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Illustration: Ein grüner LKW mit einem Stromkabel (Quelle: Fotolia / Francois Poirier)

Quelle: Fotolia / Francois Poirier

Mehrere deutsche Städte, darunter auch Hamburg, planen, in den nächsten Jahren die Busflotten des Öffentlichen Verkehrs auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. So können nicht nur lokale Schadstoff- und CO2-Emissionen, sondern auch die Lärmbelastung gesenkt werden. Neben Wasserstoff- und Gasantrieben spielen dabei auch batterieelektrische Busse eine wichtige Rolle. Bevor die entsprechenden Fahrzeuge beschafft und eingesetzt werden können, muss zunächst die entsprechende Infrastruktur bereitgestellt werden. Bisherige Aktivitäten beschränken sich dabei meist auf die Umstellung und Integration weniger Fahrzeuge bzw. Linien.

In Hamburg sollen nun zwei Betriebshöfe so ausgestattet werden, dass sie eine rein batterieelektrische Flotte versorgen können. Dazu werden sie auch an das Mittel- bzw. Hochspannungsnetz angeschlossen. Der neue Betriebshof "Gleisdreieck" der HOCHBAHN soll bereits beim Bau so ausgelegt werden, dass dort später ausschließlich Elektrobusse vom Hof rollen können. Der bereits bestehende Betriebshof der VHH Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein wird entsprechend umgerüstet. Da auch sogenannte "Overnight-Charger" eingesetzt werden sollen, die jeweils nur in der Nacht laden und daraus ihre gesamte Energie für den Tageseinsatz ziehen, soll auch für die Abfederung von Bedarfsspitzen vorgesorgt werden. Dazu wird beim Betriebshof der VHH ein Batteriespeicher aus gebrauchten Fahrzeugbatterien (Second-Life-Batterienutzung) eingesetzt. Durch eine unabhängige wissenschaftliche Begleitung der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg sollen die gewählten Lösungen auch in Bezug zueinander verglichen und die Übertragbarkeit der Ergebnisse gewährleistet werden.

Die Aus- bzw. Umrüstung der Betriebshöfe sowie die wissenschaftliche Begleitung der Projekte fördert das BMVI aus Mitteln der MKS mit über 8 Mio. €. Neben rein batterieelektrischen Lösungen werden im Rahmen der technologieoffenen MKS zudem Untersuchungen und Pilotprojekte zu Hybrid-Oberleitungsbussen gefördert.