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Pkw wird mit Wasserstoff betankt

Quelle: Paulssen / BMVI

Das Bundeskabinett hat am 28.09.2016 das Regierungsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie 2016 bis 2026 beschlossen. Damit beginnt die zweite Phase des erfolgreichen Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP).

Um die Zukunft der Mobilität zu sichern, fördert das BMVI alternative Antriebstechniken technologieoffen. Die Elektromobilität mit Batterie wird genauso voran gebracht wie die Elektromobilität mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Bundesminister Alexander Dobrindt:

Wir stehen mit der Elektromobilität und dem automatisierten‎ und vernetzen Fahren vor der größten Mobilitätsrevolution seit der Erfindung des Automobils. Die Brennstoffzelle ist eine Schlüsseltechnologie dieser Entwicklung. Mit NIP II setzen wir jetzt das erfolgreiche Regierungsprogramm fort und fördern gezielt Innovationen der Elektromobilität mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Damit gestaltet Deutschland die Antriebswende zur Elektromobilität.

Sachinformationen

1. NIP II

Mit NIP II setzt das BMVI im Zeitraum 2016-2019 ein Fördervolumen von fast 250 Millionen Euro auf. Gelder stehen in zwei Förderrichtlinien zur Verfügung: Förderrichtlinie für Maßnahmen der Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) und Förderrichtlinie zur Marktaktivierung.

Beide Förderrichtlinien laufen von 2016 bis 2019 und haben das Ziel, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie wettbewerbsfähig im Verkehrssektor zu etablieren. Die Forschung wird konsequent zur weiteren Kostenreduktion fortgesetzt und die anwendungsorientierte Marktaktivierung begonnen.

Gefördert werden Maßnahmen in den Bereichen:

  • Entwicklung, Marktvorbereitung und Beschaffung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie für den Einsatz im Verkehr – beispielsweise in Autos, Bussen, Schienen- und Nutzfahrzeugen und als Bordstromversorgung für Schiffe und Flugzeuge;
  • Maßnahmen zur Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien;
  • Integration von Wasserstoff in das Kraftstoffportfolio.

2. Rückblick auf NIP (2006 – 2016)

Bund, Industrie und Wissenschaft haben 2006 das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) initiiert. Ziel ist, die Entwicklung von Produkten mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie hin zur Marktreife zu beschleunigen. Das NIP 2006-2016 hat ein Fördervolumen von 1,4 Milliarden Euro. Bereitgestellt wurde diese Summe je zur Hälfte vom Bund (500 Millionen Euro vom BMVI) und der beteiligten Industrie.

Erfolge:

  • Durch die Aktivitäten im NIP wurde eine rund 500 Unternehmen umfassende Industriebranche aufgebaut. Zusammen mit USA, Japan und Südkorea ist Deutschland führend.
  • In der Clean Energy Partnership (CEP) wurde die Alltagstauglichkeit der Mobilität mit Wasserstoff im Zusammenspiel zwischen Brennstoffzellenfahrzeug, Betankung mit Wasserstoff, Herstellung von Wasserstoff und Nutzung durch Testkunden erprobt.
  • Hier ein paar Beispiele:

    • 200 Pkw im Test in Berlin, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt;
    • Busse in Berlin, Hamburg, Stuttgart;
    • Seit Sommer 2016 erste reine Brennstoffzellen-Car-Sharing-Flotte mit 50 Fahrzeugen in München;
    • Weltweiter Betankungsstandard von 700bar im Rahmen der Förderaktivitäten erreicht;
    • Gründung eines Joint Ventures der Industrie zum Aufbau von Wasserstofftankstellen im vorkommerziellen Umfeld;
    • Selbstverpflichtung der Industrie zur Herstellung von Wasserstoff zu 50 Prozent aus Erneuerbaren Energien;
    • Akzeptanzuntersuchungen: Sobald Basiswissen aufgebaut ist, annähernd 90 Prozent Zustimmung zu grünem Wasserstoff.

  • Entwicklung eines mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Triebzuges zum Einsatz auf nicht elektrifizierten Strecken (50 Prozent aller Nebenstrecken in Deutschland); ab 2017 Testbetrieb in Niedersachsen.
  • Einsatz von Brennstoffzellensystemen zur Bordstromversorgung und als Antriebstechnologie bei kleineren Schiffen.