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Dr. Ulrich Bünger bei seinem Einführungsvortrag
Einführungsvortrag von Dr. Ulrich Bünger

Quelle: Gerhard Kassner

Die Power-to-Gas-Technologie (PtG) ist eine wichtige Systemtechnologie, mit der es perspektivisch gelingen könnte, erneuerbaren Strom in Form von Wasserstoff oder Methan zu speichern und für verschiedene Nutzungspfade wie zum Beispiel Stromerzeugung und Mobilität zu nutzen. Deshalb wird im Kontext der Energiewende verstärkt über PtG-Technologie diskutiert. In der Diskussion ist unübersehbar, dass der Verkehrssektor eigene Interessen und Bedürfnisse hat, erneuerbare Energien und PtG-Technologie zukünftig zu nutzen. Im Rahmen des Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS) werden die aus Sicht des Verkehrs relevanten Fragen formuliert:

  • Welche Rolle spielt Power-to-Gas für den Verkehr und welche aus energiewirtschaftlicher Sicht?
  • Welches sind die Haupttreiber für den Einsatz von Power-to-Gas im Verkehrssektor?
  • Welche Anwendungsmöglichkeiten bestehen für die Energieträger Wasserstoff und erneuerbares Methan im zukünftigen Verkehrssystem?
  • Welche politischen Rahmenbedingungen müssen für die Entwicklung von Geschäftsmodellen für Power-to-Gas im Verkehr geschaffen werden?

Diese Fragen standen auch im Mittelpunkt der Diskussion von rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des MKS-Fachworkshops am 17. Oktober 2013.

Begrüßung und Zusammenfassung bisheriger Ergebnisse

Im Namen der Bundesregierung begrüßte Frau Nilgün Parker, Regierungsdirektorin im BMVI, die Teilnehmenden des Fachworkshops und betonte die Bedeutung des Verkehrs für eine erfolgreiche Energiewende. Die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Energiebasis im Verkehrsbereich sah sie von allen Akteuren bestätigt. Der Einordnung und konkreten Rolle der unterschiedlichen Energie- und Kraftstoffoptionen müsste jedoch noch mehr gemeinsame Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Workshop sollte das Thema PtG-Technologie deshalb dezidiert aus dem Blickwinkel des Verkehrsbereiches und im Hinblick auf die Verzahnung mit dem Energiesektor beleuchten.

Im ersten Teil der Veranstaltung präsentierte Herr Dr. Ulrich Bünger von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) den aktuellen Diskussionsstand in Wissenschaft und Praxis zur PtG-Technologie mit besonderem Fokus auf den Verkehrsbereich. Anschließend gab Frau Annegret-Cl. Agricola, Leiterin des Bereichs Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der Deutschen Energieagentur GmbH (dena), einen Überblick über die Arbeit der dena-Strategieplattform "Power-to-Gas". Aus dieser Perspektive erläuterte sie die Chancen und Herausforderungen von PtG-Technologie im Verkehrssektor.

Diskussionsrunden

Nach den Einführungsvorträgen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich in zwei parallel stattfindenden Gruppendiskussionen über die mögliche Rolle der PtG-Technologie bei der Gestaltung eines nachhaltigen Verkehrs und weiterer Fragestellungen auszutauschen:

  • Funktion und Wirkungsrad von PtG-Technologie,
  • Entwicklungsfade und Infrastruktur,
  • Aufbau der PtG-Technologie-Kapazitäten und Wirtschaftlichkeit von PtG-Technologie,
  • Rahmenbedingungen und Klimaschutz,
  • Verknüpfung der Sektoren sowie
  • Anwendung und Treiber.

Die moderierten Gruppendiskussionen wurden von der wissenschaftlichen Begleitung des BMVI in den Bereichen Verkehr und Mobilität, insbesondere von Herrn Dr. Bünger (LBST) und Herrn Udo Lambrecht (IFEU) unterstützt. Die Meinungen, Statements und Diskussionsergebnisse beider Gruppen wurden jeweils zusammengefasst und dokumentiert. Die Ergebnisse der Diskussionsrunden können Sie hier herunterladen, ebenso wie die Präsentationen der beiden Referenten.