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Pkw wird mit Wasserstoff betankt
Wasserstoff-Tankstelle

Quelle: Paulssen / BMVI

Das Bundeskabinett hat am 09.11.2016 den vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, vorgelegten Nationalen Strategierahmen für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe beschlossen.

Dobrindt:

Wir unterstützen den Hochlauf der alternativen Antriebe. Wir wollen diese Entwicklung an der Spitze gestalten. Der Schlüssel dafür ist der Aufbau einer flächendeckenden Lade- und Tankinfrastruktur – für alle Verkehrsträger und wesentlichen Technologien: Elektromobilität, Brennstoffzelle und Erdgas. Wir haben deshalb mit dem Nationalen Strategierahmen eine Infrastrukturoffensive für die Antriebswende gestartet – und setzen uns mit rund einer Milliarde Euro an Investitionen europaweit an die Spitze. Damit bleibt Deutschland Vorreiter für die Mobilität 4.0 und hält Kurs auf unser Ziel von mehr Mobilität bei weniger Emissionen.

Der Nationale Strategierahmen (NSR) formuliert die Ziele und Maßnahmen Deutschlands für den Infrastrukturaufbau der alternativen Kraftstoffe Strom, Wasserstoff und Erdgas. Deutschland erfüllt damit eine wesentliche Vorgabe der EU-Richtlinie 2014/94/EU.

Die Investitionen in Höhe von rund einer Milliarde Euro setzen sich wie folgt zusammen: 300 Millionen vom Förderprogramm Ladeinfrastruktur Elektromobilität, 140 Millionen Euro vom Förderprogramm "Elektromobilität vor Ort", 247 Millionen Euro vom Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und 268 Millionen Euro aus der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie.

Elektromobilität / Ladesäulen

Maßnahmen des BMVI:

  • Ausstattung aller bewirtschafteten Autobahnrastanlagen mit Schnellladesäulen.

  • 300-Millionen-Euro-Förderprogramm für ein flächendeckendes Netz mit 5.000 Schnell- und 10.000 Normalladesäulen bis 2020.

  • Förderprogramm "Elektromobilität vor Ort" mit rund 35 Millionen Euro pro Jahr für die Unterstützung von Kommunen u.a. bei der Beschaffung von Elektrofahrzeugen und den dafür erforderlichen Aufbau von Ladeinfrastruktur.

Brennstoffzelle / Wasserstoff-Tankstellen

Mit Stand Juni 2016 sind bereits 21 Wasserstofftankstellen in Betrieb. Ziel auf dem Weg zu einem flächendeckenden Netz ist ein Ausbau auf 100 Tankstellen bis 2020 und ein weiterer Aufwuchs auf insgesamt 400 bis 2025.

Maßnahmen des BMVI:

  • Schaffung eines initialen Netzes durch das 50-Tankstellenprogramm (gefördert durch das NIP).

  • Weitere Fördermittel in Höhe von 247 Millionen Euro im Zeitraum 2016-2019 für die Weiterentwicklung und Marktetablierung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (erfolgt im Rahmen von NIP).

  • Unterstützung der branchenübergreifenden Plattform H2 Mobility Deutschland beim Aufbau des bundesweiten Wasserstoff-Tankstellennetzes.

Erdgas-Tankstellen

Aktuell sind 900 Tankstellen für komprimiertes Erdgas (CNG) in Betrieb. Bis 2025 soll ein Basisnetz von LNG-Tankstellen (verflüssigtes Erdgas) für den schweren Straßengüterverkehr entlang des TEN-V--Verkehr-Kernnetzes entstehen. Die LNG-Versorgung von Schiffen in Häfen durch "Truck-to-Ship"-Bebunkerung ist bereits sichergestellt. Der Ausbau der Infrastruktur zur LNG-Versorgung in Häfen soll der Nachfrage entsprechend erfolgen.

Maßnahmen des BMVI:

  • Förderung erster Demonstrationsprojekte, z. B. Anschaffung von LNG-Lkw-Flotten, LNG PowerPacks zur Landstromversorgung von Containerschiffen während der Liegezeit.

  • Erarbeitung eines BMVI-Förderprogramms, um die Um- und Ausrüstung von Schiffen mit LNG-Antrieben zu unterstützen.

Der Nationale Strategierahmen für den Ausbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe steht unten zum Download bereit.