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Elektromobilität (Quelle: iStock/ 100pk)

Die Zukunft fährt elektrisch

Die Bundesregierung unterstützt den Bereich Elektromobilität mit umfangreichen Förderaktivitäten. Ziel ist es, den Verkehrssektor energieeffizienter, klima- und umweltverträglicher zu gestalten. Dafür muss die Elektromobilität wettbewerbsfähig am Markt etabliert werden. Gleichzeitig sollen vor allem für den Straßenverkehr neue, regenerative Energiequellen erschlossen und so die Abhängigkeit vom Erdöl verringert werden. Das Zero-Emission-Auto der Zukunft fährt elektrisch mit Batterie oder Brennstoffzelle.

Bundesminister Alexander Dobrindt (Quelle: Bundesregierung / Kugler)
Bundesminister Alexander Dobrindt

Quelle: Bundesregierung / Kugler

Elektromobilität hat großes Potenzial – insbesondere im Öffentlichen Personennahverkehr und im städtischen Wirtschaftsverkehr. Diese Potenziale gilt es auszuschöpfen. Deshalb fördern wir innovative Ideen, die zeigen, wie Elektromobilität weiterentwickelt und Kosten bei Fahrzeugen und Systemen reduziert werden können. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Elektromobilität alltagstauglich zu machen und E-Fahrzeuge flächendeckend auf die Straße zu bringen.

Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur

Hintergrund

Elektromobilität als Baustein einer zukunftsfähigen Mobilität

Der Begriff Elektromobilität (auch E-Mobilität) steht für Fortbewegung mithilfe von Elektromotoren. Autos, Busse, Züge, Fahr- und Motorräder – sie alle können mit elektrischer Energie angetrieben werden. Ein elektrisch betriebenes Fahrzeug im Sinne des Elektromobilitätsgesetzes ist ein reines Batterieelektrofahrzeug, ein von außen aufladbares Hybridelektrofahrzeug oder ein Brennstoffzellenfahrzeug.

E-Mobilität ist eine Schlüsseltechnologie für die Gestaltung eines sauberen und effizienten Verkehrssystems. Sogenannte fossile Energieträger wie Erdöl oder Erdgas führen in unserem Straßenverkehr seit Jahren zu hohen CO2-Emissionen und zu einer zunehmenden Belastung des Klimas. Der Strom, den Elektrofahrzeuge benötigen, wird entweder von leistungsfähigen Batterien oder von einer Brennstoffzelle bereitgestellt. In der Brennstoffzelle wird die chemische Energie von Wasserstoff direkt in Strom umgewandelt. Elektrofahrzeuge laden an Ladestationen oder tanken gasförmigen Wasserstoff an Tankstellen, sind leise und stoßen lokal keine klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen aus. Mit Strom aus regenerativen Quellen angetriebene Elektrofahrzeuge sind daher eine sehr gute Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.

Das BMVI unterstützt die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im Bereich Elektromobilität, die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und den Ausbau von Ladeinfrastruktur (Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Wasserstofftankstellen) in Deutschland technologieoffen und verkehrsträgerübergreifend.

Das Bundesverkehrsministerium fördert von Plug-in-Hybriden über Batterieantriebe bis hin zur Brennstoffzelle:

  • im Personen- und Güterverkehr auf der Straße (z. B. für Pkw, Elektrobusse, Nutz- und Lieferfahrzeuge)
  • Batterie- und Brennstoffzellenantriebe im Schienenverkehr (Diesel-Hybrid-Traktion)
  • Batterie- und Brennstoffzellenantriebe im Luftverkehr (z. B. Brennstoffzellen für die Bord-Energieversorgung)
  • Batterie- und Brennstoffzellenantriebe in der Schifffahrt (Brennstoffzellen für die Stromversorgung).

Hybridfahrzeuge

Ein Hybridantrieb verbindet zwei unterschiedliche Antriebssysteme: Das Fahrzeug hat einen Verbrennungs- sowie einen Elektromotor. Je nach Bauart können beide Motoren gemeinsam oder unabhängig voneinander auf den Antrieb wirken. Ein paralleler Hybrid wird sowohl vom Verbrenner- als auch vom Elektromotor angetrieben. Bei einem seriellen Antriebssystem hingegen treibt der Verbrenner lediglich einen Generator an, der als Stromlieferant die Batterie des Elektromotors speist. Das Fahrzeug wird also rein elektrisch angetrieben.
Sogenannte Plug-in-Hybride können an einer einfachen Haushaltssteckdose oder an einer Ladestation wieder aufgeladen werden.

E-Ladesäule im Rückspiegel

Förderungen des Bundes

Eine Milliarde Euro zur Förderung der Elektromobilität

Seit dem Jahr 2009 hat die Bundesregierung Fördergelder in Höhe von rund 3,7 Milliarden Euro bereitgestellt und Rahmenbedingungen gesetzt, die die Elektromobilität attraktiver machen. Darüber hinaus wurde am 18. Mai 2016 ein neues Maßnahmenpaket zur Förderung der Elektromobilität in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro beschlossen: Allein für den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge stehen bis zum Jahr 2020 insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Attraktive Prämien für Fahrzeugkäufer

Seit Juni 2016 gibt es in Deutschland eine jeweils zur Hälfte von Bund und Automobilindustrie finanzierte Kaufprämie (Umweltbonus) für Plug-in-Hybride und reine Elektroautos. Sie beträgt 4.000 Euro für reine Elektrofahrzeuge und 3.000 Euro für bestimmte, von außen aufladbare Hybridfahrzeuge. Die Förderung gilt rückwirkend für Käufe ab dem 18. Mai 2016 und erfolgt bis zur vollständigen Auszahlung der hierfür vorgesehenen Bundesmittel in Höhe von 600 Millionen Euro, längstens jedoch bis 2019. Die entsprechenden Förderanträge können Käufer von Elektrofahrzeugen beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellen.

Bund geht mit gutem Beispiel voran

Weitere 100 Millionen Euro investiert die Bundesregierung in ihre eigene Flotte: Künftig sollen 20 Prozent des bundeseigenen Fuhrparks aus Elektrofahrzeugen bestehen. Im Fuhrpark des Bundesverkehrsministeriums besitzen bereits über 70 Prozent der Fahrzeuge einen Elektro-, Hybrid- oder Wasserstoffantrieb.

Weiterführende Informationen

Ladestecker zum Tanken

Das Förderprogramm des BMVI zur Elektromobilität

Verkehrsübergreifend engagiert

Mit dem aktuellen Förderprogramm Elektromobilität auf Basis der Förderrichtlinie Elektromobilität vom Juni 2015 treibt das BMVI die Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe verkehrsträgerübergreifend voran. Darüber hinaus unterstützt das Bundesverkehrsministerium die kommunalen Akteure beim Aufbau der Elektromobilität vor Ort und zwar nicht nur bei Pkw, sondern bei der gesamten Bandbreite aller Verkehrsträger.

Praxistests im Förderprogramm zur Elektromobilität

Seit dem Jahr 2009 setzt das BMVI Projekte zur batterie-elektrischen Mobilität im Förderprogramm Modellregionen Elektromobilität um. Ziel des Ansatzes war die flächendeckende Entwicklung der Technologie und Infrastruktur aus bestimmten regionalen Clustern (Modellregionen) heraus. Dies geschah durch zahlreiche Praxistests sowie Pilot- und Demonstrationsprojekte in insgesamt acht deutschen Modellregionen. Eine dieser Regionen war und ist Hamburg: In der Hansestadt wurde erprobt, wie Elektrofahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur in den großstädtischen Alltag integriert werden können. Auch in den Regionen Rhein/Main, Rhein/Ruhr, München, Stuttgart, Berlin/Potsdam, Sachsen sowie Bremen/Oldenburg wurden weitere zukunftsweisende Projekte zur batterie-elektrischen Mobilität getestet.
Seit 2015 baut das laufende Programm nun unter dem Namen Elektromobilität vor Ort, mit veränderten Schwerpunktsetzungen auf den Modellregionen auf und verfolgt nun einen überregionalen flächendeckenden Ansatz, um eine möglichst schnelle Verbreitung von Elektrofahrzeugen (Markthochlauf) zu unterstützen.

Elektromobilität vor Ort

Damit sich Elektrofahrzeuge möglichst schnell auf breiter Front durchsetzen, unterstützt die aktuelle Förderrichtlinie des BMVI zur Elektromobilität die Kommunen dabei, den Durchbruch von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben inklusive der dafür notwendigen Infrastruktur konkret vor Ort umzusetzen. Dafür nutzt sie die Potenziale von Städten und Gemeinden. Denn kommunale Akteure sind häufig als Betreiber von Fuhrparks oder Fahrzeugflotten aktiv und gleichzeitig auch für die Mobilitätsplanung und die allgemeine Verkehrsentwicklung vor Ort verantwortlich. Mit der Förderrichtlinie Elektromobilität unterstützt das BMVI die Beschaffung von Elektrofahrzeugen mit dem Ziel der Erhöhung der Fahrzeugzahlen insbesondere in kommunalen Flotten. Durch den Aufbau der dafür benötigten Ladeinfrastruktur sowie der Verknüpfung mit dem Stromnetz und der dadurch bestehenden Verknüpfung mit den erneuerbaren Energien unterstützt es auch die Dekarbonisierung des Verkehrssektors.
Ein zweiter Schwerpunkt der Richtlinie liegt auf der Förderung von anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Das Ziel: Die Kosten der benötigten Technologien, Komponenten oder Systeme zu reduzieren. Koordiniert wird das BMVI-Förderprogramm von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).

Die programmatische wissenschaftliche Begleitforschung

Die Ergebnisse der Fördervorhaben werden auf programmatischer Ebene durch eine wissenschaftliche Begleitforschung zusammengeführt, um einen Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten Akteuren sicherzustellen. Hierbei wurden in der Phase der Modellregionen übergeordnete Fragestellungen zu den Themenfeldern Nutzerperspektive, Flottenanwendungen, Innovative Fahrzeuge und Antriebe, Sicherheit, Infrastruktur, Raum/Stadt- und Verkehrsplanung sowie Ordnungsrecht bearbeitet. Seit 2016 erfährt die Begleitforschung eine Bündelung der relevanten Themen zum Markthochlauf und zur weiteren Vernetzung von Akteuren der Elektromobilität im Rahmen der Elektromobilität vor Ort. Die aktuellen Themenfelder heißen nun Innovative Antriebe und Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Rahmenbedingungen und Markt sowie Vernetzte Mobilität.

Weiterführende Informationen

Elektroauto tankt Strom

Neues Förderprogramm für die Ladeinfrastruktur

Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht etablieren

Eine wesentliche Voraussetzung für die Verbreitung der Elektromobilität in Deutschland sind ausreichende und benutzerfreundliche Ladestationen. Denn viele Menschen werden sich nur dann ein Elektrofahrzeug anschaffen, wenn sie den Strom in einem akzeptablen Zeitraum und in räumlicher Nähe tanken können. Die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur des BMVI hilft dabei, deutschlandweit ein bedarfsgerechtes Netz von Ladestationen zu etablieren.

15.000 neue Ladestationen

Das BMVI wird in den kommenden vier Jahren den Aufbau von 15.000 Ladestationen mit insgesamt 300 Millionen Euro fördern. Davon sind 100 Millionen für Normalladung und 200 Millionen für Schnellladung vorgesehen. Damit soll eine flächendeckende und bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge in Deutschland aufgebaut werden. Das Laden soll so schnell wie möglich erfolgen. Deshalb werden künftig Schnellladestationen mit Gleichstrom (DC, direct current) dafür sorgen, dass Fahrzeughalter in ganz Deutschland ihre Elektroautos ohne Umwege und Wartezeiten aufladen können. Darüber hinaus unterstützt das BMVI den Ausbau des Zwischendurchladens an Standorten, an denen der Kunde länger parkt und sein Fahrzeug mit Wechselstrom (AC, alternating current) auflädt.

Weiterführende Informationen

Anzeige beim Ladevorgang

Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie

Innovative Mobilität dank alternativer Kraftstoffe

Wir müssen unser Verkehrssystem mittel- bis langfristig auf nachhaltige Technologien umrüsten, wenn wir auch in Zukunft mobil sein wollen. Das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gibt es bereits seit dem Jahr 2007. Es wird vom BMVI als ressortübergreifendes Programm gemeinsam mit der Industrie und der Wissenschaft umgesetzt. Ziel des Programms ist die Marktvorbereitung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie als zukünftige Alternative zu fossilen Kraftstoffen. So ist es etwa möglich, regenerativ gewonnene Energie sehr effizient in Form von Wasserstoff zu speichern und unabhängig vom Ort der Energieerzeugung umweltfreundlich einzusetzen. Diese Eigenschaften machen Wasserstoff für mobile Anwendungen besonders interessant. Bei Fahrzeugen wird Wasserstoff meist in Verbindung mit Brennstoffzellen eingesetzt. Eine mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle wandelt den gasförmigen Wasserstoff zusammen mit Luftsauerstoff in einem elektrochemischen Prozess direkt in Elektrizität um. Freigesetzt wird nur reiner Wasserdampf. Die Brennstoffzelle arbeitet dabei hocheffizient und sauber.

International wettbewerbsfähig bleiben

Durch die stabilen Rahmenbedingungen und aufgrund der Fördermöglichkeiten, die das NIP bietet, ist in Deutschland eine Industriebranche entstanden, die international wettbewerbsfähig ist. Insbesondere mit den Mitteln des BMVI konnte in den vergangenen Jahren die Lücke zwischen grundlegender Forschung und Entwicklung und dem Markt geschlossen werden. Für die Fortsetzung des Innovationsprogramms stellt das BMVI derzeit rund 50 Millionen Euro pro Jahr bereit. Ab dem Jahr 2018 werden es sogar mehr als 80 Millionen Euro jährlich sein. Die geplanten Maßnahmen des Bundesverkehrsministeriums zielen insbesondere darauf ab, Mobilität mit Wasserstoff- und Brennstoffzellen in den nächsten zehn Jahren wettbewerbsfähig am Markt zu etablieren. Dazu gehören die entsprechenden Technologien und Systeme in den Fahrzeugen, aber auch die notwendige Infrastruktur, um diese zu betanken. Bei der Umsetzung seiner Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) verfolgt das BMVI somit einen technologieoffenen Ansatz. Es geht darum, zukünftig den Einsatz kohlenstoffbasierter Energien im Mobilitätsbereich deutlich zu reduzieren (Dekarbonisierung).

Gegenwärtig fördert das BMVI die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie über zwei Förderrichtlinien, einerseits für Forschung, Entwicklung und Innovation, andererseits für eine direkte Marktaktivierung durch Investitionszuschüsse etwa für Brennstoffzellenfahrzeuge oder Elektrolyseanlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff.

Weiterführende Informationen