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Illustration: Ein LKW bestehend aus grünen Blättern (Quelle: Fotolia / malp)

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Prognosen zufolge wird die Verkehrsleistung schwerer Nutzfahrzeuge auch in Zukunft weiter ansteigen. Um die Energieeinspar- und Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen daher neben Effizienzverbesserungen umweltfreundlichere Alternativen zum heute dominierenden Diesel-Motor auch im Straßengüterverkehr gefunden werden. Dabei können Hybrid-Oberleitungs-Lkw (HO-Lkw) eine Möglichkeit darstellen, da diese aufgrund der direkten Stromnutzung einen hohen Wirkungsgrad aufweisen.

Eine Batterie oder ein zusätzlicher Dieselmotor sorgen dabei für die notwendige Flexibilität für Strecken, auf denen keine Oberleitungen existieren und können damit gleichzeitig den Bedarf an entsprechender Infrastruktur reduzieren.

Eine im März 2017 veröffentlichte Machbarkeitsstudie im Auftrag des BMVI untersucht das Potential von HO-Lkw in Deutschland in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Auswirkungen auf THG-Emissionen und Energieverbrauch sowie Realisierbarkeit. Im Ergebnis der Studie können in einer Markthochlaufphase (frühestens ab 2020) 25 Prozent aller in Deutschland zugelassenen schweren Nutzfahrzeuge HO-Lkw sein. Hierfür müssten mindestens 15 Prozent (2.000 km) des Autobahnnetzes mit Oberleitungen ausgestattet werden. Eine vollständige Umlage der Infrastrukturkosten auf die Nutzer ist in dieser Phase noch nicht wirtschaftlich tragbar. Alternative Finanzierungsinstrumente sind in Betracht zu ziehen.

In einem eingeschwungenen Zustand (bestehende Infrastruktur und rege Nutzung) können HO-Lkw mit zusätzlichem Dieselmotor eine betriebs- und volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung sein. Langfristig könnten rund 80 Prozent der in Deutschland zugelassenen schweren Lkw mit dieser Technik fahren. Dazu müssten rund 30 Prozent des gesamten deutschen Autobahnnetzes (4.000 km) mit Oberleitungen zur Stromversorgung ausgestattet werden. Eine Herausforderung ergibt sich jedoch daraus, dass der Zeitpunkt der erhöhten Stromnachfrage der Lkw (werktags und tagsüber) mit anderen Nutzungen konkurriert.

Als vielversprechende Alternative zu einer umfassenden Umrüstung vieler Lkw und eines hohen Ausbaus der Oberleitungsinfrastruktur bietet sich eine Lösung mit Traktionsdienstleistern an, die nur auf vielfrequentierten Strecken pendeln und dort an speziellen Umladestationen Sattelanhänger herkömmlicher Lkw übernehmen.

Im Rahmen der Untersuchungen fanden im März 2016 und im Mai 2016 zwei Fachworkshops statt, bei denen Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Zwischenergebnisse der Studie diskutierten und damit einen wertvollen Beitrag zu dieser Untersuchung leisteten. Neben dieser Option werden in der MKS auch Lkw mit Brennstoffzellen sowie Antriebe für komprimiertes Gas (CNG) und Flüssiggas (LNG) als Alternativen zum Diesel im Güterfernverkehr betrachtet. Auch diese werden in der Studie ebenfalls dem HO-Lkw gegenübergestellt.

Die Studie kann am Seitenende heruntergeladen werden.