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Telekommunikationsmasten
Telekommunikationsmasten

Quelle: Fotolia / Alberto Masnovo

Die Sicherstellung einer zweckmäßigen und störungsfreien Nutzung des Funkfrequenzspektrums durch alle Funkdienste erfordert einen zielgerichteten, wirtschaftlichen und rationellen Umgang mit der Ressource Frequenz. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften elektromagnetischer Wellen sind weltweite Festlegungen hierfür sinnvoll. Diesem Ziel ist vorrangig die Vollzugsordnung für den Funkdienst (Radio Regulations) gewidmet, welche sowohl Regelungen als auch Zuweisungen von Frequenzen an einzelne Funkdienste auf internationaler Ebene enthält.

Technische, wirtschaftliche und administrative Veränderungen erfordern gleichzeitig eine stetige Anpassung der Regelungen und Frequenzzuweisungen. Die Anpassungen der Radio Regulations ist Aufgabe der in der Regel alle vier Jahre stattfindenden Weltfunkkonferenz der Internationalen Fernmeldeunion (ITU).

Die nächste Weltfunkkonferenz wird vom 28. Oktober bis 22. November 2019 in Genf, Schweiz, stattfinden. In Übereinstimmung mit der Entschließung 809 der Weltfunkkonferenz 2015 (WRC-15) hat der ITU Rat 2016 mit der Entschließung 1380 die Tagesordnung der Weltfunkkonferenz 2019 (WRC-19) festgelegt.

Die Vorbereitung einer Weltfunkkonferenz ist sowohl ein nationaler, europäischer als auch internationaler Prozess, wobei sich die Entwicklungen stets gegenseitig bedingen. Um diesen Prozess transparent zu gestalten, die verschiedensten Interessen zu bündeln und abgestimmte Beiträge unter Konsultation von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zu entwickeln, hat das BMVI zur Vorbereitung eine Nationale Vorbereitungsgruppe Weltfunkkonferenz 2019 (NVG WRC-19) einberufen.

Nationale Vorbereitungsgruppe Weltfunkkonferenz

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Mit der Nationalen Vorbereitungsgruppe WRC verfolgt das BMVI den Zweck, die an der Nutzung von Funkspektrum interessierten Gruppen wie Hersteller, Betreiber und Anwender rechtzeitig und umfassend über beabsichtigte Modifizierungen des internationalen Frequenzbereichszuweisungsplans und des nationalen Frequenzplans zu informieren. Dadurch wird das Risiko von Fehlplanungen und Fehlinvestitionen bei den Herstellern und Dienstleistungsanbietern verringert.

Darüber hinaus wird allen betroffenen Gruppierungen die Gelegenheit gegeben, ihre Vorstellungen über die künftige Frequenznutzung im Rahmen der Tagesordnungspunkte der Weltfunkkonferenz (WRC) konsultativ in den Entscheidungsprozess der nationalen und internationalen Gremien einzubringen.

Gleichzeitig bietet die Gruppe die Möglichkeit technologische Entwicklungen vorzustellen, deren Einführung möglicherweise zukünftig Änderungen des internationalen Frequenzrahmens erfordern.

Mit diesem Verfahren schafft das BMVI die Voraussetzungen, dass die expandierenden Telekommunikationsmärkte zeitgerecht mit geeigneten Funkfrequenzen versorgt werden können, die Besonderheiten der Nutzer bestehender Funkdienste berücksichtigt werden, die Konzepte der Frequenzplanungen als auch das Verfahren zu deren Durchführung bzw. die Aktualisierung transparent gestaltet und nachhaltig Anpassungen an die technologische Entwicklung sichergestellt werden.

Ziele der Nationalen Vorbereitungsgruppe

  • Organisation der nationalen Konferenzvorbereitung unter Einrichtung von nachgeordneten Arbeitskreisen und Benennung nationaler Koordinatoren
  • Information über den Stand der WRC Vorbereitungen
  • Diskussion einzelner Themenbereiche für nationale Vorschläge
  • aktive Mitgestaltung der Konferenzvorbereitungen im Rahmen der CEPT auf europäischer Ebene und ITU auf internationaler Ebene
  • Erarbeitung von deutschen bzw. gemeinsamen europäischen Vorschlägen zur WRC

Für weitergehende Informationen und Anmeldemöglichkeiten zu den Sitzungen ist eine Mitgliedschaft in der Nationalen Vorbereitungsgruppe, bzw. den Arbeitskreisen notwendig. Interessenten wenden sich bitte an den Kontakt.

Organisation der Vorbereitung der Weltfunkkonferenz

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Vorbereitungsprozess

Die Vorbereitung einer Weltfunkkonferenz für Deutschland obliegt dem BMVI, sie ist sowohl ein nationaler, europäischer als auch internationaler Prozess, wobei sich die Entwicklungen stets gegenseitig bedingen. Um diesen Prozess transparent zu gestalten, die verschiedensten Interessen zu bündeln und abgestimmte Beiträge unter Konsultation von Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zu entwickeln, hat das BMVI eine Nationale Vorbereitungsgruppe Weltfunkkonferenz 2019 (NVG WRC-19) einberufen.

Die NVG wird durch Arbeitskreise unter Leitung der Bundesnetzagentur unterstützt, in welchen die vielfältigen Themenbereiche detailliert und umfassend diskutiert und konkrete Vorschläge erarbeitet werden.

Die Nationale Vorbereitungsgruppe zur Vorbereitung der Weltfunkkonferenz 2019 (NVG WRC-19) wird vom BMVI geleitet und beschäftigt sich im nationalen Vorbereitungsprozess mit der Zusammenführung der Ergebnisse aus den Arbeitskreisen und möglichen Themen für zukünftige WRC Tagesordnungen.

Arbeitskreise

Aufgrund der Vielfalt und Komplexität der Tagesordnungspunkte der WRC-19 können nicht alle Einzelheiten umfassend in der NVG diskutiert werden. Daher wird sie durch zwei Arbeitskreise unterstützt, in welchen die vielfältigen Themenbereiche detailliert und umfassend mit Vertretern aus verschiedenen Verwaltungen, der Wirtschaft und der Wissenschaft diskutiert werden können. Die Arbeitskreise beobachten und bewerten hierzu sowohl die internationalen Entwicklungen zu den Tagesordnungspunkten als auch mögliche Lösungswege. Des Weiteren entwickeln sie konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung der deutschen Position bzw. der gemeinsamen europäischen Vorschläge zur WRC-19. Die Arbeitskreise werden unter Leitung der Bundesnetzagentur durchgeführt.

Der Arbeitskreis 1 zur Vorbereitung der Weltfunkkonferenz 2019 (AK 1 WRC-19) wird sich im Vorbereitungsprozess mit allgemeinen regulatorischen Fragen, den wissenschaftlichen Funkdiensten, den Satellitenfunkdiensten sowie dem Mobilfunk beschäftigen.

Der Arbeitskreis 2 zur Vorbereitung der Weltfunkkonferenz 2019 (AK 2 WRC-19) beschäftigt sich hingegen mit Themen des Flugfunks, des Seefunks, des Amateurfunkdienstes sowie des 5GHz WLAN.

Rückblick WRC-15

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Vom 2. bis zum 27. November haben auf der Weltfunkkonferenz 2015 (WRC-15) rund 3.200 Delegierte aus 162 Mitgliedsländern der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) über die künftige Nutzung des Frequenzspektrums verhandelt. Das BMVI leitete die deutsche Delegation in enger Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur. Die WRC entscheidet über die weltweite und regionale Zuweisung von Frequenzbändern z. B. für Mobilfunk, maritime und aeronautische Navigation, Rundfunk oder Satellitendienste. Die Ergebnisse werden im grenzüberschreitenden Funkverkehr von allen Mitgliedsstaaten beachtet. Die WRC ist ein Entscheidungsgremium der ITU, eine Unterorganisation der Vereinten Nationen. Sie tritt alle vier Jahre zusammen.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war, nach intensiven Verhandlungen, die Bereitstellung von zusätzlichem Frequenzspektrum für Mobilfunkdienste. Das 700 MHz Band (694-790 MHz) ist künftig praktisch weltweit für den Mobilfunk harmonisiert. Zusammen mit Teilbereichen aus 1427-1518 MHz und dem Frequenzbereich 3,4-3,6 GHz ist es den nationalen Frequenzverwaltungen nun möglich auf den rasant zunehmenden mobilen Datenverkehr und dem Breitbandbedarf besser zu reagieren. Deutschland hat sich in diesem Zusammenhang erfolgreich für Planungs- und Entwicklungssicherheit des Rundfunks im 600 MHz Band (470-694 MHz) eingesetzt, dieses Frequenzband bleibt in der ITU-Region 1 (Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Zentralasien) bis mindestens 2023 ausschließlich terrestrischen TV-Diensten (DVB-T2) vorbehalten.

Die WRC-15 hat die frequenzrechtlichen Grundlagen zur weltweiten Auffindung von Flugzeugen (Global Flight Tracking) als auch zur Steuerung und Überwachung des unbemannten Flugverkehres über Satellit geschaffen. Auf dieser Basis können nun die Flugsicherheitsbehörden Konzepte für den sicheren Flugbetrieb dieser Zukunftstechnologien entwickeln.

Des Weiteren wurde die Erweiterung des Frequenzspektrums für Radare im Nahbereich zur Unterstützung des sicheren Fahrens beschlossen. Diese harmonisierte Erweiterung ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung moderner Fahrassistenzsysteme. Solche Systeme sind ein wesentlicher Baustein des automatisierten Fahrens. Ein weiterer Verhandlungserfolg war die Erweiterung des Frequenzspektrums für radargestützte Erdbeobachtung mit einer noch nie dagewesenen, nahezu optischen Auflösung.

Eine richtungsweisende Entscheidung der WRC-15 ist auch die Festlegung der Tagesordnung der nächsten Weltfunkkonferenz 2019. Sie bestimmt welche Studien als Grundlage für die Entscheidungen der WRC-19 in den nächsten vier Jahren durchgeführt werden. Die Studien geben wichtige Impulse für aktuelle und zukünftige Forschungsprojekte. Projekte für 2019 sind zum Beispiel die Weiterentwicklung der WLAN Technologie, um dem steigenden Datenverkehr zu begegnen. Außerdem soll die Harmonisierung der Funkfrequenzen für intelligente Verkehrsmanagementsysteme oder Kommunikationsanwendungen des vernetzten Fahrens unterstützt werden, ebenso im Eisenbahnbereich für Zugsteuerungssysteme und deren Kommunikationsbedarfe.
Die WRC-15 hat wichtige Weichen für die weitere Entwicklung des nächsten Mobilfunkstandards 5G gestellt indem man sich auf Frequenzbereiche geeinigt hat, die in den nächsten vier Jahren auf ihre Eignung für 5G untersucht werden. Dieser Beschluss ist ein wichtiger Beitrag zu den weltweit auf Hochtouren laufenden Forschungsprojekten zu 5G, die sich nun auf bestimmte Frequenzbänder konzentrieren können. Die eigentlichen Zuweisungen von geeigneten Frequenzbändern für eine weltweite Harmonisierung werden, auf Grundlage der nun beginnenden Verträglichkeitsstudien, auf der nächsten WRC im Jahr 2019 erfolgen. Auch die bereits heute dem Mobilfunk zur Verfügung stehenden Frequenzbänder werden ein wesentlicher Bestandteil von 5G werden.