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Illustration: Ein Auto aus grünen Blättern (Quelle: Fotolia /malp)

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Die Elektrifizierung des Verkehrs stellt einen wichtigen Hebel zur Energieeinsparung und Minderung der Treibhausgasemissionen dar und kann damit zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung beitragen. Die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien stellt jedoch auch eine Herausforderung für die Entwicklung des Stromsystems dar. Daher spielen Möglichkeiten der Verzahnung und Optimierung von Erzeugung und Verbrauch eine wichtige Rolle.

Die Analyse von Herausforderungen und Synergiepotenzialen beim Zusammenspiel von Verkehrs- und Stromsektor zeigt auf, dass mit der Substitution fossiler Kraftstoffe durch elektrische Energie und strombasierte Kraftstoffe die Stromnachfrage stark zunehmen wird. Die erforderlichen Kapazitäten übersteigen jene der aktuell diskutierten Ausbauszenarien für erneuerbare Energien (EE). Der Verkehrssektor aber auch durch seine Nachfrage die Stückzahlen und Anlagengrößen von EE-Anlagen und Anlagenkomponenten zur Herstellung strombasierter Kraftstoffe (PtX) erhöhen und so zur Kostenreduktion von Langzeitspeichern für erneuerbare Energien beitragen.

Die Betrachtung von drei Szenarien zur Entwicklung des Straßenverkehrs im Kontext des Energieversorgungssystems hat aufgezeigt, dass eine Reduktion der gesamten THG-Emissionen von 80 % bis 2050 gegenüber 1990 deutliche Änderungen im Energiesystem erfordert. Die Untersuchung zeigt dabei auf, dass der Verkehrssektor dazu beitragen kann, Angebot und Nachfrage in einem erneuerbaren Stromsystem in Einklang zu bringen. Aus den Ergebnissen der Studie ergeben sich folgende Handlungsbedarfe und -optionen:

  • Berücksichtigung der verkehrlichen Stromnachfrage im Netzentwicklungsplan und weiteren regulatorischen Instrumenten.
  • Schaffen von Voraussetzungen für eine CO2-Neutralität der für den Verkehr benötigten Strommengen.
  • Anpassung der Vorgaben zur Teilnahme am Regelenergiemarkt.
  • Schaffung eines Umsetzungsmechanismus für die Einspeisung von Blindleistung durch verkehrliche Stromverbraucher.
  • Eigenverbrauch von EE-Strom am Ort der Erzeugung reduziert Belastung des Stromnetzes und sollte daher nicht durch Abgaben unattraktiv gemacht werden.
  • Beseitigung von Unsicherheit bzgl. der regulatorischen Randbedingungen für dezentrale Power- to Gas (PtG)-Anlagen.

Für die Anpassung der Maßnahmen an aktuelle Gegebenheiten empfiehlt die Untersuchung ein regelmäßiges Monitoring der Entwicklungen im Verkehrs- und Stromsystem. Um die Informationsbasis von Entscheidungen zu erhöhen, seien weitere Untersuchungen notwendig, die insbesondere die Netzinfrastruktur detailliert mit einbeziehen, die Kosten für die Umsetzung vollständig bilanzieren und zusätzliche Fragestellungen zur Akzeptanz und Umsetzung bewerten

Die Studie kann am Seitenende heruntergeladen werden.