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Luftaufnahme einer Ortschaft

Quelle: Fotolia / Hardy

Die Bundesregierung hat in ihrer Stellungnahme zum Raumordnungsbericht 2011 bekräftigt, dass sie in der Förderung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen unterschiedlich strukturierten Räumen, d. h. zwischen Städten, Metropolen und ländlichen Wachstumsregionen sowie peripheren und strukturschwachen Regionen, einen wichtigen Beitrag zur Verringerung regionaler Disparitäten und zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse sieht.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat in dem Modellvorhaben der Raumordnung "Überregionale Partnerschaften: Innovative Projekte zur stadtregionalen Kooperation, Vernetzung und gemeinsamen großräumigen Verantwortung" (2008 bis 2010) den strategischen Ansatz der großräumigen Partnerschaften zwischen Stadt und Land gemeinsam mit den Modellregionen erfolgreich erprobt. In einem zweistufigen Auswahlverfahren wurden aus über 60 Anträgen sieben Regionen ausgewählt, die mehr als 40 Einzelprojekte durchgeführt haben.

Die Modellprojekte haben eindrucksvoll gezeigt, dass gerade die ländlichen Räume von einer großräumigen Zusammenarbeit von Stadt und Land innerhalb funktionaler Räume profitieren können. Wichtige Handlungsfelder sind u. a. die Vermarktung regionaler Produkte, die Etablierung regionaler Energiepartnerschaften, der Innovationstransfer, die Verbesserung der verkehrlichen Anbindung der ländlichen Räume sowie Maßnahmen zur  Fachkräftesicherung. Die Broschüre "Stadt-Land-Partnerschaften. Wachstum und Innovation durch Kooperation" stellt die Modellregionen mit zentralen Projekten vor, benennt die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Stadt-Land-Partnerschaften und zeigt erfolgreiche Governanceansätze auf.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land, insbesondere die Etablierung langfristig funktionsfähiger Strukturen, ist jedoch noch kein Selbstläufer und erfordert weitere politische Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung. Im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung "Stadt-Land-Partnerschaften: großräumig – innovativ – vielfältig" (2011 bis 2013), welches auch Bestandteil der Initiative Ländliche Infrastruktur des BMVBS ist, werden deshalb fünf Regionen bei der Umsetzung weiterer innovativer Projekte begleitet. Ziel ist es, den Ansatz großräumiger Stadt-Land-Partnerschaften weiter zu verstetigen.

Europäische Konferenz "Stadt. Land. Europa. Partnerschaften nachhaltig stärken" am 19. Juni 2012 im BMVBS

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat im Rahmen der hochrangigen europäischen Konferenz "Stadt. Land. Europa. Partnerschaften nachhaltig stärken" am 19. Juni 2012 in Berlin den in Deutschland erfolgreich erprobten raumordnerischen Ansatz der (großräumigen) Stadt-Land-Partnerschaften vor dem Hintergrund der Verhandlungen zur neuen Förderperiode der europäischen Strukturfonds 2014-2020 mit einem breiten europäischen Publikum diskutiert. Es wurden Vorschläge zur möglichen Einbeziehung von Stadt-Land-Partnerschaften in die europäische Strukturförderung entwickelt. Es konnte gezeigt werden, dass Stadt-Land-Partnerschaften einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Europa 2020-Strategie und damit zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit sowie zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in den Regionen leisten und somit ebenfalls Gegenstand der europäischen Strukturförderung sein sollten.