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Antenne auf dem Wendelstein, die unter Einsatz eines Hubschraubers umgebaut wird.
Antenne auf dem Wendelstein, die unter Einsatz eines Hubschraubers umgebaut wird.

Quelle: Fotolia / Anselm Baumgart

grAm 31. Mai hat im terrestrischen Netz die erste Phase der Umstellung auf den neuen digitalen Sendestandard DVB-T2 begonnen. Seitdem können ausgewählte Programme im Nachfolgestandard derzeit in 18 Ballungsräumen empfangen werden. Die bundesweite Umstellung folgt in Kürze. Um Ihnen den Umstieg so leicht wie möglich zu machen, hat BMVI Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengestellt. Damit auch Sie bald in den Genuss von Fernsehen in hochaufgelöster Bildqualität kommen.

1.) Wann ist mit der Umstellung auf DVB-T2 zu rechnen?

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Die erste Phase des deutschlandweiten Umstiegs hat am 31. Mai dieses Jahres begonnen. In 18 Ballungsgebieten werden seitdem die Programme Das Erste HD, ZDF HD, RTL HD, ProSieben HD, Vox HD, Sat.1 HD im neuen Sendestandard DVB-T2 ausgestrahlt und ermöglichen den Empfang in HDTV Qualität jetzt auch über Antenne. Zunächst sind nur 6 Programme im Nachfolgestandard verfügbar, das volle Programm kann mit Einführung des Regelbetriebs je nach Region ab März 2017 empfangen werden. Der Umstieg im Regelbetrieb erfolgt schrittweise, Region für Region und soll Mitte 2019 beendet sein.

2.) Warum wird auf den Nachfolgestandard umgestellt?

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Der Sendestandard DVB-T2 wurde bereits in drei Dutzend anderen Ländern eingeführt. In Deutschland wird die Umstellung des Sendestandards aber mit der Einführung der neuen Kompressionstechnik HEVC verknüpft. Diese spezielle Technik ermöglicht die Aussendung der Programme in HDTV Qualität. Dadurch können sich nun auch die Nutzer des terrestrischen Antennenfernsehens an einer besseren Bildqualität erfreuen. Bei der Einführung der HEVC Kompressionstechnik ist Deutschland weltweit Vorreiter.
Neben der besseren Bildqualität ermöglicht der Sendestandard DVB-T2 eine effizientere Frequenznutzung mit der Folge, dass durch den Umstieg Frequenzen frei werden. Diese werden der mobilen Breitbandnutzung zugeführt, um den bundesweiten Breitbandausbau voranzutreiben. Die Bundesregierung hält das für den erforderlichen Schritt, um Deutschlands Position als eine der stärksten und innovativsten Volkswirtschaften der Welt zu erhalten.

3.) Welche Vorteile bringt DVB-T2 für den Fernsehzuschauer?

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Für den Nutzer des terrestrischen Antennenfernsehens bietet sich die Möglichkeit, die hochaufgelöste Bildqualität HDTV (1080p59) zu empfangen. Zusätzlich erhöht sich die Zahl der über Antenne empfangbaren Programme schrittweise auf über 40.

4.) Was ändert sich für den Fernsehzuschauer?

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Fernsehzuschauer müssen gegebenenfalls Zusatzgeräte erwerben, um DVB-T2 zu empfangen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Frage 5.
Die öffentlichen Programmanbieter werden auch nach dem Umstieg über den Rundfunkbeitrag finanziert; ihre Programme werden unverschlüsselt gesendet und können weiterhin kostenlos empfangen werden. Private Anbieter haben künftig die Möglichkeit, ihre Programme zu verschlüsseln und gegen ein monatliches freizuschalten.

5.) Mit welchen Geräten kann DVB-T2 empfangen werden?

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Benötigt wird ein Gerät, das dazu in der Lage ist, DVB-T2 zu empfangen. Neuere Fernsehgeräte sind teilweise mit dieser Funktion ausgestattet und in diesem Fall meist mit dem grünen DVB-T2 HD-Logo gekennzeichnet.

Zuschauer können aber auch ihr bisheriges digitales Fernsehgerät – soweit dies HDTV unterstützt – weiterhin nutzen, wenn dieses mit einem DVB-T-Empfänger ausgestattet ist. Dazu muss lediglich ein entsprechender Receiver (sog. „Set-top-box“) erworben werden, der DVB-T2 empfangen kann.

DVB-T2 HD Logo

Quelle: Initiative DVB-T2 HD

Beim Kauf sollte auf das grüne "DVB-T2 HD"-Logo geachtet werden, mit dem geeignete Geräte in vielen Fällen versehen werden. Die Kosten für entsprechende Empfangsgeräte werden nach weiterer Marktverbreitung in einem für jedermann erschwinglichen Bereich liegen.

Wer zukünftig auch die verschlüsselten Programme der Privatanbieter sehen möchte, muss zusätzlich darauf achten, dass sein Gerät mit der erforderlichen Entschlüsselungstechnik ausgestattet ist.

Die alten Zimmer-, Außen- und Dachantennen können im Regelfall weiterhin genutzt werden.

6.) Wird auch in Zukunft im Vorgängerstandard DVB-T gesendet?

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Während der Umstellungsphase wird unverändert in DVB-T ausgestrahlt. Erst nach Abschluss der Umstellungsarbeiten wird der Betrieb in DVB-T eingestellt. Eine darüber hinausgehende Parallelverbreitung (sog. Simulcastbetrieb) wird nicht stattfinden, da ansonsten das Ziel einer effizienteren Frequenznutzung nicht erreicht würde, mit der Folge, dass die für den Breitbandausbau benötigten Frequenzen nicht frei würden.

Weitere Informationen und Hintergründe sowie ein Flyer mit allen wichtigen Informationen zum Umstieg finden Sie hier.

Eine Empfangskarte zur Prüfung, ob DVB-T2 in der Region bereits empfangen werden kann, gibt es hier.