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Straße, Schiene, Wasser und Luft sollen noch besser miteinander verknüpft werden. Quelle: Fotolia / industrieblick

Logistik - Güter clever
transportieren

Deutschland ist einer der führenden Logistikstandorte weltweit: Zentral in Europa gelegen, bietet es viele wirtschaftliche Vorteile. Damit das auch in Zukunft so bleibt, kümmert sich das Bundesverkehrsministerium darum, die Transportkette von Waren zu optimieren und intelligenter, effizienter und sicherer zu gestalten: Straße, Schiene, Wasser und Luft sollen in Zukunft noch besser miteinander verknüpft und aufeinander abgestimmt werden.


Staatssekretärin Dorothee Bär (Quelle: Tobias Koch)
Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär

Quelle: Tobias Koch

Starke Logistik ist erforderlich, damit Deutschland Logistikweltmeister bleibt. Mit Themen wie der besseren Vernetzung aller Verkehrsträger, der Förderung eines umweltfreundlichen und energieeffizienten Gütertransports oder der Nachwuchssicherung stellen wir uns den großen Zukunftsaufgaben.

Staatssekretärin Dorothee Bär, Koordinatorin der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik

Hintergrund

Clevere Logistiksysteme sorgen für reibungslose Abläufe und halten die Wirtschaft in Schwung. In Deutschland ist Logistik der drittgrößte Wirtschaftszweig.

Heute im Internet bestellt – morgen schon da? Dank moderner Logistik sind unsere Wünsche oft nur noch einen Mausklick entfernt. Auf welchem Weg das neue Smartphone oder die neue Staffel unserer Lieblingsserie zu uns nach Hause findet, ist uns mehr oder weniger egal. Die Hauptsache ist: Es geht schnell! Die Herausforderung für die Logistikbranche ist jedoch, die Güter nicht nur möglichst schnell, sondern auch möglichst kostensparend, leise und umweltfreundlich an ihren Bestimmungsort zu bringen. Dafür setzt sich das Bundesverkehrsministerium ein.

Deutsche Logistikbranche öffnet Tore zur Welt

Deutschland liegt im Herzen Europas und ist die wichtigste Exportnation. Mit einem Umsatz von rund 223 Milliarden Euro ist Logistik unser drittgrößter Wirtschaftszweig: Über Deutschlands Straßen, Schienen und Wasserstraßen werden jährlich 4,3 Milliarden Tonnen Waren bewegt. Hier arbeiten über 2,8 Millionen Menschen. Die Herstellungs- und Transportkette reicht längst um die ganze Welt. Waren legen tausende Kilometer zurück, zum Beispiel auf riesigen Containerschiffen. Logistiker kümmern sich nicht nur darum, Waren von A nach B zu bringen. Sie produzieren und veredeln sie auch. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Produkte verpackt und versandfertig gemacht werden. Der Paketzusteller, auf den wir oft besonders ungeduldig warten, ist also nur das letzte Glied der langen Transportkette.

Effiziente Logistikketten: Alles aus einer Hand

Intelligente Logistiksysteme sorgen für reibungslose Abläufe und halten die Wirtschaft in Bewegung. Die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland wird nicht nur durch die Kompetenz unserer Logistiker mitbestimmt. Wichtig ist auch, den Verkehr von Straße, Schiene, Wasser und Luft sinnvoll miteinander zu kombinieren und Knotenpunkte zu schaffen, an denen die verschiedenen Transportwege effizient vernetzt und verknüpft werden. Über solche Knoten wie Güterverkehrszentren, Flughäfen, See- und Binnenhäfen können leistungsfähige Transportketten und -netze aufgebaut werden. Dadurch wird unsere Logistik cleverer, moderner und klimafreundlicher.

Ein Ziel des BMVI im Aktionsplan Güterverkehr und Logistik ist eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger in Deutschland. Quelle: Fotolia / vege

Investieren, modernisieren, digitalisieren.

Aktionsplan Güterverkehr und Logistik

Ob Lebensmittel für den Supermarkt oder Bauteile für die Automobilproduktion: Damit beim Transport keine Verzögerungen auftreten, brauchen wir leistungsfähige Güterverkehrsnetze und Logistiksysteme. Um diese in Deutschland zu erhalten und auszubauen, hat das Bundesverkehrsministerium einen Aktionsplan Güterverkehr und Logistik entwickelt. Der Aktionsplan stellt Ziele und Maßnahmen vor, die die Transport- und Logistikwirtschaft dabei unterstützen, ihre umfassenden Aufgaben zu erfüllen.

Starke Ziele

Zu den Zielen des Bundesverkehrsministeriums gehört

  • den Logistikstandort Deutschland zu stärken,
  • unsere leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur zu erhalten, zu modernisieren und zu erweitern,
  • eine bessere Vernetzung aller Verkehrsträger zu erreichen,
  • einen umweltfreundlichen und energieeffizienten Gütertransport zu fördern sowie
  • die Nachwuchssicherung und gute Arbeitsbedingungen zu unterstützen.

Schwerpunkt Digitalisierung

Wie schnell und wie gut die Prozesse im Güterverkehr und in der Logistik digital gesteuert werden können, ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland. Die flächendeckende Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsnetzen von mindestens 50 Mbit/s soll bis zum Jahr 2018 erreicht werden. Vom zunehmenden Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien sollen auch verstärkt Logistikunternehmen profitieren. So können in Zukunft zum Beispiel Geräte zur mobilen Datenerfassung Informationen über Lagerbestände und Lagerorte über Funknetze übertragen, die mit den IT-Systemen der Unternehmen in Verbindung stehen.

Die BMVI-Initiative "Logistics made in Germany" unterstützt deutsche Unternehmen dabei, ihre Präsenz im Ausland zu stärken. Quelle: BMVI

Logistik "made in Germany"

Logistics Alliance Germany

Deutsche Logistikunternehmen genießen in Europa einen hervorragenden Ruf. Doch einige von ihnen wünschen sich mehr Aufträge außerhalb unseres Kontinents. Deshalb betreibt das BMVI gemeinsam mit der deutschen Logistikwirtschaft die Vermarktungsinitiative "Logistics Alliance Germany" (LAG). Sie dient als zentrale Informations- und Anlaufstelle für ausländische Unternehmen und vermittelt ihnen passgenau deutsche Logistikdienstleister. Der Initiative haben sich mittlerweile mehr als 50 Unternehmen angeschlossen – darunter die Deutsche Post DHL Group, das Softwareunternehmen Quintiq und der Telekommunikationsausrüster Huawei. Unternehmen, die der LAG beitreten wollen, können auf der Webseite einen digitalen Mitgliedsantrag stellen.

Deutschlands Spitzenposition festigen

Mit seinen zahlreichen Vermarktungsmaßnahmen hilft das Netzwerk der "Logistics Alliance Germany", den Logistikstandort Deutschland als Tor und Drehscheibe in Europa im Ausland bekannter zu machen. Der Initiative gelingt es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts Deutschland zu erhalten und auszubauen. Erfreulich ist, dass deutlich mehr Kooperationen zwischen deutschen und ausländischen Logistikunternehmen zustande kommen. Die gemeinsame Plattform "Logistics made in Germany" hat sich bewährt: Deutsche Unternehmen können ihre Präsenz im Ausland spürbar stärken.

International aktiv

Um potenzielle Kunden über möglichst viele Wege zu erreichen, veranstaltet die "Logistics Alliance Germany" umfangreiche Aktivitäten, die jährlich mit den Bundesländern abgestimmt werden. Dazu gehören Fachveranstaltungen, Roadshows sowie Informations- und Networking-Veranstaltungen. Außerdem führt die LAG regelmäßig Geschäftsreisen zu exportorientierten Unternehmen und potentiellen Kooperationspartnern ins außereuropäische Ausland durch – zum Beispiel nach China, Mittel- und Südamerika und Südafrika – und beteiligt sich an vielen internationalen Leitmessen.

Mit dem Arbeitsprogramm Nachwuchswerbung und Qualifizierung wollen wir wieder mehr junge Menschen für die Logistikbranche begeistern. Quelle: Fotolia / industrieblick

Fachkräfte für die Logistikbranche begeistern

Arbeitsprogramm Nachwuchswerbung und Qualifizierung

Werktags gehört die rechte Spur auf den Autobahnen ganz dem Güterfernverkehr. Und im Führerhaus jedes LKWs sitzt ein Fernfahrer. Doch das Bild täuscht. Deutsche Logistikunternehmen haben Probleme, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Und das, obwohl die Logistik jungen Menschen hervorragende Zukunftsperspektive und vielfältige Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten bietet. Als Folge des demografischen Wandels steigt der Altersdurchschnitt der Beschäftigten in Güterverkehr und Logistik stetig. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden in den nächsten Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Auch gestiegene Anforderungen in der Branche und die vom großen Konkurrenzdruck in der Branche geprägten Arbeitsbedingungen tragen zum Fachkräftemangel bei. Deshalb unterstützt das BMVI das Güterverkehrs- und Logistikgewerbe bei der Aufwertung von Berufen in ihrer Branche und der langfristigen Sicherung von ausreichend qualifiziertem Personal.

Priorität Nummer Eins: Neue Kraftfahrer gewinnen

Der Fachkräftemangel zeigt sich besonders in der Gruppe der Berufskraftfahrer: Um das altersbedingte Ausscheiden älterer Fahrer zu kompensieren, müssten pro Jahr mehr als 20.000 neue Fahrer eingestellt werden. Doch die Arbeitsbedingungen im Straßengüterverkehr führen dazu, dass sich nicht ausreichend viele Jugendliche für eine Ausbildung zum Kraftfahrer entscheiden. Deshalb hat das BMVI gemeinsam mit der Verkehrswirtschaft und der Bundesagentur für Arbeit ein besonderes Arbeitsprogramm für den Beruf des Kraftfahrers erstellt. Es enthält Maßnahmen zur Nachwuchswerbung, zur Qualifizierung von Personen, zur finanziellen Unterstützung von Unternehmen und zur effektiveren Zusammenarbeit der Unternehmen. Um die Attraktivität des Berufs zu erhöhen, setzt sich das BMVI für eine nachhaltige Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen von Berufskraftfahrern ein. 

Logistik studieren? Na klar!

Ob Logistikmanagement, Supply Chain Management oder BWL mit Schwerpunkt Logistik – an unseren Fachhochschulen und Universitäten gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, ein Studium im Logistikbereich zu absolvieren. Mit dem "Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik" zeichnet das Bundesverkehrsministerium jedes Jahr herausragende Lehrangebote von Hochschulen aus. Dadurch will das BMVI das deutsche Hochschulangebot im Bereich Logistik bekannter machen und die Motivation junger Menschen stärken, einen Studiengang im Bereich Logistik zu wählen. Denn was viele von ihnen nicht wissen: Logistik bedeutet viel mehr als den bloßen Transport oder die Lagerhaltung von Waren und bietet ein großes Spektrum an Arbeitsplätzen. So können Absolventen etwa in Produktionsunternehmen, dem Verkehrsträger- oder Infrastruktur-Management sowie in Groß- und Einzelhandelsunternehmen tätig werden.

Da der Güterverkehr in Deutschland weiter wächst, müssen unsere Straßen in Zukunft entlastet werden. Quelle: Fotolia / Miredi

Effizientes Verkehrssystem

Förderprogramm zur Verkehrsverlagerung

International werden immer mehr Waren bewegt. Die Folge: Der Gütertransport in Deutschland wächst und wächst: 38 Prozent mehr Lasten pro Kilometer auf der Straße bis zum Jahr 2030 – das ist das Ergebnis der Verkehrsprognose 2030 der Bundesregierung in Sachen Güterverkehr: eine Steigerung, die unsere Straßen und Autobahnen alleine nicht bewältigen können. Aus diesem Grund sollen Güter in Zukunft verstärkt auf dem Schienen- und Wasserweg transportiert werden.

"Gleisautobahnen": Von der Straße auf die Schiene

Die Globalisierung führt dazu, dass Waren über immer längere Strecken transportiert werden. Genau hier liegt eine besondere Stärke der Güterzüge. Immer mehr Verlader entdecken im Schienengüterverkehr eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Transportalternative zur Straße. Dabei kann die Schiene entweder für die gesamte Transportstrecke oder auf einer Teilstrecke genutzt werden. Die Bundesregierung unterstützt private Unternehmen beim Neu- und Ausbau von Umschlaganlagen – das sind Anlagen zum Umladen von einem Transportmittel auf ein anderes – mit bis zu 80 Prozent ihrer Investitionskosten. Außerdem können Verlader, die Güter auf die Schiene bringen wollen, einen Zuschuss für den Neu- und Ausbau oder die Reaktivierung des Gleisanschlusses beantragen ("Gleisanschlussförderrichtlinie").

"Wasserautobahnen": Von der Straße auf den Seeweg, Flüsse und Kanäle

Neben der Schiene bietet auch der Wasserweg – sowohl über die See als auch auf den Binnenwasserstraßen – eine gute Alternative zur Straße. Der Transport per Frachtschiff mag zwar nicht so schnell sein wie per LKW oder Güterzug. Er ist dafür aber umso energiesparender. Das Bundesverkehrsministerium arbeitet gemeinsam mit den Küstenländern und der Küstenwirtschaft daran, die Wahl des Wasserwegs für Transporte gegenüber der Straße attraktiver zu machen. So hat das BMVI bereits im Jahr 2001 zusammen mit sechs Bundesländern, Verbänden und Unternehmen der maritimen Wirtschaft das "ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center Deutschland" (SPC) Deutschland) gegründet. Die Kontaktstelle berät interessierte Unternehmen der Transportbranche kostenlos und neutral bezüglich Verlagerungsmöglichkeiten von Gütertransporten auf dem Wasserweg.

Ein- bis zweimal jährlich lädt das BMVI zu Netzwerkkonferenzen ein (Quelle: BMVI)

Verkehrspolitik muss transparent sein

Veranstaltungen des BMVI zu Güterverkehr und Logistik

Das Bundesverkehrsministerium will seine Verkehrspolitik für alle Bürger in Deutschland so transparent wie möglich machen. Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Güterverkehrsgewerbe tauschen sich Logistikexperten aus den Unternehmen und aus dem staatlichen Sektor miteinander aus. Mit seinen Veranstaltungen schafft es das BMVI, das Image der Branche zu verbessern und die Akzeptanz der Bevölkerung für diesen Wirtschaftszweig zu erhöhen. 

Nationale Konferenz Güterverkehr und Logistik

Einmal jährlich lädt der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur zu einer „Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik“ ein, die sich an Führungskräfte der Logistikwirtschaft und hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft richtet und wichtige aktuelle verkehrspolitische Themen behandelt.

Am Vorabend verleiht der Minister nach einer Rede zum Einstieg traditionell den Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik.

Netzwerkkonferenzen

Wie kann die Digitalisierung der Logistik in Zukunft helfen, das Ansehen des Berufszweigs zu verbessern? Inwieweit ist das Flüssigerdgas LNG für LKW geeignet? Ein- bis zweimal jährlich lädt das BMVI zu Netzwerkkonferenzen ein. Gemeinsam wird der aktuelle Sachstand zu ausgewählten Maßnahmen des Aktionsplans Güterverkehr und Logistik dargestellt und diskutiert. Die Netzwerkkonferenzen haben sich als Ergänzung der "Nationalen Konferenz" bewährt. Sie werden von der Branche gut angenommen und die Medien greifen ihre Themen auf.

Weiterführende Informationen