, der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) oder dem Kyoto-Protokoll.

Copernicus-Dienste

Den Kern von Copernicus bilden Informationsdienste, die Erdbeobachtungsinformationen analysieren, aufbereiten und politischen Entscheidungsträgern sowie europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Nutzern zur Verfügung stellen. Die Kerndienste erzeugen standardisierte Mehrzweckinformationen, die für viele verschiedene Anwendungsgebiete, in denen die EU tätig ist, von Bedeutung sind. Sie unterstützen auch Akteure der europäischen Institutionen bei der Entwicklung, Umsetzung oder Überwachung europäischer Politik oder ihrer Teilnahme an internationalen Verpflichtungen.

  • „Katastrophen- und Krisenmanagement" Ziel: Informationen zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit auf Katastrophen und Unterstützung von Rettungskräften.
  • "Landüberwachung" Ziel: Informationen über Landbedeckung und -nutzung sowie Veränderungen der Landoberfläche für z. B. urbane Planung, Stadtentwicklung, Flächenversiegelung etc.
  • Überwachung der Meeresumwelt" Ziel: Informationen über den Zustand der Ozeane, Küstengebiete sowie für die Schifffahrt (z. B. Eisdienst).
  • Überwachung der Atmosphären" Ziel: Informationen zur Zusammensetzung der Atmosphäre für die Überwachung der Luftqualität und die Überwachung globaler Abkommen (wie dem Montreal Protokoll zu Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und deren Wirksamkeit.
  • „Überwachung des Klimawandels“ (im Aufbau) Ziel: Aufbau von Klimainformationsdiensten.
  • „Sicherheit“ (im Aufbau) Ziel: Überwachung der EU Außengrenzen und die maritime Überwachung.

Die Weltraumkomponente von Copernicus

Umweltveränderungen sind nicht an nationale Grenzen gebunden. Die für eine globale Umweltüberwachung notwendige umfassende und einheitliche Datengrundlage im globalen Maßstab ist ohne Satellitensysteme nicht denkbar. Der Anspruch, einen unabhängigen Zugang zu globalen Erdbeobachtungsdaten zu schaffen, charakterisiert daher die herausragende Bedeutung der satellitengestützten Erdbeobachtung von Copernicus.

Das Herzstück der Copernicus-Weltraumkomponente sind die eigens für Copernicus entwickelten Satellitenmissionen, die Sentinels. Weitere Missionen, vor allem aus nationalen Raumfahrtprogrammen, kommerzielle europäische Missionen sowie die meteorologischen Missionen von EUMETSAT erfassen zusätzlich wichtige Daten für die Copernicus-Dienste. Deutschland trägt wesentlich zu der Finanzierung der Weltraumkomponente bei.

Die Sentinel-Missionen der ESA sind das Ergebnis einer Bedarfsanalyse vor dem Hintergrund bestehender Missionen und dem Bedarf der Copernicus-Kerndienste:

  • Sentinel-1: Wetter- und beleuchtungsunabhängige Radar-Beobachtungen.
  • Sentinel-2: Multispektraler optischer Sensor mittlerer räumlicher Auflösung. Insbesondere die Beobachtung der Landbedeckung und -nutzung basiert auf seinen Daten.
  • Sentinel-3: Messungen der Ozeanfarbe, Ozeanoberflächentemperatur und –höhe.
  • Sentinel-4 und Sentinel-5 (einschl. Precursor): Instrumente zur Atmosphärenüberwachung (Treibhaus- und Spurengase, Luftqualität, Ozon und Solarstrahlung).
  • Sentinel-6: Hochgenaue Messung des Meeresspiegels.

Mit dem Start des ersten Copernicus Satelliten Sentinel-1A und dem Inkrafttreten der europäischen Copernicus-Verordnung im April 2014 ist das Programm in die operationelle Phase gestartet.