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Minister Dobrindt übergibt Förderbescheide Radverkehr
Minister Dobrindt übergibt Förderbescheide Radverkehr

Quelle: BMVI

1. Ein Rad für alle Fälle - Durch das Vorhaben soll das Pedelec als Verkehrsmittel im Alltagsverkehr stärker etabliert werden

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Zuwendungsempfänger: Rhein-Sieg-Kreis

Laufzeit: 01.05.2016 – 30.04.2019

Durch das Vorhaben soll das Pedelec als Verkehrsmittel im Alltagsverkehr stärker etabliert werden. Dabei kann das Pedelec entweder als Zubringer zu zentralen ÖPNV-Haltestellen mit regelmäßigem ÖPNV-Angebot oder als alleiniges Verkehrsmittel im Alltagsverkehr eingesetzt werden.

Die Fahrräder werden hierfür von Montag–Freitag von einer Tourismusorganisation genutzt. Am Wochenende erfolgt weiterhin ein Verleih der Pedelec im touristischen Freizeitverkehr. Die Machbarkeit dieser Doppelnutzung soll erprobt werden. Gleichzeitig wird ein sinnvoller Marktpreis ermittelt, den die Nutzer bereit sind zu bezahlen und Anbietern die Möglichkeit gibt, wirtschaftlich zu arbeiten. Das Modellvorhaben findet im ländlichen Raum mit gleichzeitig schwierigen topografischen Verhältnissen statt.

Das Projekt ist in 4 Phasen unterteilt, wobei das entsprechende Arbeitsprogramm in den beiden Durchführungsphasen in 2017 und 2018 identisch ist. Im Jahr 2016 finden im Wesentlichen die vorbereitenden Arbeiten statt (Phase 1). Hier sollen mittels Öffentlichkeitsarbeit die Teilnehmer am Modellversuch gewonnen werden. Parallel wird durch Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung der Fragebogen erarbeitet und die Abstellsituation der Räder an den Haltestellen des öffentlichen Verkehrs geklärt. In den Jahren 2017 und 2018 (Phase 2 und 3) findet der eigentliche Feldversuch mit einer Mobilitätsberatung und der Befragung im Anschluss statt. Ende 2018 beginnt mit der Evaluation die 4. Phase.

2. Sicherheitsorientierte Fahrerassistenzsysteme für Elektrofahrräder (SIFAFE)

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Zuwendungsempfänger: Technische Universität Kaiserslautern – Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik

Laufzeit: 01.04.2016 – 31.03.2019

Elektrofahrräder (insbesondere Pedelec und S-Pedelec) sind ein wesentlicher Baustein für nachhaltige Mobilitätskonzepte. Neue Nutzergruppen (z. B. Wiedereinsteiger und ältere Menschen), neue Nutzungsprofile (z. B. Überlandstrecken und Lastenverkehr) und erhöhte Geschwindigkeiten machen jedoch grundlegend neue Sicherheitskonzepte für Elektrofahrräder erforderlich. Passive Sicherheitseinrichtungen wie Helme wurden in vergangenen Jahren umfassend untersucht und sind weit verbreitet. Aktive Sicherheitseinrichtungen wie Fahrerassistenzsysteme wurden dagegen bislang kaum erforscht und sind nur vereinzelt verfügbar. Hier setzt das Projekt an.

Ziele des Projekts sind die Potentialanalyse, Konzeption sowie exemplarische Realisierung und Evaluation von sicherheitsorientierten Fahrerassistenzsystemen (FAS) für Elektrofahrräder.
Als Basis sollen FAS für PKW, LKW und Krafträder herangezogen werden. Für den Einsatz in Elektrofahrrädern müssen diese FAS jedoch hinsichtlich der Eignung evaluiert, adaptiert und weiterentwickelt werden.

Beispielsweise sind besondere Anforderungen von Elektrofahrrädern (z. B. Anzeige- und Bedienelemente, Raum- und Energiebedarf, Gewicht, Witterungseinflüsse) sowie spezifische Unfallarten gezielt zu berücksichtigen. Auf Basis der Anforderungen werden ganzheitliche Konzepte für sicherheitsorientierte FAS entwickelt. Hierbei werden sowohl fahrzeugtechnische als auch verkehrswissenschaftliche Aspekte einbezogen. Mittels Nutzerbefragungen sollen die Konzepte hinsichtlich der typischen Unfallarten, des Nutzerbedarfs und der Nutzerakzeptanz komplementiert und validiert werden. Anhand exemplarischer Versuchsaufbauten sollen schließlich die Sicherheit (insbesondere hinsichtlich der Ablenkung), die Wirksamkeit und der Nutzen von sicherheitsorientierten FAS im Fahrversuch evaluiert werden. Hierzu sollen telematik- und videobasierte Beobachtungsverfahren mit Fokus auf das Fahrrad und die Radfahrenden im Wechselspiel mit Konfliktsituationen eingesetzt werden.

3. Fahrradmobilität an großen Gewerbe- und Industriestandorten am Beispiel des Frankfurter Flughafens

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Zuwendungsempfänger: Regionalverband FrankfurtRheinMain

Laufzeit: 01.06.2016 – 31.05.2019

Die Situation für Radfahrende in großen Gewerbe- und Industriestandorten soll nachhaltig verbessert werden. Beispielhaft für diese Areale soll das bisher kaum genutzte Potenzial der Fahrradnutzung im Alltagsverkehr am Frankfurter Flughafen herausgearbeitet und erprobt werden.

Der Schwerpunkt des Vorhabens liegt auf der Planung und der Konzeption fahrradfreundlicher Gewerbegebiete. Neben der Implementierung pedelectauglicher Infrastruktur und den Schnittstellen zum Öffentlichen Verkehr werden auch Lösungsansätze zur Bewältigung der sogenannten „letzten Meile" zum Standort aufgezeigt.

Alle Aktivitäten werden eingebettet in ein Rahmenkonzept 'Kommunikation 2.0'.

Das Vorhaben soll einen wichtigen Beitrag zur sozialen Einbettung und dem fortschreitenden Wandel gesellschaftlicher Routinen im Mobilitätsverhalten leisten und zur Klärung konzeptioneller und technischer, aber auch normativer Rahmenbedingungen beitragen. Hierbei leistet die Vernetzung von wissenschaftlichen Institutionen (Fachhochschule Frankfurt, Goethe-Universität Frankfurt, Hochschule Darmstadt & Fraunhofer-Institut ILS) mittels Diskursen einen wichtigen Beitrag.

Anhand der entwickelten Produkte soll es ermöglicht werden, nach Ende des Projektes ein Werkzeugkasten für eine ganze Flächenkategorie (Gewerbe- und Industriestandorte) innerhalb der Planung anzuwenden. Nicht zuletzt ist die Verankerung von technologischen Entwicklungen selbst eine gesellschaftliche Innovation und trägt zur ressourcenschonenden Mobilität in Gewerbegebieten bei.

Für die Verwertungsperspektive wird ein erheblicher Marktwert der Ergebnisse z.B. von zu erreichenden Klimaschutzzielen (Stichwort DGNB Zertifizierungen von Gewerbegebieten) erwartet. Gerade der Verkehrssektor bietet durch Dekarbonisierung große Einsparungsmöglichkeiten.

Ziel ist die nachhaltige Einbindung des Fahrrads in das betriebliche Mobilitätsmanagement eines ganzen Gewerbestandorts. Neben Flächeneinsparung und Kostenreduzierung wird durch einen solchen „weiche" Standortfaktor auch ein Klima der gemeinsamen Folgeinvestitionen geschaffen und gleichzeitig die Fitness bzw. Vitalität radelnder MitarbeiterInnen gefördert. Neben einem betriebswirtschaftlichen kommt somit ein gesamtgesellschaftlicher Gewinn zum Tragen.

4. Durchführung ADFC-Fahrradklima-Test 2016/2017/ (und) Fortschreibung der Methodik für den ADFC-Fahrradklimatest

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Zuwendungsempfänger: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. Bundesverband

Laufzeit: 01.04.2016 – 30.06.2017

Der ADFC-Fahrradklimatest stellt ein probates Mittel dar, um das Radverkehrsklima in deutschen Städten und Gemeinden zu ermitteln. Diese Ergebnisse können u.a. auch im Zeitverlauf zur Evaluation von verschiedenen Fahrradfördermaßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen eingesetzt werden.

Die Fortschreibung der Methodik stellt sicher, dass die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests belastbare Daten liefern. Die Projektergebnisse dieses Teils sind Grundlage für die Durchführung der ab 2016 geplanten Durchgänge des ADFC-Fahrradklima-Tests. Sie sollen dazu beitragen, die Umfrage in verschiedenen Aspekten zu modernisieren und zu verbessern. Das steigert die Nutzbarkeit der Ergebnisse für Bund, Länder und Kommunen genauso wie für den ADFC und dessen Gliederungen.

Es ergeben sich ganz wesentliche Bezüge zu den Förderschwerpunkten des NRVP für das Jahr 2016 (Elektromobilität sowie Rad und Raum). Die Adaption und Ausdifferenzierung des Fragebogenkonzeptes auf verschiedene Raumtypen (insbes. ländliche Kommunen vs. Großstädte) und verschiedene räumliche Kategorien erweitert den Anwendungsbereich des FKT. Es wird geprüft werden, wie die Zunahme der Elektrofahrradnutzung bei der Erfassung der Einzelaspekte des Radverkehrsklimas im FKT zu berücksichtigen ist. Eine neue und fundiert erarbeitete Methodik ermöglicht die verbesserte Einschätzung der Kundenzufriedenheit im Radverkehr und eine höhere Akzeptanz bei Befragungsteilnehmern und Datennutzern.

Durch geeignete Werbemaßnahmen soll eine gute Beteiligung an der Befragung sichergestellt werden. Die Ergebnisse des FKT werden durch umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und einen Internetauftritt einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kernbotschaften werden herausgearbeitet und dienen damit der Radverkehrsförderung, dem zentralen Ziel des NRVP.
Den Fahrradklimatest fördert das BMVI zum 3. Mal.

5. Technologisch-wirtschaftliche Prozessanalyse der Einsatzmöglichkeiten von Lastenrädern in kommunalen Einrichtungen öffentlichen Rechts am Beispiel der Stadtreinigung Hamburg

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  • 5.1 Zuwendungsempfänger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) – Institut für Verkehrsforschung

    Laufzeit: 01.05.2016 – 30.04.2019

  • 5.2 Zuwendungsempfänger: Stadtreinigung Hamburg AöR

    Laufzeit: 01.05.2016 – 30.04.2019

Im beantragten Forschungsprojekt werden Einsatzpotenziale von E-Lastenrädern anhand einer umfassenden technologischen und wirtschaftlichen Analyse der Prozesse in der Stadtreinigung Hamburg, bei denen heute leichte Nutzfahrzeuge eingesetzt werden, bestimmt.

So sollen die von den leichten Nutzfahrzeugen verursachten Umweltbelastungen vermieden werden und die unter finanziellem Druck stehenden Einrichtungen öffentlichen Rechts durch den Einsatz von in Anschaffung und Betrieb günstigeren Lastenrädern entlastet werden.

Hierzu sollen, Prozesse identifiziert werden, bei denen Lastenräder wirtschaftlich eingesetzt werden können und Prozesse sollen gegebenenfalls so angepasst werden, dass sie auch im Einsatz von E-Lastenrädern wirtschaftlich sind. Der Alltagseinsatz wird mit zehn E-Lastenrädern während der Projektlaufzeit pilotiert.

Ein wesentlicher Aspekt neben der wirtschaftlichen und technologischen Machbarkeit stellt die Erkundung von Möglichkeiten der Ansprache und Überzeugung einer vermeintlich nicht-fahrrad-affinen Klientel für eine gewerbliche Fahrradnutzung dar.

Das Projekt wird im Verbund mit der Stadtreinigung Hamburg durchgeführt.

6. Evaluation im Radverkehr - Erarbeitung eines Leitfadens für Kommunen

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Zuwendungsempfänger: Technische Universität Dresden – Fakultät Verkehrswissenschaften Friedrich List

Laufzeit: 01.07.2016 – 30.09.2018

Projektziel ist die Erarbeitung eines Leitfadens für die Evaluierung von Radverkehrsmaßnahmen in Kommunen. Dieser soll Kommunen Hilfestellungen bei der Planung und Durchführung von Evaluierungen bereitstellen und so dazu beitragen, die empirische Evidenz in diesem Bereich zu verbessern.

In einer Online-Erhebung werden die Kommunen zu bisherigen Erfahrungen im Bereich der Evaluierung, erhobene Monitoring-Daten, aufgetretenen Hemmnisses sowie Erwartungen an den geplanten Leitfaden befragt. Die Ergebnisse der Befragung werden genutzt, um die Inhalte des Leitfadens zu konkretisieren und die Pilotkommunen auszuwählen.

Die Projektergebnisse werden mithilfe des Leitfadens sowie wissenschaftlichen Publikationen verbreitet. Weitere Verbreitungsmedien sind Präsentationen auf Konferenzen sowie Bildungsangebote im Rahmen der Fahrradakademie.

Der Leitfaden unterstützt Kommunen bei der Durchführung qualitativer Evaluierungen und trägt damit mittelfristig zu einem verbesserten Wissen über die Wirksamkeit und Effizienz von Radverkehrsmaßnahmen bei. Die Fallbeispiele und Evaluierungskonzepte können in Pilotanwendungen getestet und an die spezifischen Evaluierungsanforderungen der Kommunen angepasst werden. Sie werden so dargestellt, dass sie auf die konkreten Evaluierungsvorhaben in den Kommunen übertragen werden können.

7. Prospektive Studie zu gesundheitsfördernden Effekten der Pedelec-Nutzung. Tragen Pedelecs trotz geringerer körperlicher Belastung im Vergleich zum Radfahren dazu bei, die Zielvorgaben der WHO zu körperlicher Aktivität in der Prävention zu erreichen?

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  • 7.1 Zuwendungsempfänger: Medizinische Hochschule Hannover – Institut für Sportmedizin

    Laufzeit: 01.07.2016 – 30.06.2019

  • 7.2 Zuwendungsempfänger: Leibniz Universität Hannover – Institut für Versicherungsbetriebslehre

    Laufzeit: 01.07.2016 – 30.06.2019

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt zur präventiven Gesundheitsförderung 150 min moderate bzw. 75 min intensive ausdauernde körperliche Aktivität pro Woche. Damit wird das Auftreten von Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Krebserkrankungen um bis zu 50 % reduziert. Bei Pedelec-Nutzung sind Energieumsatz und Herzfrequenz (HF) um 29-37 % geringer als beim Radfahren. Bei Nutzung eines Pedelecs anstelle eines Fahrrades könnte daher seltener die WHO-Empfehlung erreicht werden. Ziel der Studie ist zu untersuchen, welchen Beitrag das Pedelec in der Förderung von Gesundheit leisten kann.

In fünf Regionen werden die Gesundheitseffekte bei Pedelec-Nutzern untersucht (n=932). Primäre Zielgröße ist, in welchem Umfang die WHO-Empfehlungen mit der Pedelec-Nutzung erreicht werden. Die Fahrdauer mit den HF wird zu 2 Zeitpunkten über jeweils 4 Wochen gemessen: 2 Monate nach dem Kauf und nach weiteren 12 Monaten.

Fahrradkäufer mit gleicher Motivation sind die Kontrollgruppe (n=466). Sekundäre Ziele sind Gesundheits- und Lebensqualitätseffekte vor und nach einem Jahr und Unfällen. Auf Basis der erhobenen Messwerte erfolgt eine gesundheitsökonomische Analyse der Pedelec-Nutzung.

Es wird erwartet, dass die Studie den konkreten, gesundheitlichen Nutzen des Pedelec-Fahrens belegt und dass für Nutzer in ganz Deutschland individuell optimale, gesundheitsorientierte Empfehlungen zum Fahren mit Pedelec gegeben werden können. Die Verbindung des Pedelec mit Präventionsaspekten wird die Akzeptanz und Marktfähigkeit/Marktdurchdringung von E-Bikes wesentlich erhöhen. Die Veröffentlichungen sollen in Pedelec-/Fahrradmagazinen, bei Fahrrad- und Gesundheitsmessen, über die Tagespresse, über die BMVI-Fahrradakademie, über E-Learning-Plattformen und via Internet erfolgen. Material über die persönliche Umsetzung der Ergebnisse soll im Handel zu Verfügung stehen. Für gesundheitsorientierte Studiengänge, für Rehakliniken und für Verbände wie ADFC, VCD, ZIV, BDR wird ein Lehrmodul Pedelec in der Prävention verfasst, um Multiplikatoren zu gewinnen und Pedelec-Schulungen zu initiieren. Das Pedelec-Fahren wird als Teil einer effektiven Prävention in sportwissenschaftlichen,–medizinischen und präventiven Lehrveranstaltungen Einzug halten. Hierzu sind praxisorientierte Lehrveranstaltungen im Rahmen der Studiengänge Medizin, Sportwissenschaft und Public Health geplant. Für Rehakliniken und Verbände wie ADFC, VCD, ZIV, BDR wird ein Lehrmodul Pedelecs in der Prävention verfasst, um Multiplikatoren zu gewinnen und Pedelec-Schulungen zu initiieren. Präsentationen sind auf nationalen und internationalen Fachkongressen geplant (u.a. Nationaler Radverkehrskongress, Velo-City, Public Health, ACSM Annual Meeting, Deutscher Sportärztekongress).