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Illustration: Ein grüner LKW mit einem Stromkabel (Quelle: Fotolia / Francois Poirier)

Quelle: Fotolia / Francois Poirier

Durch den Einsatz von erneuerbarem Strom im Personennahverkehr können die CO2- und lokalen Schadstoffemissionen erheblich reduziert werden. Neben Straßen-, S-, und U-Bahnen gibt es auch bei Bussen immer mehr Bestrebungen und Angebote zur Elektrifizierung. Eine Möglichkeit bieten dabei Hybrid-Oberleitungsbusse, deren Einsatzgebiete in einer Studie im Auftrag des BMVI untersucht wurden. Diese Busse können im Gegensatz zu klassischen Oberleitungsbussen Streckenabschnitte ohne Oberleitung batteriebetrieben zurücklegen. Das vermindert den nötigen Infrastrukturausbau und spart damit Kosten und gibt den Planern größerer Freiheiten z.B. bei historischen Innenstädten. Die Studie vergleicht den Hybrid-Oberleitungsbus (HO-Bus) mit Dieselbussen sowie anderen elektrischen Bussystemen (Gelegenheitsladern, Nachtladern und Brennstoffzellenhybridbussen).

Die Studie zeigt auf, dass der Dieselbus bis 2025 zwar das kostengünstigste System bleibt, jedoch kaum einen Beitrag zu Klimaschutz- und Energiezielen leisten kann. Mit Weiterentwicklung der Batterietechnik sowie Voranschreiten der Energiewende seien Elektrobusse und insbesondere auch HO-Busse eine relevante Technologie in Hinblick auf Klimaschutzziele, Lärmbelastung und Luftqualität. Hybrid-Oberleitungsbusse haben im Vergleich zu Dieselbussen einen um 60 Prozent niedrigeren Energieverbrauch und verursachen ca. 40 Prozent weniger CO2-Emissionen. Sie sind damit neben Gelegenheitsladern die emissionsärmsten Elektrobusse. Insbesondere für den Einsatz auf hochfrequentierten städtischen Linien mit hoher Kapazität stellen sie aufgrund technischer Vorteile auch das kostengünstigste und im Betrieb vorteilhafteste elektrische System dar.

Die Untersuchung entwickelt unter Einbezug der Ergebnisse mehrerer Expertengespräche und zweier Fachworkshops Handlungsempfehlungen, um bis 2025 die spezifischen Lebenszykluskosten von Hybrid-Oberleitungsbussen zu senken und so ihren Einsatz zu fördern:

  • Abschaffung von Steuern und Abgaben auf im ÖPNV verwendeten Strom.
  • Förderung der Fahrzeugmehrkosten für einen Übergangszeitraum, in Abstimmung mit den Ländern.
  • Gleichstellung der Elektrobusinfrastruktur mit der Straßenbahninfrastruktur in der Ländergesetzgebung, um die Finanzierung über kommunale Ebenen zu unterstützen.

Akzeptanzsteigernd sollen sich weitere Maßnahmen bewähren

  • Abfederung von Migrationsaufwänden für die Verkehrsbetriebe durch den Verband deutscher Verkehrsunternehmen durch Weiterbildungs- und Vernetzungsangebote.
  • Akzeptanzsteigerung bei Anwohnerinnen und Anwohnern durch den Verzicht auf Oberleitungen in sensiblen Bereichen sowie eine städtebauliche Integration der Leitungen.
  • Förderung von Pilotprojekten, um die Vorteile von Hybrid-Oberleitungsbussen aufzuzeigen.

Die Studie kann am Seitenende heruntergeladen werden.