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Automatisiertes Fahren
Automatisiertes Fahren

Quelle: Fotolia / Syda Productions

Die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten, den Anforderungen des stetig wachsenden Bedarfs an Mobilität mit höherem Komfort und mehr Sicherheit gerecht zu werden. Mit der "Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren – Leitanbieter bleiben, Leitmarkt werden, Regelbetrieb einleiten" (Strategie AVF) hat die Bundesregierung im Jahr 2015 Leitlinien verabschiedet, um die Wachstums- und Wohlstandschancen der Mobilität 4.0 zu nutzen.
Der Einsatz von Systemen des automatisierten und vernetzten Fahrens kann in Verbindung mit Intelligenten Verkehrssystemen die Entstehung kritischer Verkehrssituationen reduzieren, Verkehrsflüsse deutlich verbessern, die Fahrer entlasten, zusätzliche Wertschöpfung generieren und die Umwelt schonen.

Auf Basis der Strategie AVF setzt das Forschungsprogramm des BMVI zur Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr Impulse, um dieses Ziel zügig und effizient zu erreichen. Es wendet sich schwerpunktmäßig den verkehrs- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen zu. Schwerpunkte der Förderung sind Forschung und Erprobung in den Bereichen:

  • Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug
  • Verkehrsmanagement und Verkehrsplanung
  • Vernetzung und Datenmanagement
  • Gesellschaftliche Aspekte

Förderrichtlinien konkretisieren das Forschungsprogramm.

Förderrichtlinie "Automatisiertes und vernetztes Fahren"

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Die Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren“ dient der gezielten Förderung von anwendungsnahen, innovativen Lösungen im Kontext des automatisierten und vernetzten Fahrens. Sie verfolgt das Ziel, Fragen im Zusammenhang mit höheren, über die Teilautomatisierung hinausgehenden Fahrfunktionen sowie zur Vernetzung und Kommunikation zwischen den verschiedenartigen Verkehrsteilnehmern und mit der Infrastruktur zu erforschen. Projekte, die im Rahmen dieser Förderrichtlinie gefördert werden, sollen einen erheblichen Erkenntnisgewinn liefern, wie sich das automatisierte und vernetzte Fahren in bestehende Verkehrssysteme integrieren lässt, wie die Funktionssicherheit über die gesamte Fahrzeuglebensdauer sichergestellt werden kann und welche Faktoren zu einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz beitragen können.

Förderrichtlinie "Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland"

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Die Förderrichtlinie "Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland" dient der gezielten Förderung von anwendungsnahen, innovativen Lösungen im Kontext des automatisierten und vernetzten Fahrens unter Nutzung digitaler Testfelder. In den zu fördernden Vorhaben sollen insbesondere Lösungen entwickelt werden, die dazu beitragen, Erkenntnisse über Mischverkehre sowie über die Anwendungsreife und den Wirkungsgrad unter-schiedlicher Automatisierungs- und Vernetzungskomponenten zu erlangen. Im Fokus stehen insbesondere auch innovative Infrastrukturelemente, die die Funktionalitäten auf digitalen Testfeldern aufwerten und das automatisierte und vernetzte Fahren unterstützen. In diesem Rahmen bilden das vernetzte Fahren mit Vehicle-to-Infrastructure-(V2I) Kommunikation mit modernster Sensorik sowie Echtzeitkommunikation mit neusten Übertragungsstandards thematische Schwerpunkte.

Verfahren und Fristen

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Die administrative Betreuung der Fördermaßnahme für das BMVI nimmt der Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH (Ansprechpartner Oliver Buhl, Telefon: 0 30/ 31 00 78-534, E-Mail: ptavf@vdivde-it.de) wahr. Entscheidungen zu Förderungen triff das BMVI.

Das Förderverfahren ist als zweistufiger Prozess angelegt. In der ersten Stufe sind dem Projektträger über den Link https://www.vdivde-it.de/ptavf Projektskizzen von maximal 15 Seiten in elektronischer Fassung einzureichen.

In der zweiten Verfahrensstufe werden die Antragssteller bei positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, über das elektronische Antragssystem "easy-Online" einen förmlichen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschließender Prüfung entschieden wird.

Weitergehende Verfahrenshinweise und Ansprechpartner sind in den Förderrichtlinien enthalten.

Die Einreichungsfrist der Projektskizzen für die Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren“ ist der 30.06.2017. Die Vorhaben müssen bis spätestens 30.06.2020 abgeschlossen sein.

Für die Förderrichtlinie „Automatisiertes und vernetztes Fahren auf digitalen Testfeldern in Deutschland“ bestehen keine Fristen zur Einreichung. Die Vorhaben müssen bis spätestens 30.06.2019 abgeschlossen sein.

Häufig gestellte Fragen

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  1. Auf welchen öffentlichen digitalen Testfeldern können Vorhaben gefördert werden?
    Die Förderung von Vorhaben setzt voraus, dass deren Ergebnisse auf digitalen Testfeldern im öffentlichen Raum unter realen Bedingungen präsentiert werden. Ein öffentliches Testfeld bezieht sich grundsätzlich auf alle Straßenkategorien, auf denen Funktionalitäten, beispielsweise digitale Infrastrukturkomponenten, für das automatisierte und vernetzte Fahren bereitgestellt werden. Mit der Einreichung der Projektskizze muss dargestellt werden, auf welchem digitalen Testfeld das Vorhaben geplant ist. Spätestens bei der Einreichung des Förderantrags muss eine Bestätigung, dass der Projektvorschlag in ein digitales Testfeld integriert werden kann, vorgelegt werden.

  2. Können sich Kommunen in Projekten beteiligen / gefördert werden?
    Die Förderung von Kommunen als Beteiligte bei Konsortien ist möglich.

  3. Welche Voraussetzungen zur Förderung von Studien bestehen? Sind auch Studien als Einzelvorhaben möglich?
    Studien von Einzelunternehmen/Forschungseinrichtungen sind möglich. Gemäß Nummer 5.3 Absatz 4 der Förderrichtlinie sind die zuwendungsfähigen Ausgaben für die Erstellung von wissenschaftlichen Studien auf 200.000,– Euro (maximaler Förderanteil 100.000,– Euro) begrenzt.

  4. Gibt es einen konkreten Zeitplan, ab wann erste Ergebnisse eines Projekts vorliegen müssen?
    Eine konkrete Zeitvorgabe für das Vorliegen von Forschungsergebnissen existiert nicht. Maßgeblich ist jedoch, dass geförderte Vorhaben spätestens Mitte 2019 bzw. Mitte 2020 abgeschlossen sein müssen.

  5. Werden spezielle Anforderungen an die Zusammensetzung von Unternehmenskonsortien oder Verbindungen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen insbesondere hinsichtlich der Auswahl der Teilnehmer gestellt?
    Spezielle Anforderungen an die Zusammensetzung von Konsortien bestehen nicht. Die Beteiligung von KMU sowie die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie werden begrüßt. Maßgeblich sind Nummer 4-6 der Förderrichtlinie.

  6. Werden bestimmte Technologien oder technische Standards bei der Vergabe der Fördermittel präferiert?

    Eine Präferenz hinsichtlich bestimmter Technologien oder technischer Standards besteht nicht. Hierzu wird auf die Ziele und Schwerpunkte des Forschungsprogramms sowie auf Nummer 2 der Förderrichtlinien verwiesen. Darüber hinaus bildet der durch den Runden Tisch „Automatisiertes Fahren“ identifizierte Forschungsbedarf eine wesentliche Bewertungsgrundlage.