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Hauptgebäude von EUMETSAT in Darmstadt
Hauptgebäude von EUMETSAT in Darmstadt

Quelle: EUMETSAT

EUMETSAT ist die europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten mit Sitz in Darmstadt. Sie wurde 1986 gegründet und hat 30 Mitgliedsstaaten. EUMETSAT betreibt die operationellen meteorologischen Wettersatelliten im geostationären und polaren Orbit für die Wetterbeobachtung und Vorhersage sowie die Überwachung von Klima und Umwelt.

Seit seiner Gründung ist die Bedeutung von EUMETSAT stetig gewachsen und stellt heute einen unverzichtbaren Beitrag für die europäische Wetter- und Erdbeobachtung dar. Deutschland leistet über das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen wesentlichen Beitrag an der Finanzierung von EUMETSATund seiner Satellitenprogramme. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist maßgeblich an der Ausgestaltung der EUMETSAT Programme beteiligt und verwendet dessen Daten für seine Dienstleistungen.

Bereits seit 1977 verfügt Europa über eigene geostationäre Wettersatelliten namens Meteosat. Seit 2002 liefert die zweite Meteosat-Generation kontinuierlich Aufnahmen der Atmosphäre und Erdoberfläche Europas und Afrikas: jede Viertelstunde werden Bilder der Erdoberfläche mit einer Bodenauflösung von 3 km in 11 Spektralbereichen aufgenommen, zum Boden gefunkt, dort verarbeitet und umgehend zu weiteren Analyse an die Wetterdienste verteilt. Im Jahr 2015 wurde der vierte und letzte Satellit der zweiten Generation (Meteosat-11) in den Orbit gebracht. Aktuell sind Meteosat-9 und -10 für die kontinuierliche Beobachtung des Wetters im Einsatz.

Satellitenbild der Welt
Satellitenbild der Welt

Quelle: EUMETSAT

Derzeit wird die dritte Generation der Meteosat Reihe vorbereitet. Sie sollen ab 2021 den operationellen Dienst übernehmen und diesen bis mindestens 2035 sicherstellen. Die insgesamt 6 Satelliten der MTG-Reihe werden verbesserte Bilder und neuartige Daten z.B. Erfassung von Blitzen liefern, die weltweit einzigartig sind und die heutige Spitzenposition Europas im internationalen Vergleich weiter ausbauen.

Das EUMETSAT Polarsystem (EPS) ist der europäische Beitrag zum System polar umlaufender meteorologischer Satelliten, das gemeinsam mit den USA unterhalten wird. Der erste EPS-Satellit, genannt METOP-A wurde 2007 in Betrieb genommen und wurde 2013 von METOP-B abgelöst. Der Start des dritten METOP-Satelliten (Metop-C) ist für 2018 geplant. Das Nachfolgesystem EPS-SG (Second Generation) wird ab dem Jahr 2022 das derzeitige ablösen. Durch die deutlich niedrigere Umlaufbahn - 817 Kilometer im Vergleich zu rund 36.000 Kilometern bei geostationären Satelliten - können die METOP-Satelliten eine Vielzahl von Beobachtungsgrößen mit deutlich höherer Genauigkeit messen als geostationäre Satelliten. Außerdem führen sie für die Wettervorhersage wichtige Beobachtungen der Polregionen durch, wo geostationäre Satelliten nur unzureichende Daten liefern.

EUMETSAT hat in den letzten Jahren eine immer wichtiger werdende Rolle im Copernicus Programm der Europäischen Union übernommen. So werden die Copernicus-Instrumente Sentinel-4 und Sentinel-5 auf den geplanten MTGn und EPS-SG Missionen mitfliegen, um die Zusammensetzung der Atmosphäre kontinuierlich zu überwachen und eine Vorhersage der Luftqualität zu ermöglichen. Darüber hinaus übernimmt EUMETSAT die Datenbereitstellung für die ozeanographischen Dienstleistungen der Jason-3 und Sentinel-3 Missionen und beteiligt sich an der Jason-6/Sentinel-6 Mission.