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Die Teilnehmenden des Arbeitsworkshops DEMO-SPK
Die Teilnehmenden des Arbeitsworkshops DEMO-SPK

Quelle: IFOK GmbH

Der Einsatz von Erneuerbaren Kraftstoffen in der Luftfahrt könnte einen wesentlichen Beitrag zur Senkung der Emissionen des Luftverkehrs leisten. Bereits heute sind verschiedene Herstellungsverfahren für erneuerbare Kerosine für den Einsatz im Flugverkehr zugelassen. Dennoch gibt es bislang keine Praxisuntersuchung zum flächendeckenden Einsatz erneuerbarer Kerosine.

Im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur daher ein Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zum Einsatz von erneuerbarem Kerosin am Flughafen Leipzig/Halle (kurz DEMO-SPK) beauftragt. Das Projekt mit der Laufzeit vom November 2016 bis April 2019 wird vom Deutschen Biomasseforschungszentrum gGmbH als Hauptauftragnehmer ausgeführt. Unterauftragnehmer zur Bearbeitung einzelner Arbeitspakete sind bislang die Technische Universität Hamburg (TUHH), die MEO Carbon Solutions GmbH, die Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany e.V. (aireg) und die IFOK GmbH.

Das Pilotvorhaben hat zum Ziel, das Verhalten unterschiedlicher Mischungen (Blends) von fossilem und erneuerbarem Kerosin unter realistischen Bedingungen in der Kraftstoffversorgungsinfrastruktur an einem Großflughafen zu erproben. Dabei soll untersucht werden, wie ein reibungsloser und sicherer Betrieb beim Einsatz von derartigen Blends gewährleistet werden kann und welche technischen Anpassungen möglicherweise notwendig sind.

Darüber hinaus werden auch weitere Fragen hinsichtlich einer flächendeckenden Einführung alternativer Flugkraftstoffe adressiert. Dazu gehört die Umsetzung einer praktikablen Nachhaltigkeitsdokumentation ebenso wie ein standardisiertes Anrechnungsverfahren von erneuerbarem Kerosin im Emissionshandel. Letzteres ist insbesondere im Hinblick auf das aktuell diskutierte marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA wichtig.

Das Pilotprojekt verfolgt einen in der MKS bereits intensiv betrachteten Forschungsstrang und baut auf die im Rahmen der MKS durchgeführten Studien auf. Die 2014 erstellte Kurzstudie „Drop-In-Kraftstoffe für die Luftfahrt“ fasste den aktuellen Diskussionsstand zu alternativen Kraftstoffen in der Luftfahrt zusammen und zeigte Handlungsbedarfe auf. Auf deren Grundlage entwickelte die Untersuchung „Biokerosin und EE-Kerosin für die Luftfahrt der Zukunft – von der Theorie zu Pilotvorhaben“ Vorschläge für konkrete Maßnahmen und Pilotprojekte. Das nun gestartete „Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zum Einsatz von erneuerbarem Kerosin am Flughafen Leipzig/Halle (DEMO-SPK)“ setzt die entwickelten Ideen konsequent um.

Im Rahmen des Projektes fand im April 2017 ein erster Arbeitsworkshop statt. Dort wurden Fragen nach einer praktikablen Nachhaltigkeitsdokumentation sowie nach einem standardisierten Anrechnungsverfahren von erneuerbarem Kerosin im Emissionshandel diskutiert.