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Containerschiff im Hafen

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Die deutschen See- und Binnenhäfen tragen in hohem Maße zum Wohlstand und zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands bei. Von den Häfen profitiert ganz Deutschland mit einer Vielzahl von komplementären Industrie- und Dienstleistungsbereichen, die in allen Regionen und Wirtschaftssektoren angesiedelt sind.

Zur Stärkung des Hafenstandortes Deutschland hat das Bundeskabinett am 20. Januar 2016 das neue Nationale Hafenkonzept für die See- und Binnenhäfen verabschiedet. In enger Zusammenarbeit mit den Ländern, Sozialpartnern und Verbänden hat das BMVI, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, den auf zehn Jahre angelegten strategischen Leitfaden für die Hafenpolitik entwickelt.


Ziele des Nationalen Hafenkonzeptes 2015 sind unter anderem:

  • die Häfen auch zukünftig in die Lage zu versetzen, die wirtschaftlichen und logistischen Herausforderungen zu meistern,

  • die Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen als Drehscheiben des nationalen und internationalen Warenaustauschs und zentrale Güterverteilzentren weiter zu verbessern,

  • die Verlagerung von Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße zu unterstützen und

  • zum Erreichen der Klima- und Umweltschutzziele der Bundesregierung beizutragen.

Das Konzept enthält einen wirtschaftsanalytischen Teil, der die zukünftigen Herausforderungen und Chancen der deutschen Häfen sowie die Ziele des Hafenkonzepts umfasst. Darauf folgen sieben Maßnahmenpakete für

  • den gezielten Ausbau der hafenbezogenen Infrastrukturen,

  • die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der See- und Binnenhäfen,

  • die internationale und europäische Hafenpolitik,

  • den Umwelt- und Klimaschutz und die Verwendung alternativer Kraftstoffe,

  • gute Ausbildung und Beschäftigung,

  • die Gewährleistung angemessener Sicherheit und Gefahrenabwehr,

  • die bessere Koordinierung der Hafenpolitik (zwischen Bund und Ländern).

Insgesamt sollen 155 Einzelmaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen sowie der Hafenwirtschaft umgesetzt werden.

Das Nationale Hafenkonzept unterstützt alle Akteure bei der Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen und bietet einen gemeinsamen Handlungsrahmen.

Das Nationale Hafenkonzept 2015 baut auf dem Konzept von 2009 auf. Zahlreiche neue Anforderungen im Hafensektor machten eine Weiterentwicklung erforderlich, z. B. in den Bereichen:

  • Europäische Hafenpolitik,

  • Offshore-Windenergie,

  • Entwicklungen in der Logistik,

  • Vernetzungen und Kooperationen der Häfen,

  • Umwelt- und Klimaschutz,

  • Alternative Kraftstoffe.

Für die Umsetzung des Nationalen Hafenkonzepts wurde eine Steuerungsgruppe unter Leitung des zuständigen Staatssekretärs aus dem BMVI gebildet. Die Steuerungsgruppe hat Bund, Länder und Hafenwirtschaft aufgefordert, die Umsetzung der als prioritär identifizierten Maßnahmen voranzutreiben.

Ferner wurde ein Arbeitskreis Häfen eingerichtet, der die Vorgaben der Steuerungsgruppe umsetzt und mindestens einmal im Jahr tagt. Die im Referat WS 21 des BMVI angesiedelte Koordinierungsstelle ist unter anderem zuständig für die Koordinierung der Maßnahmen des Bundes, überprüft regelmäßig die Umsetzung der Maßnahmen des Nationalen Hafenkonzepts und ist zentraler Ansprechpartner für alle Fragen des Nationalen Hafenkonzepts.