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Satellit im Weltall über der Erde

Quelle: ESA–J. Huart, 2014

Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wächst weiter: Am 10. September (11.09.15, 04:08 Uhr, MESZ) wurden die Satelliten Nr. 9 (Alba) und 10 (Oriana) – der insgesamt 30 Satelliten umfassenden Konstellation - vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mit einer Soyuz-Rakete ins All befördert. Für den Aufbau des Galileo-Systems ist dieser fünfte Raketenstart, der die Anzahl der sich im All befindlichen Satelliten auf 10 erhöht, besonders wichtig. Nur so kommt das Megaprojekt seinem Ziel näher, seine volle Einsatzbereitschaft Schritt für Schritt bis zum Jahr 2020 zu erreichen.

Unbegrenzte Anwendungsmöglichkeiten in der digital vernetzten Welt

Galileo wird mit einer Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten punkten. Diese bestehen nicht nur in der klassischen Positionsbestimmung, wie sie bereits heute fast jeder selbst nutzt, z.B. für Smartphones oder Navigationsgeräte in Autos. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig und erstrecken sich auch auf die Schiene, wo satellitengestützte dynamische Fahrgastinformationen in Zügen für einen optimalen Informationsfluss sorgen. Im Straßenverkehr wird Galileo die Verkehrsüberwachung unterstützen und so helfen Staus zu vermeiden. Im Flugverkehr werden Landeanflüge optimiert und damit sicherer. Auch der Seeverkehr profitiert. So können im Fall einer Havarie Spezialsender an Bord schon jetzt automatisch mithilfe von Satellitenkommunikation alle erforderlichen Informationen zur Seenotrettung versenden. Selbst in der Landwirtschaft setzen Landwirte Satelliteninformation ein, um ihre Erntemaschinen optimal zu steuern, um so noch effektiver ihre Felder zu bewirtschaften. Nicht zuletzt ist auch ein weniger bekanntes Anwendungsfeld von großer Bedeutung: Satelliten senden hoch präzise Zeitsignale aus, die Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Energieerzeuger nutzen, um ihre Netze zu synchronisieren. Dies sind nur einige Beispiele, die den enormen gesellschaftlichem wie wirtschaftlichem Mehrwert verdeutlichen, den Galileo zukünftig bieten wird.