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Flaggen vieler Länder

Quelle: Fotolia / vege

Die zunehmende Integration der Europäischen Union (EU) hat zur Folge, dass das Interesse an den Entwicklungen in den anderen Regionen Europas zunimmt und die Auswirkungen der Entwicklungen auf die eigene Region größer werden. Um positive Effekte zu verstärken und um mögliche negative Auswirkungen auf Raum- und Siedlungsstrukturen anderer Regionen zu verhindern, bedarf es einer übergeordneten Perspektive für die jeweilige nationale Raumentwicklungspolitik.

Das vom Informellen Raumordnungsministerrat am 10. und 11. Mai 1999 in Potsdam verabschiedete Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) liefert nationalen Raumentwicklungspolitiken und Fachpolitiken der EU klare, räumlich übergreifende Leitbilder und Ziele, die in allen Regionen der EU gleichzeitig verfolgt und in ihren Wechselwirkungen berücksichtigt werden sollen. Dies beinhaltet die Verknüpfung der drei grundlegenden Ziele europäischer Politik:

  • wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt,
  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und des kulturellen Erbes sowie
  • ausgeglichene Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Raumes.

Diese von den EU-Mitgliedsstaaten gemeinsam festgelegten Ziele zur räumlichen Entwicklung sind eine Voraussetzung, dafür, dass sich Entwicklungsmaßnahmen ergänzen und Synergieeffekte erzielt werden.

Als Grundlage für die Arbeiten zum EUREK hatten sich die Raumordnungsminister bereits 1994 auf drei Leitbilder für die räumliche und siedlungsstrukturelle Entwicklung der EU verständigt:

  • die Entwicklung eines ausgewogenen und polyzentrischen Städtesystems und eine neue Beziehung zwischen Stadt und Land,
  • die Sicherung eines gleichwertigen Zugangs zu Infrastruktur und Wissen sowie
  • die nachhaltige Entwicklung, intelligentes Management und Schutz von Natur und Kulturerbe.

Die Ziele des EUREK sollen gemeinsam von den europäischen Institutionen sowie den nationalen, regionalen und lokalen Regierungs- und Verwaltungsebenen angestrebt werden.

Das Europäische Raumentwicklungskonzept wird mit konkreten Maßnahmen unterstützt. Neben dem Europäischen Beobachtungsnetzwerk zur territorialen Entwicklung und Kohäsion (ESPON), das mit Studien, Daten und der Beobachtung von Entwicklungstrends wissenschaftliche Politikberatung leistet, ist die Förderung der europäischen territorialen Zusammenarbeit (Ziel 3 der EU-Strukturfonds) – besser bekannt unter dem Namen INTERREG – ein sehr wichtiges Instrument zur Verwirklichung und Umsetzung einer nachhaltigen Raumentwicklungspolitik.