icon-pm Alle aktuellen Artikel

Orientierung in Raum und Zeit, die Frage nach dem Wo, Woher und Wohin sind immer Kernfragen einer Gesellschaft gewesen.

Für die sich rasch fortentwickelnde digitale Gesellschaft gilt dies umso mehr. Raumbezogene Informationen, sogenannte Geoinformationen, sind Rohstoff und Schlüssel zu den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen, wie z.B.:

  • Wie komme ich am schnellsten von A nach B?
  • Wo ist die nächste Haltestelle, der nächste Bahnhof?
  • Welche Verkehrsanbindung, Breitbandverfügbarkeit und ähnliches bestehen in meinem Wohnort?
  • Wo sind Telekommunikationsinfrastrukturen, die ein Telekommunikations-Anbieter nutzen kann?
  • Welche Route ist für mein Transportgut am schnellsten / kostengünstigsten / energieeffizientesten?
  • Wie entwickele ich eine zuverlässige, kunden- und umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur?

Unverzichtbarer Rohstoff für die digitale Gesellschaft

Pfeil runter

Geoinformationen werden benötigt als Grundlage für Planungsprozesse und strategische Entscheidungen, z.B. bei der Verkehrswegeplanung oder beim Erhalt und Ausbau bestehender Infrastrukturen und damit verbundener Vorlaufforschung. Sie sind unverzichtbare Grundlage der operativen Abläufe zur Sicher- und Bereitstellung zuverlässiger Verkehrsträger und damit zusammenhängenden verwaltungsinternen Prozessen und Fachanwendungen.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) verfügt in seinem Geschäftsbereich über zahlreiche Ressortforschungseinrichtungen und Fachbehörden, die elementare Geodaten von z.T. ressortübergreifender Bedeutung fortlaufend und anlassbezogen in hoher Qualität erzeugen und somit zu einem umfangreichen und vielfältigen Datenpool unterschiedlicher Geoinformationen und Geoinformationsanwendungen beitragen. Der Datenbestand reicht dabei von verkehrs- und infrastrukturbezogenen Geoinformationen für Mobilitätsanwendungen über Wetter-,  Klima- und Gewässerinformationen hin zu Fernerkundungsdaten aus dem Satelliten-Programm Copernicus.

Diese vielfältigen unterschiedlichen Geoinformationen des Geschäftsbereichs werden zu einer Geodateninfrastruktur nach einheitlichen technischen und organisatorischen Standards ausgebaut und schrittweise veröffentlicht. Viele Geoinformationen aus dem Geschäftsbereich lassen sich bereits in der mCLOUD recherchieren und herunterladen.

Das BMVI berät Bürgerinnen und Bürger sowie Dienstleister bei ihren Anliegen zu Geoinformationen im Geschäftsbereich. Die Ressortbelange werden gegenüber dem Interministeriellen Ausschuss für Geoinformationswesen (IMAGI) des Bundes sowie dem Lenkungsgremium Geodateninfrastruktur Deutschland (LG GDI-DE) vertreten.

Geoinformationsstrategie des BMVI Geschäftsbereichs

Pfeil runter

Die Behörden des BMVI-Geschäftsbereichs bekennen sich zu einer gemeinsamen Geoinformationsstrategie. In dieser Strategie werden ein geoinformationsspezifisches Leitbild und ressortspezifische Ziele definiert, die mittelfristig erreicht werden sollen. Damit dies gelingt, werden bis 2020 mehrere Maßnahmen umgesetzt. Diese sollen mehr Transparenz über die Geodaten im Geschäftsbereich schaffen und durch die Nutzung von Standards und gemeinsamen Regelungen den besseren Austausch von Geodaten ermöglichen. Außerdem soll der "Datenschatz" des Ressorts für eine breitere Verwendung schrittweise veröffentlicht werden.

Mit der Geoinformationsstrategie des BMVI wird der Auftrag aus der Nationalen Geoinformationsstrategie (NGIS) für das Ressort konkretisiert, mit eigenen Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele der NGIS beizutragen. Die BMVI-Geoinformationsstrategie orientiert sich an den drei Grundsätzen der NGIS: "Grundversorgung sichern", "Mehrfachnutzung erleichtern" und "Innovationen fördern". Damit folgt die Geoinformationsstrategie dem Nationalen Aktionsplan Open Data und bildet eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des mFund (Modernitätsfonds).


Beispiele für Geoinformationen im BMVI Geschäftsbereich

Pfeil runter

1) Einsatz von Geoinformationen der Gewässerkunde

Hydrologischer Atlas Deutschland

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)


Darstellung der mittleren jährlichen Abflusshöhen in Deutschland und entsprechende Durchflüsse und Durchfluss-Variabilitäten in Bundeswasserstraßen.

Überflutungsszenarien

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)


Überflutungsszenarien und entsprechende Überflutungsflächen an Bundeswasserstraßen.

Digitales Geländemodell Elbwasserlauf

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)


Hoch auflösendes Digitales Geländemodell des Elbwasserlaufes (hier von Geesthacht bis Drage), ein Geobasisdatenprodukt z.B. für die Anpassung der Fahrrinne der Unter- und Außenelbe an die Containerschifffahrt.


2) Einsatz von Geoinformationen im Bereich des Schiffsverkehrs

Quelle: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV)


Inland ECDIS - elektronische Navigationskarte für die Binnenschifffahrtsstraßen entsprechend dem europäischen Standard (ECDIS), hier in Koblenz.

Quelle: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV)


PEGELONLINE: Aktuelle Pegeldaten rund um die Uhr verfügbar - unverzichtbare Informationen für Schifffahrt, Logistik und Verkehrsmanagement.

3) Zentrales Datenmanangement der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

Zentrales Datenmanagement (ZDM)

Quelle: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV)


Das Portal Tideelbe als Beispiel zur Beweissicherung von Baumaßnahmen

4) Wetter und Klima

Winterdiensteinsatz

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)


Winterdiensteinsatz nach Wetterlage: Einsatzleiter optimieren ihre Routenplanung abhängig von Niederschlag und Temperatur

Feuerwehrinformationssystem (FeWIS)

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Über das Feuerwehrinformationssystem FeWIS versorgt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Katastrophenschützer mit allen erforderlichen Informationen über Wetter und Unwetter

5) Flugverkehr

Flugverkehr

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Abteilung Flugmeteorologie


Auszug aus Flugplätze in Deutschland

6) Straßen

Straßen

Quelle: Bundesinformationssystem Straße - BISStra


Auszug Straßennetz, Lage der Autobahnen

7) Erdbeobachtungsdaten aus dem Copernicus Programm

Atmosphärenüberwachung

Quelle: MACC



Atmosphärenüberwachung und Sicherung des Luftverkehrs: Überwachung der Vulkanascheausbreitung im Rahmen des Copernicus "Monitoring atmospheric composition & climate" (MACC) Projektes

8) Daten zur Telekommunikationsinfrastruktur

Infrastrukturatlas der Bundesnetzagentur

Quelle: Bundesnetzagentur (BNetzA)


Infrastrukturatlas, Beispielauskunft: Phase 3

Der Infrastrukturatlas enthält Geodaten über in Deutschland vorhandene Infrastrukturen, die beim Aufbau von Breitbandnetzen und zur Erhöhung von Übertragungskapazitäten bestehender Netze
grundsätzlich mitgenutzt werden können. Die Daten stammen von Infrastrukturinhabern unterschiedlicher Branchen. Daneben fließen Daten über geeignete Infrastrukturen der öffentlichen Hand in die Datenbasis des Infrastrukturatlas ein. Der Infrastrukturatlas schafft als Informationsmedium Transparenz beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland.

Der Infrastrukturatlas steht auf Antrag berechtigten Nutzern, die an konkreten Breitbandausbauprojekten beteiligt sind, zur Verfügung.

9) Umgebungslärmkartierung an Schienenwegen von Eisenbahnen des Bundes gemäß Umgebungslärmrichtlinie

Lärmkartierung

Quelle: Eisenbahn-Bundesamt (EBA)


Ergebnispräsentation der Lärmkartierung in Form von Isophonenkarten, Statistiken und OGC-Diensten.

Die Umgebungslärmrichtlinie finden Sie hier.