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Zug fährt durch Landschaft

Quelle: Fotolia / Benjamin Nolte

Die Verlagerung des Verkehrs auf klimafreundliche Verkehrsträger ist einer der zentralen Bausteine zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung. Die Verlagerung erheblicher Verkehrsmengen auf die Schiene stellt jedoch hohe Anforderungen an die Schieneninfrastruktur.

Im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung analysiert die Studie Verkehrsverlagerungspotenzial auf den Schienenverkehr in Deutschland unter Beachtung infrastruktureller Restriktionen im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur daher, wie sich eine Erhöhung der Verkehrsnachfrage auf die Auslastung der Schieneninfrastruktur auswirken würde und erarbeitet Vorschläge für geeignete Maßnahmen zur Beseitigung entstehender Engpässe. Aufgabe der Untersuchung ist es demzufolge, die physischen Verlagerungsmöglichkeiten zu untersuchen, die durch die in der Kapazität beschränkte Schieneninfrastruktur limitiert sind. Die Studie basiert dabei auf den Optionen Untersuchungen Verlagerungspotenziale auf den Schienenpersonenfernverkehr sowie Verlagerungspotenziale auf den Schienengüterverkehr in Deutschland. Da letztere beim Güterverkehr größere Potenziale sieht, liegt darauf auch der Fokus der Untersuchung zur Infrastruktur.

So wird dort in einem der untersuchten Szenarien von einer Verdopplung der Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2030 ausgegangen. Dies könnte zu einer Überlastung auf den Güterverkehrskorridoren führen. Um diese aufzufangen, sind umfassende und über die bisherige Planung deutlich hinausgehende Infrastrukturmaßnahmen notwendig, wie zum Beispiel

  • die Verlängerung von Überholgleisen auf der Strecke, um größere Zuglängen zu ermöglichen,
  • Mehrgleisigkeit, Ausstattung der Hauptkorridore mit dem European Train Control System (ETCS) und Elektrifizierung der Hauptkorridore, um betriebsbedingte Halte zu vermeiden,
  • weitere Überholbahnhöfe, um die Streckenkapazität zu steigern,
  • der Ausbau von Neubaustrecken in flachen und bergigen Geländen sowie
  • Geschwindigkeitsanhebung und ggf. -harmonisierung in ausgewählten Korridoren.

Die Kosten zur gebündelten Umsetzung aller Maßnahmen, die notwendig wären, um durch ein verdoppeltes Verkehrsaufkommen entstehende Engpässe zu vermeiden, werden grob auf ca. 17 Mrd. Euro geschätzt. Aus einer Verdopplung der Verkehrsleistung auf der Schiene resultiert somit ein hoher zusätzlicher Investitionsbedarf in die Infrastruktur. Bei der Beurteilung der Umsetzbarkeit der Infrastrukturmaßnahmen sind Aspekte wie die Verfügbarkeit von Planungskapazitäten, die Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung vor Ort und Kapazitätseinschränkungen im bestehenden Netz durch Aus- und Neubaumaßnahmen zu beachten. Dies war jedoch nicht Aufgabe der vorliegenden Studie.

Die Studie kann am Seitenende heruntergeladen werden.