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Ein LKW fährt Richtung Sonnenaufgang (Quelle: Fotolia / Jaroslav Pachý Sr.)

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Angesichts energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung gilt es, auch im Lkw-Verkehr Alternativen zum derzeit dominierenden Dieselmotor zu finden. Erdgas bietet dabei in komprimierter (CNG) oder verflüssigter Form (LNG) als Antriebsstoff eine nachhaltige Alternative zur Elektrotechnologie, die noch nicht in allen Segmenten marktreif ist. CNG ist dabei insbesondere für Liefer- und Verteilverkehre eine interessante Option, während im schweren (und) Fernverkehr aufgrund der höheren Energiedichte eher LNG zum Einsatz kommt. Erdgasantriebe sind lärmarm und – besonders bei Mischungen mit synthetischem Gas aus erneuerbaren Energien (EE-Methan) oder Biomethan – auch klimafreundlich. Dennoch sind erdgasbetriebene Lkw in Deutschland bisher noch wenig verbreitet. Derzeit hemmen hohe Anschaffungskosten, eine niedrige Effizienz bei der Kraftstoffverbrennung, die kurze Reichweite, die nicht ausreichende Motorleistung für schwere Lkw sowie bei LNG ein wenig ausgebautes Tankstellennetz den Markthochlauf im Straßengüterverkehr.

Um den Schwierigkeiten dezidiert auf den Grund zu gehen, wurde im Jahr 2015 eine Studie des BMVI zur "Identifizierung von Hemmnissen der Nutzung von LNG und CNG im schweren Lkw-Verkehr sowie Möglichkeiten zu deren Überwindung" in Auftrag gegeben. Die Studie betrachtet die Kosten für gasbetriebene Lkw im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw und entwickelt Ansätze dafür, Angebot und Nachfrage so anzuregen, dass eine wirtschaftliche Tankstelleninfrastruktur für LNG entstehen kann.

Die Studie geht davon aus, dass der Preis von Erdgas bis zum Jahr 2030 um 10 Prozent, der Dieselpreis jedoch um 80 Prozent steigen wird. EE-Methan und Biomethan werden dabei weiterhin teurer als fossiles CNG und LNG bleiben. Um den Beitrag von Gasantrieben zum Klimaschutz dennoch zu gewährleisten, schlägt die Studie feste Quoten für Beimischung oder steuerliche Anreize vor. Für den Aufbau einer flächendeckenden LNG-Tankstelleninfrastruktur entsprechend der EU-Richtlinie 2014/94/EU zum "Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe" (AFID) identifiziert die Studie 13 Standorte. Für die Versorgung mit CNG bestehe bereits eine ausreichende Infrastruktur. Ergänzend solle jedoch im Dialog mit wichtigen Stakeholdern ein nationaler Strategierahmen erarbeitet, eine nationale Informations- und Vernetzungsplattform initiiert und CNG und LNG auch über 2018 hinaus steuerlich begünstigt werden. Zudem werde die Förderung von EE-Methan in Erwägung gezogen, sowie Pilotprojekte zur Produktion synthetischen Gases gestartet. Zudem solle die Förderung von EE-Methan in Erwägung gezogen, sowie Pilotprojekte zur Produktion synthetischen Gases gestartet werden.

Begleitend und ergänzend zur Studie fanden im Februar und Oktober 2015 Fachworkshops statt, bei denen die (Zwischen-)Ergebnisse der Studie gemeinsam mit zentralen Akteuren wie Motorenherstellern und Logistikern diskutiert wurden. Unter anderem aufbauend auf den Studienergebnissen wurde ein Pilotprojekt für den Einsatz von LNG-Lkw bei einer Spedition gefördert. Darüber hinaus hat das Bundeskabinett im Februar 2017 einen Gesetzentwurf u.a. zur Verlängerung der Steuervergünstigung für CNG und LNG bis 2026 beschlossen.

Die Studie kann am Seitenende heruntergeladen werden.