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Straße, Schiene, Wasser und Luft sollen noch besser miteinander verknüpft werden. Quelle: Fotolia / industrieblick

Logistik - Güter clever
transportieren

Deutschland ist einer der führenden Logistikstandorte weltweit: Zentral in Europa gelegen, bietet es viele logistische Vorteile. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sorgt das BMVI dafür, die Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasser und Luft in Zukunft noch besser miteinander zu verknüpfen und aufeinander abzustimmen.


Staatssekretär Steffen Bilger (Quelle: Steffen Bilger Homepage)
Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger

Quelle: Steffen Bilger Homepage

Eine leistungsfähige Logistik ist Grundvoraussetzung für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Die Digitalisierung verändert Prozesse grundlegend und schnell. Die Vernetzung der Verkehrsträger, umweltfreundliche Gütertransporte und die Sicherung des Logistiknachwuchses bleiben Topthemen auf unserer verkehrspolitischen Agenda.

Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik

Hintergrund

Erfahren Sie hier mehr zu cleveren Logistiksystemen.

Heute im Internet bestellt – morgen schon da? Dank moderner Logistik sind unsere Wünsche oft nur noch einen Mausklick entfernt. Die Herausforderung für die Logistikbranche ist dabei, die Güter nicht nur möglichst schnell, sondern auch möglichst kostensparend, leise und umweltfreundlich an ihren Bestimmungsort zu bringen. Dafür setzt sich das BMVI ein.

Deutsche Logistikbranche öffnet Tore zur Welt

Deutschland liegt im Herzen Europas und ist die wichtigste Exportnation. Mit einem Umsatz von rund 260 Milliarden Euro ist Logistik unser drittgrößter Wirtschaftszweig: Über Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserstraßen werden jährlich 4,3 Milliarden Tonnen Waren bewegt. Hier arbeiten rund 3 Millionen Menschen. Die Herstellungs- und Transportketten reichen längst um die ganze Welt. Waren legen tausende Kilometer zurück, zum Beispiel auf riesigen Containerschiffen. Logistiker kümmern sich nicht nur darum, Waren von A nach B zu bringen. Sie produzieren und veredeln sie auch. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Produkte verpackt und versandfertig gemacht werden. Der Paketzusteller, auf den wir oft besonders ungeduldig warten, ist also nur das letzte Glied der langen Transportkette.

Effiziente Logistikketten: Alles aus einer Hand

Intelligente Logistiksysteme sorgen für reibungslose Abläufe und halten die Wirtschaft in Bewegung. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland wird aber nicht nur durch die Kompetenz unserer Logistiker mitbestimmt. Wichtig ist auch, den Verkehr auf der Straße, der Schiene, auf dem Wasser und in der Luft sinnvoll miteinander zu kombinieren und Knotenpunkte zu schaffen, an denen die verschiedenen Transportwege effizient vernetzt werden. Über solche Knoten wie Güterverkehrszentren, Flughäfen, See- und Binnenhäfen können leistungsfähige Transportketten und -netze aufgebaut werden. Dadurch wird unsere Logistik cleverer, moderner und klimafreundlicher.

Ein Ziel des BMVI im Aktionsplan Güterverkehr und Logistik ist eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger in Deutschland. Quelle: Fotolia / vege

Investieren, modernisieren, digitalisieren.

Aktionsplan Güterverkehr und Logistik

Ob Lebensmittel für den Supermarkt oder Bauteile für die Automobilproduktion: Damit beim Transport keine Verzögerungen auftreten, brauchen wir leistungsfähige Güterverkehrsnetze und Logistiksysteme. Um diese in Deutschland zu erhalten und auszubauen, hat das Bundesverkehrsministerium einen Aktionsplan Güterverkehr und Logistik entwickelt. Der Aktionsplan stellt Ziele und Maßnahmen vor, die die Transport- und Logistikwirtschaft dabei unterstützen, ihre umfassenden Aufgaben zu erfüllen.

Starke Ziele

Zu den Zielen des Bundesverkehrsministeriums gehört

  • den Logistikstandort Deutschland zu stärken,
  • unsere leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur zu erhalten, zu modernisieren und zu erweitern,
  • eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger zu erreichen,
  • einen umweltfreundlichen und energieeffizienten Gütertransport zu fördern sowie
  • die Nachwuchssicherung und gute Arbeitsbedingungen zu unterstützen.

Schwerpunkt Digitalisierung

Wie schnell und wie gut die Prozesse im Güterverkehr und in der Logistik digital gesteuert werden können, ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland. Die flächendeckende Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsnetzen von mindestens 50 Mbit/s soll bis zum Jahr 2018 erreicht werden. Vom zunehmenden Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien sollen auch verstärkt Logistikunternehmen profitieren. So können in Zukunft zum Beispiel Geräte zur mobilen Datenerfassung Informationen über Lagerbestände und Lagerorte über Funknetze übertragen, die mit den IT-Systemen der Unternehmen in Verbindung stehen.

Die BMVI-Initiative "Logistics made in Germany" unterstützt deutsche Unternehmen dabei, ihre Präsenz im Ausland zu stärken. Quelle: BMVI

Logistik made in Germany

Logistics Alliance Germany

Deutsche Logistikunternehmen haben im weltweiten Vergleich einen hervorragenden Ruf. Um mit ihrer hohen Kompetenz auch mehr Aufträge außerhalb Deutschlands zu erlangen, betreibt das BMVI gemeinsam mit der deutschen Logistikwirtschaft die Vermarktungsinitiative Logistics Alliance Germany (LAG). Die Geschäftsstelle der LAG in Berlin dient als zentrale Informations- und Anlaufstelle für ausländische Unternehmen und unterstützt bei der passgenauen Vermittlung von deutschen Logistikdienstleistern. Der Initiative haben sich mittlerweile rund 70 große, mittlere und kleine Unternehmen angeschlossen.

Deutschlands Spitzenposition festigen

Mit seinen Vermarktungsmaßnahmen hilft das Netzwerk der Logistics Alliance Germany, den Logistikstandort Deutschland als Tor und Drehscheibe in Europa im Ausland bekannter zu machen. Der Initiative gelingt es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland zu erhalten und auszubauen. Erfreulich ist, dass deutlich mehr Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen Logistikunternehmen zustande kommen. Die gemeinsame Plattform Logistics made in Germany hat sich bewährt: Deutsche Unternehmen können ihre Präsenz im Ausland spürbar stärken.

International aktiv

Um den Logistikstandort Deutschland und die deutsche Logistikwirtschaft zu fördern, veranstaltet die Logistics Alliance Germany umfangreiche Aktivitäten, die jährlich mit den Bundesländern abgestimmt werden. Dazu gehören Fachveranstaltungen, Roadshows sowie Informations- und Networking-Veranstaltungen. Außerdem repräsentiert die LAG den Logistikstandort Deutschland auf internationalen Leitmessen und unternimmt Delegationsreisen ins Ausland.

Weiterführende Informationen

Mit dem Arbeitsprogramm Nachwuchswerbung und Qualifizierung wollen wir wieder mehr junge Menschen für die Logistikbranche begeistern. Quelle: Fotolia / industrieblick

Fachkräfte für die Logistikbranche begeistern

Fachkräftemangel im Logistikbereich

Werktags gehört die rechte Spur auf den Autobahnen ganz dem Güterfernverkehr. Und im Führerhaus jedes LKWs sitzt ein Fernfahrer. Doch das Bild täuscht. Deutsche Logistikunternehmen haben Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Und das, obwohl die Logistik jungen Menschen hervorragende Zukunftsperspektive und vielfältige Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten bietet. Als Folge des demografischen Wandels steigt der Altersdurchschnitt der Beschäftigten in Güterverkehr und Logistik stetig. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Auch gestiegene Anforderungen in der Branche und die vom großen Konkurrenzdruck in der Branche geprägten Arbeitsbedingungen tragen zum Fachkräftemangel bei. Um das altersbedingte Ausscheiden von Berufskraftfahrern zu kompensieren, müssten pro Jahr mehr als 20.000 neue Fahrerinnen und Fahrer eingestellt werden. Deshalb unterstützt das BMVI das Güterverkehrs- und Logistikgewerbe bei der Aufwertung von Berufen in ihrer Branche und der langfristigen Sicherung von ausreichend qualifiziertem Personal.

In einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung kann der Staat jedoch nur beschränkt auf diese Entwicklung Einfluss nehmen. Das BMVI setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften. Auch bestehen Schirmherrschaften für verschiedene Projekte und Ausbildungsinitiativen, z. B. die Schirmherrschaft über die Nachwuchsinitiative Hallo Zukunft! des Verlags Heinrich Vogel, die Schülern aller Schulformen die Chancen und Möglichkeiten der Ausbildungsberufe in Verkehr, Transport und Logistik zeigt.

Logistik studieren? Na klar!

Ob Logistikmanagement, Supply Chain Management oder BWL mit Schwerpunkt Logistik – an unseren Fachhochschulen und Universitäten gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, ein Studium im Logistikbereich zu absolvieren. Mit dem Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik zeichnet das Bundesverkehrsministerium jedes Jahr herausragende Lehrangebote von Hochschulen aus. Dadurch will das BMVI das deutsche Hochschulangebot im Bereich Logistik bekannter machen und die Motivation junger Menschen stärken, einen Studiengang im Bereich Logistik zu wählen. Denn was viele von ihnen nicht wissen: Logistik bedeutet viel mehr als den bloßen Transport oder die Lagerhaltung von Waren und bietet ein großes Spektrum an Arbeitsplätzen. So können Absolventen etwa in Produktionsunternehmen, dem Verkehrsträger- oder Infrastruktur-Management sowie in Groß- und Einzelhandelsunternehmen tätig werden.

Da der Güterverkehr in Deutschland weiter wächst, müssen unsere Straßen in Zukunft entlastet werden. Quelle: Fotolia / Miredi

Multimodale Güterverkehre

Verkehrswachstum macht Verlagerung nötig

Prognosen sagen einen erheblichen Anstieg des Güterverkehrs voraus. Nach der aktuellen Verkehrsprognose wird der Güterverkehr bis 2030 um 38 Prozent gegenüber 2010 zunehmen – eine Steigerung, die unsere Straßen und Autobahnen alleine nicht bewältigen können. Alle Verkehrsträger müssen hierfür ihre jeweiligen Systemvorteile bestmöglich nutzen können. Es ist daher das Ziel der Bundesregierung, die Verkehrsträger besser zu verzahnen und mehr Verkehr auf die Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße zu verlagern.

Förderprogramme zur Verkehrsverlagerung

Die einfachste Möglichkeit ist der direkte Anschluss von Verladern an die Schiene. Dazu fördert der Bund den Neu- und Ausbau sowie die Reaktivierung von privaten Gleisanschlüssen. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Güter direkt an der Produktionsstätte in Güterwagen verladen. Wer über keinen direkten Zugang zu einem Gleisanschluss oder einem Hafen verfügt, ist auf Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs angewiesen. Dort werden insbesondere Container und Lkw-Sattelauflieger von der Straße auf die Bahn oder das Schiff verladen und umgekehrt. Auch den Neu- und Ausbau von Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs durch nichtbundeseigene Unternehmen fördert der Bund – mit bis zu 80 Prozent der Investitionskosten.

Ein- bis zweimal jährlich lädt das BMVI zu Netzwerkkonferenzen ein. Quelle: BMVI

Verkehrspolitik muss transparent sein

Veranstaltungen des BMVI zu Güterverkehr und Logistik

Das Bundesverkehrsministerium will seine Verkehrspolitik für alle Bürger in Deutschland so transparent wie möglich gestalten. Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Güterverkehrsgewerbe tauschen sich Logistikexperten der Wirtschaft und aus dem staatlichen Sektor miteinander aus. Mit seinen Veranstaltungen zielt das BMVI darauf ab, auch das Image der Branche zu verbessern und die Akzeptanz der Bevölkerung für diesen Wirtschaftszweig zu erhöhen. 

Nationale Konferenz Güterverkehr und Logistik

Einmal jährlich lädt der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur zu einer Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik ein, die sich an Führungskräfte der Logistikwirtschaft und hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft richtet und wichtige aktuelle verkehrspolitische Themen behandelt.

Im Rahmen dieser Konferenz wird auch der vom BMVI ausgelobte Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik verliehen.

Netzwerkkonferenzen

Ein- bis zweimal jährlich lädt das BMVI zu Netzwerkkonferenzen ein. Bei diesen Fachveranstaltungen werden ausgewählte digital- oder verkehrspolitische Aktivitäten des Bundes mit Logistikbezug ausführlich dargestellt und mit den entsprechenden Fachexperten diskutiert.