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Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin

Quelle: BMVI

Die Aufgabenbereiche des BMVI haben einen engen Bezug zu den wesentlichen Grundbedürfnissen der Bürger, nämlich Wohnen und Mobilität. Um als Staat für die Bürger bestmögliche Dienstleistungen in diesen Bereichen erbringen zu können, nutzt das BMVI mit seiner Ressortforschung zur Beantwortung der Vielfalt von Fragestellungen alle Möglichkeiten qualitativ hochwertiger wissensbasierter externer Beratung.

I. Ressortforschung

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Das  BMVI greift zur Beantwortung der vielfältigen Fragestellungen in seinen Politikbereichen auf die Möglichkeiten qualitativ hochwertiger wissensbasierter externer Beratung zurück. Diese wissensbasierte Beratung wird Ressortforschung genannt und entweder in mit der Thematik befassten Ressortforschungseinrichtungen des nachgeordneten Bereichs oder im Rahmen der Vergabe von Forschungsprojekten durch das BMVI an Dritte geleistet.

Die in Zusammenhang mit Ressortforschung angesprochenen Wissensgebiete umfassen heute nicht mehr nur die Bereiche Technik, Ökonomie und Recht, sondern auch weitere Bereiche wie Raumwissenschaften, Psychologie, Soziologie, Organisations- und Politikwissenschaften. Zusätzlich müssen neue Wissensgebiete wie die z. B. Logistik oder die Verkehrsinformatik einbezogen werden, um tragfähige Antworten auf die von der Politik gestellten Fragen zu finden. Auch haben sich ganz neue wissenschaftliche Querschnittsbereiche wie Umwelt, Energie und Klima entwickelt.

Die Ressortforschungsaktivitäten umfassen zum einen die Unterstützung des BMVI bei seiner täglichen Arbeit, z. B. der Weiterentwicklung von Rechtsvorschriften und Regelwerken technischer und nichttechnischer Art, Untersuchungen zur Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung, Erstellung von Prognosen und Abschätzungen, die Entwicklung und Begleitung politischer Programme sowie die Erarbeitung von Entscheidungshilfen zu wichtigen Einzelfragen. Zusätzlich sind spezielle Einzelaspekte aus dem Bereich der Grundlagenforschung dann zu untersuchen, wenn sich im praktischen Vollzug von Politik neue Fragen ergeben, die bisher von keiner anderen Stelle in diesem Zusammenhang untersucht wurden (z. B. Mobilitätsforschung, Rahmenbedingungen und Instrumente für das energiesparsame Bauen) oder einer schnellen Klärung bedürfen (z. B. Feinstaubproblematik, überlanger Lkw).

Im Rahmen seiner Ressortforschung fördert das  BMVI verstärkt innovative Problemlösungen. Im Einzelfall schon tragfähige Lösungsansätze (z. B. Modellvorhaben bzw. Best Practice Beispiele) sollen so bis zur vollen Funktionsfähigkeit bzw. Marktreife begleitet werden (z. B. elektronische Fahrplanauskunft, elektronischer Fahrausweis, Transrapid, Anwendungen für das Satellitennavigationssystem Galileo, verkehrswirtschaftliche Energiestrategie, Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff-/Brennstoffzellentechnologie, alten- und familiengerechte Stadtquartiere). Dies erscheint dann notwendig, wenn der Markt alleine ohne Hilfen nicht in der Lage ist, guten Einzelfalllösungen in einem immer komplexer werdenden praktischen Umfeld den Durchbruch zu verschaffen. Im Rahmen von Public-Private-Partnership-Prozessen werden hier schon heute eine Vielzahl von Möglichkeiten erfolgreich genutzt.

Die Forschungsschwerpunkte des BMVI sind programmatisch an den politischen Prioritäten der Bundesregierung, wie sie insbesondere auch in der Koalitionsvereinbarung festgelegt sind, ausgerichtet.

II. Integriertes Gesamtforschungsprogramm des BMVI - Struktur und Zielfelder

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Wie unter I. schon angedeutet, verfügt das BMVI neben den im Zuständigkeitsbereich des BMVI angesiedelten Ressortforschungseinrichtungen (Bundesanstalt für Straßenwesen, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Bundesanstalt für Wasserbau, Deutscher Wetterdienst) über eigene Forschungsprogramme, mit denen Forschungsprojekte an Dritte vergeben werden. Diese Programme fasst das BMVI jährlich in einem integrierten Gesamtforschungsprogramm zusammen. Das integrierte Gesamtforschungsprogramm des BMVI ist an folgenden Zielfeldern ausgerichtet:

1. Hauptzielfelder

  • Infrastruktur
  • Stadt-/Raumentwicklung, Agglomeration
  • Partizipation, regionaler Zusammenhalt
  • Safety, Security
  • Umwelt
  • Energie, Klima, innovative Technologien
  • Nachhaltigkeit/integrierte Gesamtkonzepte
  • Stärkung neue Länder
  • Europäische und internationale Zusammenarbeit

2. Daten, Methoden, Modelle, Verfahren, Prognosen, Szenarien


3. Weiterentwicklung von Verordnungen, Richtlinien, technischen und nichttechnischen Regelwerken


4. Strategische Kommunikation, Ergebnisvermittlung

Diese Zielfelder bilden die allgemeine fachlich-inhaltliche Grundstruktur für die jährlich wiederkehrenden und für die zeitlich befristeten Ressortforschungsprogramme des BMVI in den Bereichen Mobilität, Verkehr, Raumordnung und digitale Infrastruktur.

Die großen übergreifenden Forschungslinien

Folgende große übergreifende Forschungslinien des BMVI bestimmen derzeit das integrierte Gesamtforschungsprogramm des BMVI:

  • ukunftssicherer, energiesparsamer, CO2- und schadstoffarmer Verkehr,
  • Begleitung innovativer Technologien in die praktische Anwendung,
  • lärmarmer Verkehr,
  • Schutz des Verkehrssystems vor Klimaänderung,
  • demografischer Wandel in der Verkehrs-, Stadt- und Raumentwicklung,
  • Stadtentwicklung im Spannungsfeld von Mobilität und Verkehr,
  • Güterverkehr und Logistik zur Stärkung des Standortes Deutschland,
  • Verkehrstelematik zur Effizienzsteigerung der Infrastrukturnutzung,
  • Nachhaltigkeit in der zukünftigen Verkehrsinfrastrukturfinanzierung,
  • sicherer Verkehr.

Das Leitbild des integrierten und intermodalen Verkehrs sowie das Leitbild der europäischen Stadt sind handlungsleitend diesen übergreifenden Forschungslinien hinterlegt. Die dargestellten Forschungslinien werden hinsichtlich ihrer verschiedenen Aspekte z. T. von mehreren Ressorts bearbeitet. So wurde ressortübergreifend im Rahmen des 6 Milliarden Euro-Programms für Forschung und Innovation sowie der Hightech-Strategie der Bundesregierung als Beispiel das Innovationsprogramm "Wasserstoff- Brennstoffzellentechnologie" vom BMVI gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.


III. Die Einzelnen Programme im Verkehrsbereich

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1. Wissenschaftliche und allgemeinwirtschaftliche Untersuchungen im Bereich Verkehr (allgemeines Ressortforschungsprogramm Verkehr)

Das allgemeine BMVI -Ressortforschungsprogramm ist das zentrale Programm für die politikberatende Ressortforschung des BMVI. Hier werden in Form von Analysen und Studien mit Hilfe der Ressortforschung u. a. mögliche zukünftige Problembereiche identifiziert, eingegrenzt und beschrieben, die später vielfach im Rahmen auch eigener neuer Programme bearbeitet werden. So nahmen auch die Projekte des BMVI, die im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregelung behandelt werden, ihren Ausgang. Aktuell bereitet das BMVI in dieser Weise neue wichtige  Forschungsschwerpunkte zu den Themen "Elektromobilität", "Verbesserung der maritimen Schiffssicherheit" sowie das Pilot- und Innovationsprogramm "Lärmmindernde Umrüstung bestehender Güterwagen im Schienenverkehr" vor.

Mit einem Programmvolumen von rund 4 Millionen Euro  p. a. werden über dieses allgemeine Programm alle wichtigen Fragen zu Infrastrukturplanung und ihrer Methodik, zu Möglichkeiten der zukünftigen Infrastrukturfinanzierung aber auch zu Prognosen und Szenarien der zukünftigen Entwicklung als Grundlage für allgemeine Planungen behandelt.
Safety- und Security-Aspekte sind wichtige Themen, z. B. für den Bereich Transport gefährlicher Güter oder allgemeine Notfallkonzepte im Bereich Verkehr.
Das Thema lärmarmer Verkehr gewinnt vor dem Hintergrund der gewollten Verlagerung von Güterverkehren auf die Schiene zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen der politikberatenden Ressortforschung müssen die aktuellen Forschungsergebnisse zum aktiven und passiven Lärmschutz zielgerichtet aufbereitet und Strategien weiterentwickelt werden.
Auch das Thema  Klimaschutz sowie Schutz von Infrastruktur und Betrieb vor Extremklimaerscheinungen wird zunehmend wichtiger, insbesondere für den Bereich der See- und Binnenschifffahrt, aber auch für die Luftfahrt. Im Rahmen der BMVI -Initiative "Zukunft gestalten im Zeichen des Klimawandels" werden für den Bereich Schifffahrt und Wasserstraßen hier die BMVI -Ressortforschungseinrichtungen Deutscher Wetterdienst, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, das Bundesamt für Wasserbau sowie die Bundesanstalt für Gewässerkunde gemeinsam im Auftrag des BMVI ihre Fachexpertise einbringen.
Die Betrachtung intermodaler Transportketten gehört zum Themenkreis der Optimierung und Effizienzsteigerung des integrierten Gesamtverkehrssystems, zu dem ebenfalls Aspekte des alpenquerenden Verkehrs sowie Hochgeschwindigkeitsseewege gehören.
Fragen zum demografischen Wandel rücken ebenfalls immer näher ins Zentrum von Untersuchungen.
Im Bereich Schifffahrt fördert das BMVI z. B. Untersuchungen zum Thema Fahrgastschiffssicherheit und sicherer Schiffsverkehr. In der Fahrgastschiffssicherheit werden mit einem Projekt, dessen Ziel die Entwicklung ganzheitlicher Kriterien für die verbesserte Schwimmfähigkeit eines (havarierten) Schiffes ist und moderne Kriterien für die Sicherheit von Personen erarbeitet werden sollen, weltweit neue Maßstäbe gesetzt. Anforderungen an ein modulares Schiffsbrückenkonzept für Seeschiffe zu entwickeln, kann als Beispiel dafür gesehen werden, wie modernste Elektronik Eingang findet in die traditionelle Seeschifffahrt und wie das Ziel, die Sicherheit ständig zu verbessern, es erfordert, stets die modernste und innovativste Technik nutzbar zu machen.

2. Ressortforschung Verkehrsträger Straße

Mit einem Mittelvolumen von rund 12,5 Millionen Euro werden über folgende vier Einzelprogramme kleinteiligere Untersuchungen zur Optimierung des Systems Straße gefördert.

Forschung im Straßenwesen, Straßenbau- und Straßenverkehrstechnik; Verkehrswirtschaftliche Untersuchungen im Straßenbau; Privatfinanzierung Bundesfernstraßen; Straßenverkehrssicherheit.

Vereinfachte Planung von Infrastruktur, die Erhöhung von Sicherheit durch planerische und organisatorische Maßnahmen gehören ebenso zum Themenspektrum, wie auch Lärmverminderung und Lärmvermeidung, verbessertes Verkehrsablaufmanagement sowie die wissensbasierte Beratung bei der Fortschreibung von straßenbezogenen Richtlinien und Regelwerken. Wichtiger Teil dieser Ressortforschung ist auch die Umsetzung der Straßeninfrastrukturplanung, wobei das Thema "einfacher Bauen" neben der wissenschaftlichen Begleitung bei naturschutzfachlichen Fragen eine wichtige Rolle spielt.

Untersuchungen zur funktionalen Bewertung des Straßennetzes sollen neue Perspektiven bei der zukünftigen Infrastrukturplanung eröffnen. Im Rahmen von Public-Private-Partnership im Bereich des Bundesfernstraßenbaus soll mit den sog. A- und F-Modellen die Einbindung privatwirtschaftlicher Partner in Planung, Bau, Finanzierung und Betrieb ermöglicht werden. Hierzu sind sowohl konzeptionell als auch bei der konkreten Umsetzung eine Vielzahl von Fragen verbunden, die beantwortet werden müssen.

Straßenverkehrssicherheit ist in der Verkehrspolitik des BMVI ein Dauerthema. Der Mensch im Verkehr, insbesondere der ältere Mensch, ist ebenso Thema, wie auch die Fahrzeugsicherheit und die Sicherheit des Gesamtverkehrssystems Straße durch Optimierung der Infrastruktur.  

3. Ressortforschung Bereich Luft- und Raumfahrt

Im Bereich Luft- und Raumfahrt unterhält das BMVI ein kleineres Programm mit einem jährlichen Mittelvolumen von rd. 1 Million Euro. Hierüber werden Untersuchungen zum Thema sicherer Luftverkehr, wie auch lokale Umweltaspekte von Flughäfen gefördert. Mit einem Projekt zur Modellierung lärm- und emissionsreduzierender Maßnahmen sollen die Umweltauswirkungen des Luftverkehrs noch besser lokalisiert und damit gezielter reduziert werden. Ferner werden Projekte mit den Themen "Strategien zur Lärmminderung an der Quelle" und "Messung von Rußpartikeln mit neuen technischen Verfahren" gefördert. Auch dieses Programm dient zusätzlich dazu, bei der Weiterentwicklung von Richtlinien und Regelwerken wissensbasierte externe Unterstützung  zu ermöglichen, wie z. B. bei der Frage der Biokraftstoffbeimischung zum Flugbenzin oder beim Thema Passagiersicherheit und Schutz des fliegenden Personals vor kosmischer Strahlung. Ebenso werden das Problem des Festigkeitsnachweises von Luftfahrzeugstrukturen wie auch Fragen der Integration von unbemannten Flugzeugsystemen in das bestehende Luftverkehrssystem behandelt.

4. Weiterentwicklung des Nationalen Radverkehrsplans - Die Schritte zum Nationalen Radverkehrsplan 2020

Das Bundeskabinett hat am 05. September 2012 den Nationalen Radverkehrsplan 2020 beschlossen. Er trat am 01. Januar 2013 in Kraft.

Der Nationale Radverkehrsplan (NRVP) bildet die Grundlage für die Radverkehrspolitik in Deutschland und definiert die Rahmenbedingungen zur Stärkung des Fahrradverkehrs als Gesamtsystem. Die Bundesregierung nimmt mit dem NRVP zudem eine wichtige Rolle als Moderator, Koordinator und Impulsgeber der Radverkehrsförderung ein und setzt wichtige Impulse für eine nachhaltige Mobilität sowie für attraktive Städte und Gemeinden.

Der bisherige NRVP 2002-2012 hat dazu beigetragen, dass positive Effekte erzielt wurden, so etwa eine deutschlandweite Steigerung des Radverkehrsanteils sowie die Festigung eines Bewusstseins für den Radverkehr, vor allem bei Ländern und Kommunen. Um dieses erfolgreiche Instrument der Radverkehrsförderung auch über das Jahr 2012 hinaus fortführen zu können, wurde im Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode festgelegt: "Der Radverkehr stellt für uns einen wichtigen Bestandteil städtischer Mobilität dar. Deshalb werden wir den Nationalen Radverkehrsplan weiterentwickeln."

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Fahrradportals.

5. Forschungsprogramm Stadtverkehr

Im Rahmen der Föderalismusreform ist das bisherige Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und die damit verbundenen Länderprogramme zwar entfallen, jedoch werden die Bundesprogramme auf dieser Grundlage fortgeführt und damit auch das Forschungsprogramm Stadtverkehr (FoPS). Mit dessen Hilfe werden durch das BMVI auch weiterhin mit einem jährlichen Finanzvolumen von 4,2 Millionen Euro Forschungsvorhaben im Bereich des städtischen und ländlichen Nahverkehrs gefördert.

FoPS ist das einzige gesamthafte, bundesweite und praxisorientierte Forschungsprogramm zur Behandlung städtischer Verkehrsprobleme. Insofern ist das Themenspektrum breit angelegt. Möglichkeiten des Umgangs der Kommunen mit den aktuellen Problemen Feinstaub und Stickoxyde sind genauso Gegenstand dieses Programms, wie der demografische Wandel und die Schrumpfung vieler Städte infolge verstärkter Binnenwanderungsprozesse und die Auswirkungen auf den lokalen und regionalen Verkehr. Aber auch Fragen des ÖPNV, z. B. vor dem Hintergrund zukünftig sinkender Schülerzahlen und damit auch verbunden der Sicherung des ÖPNV in der Fläche oder Fragen zum Wettbewerb im ÖPNV, sind Gegenstand von Untersuchungen innerhalb dieses Programms. Güterverkehr in Städten ist ein weiteres Thema, das zusätzlich den Themenkreis des ruhenden Verkehrs umfasst. Schwerpunkt ist auch die Verknüpfung verschiedener Telematikanwendungen, wie z. B. des Infrastrukturdatenmanagements mit den rechnergestützten Betriebsleitsystemen und Fahrplaninformationssystemen sowie deren Weiterentwicklung.
Die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs ist ein wichtiges gemeinsames Element der Verkehrspolitik von Bund, Ländern und Gemeinden. Zur Lösung und Vermeidung von Mobilitätsproblemen im Rahmen einer integrierten Verkehrspolitik sind attraktive ÖPNV-Produkte und -Dienstleistungen unverzichtbar. Attraktive Busse und Bahnen sind ein positiver Standortfaktor unserer Städte. Busse und Bahnen nehmen eine Schlüsselrolle in unserem Verkehrssystem ein: Täglich werden 26 Millionen Fahrgäste mit Bussen und Bahnen befördert, was rd. 18,5 Millionen Pkw-Fahrten entspricht. Im Forschungsprogramm Stadtverkehr werden viel versprechende Forschungsvorhaben gefördert, die allesamt das Ziel haben, Wohn- und Lebensqualität durch bessere öffentliche Verkehrsangebote zu erhöhen. Aber auch die Städte schonende Bewältigung des motorisierenden Individualverkehrs und die generelle Sicherung von Mobilität im Nah- und Regionalbereich sind wichtige Themen im Forschungsprogramm Stadtverkehr.

6. Innovative Mobilitätskonzepte

Unter dem Begriff "Mobilität 21" führt das BMVI in den Kategorien Stadt- und Ballungsraum, ländlicher Raum, Infrastruktur und Mobilität, Güterverkehr und Logistik, Gesellschaft und Umwelt sowie innovative Technik einen Wettbewerb zu innovativen Verkehrslösungen durch. Ziel dieser Initiative ist, schon bestehende gute Lösungen und Lösungsansätze, die aus den verschiedensten Gründen sich nicht richtig weiter entwickeln konnten, aufzugreifen und fortzuführen. Insgesamt stehen für diesen Wettbewerb 3,8 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit der Förderinitiative "Mobilität 21 - Beispiele für innovative Verkehrslösungen" möchte das BMVI innovative Konzepte, Systemlösungen, Technologien, Verfahren und Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität und Verkehr  fördern,

  • die systematisch auf vorhandene Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung aufbauen,
  • die auf deren Einführung, Weiterentwicklung, Etablierung und Verbreitung abzielen
  • an deren Erfüllung ein hohes öffentliches und gesamtwirtschaftliches Interesse besteht.

Im Rahmen dieser Initiative greift das BMVI somit bereits erarbeitete Konzepte auf, prüft ihre Relevanz zur Lösung von verkehrspolitischen und -planerischen Problemen und versucht, die Problemlösungen im Sinne des  gesamtwirtschaftlichen Interesses zu "generalisieren". Das Programm  beschäftigt sich gezielt mit den  Förderschwerpunkten Stadt- und Ballungsraum, ländlicher Verkehr, Güterverkehr und Logistik, innovative Technik, Gesellschaft und Umwelt, Infrastruktur und Mobilität. Der Wettbewerb konnte inzwischen abgeschlossen werden. Insgesamt 11 Projekte wurden ausgewählt und werden derzeit gefördert.
Im Rahmen des Internetportals "Mobilität 21" werden die Projekte und der Erfolg der weiteren Anwendung und auch weitere innovative Verkehrslösungen von allgemeinem Interesse vorgestellt.
 

IV. Die einzelnen Programme im Bereich Raumordnung

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1. Wissenschaftliche und allgemeinwirtschaftliche Untersuchungen im Bereich Raumordnung

Mit diesem Programm der allgemeinen Ressortforschung werden gezielt Untersuchungen zu aktuellen politischen Themen aus dem Bereich Raumordnung gefördert. Mit wissenschaftlich fundierten Lösungsansätzen wird flexibel auf aktuelle politische Erfordernisse reagiert. Im Vordergrund stehen aktuelle Themen der Wohnungspolitik und der Wohnungsmarktentwicklung, der nachhaltigen Raumentwicklung und der raumordnungspolitischen Zusammenarbeit.

2. Modellvorhaben der Raumordnung

Dieses Programm ist ein Programm der so genannten angewandten Ressortforschung. Im Dialog mit der Praxis werden zukunftsfähige Handlungsleitfäden sowie praxisgerechte Vorschläge für eine nachhaltigere Umsetzung raumordnerischer Strategiekonzepte entwickelt. Praxisorientierte Modellvorhaben, die sich unter anderem mit Fragen der räumlich ausgewogenen Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorge beschäftigen und dabei insbesondere Anpassungsstrategien für periphere Regionen mit Bevölkerungsrückgang entwerfen, sind Beispiele für diese Art der "angewandten Ressortforschung".
Formen der interkommunalen Kooperation im Rahmen der Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik sind ebenso ein Arbeitsschwerpunkt wie die Teilnahme am Europäischen Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON und die Durchführung innovativer Projekte der Regionalentwicklung. Ein besonderes Augenmerk wird bei der Mobilisierung der Potenziale älterer Menschen gesehen.

3. Experimenteller Wohnungsbau- Städtebau (ExWoSt)

Mit dem Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt) verfügt das BMVI über ein weiteres Programm der praxisorientierten so genannten "angewandten Ressortforschung". ExWoSt ist darauf ausgerichtet, neue und durch praktische Anwendung abgesicherte Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Wohnungs- und Städtebaupolitik des Bundes zu gewinnen. Schwerpunkte sind derzeit Umsetzungsmaßnahmen des Städtebaulichen Berichts der Bundesregierung sowie die Untersuchung von Strategien und Aktionsfeldern für städtisches Wohnen von Familien.

  

V. BMVI - Forschungsvorhaben aus dem 6- und 12 Milliarden Euro-Programm für Forschung und Entwicklung

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In Zusammenhang mit dem 6- und 12 Milliarden-Euro-Forschungs-und Entwicklungsprogramm der Bundesregierung sowie der Hightech-Strategie der Bundesregierung fördert das BMVI mit einem Mittelvolumen von insgesamt 200 Millionen Euro verschiedene Projekte /Projektcluster, die sich im Schwerpunkt mit der Implementation von Innovationen in die praktische Anwendung befassen.

1. Wasserstoff und Brennstoffzelle / Kraftstoffstrategie

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland weiter voranzutreiben. Diese soll in einem ausgewogenen Maße die Kriterien Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Klima- und Umweltverträglichkeit erfüllen. Die Bundesregierung strebt einen ausgewogenen Energiemix an ohne einseitige Abhängigkeiten.
Für den Verkehrsbereich bedingt dies eine Weiterentwicklung der Kraftstoffstrategie der Bundesregierung.
Industrie und Wissenschaft arbeiten an langfristigen Szenarien, Strategien und Forschungsprojekten für die Brennstoffzelle. Mit dem ressortübergreifenden "Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie" von BMVI , BMWi und BMBF, werden die bisherigen Arbeiten konzentriert fortgeführt und neue Schwerpunkte gesetzt. Ziel des Programms ist es, durch die gezielte Forschungsförderung und Unterstützung der entstehenden Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche im mobilen, stationären sowie portablen Bereich die Technologie- und die für den Standort Deutschland wichtige Marktentwicklung zu beschleunigen.
Das "Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie" bündelt sämtliche Aktivitäten auf diesem Gebiet. Bis 2016 sollen insgesamt Fördermittel in Höhe von 500 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, unter Berücksichtigung komplementärer Mittel von Industrie und Anwender bis zu 1,4 Milliarden Euro. Durch die gezielte Forschungsförderung und die Förderung der sich entwickelnden Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche bietet sich die große Chance, diesen Prozess als weiteres Element der Umsetzung der Kraftstoffstrategie der Bundesregierung positiv zu beeinflussen und die Abhängigkeit des Verkehrssektors vom Erdöl zu reduzieren. Das BMVI ist in diesem Rahmen daran interessiert, als für die praktische Umsetzung dieser neuen Technologien verantwortliches Ressort, sich frühzeitig in Form von modellhaften Anwendungen an der Entwicklung zu beteiligen. Damit hat das BMVI auch rechtzeitig Gelegenheit, seinen technischen und nichttechnischen Regelungsrahmen z. B. hinsichtlich sicherheitsrelevanter Vorschriften frühzeitig weiter zu entwickeln.

2. Umweltfreundliche Schiffsmotoren

Energie- und Kraftstofffragen spielen auch im Bereich der See- und Binnenschifffahrt zunehmend eine Rolle. Das BMVI strebt an, mit forschungsseitiger Unterstützung die Emissionen aus Schiffsmotoren weiter zu reduzieren und umweltfreundlichere Antriebe voranzubringen.
Das Thema umweltfreundlicher Schiffsmotoren hat das BMVI im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung neu aufgegriffen. An sich gelten See- und Binnenschifffahrt als umweltfreundliche Verkehrsträger. Durch die Langlebigkeit der Schiffe sind die Antriebe jedoch vielfach überaltert und entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand. Forschungsseitig wie auch im Rahmen investiver Hilfen geht das BMVI aktuell derzeit dieses Thema an, um auch im Schiffsbestand hier eine schnellere Verbesserung zu erzielen. Hierzu dienen Untersuchungen über technische Möglichkeiten der Verminderung von Emissionen bei bereits vorhandenen Schiffsmotoren wie auch Untersuchungen zur Verträglichkeit von modernen, umweltfreundlicheren Kraftstoffen.
Im Rahmen der weiteren Verschärfung der Abgasgrenzwerte für Binnenschiffsmotoren sowie der Grenzwerte für den Schwefelgehalt und Einführung biogener Anteile im Kraftstoff in der EU wird ebenfalls untersucht, ob und unter welchen Bedingungen ältere Binnenschiffsmotoren auch solche Kraftstoffe vertragen können. Dies vor dem Hintergrund, dass eine zwangsweise Einführung solcher Kraftstoffe gegebenenfalls den Austausch einer Vielzahl alter Motoren erzwingen und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen führen könnte, die das Binnenschiffsgewerbe nicht tragen kann.
Eine Übertragung der Ergebnisse auf die Seeschifffahrt sowie auf den Verkehrsträger Schiene ist zu prüfen.

3. Masterplan Güterverkehr und Logistik

Exzellente Logistik ist unabdingbarer Bestandteil eines gesunden leistungsfähigen Verkehrssystems. Deutschland nimmt als Logistikstandort in Europa bereits eine Spitzenstellung ein. Ziel des Masterplans Güterverkehr und Logistik des BMVI ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Standort Deutschland. Dieser soll als Produktions- und Logistikstandort gestärkt werden, seine Wettbewerbsfähigkeit soll erhöht und damit gleichzeitig ein Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung geleistet werden. Dazu soll der Masterplan ein Handlungskonzept zur Steigerung der Effizienz des Gesamtverkehrssystems und einer besseren Nutzung aller Verkehrsträger sein. Integration ist das Stichwort. Mehr Effizienz bedeutet insbesondere: stärkere Bedarfsorientierung, mehr Wirtschaftlichkeit und eine klare Zukunftsorientierung.
Der Masterplan soll im Rahmen eines breit angelegten Kommunikationsprozesses entwickelt werden. In verschiedenen Stadien der Erarbeitung ist die Beteiligung der Bundesressorts, von Fachverbänden, Unternehmen und Gewerkschaften, Ländern, der Koalition, des Bundestags und der Wissenschaft vorgesehen.

4. e-Ticketing

Der Aufbau eines deutschlandweiten e-Ticketing im Öffentlichen Verkehr (ÖV) - elektronisches Bezahlen, elektronische Fahrpreisfindung, elektronischer Fahrausweis - wird forschungsseitig schon lange untersucht, viele Varianten sind erprobt worden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat mit der Entwicklung der sog. Kernapplikation eine einheitliche Systemarchitektur entwickeln lassen, auf deren Grundlage erst die schon lange angestrebte deutschlandweite Umsetzung erfolgen kann. Die dargestellten Effizienzpotentiale sind jedoch nur dann realisierbar, wenn in Deutschland dieser gemeinsamer Standard (Kernapplikation) koordiniert, flächendeckend und interoperabel eingeführt wird. Dieses ist nur mit Hilfe des Bundes realisierbar. Auf der Grundlage der vom BMBF geförderten o. g. Kernapplikation soll e-Ticketing in die Praxis überführt werden.

Mit der Einführung des interoperablen elektronischen Fahrgeldmanagements sollen Zugangshemmnisse zum  ÖPNV abgebaut und mehr Komfort für die Kunden erreicht werden. Mit der sog. Kernapplikation lassen sich elektronische Fahrpreis- und Fahrausweissysteme lokal migrativ und nebeneinander in folgenden Varianten einführen: bargeldloses Bezahlen, elektronisches Ticket und automatisierte Fahrpreisfindung mit aktiver oder passiver An- und Abmeldung. Jede dieser Stufen soll eine einheitliche Kundenschnittstelle erhalten, und die Kunden sollen mit ihrem elektronischen mobilen Gerät und ihrer gewohnten Bezahl- und Handlungsweise jederzeit und überall einfach mitfahren können.

Die lokale bzw. regionale Einführung des elektronischen Fahrgeldmanagements in den einzelnen Umsetzungsschritten wird autark von den einzelnen Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden durchgeführt.
Das gesamte Investitionsvolumen der Einführung von e-Ticketing bei allen  ÖPNV-Unternehmen in Deutschland soll nach Angaben unabhängiger Berater rd. 570 Millionen Euro betragen. Das BMVI will mit seinem Beitrag von 9,75 Millionen Euro diesem innovativen Vorhaben zum Durchbruch verhelfen (Implementationsforschung).
Die VDV-Kernapplikation ermöglicht ein standardisiertes elektronisches Fahrgeldmanagement, das auch die Möglichkeit zu europäischer Interoperabilität beinhaltet. Es sichert die wirtschaftliche Entscheidungsfreiheit der Verkehrsunternehmen und die mittelständische Struktur, bei verbesserten Marketingmöglichkeiten gegenüber den Kunden ab.

5. Initiative Metaplattform Verkehrsinformation

Aus dem 6 Milliarden-Euro-Forschungs- und Entwicklungsprogramm der Bundesregierung soll mit einem Fördervolumen von 4 Millionen Euro die Verkehrsinformation in Qualität und Verfügbarkeit sowohl für den Verkehrsträger Straße (Individualverkehr - IV)  als auch für den öffentlichen Verkehr (ÖV) wesentlich verbessert werden. Ziel ist der mobil informierte und orientierte Verkehrsteilnehmer, der sich z. B. mit einem GPS/Galileo fähigen Smart-Phone überall "on-trip" über seinen Standort, seine Mobilitätsoptionen, Staus und Verspätungen im IV wie im ÖV informieren kann. Gedacht ist  auch an eine Koppelung mit dem e-Ticketing Projekt, womit die optimale Lösung zu einem Personal Travel Assistent (PTA) verwirklicht wäre. Flankierendes Ziel der Entwicklung ist auch eine seniorengerechte Ausgestaltung der geplanten Anwendungen.
Für den Bereich des Öffentlichen Verkehrs soll die Metaplattform auf dem BMVBS-Projekt "DELFI" (Durchgängige Elektronische Fahrplaninformation) aufbauen und dieses entsprechend den Anforderungen weiter entwickeln.
Das Vorhaben Metaplattform Verkehrsinformation ist vorbereitet worden durch sechs Orientierungsstudien, die folgende Teilbereiche untersucht haben: derzeit angewandte und weiter mögliche Detektionsverfahren, derzeitige Datenqualität und zukünftig mögliche Qualitätsstufen, heute angewandte Georeferenzierungsverfahren und Möglichkeiten der Kommunikation untereinander, Rahmenbedingungen und Schnittstellen eines Gesamtsystems Verkehrsinformation, derzeitige Verkehrsinformationsplattformen im IV und ÖV. Mit den sechs Orientierungsstudien sollten die Bereiche identifiziert werden, die noch zu bearbeiten sind, um sowohl im IV wie auch im ÖV überall in Deutschland eine angemessene  Verkehrsinformationsversorgung zu erreichen.
Verlässliche Verkehrsdaten bilden die Grundlage für eine vom Nutzer akzeptierte Verkehrsinformation und für ein darauf aufbauendes effizientes Verkehrsmanagement. Dies gilt insbesondere auch für den Datenaustausch mit Daten aus unterschiedlichen Quellen. In der Metaplattform sollen die schon heute z.T. verstreut und unkoordiniert vorhandenen Daten aus unterschiedlichen Quellen gesammelt und für eine integrierte Nutzung aufbereitet und vernetzt werden. Hierzu sind entsprechende Tools bereitzustellen, die dies ermöglichen. Um eine Vergleichbarkeit und zuverlässige Weiterverarbeitung dieser Daten durch Verkehrsmanager/ Service Provider zu gewährleisten, ist es erforderlich, auch die Qualität der eingestellten Daten zu bewerten und dem Nutzer mitzuteilen. Verkehrsinformationen haben immer auch einen räumlichen Bezug, der in den verschiedenen Systemen unterschiedlich georeferenziert ist. Um einen Datenaustausch zwischen den Systemen zu ermöglichen, ist ein Referenzsystem für die Georeferenzierung zu entwickeln.
Die Metaplattform soll mit Hilfe von standardisierten Schnittstellen/Protokollen und den erforderlichen weiteren Tools koordinierendes Bindeglied zwischen Service Providern und Content Providern sowie den bereits existierenden (Teil-)Plattformen im IV wie auch ÖV sein und die notwendige Kommunikation zwischen Daten und Systemen herstellen. Sie soll konsolidierte Rohdaten für den IV, für den ÖV sowie Störungsinformationen sowohl für Service Provider, für die öffentliche Hand zur kollektiven Verkehrsbeeinflussung als auch für den Verkehrswarndienst der Rundfunkanstalten  zur Verfügung stellen. Derzeit existieren bereits einige (Teil-)Plattformen in Ballungsräumen, Regionen, Ländern und Bund. Auch euregionale Plattformen sind bereits in Betrieb. Diese Plattformen sollen mit der Metaplattform koordiniert werden.

6. Wirtschaft trifft Wissenschaft

Mit seinem Innovationswettbewerb "Wirtschaft trifft Wissenschaft" fördert das BMVI in seiner Eigenschaft als Beauftragter der Bundesregierung für die Angelegenheiten der neuen Länder neue Ansätze für einen Transfer wissenschaftlicher und technischer Innovationen in konkrete wirtschaftliche Anwendungen. Ziel des Wettbewerbs ist es, das Potenzial von Forschungseinrichtungen noch stärker in gemeinsame Innovationsprozesse mit der Wirtschaft einzubringen und die Position der Hochschulen in den neuen Ländern als "regionale Anker" in den Innovationsprozessen zu stärken.
Der vom BMVI geförderte Wettbewerb "Wirtschaft trifft Wissenschaft" berücksichtigt Universitäten, An-Institute von Hochschulen, öffentliche Forschungseinrichtungen sowie Fachhochschulen mit Sitz in den neuen Ländern und bezieht sich auf die Entwicklung neuer effizienter Wege und Formen für professionellen Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft sowie deren Erprobung in der Umsetzung (Förderetat bis 2010: rund 23,4 Millionen Euro).
Im Wettbewerb "Wirtschaft trifft Wissenschaft" konnte die erste Förderrunde im September 2007 abgeschlossen werden. Die zweite wurde gleichzeitig gestartet.

VI. Schaffung von Wissenstransparenz, Wissensvermittlung, Kompetenzförderung

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Immer dringlicher ist es, für komplexe neue Aufgabenstellungen Wissenskompetenz aufzubauen. Das BMVI erkennt hierzu die Notwendigkeit, zweckmäßige und nutzergerechte Verfahren und Methoden zu entwickeln und aufzubauen, um das im Wissenschaftsbetrieb und in der modellhaften praktischen Anwendung schon entwickelte Wissen für die Wirtschaft, die Verwaltung sowie für den interessierten Bürger zum Aufbau eigener Problemlösungskompetenz zur Verfügung zu stellen. Intelligente Netzwerke können hier helfen, diesen Anspruch zu unterstützen. Das BMVI hat zum Beispiel mit seinem im Internet verfügbaren Forschungsinformationssystem (FIS) sowie seinem Portal Mobilität 21 hier die Initiative ergriffen.
Mit seinem so genannten FIS bereitet das BMVI das nationale und internationale Forschungswissen zu den Bereichen, für die das BMVI zuständig ist, unter anderem für die politische Entscheiderebene problembezogen auf. Mit der BMVI-Internetplattform Mobilität 21 sollen innovative und schon in der Praxis im Einzelfall funktionierende Konzepte einem breiteren Nutzerkreis bekannt gemacht werden und zusätzlich gefördert werden. Ebenfalls soll dies durch das Projekt "Wirtschaft trifft Wissenschaft" aus dem Innovationsprogramm der Bundesregierung für den Bereich Aufbau Ost initiiert werden. Nähere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Forschungs-Informations-Systems, der Mobilität 21 und dem Forschungszentrum Jülich.


VII. BMVI beratende Ressortforschungseinrichtungen

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Aufgaben politikberatender Ressortforschung werden auch in dem BMVI nachgeordneten Behörden wahrgenommen. Zu diesen gehören:

  • Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), 
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG),
  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), 
  • Deutscher Wetterdienst (DWD), 
  • Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt),
  • Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

1. Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

Die BAW ist die zentrale technisch-wissenschaftliche Bundesoberbehörde zur Beratung und Unterstützung des BMVI und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) im Rahmen der verkehrswasserbaulichen Aufgaben an den Bundeswasserstraßen. Die Dienststelle Ilmenau der BAWist das zentrale Dienstleistungszentrum für Informationstechnik der Bundesverwaltung für Verkehr. Darüber hinaus ist die BAW Trägerin der Geschäftsstelle für die in der Küstenforschung tätigen Verwaltungen des Bundes und der Länder (Kuratorium für Forschung im Küsteningenieurwesen).
Die BAW berät und unterstützt das BMVI und die WSV als wissenschaftlich eigenständige Einrichtung in den Fachgebieten Bautechnik, Geotechnik, Wasserbau, Schiffstechnik und Informationstechnik.
Die BAW bearbeitet auf der Grundlage des Forschungskonzeptes "Verkehrswasserbau" laufend rund 60 eigene FuE-Vorhaben. Diese sind dabei auf solche Vorhaben konzentriert, die abzielen auf:

  • die Verbesserung der Verkehrssicherheit auf den Wasserstraßen,
  • die Optimierung des Betriebs, der Unterhaltung und des Ausbaus sowie
  • die Optimierung der Verfahren und Methoden.

Der weit überwiegende Anteil der Ressourcen der BAW dient der fachwissenschaftlichen Beratung zu Projekten der WSV sowie des BMVI. Zu einem geringen Anteil werden Forschungsvorhaben betreut, die ihren Anlass in der fachlichen Beratungstätigkeit haben und deren Ergebnisse wieder in die Beratung einfließen.

2. Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

Die BfG ist das zentrale wissenschaftlich eigenständige Institut des Bundes für wasserstraßenbezogene Beratung, Begutachtung und Forschung auf den Gebieten Gewässerkunde, Wasserbewirtschaftung, Ökologie und Gewässerschutz. Sie berät die WSV, die Bundesministerien, insbesondere das BMVI und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Grundsatz- und Fachfragen. Außerdem ist die BfG im Rahmen des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StSchVG) zuständig für die Überwachung von Wasser, Schwebstoffen und Sedimenten in den Bundeswasserstraßen. Charakteristikum der Arbeit der BfG ist die interdisziplinäre Projekt- und Aufgabenbearbeitung.

Als gewässerkundliches Institut des Bundes und durch ihre Unabhängigkeit als Behörde besitzt die BfG bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal u. a. für folgende Fachgebiete:

  • Ökologie großer Fließgewässer und Kanäle.
  • Wasserhaushalt der Bundesrepublik Deutschland.
  • Wasserstandsvorhersage für Niedrig- bis Hochwasser.
  • Ökomorphologie großer Flüsse und Ästuare.
  • Chemische und ökotoxikologische Qualität des aquatischen Lebensraumes (Wasser und Sediment) im Binnen- und Küstenbereich.

Angewandte Forschung und Entwicklung sind notwendiger Bestandteil der Facharbeit der BfG, um neue Erkenntnisse, Methoden und Konzepte nutzbar zu machen bzw. selbst zu entwickeln. Gewässerkundliche Daten und Informationen werden in den Dienst der Grundlagen- und angewandten Forschung gestellt.

Stellvertretend sind fünf Themenbereiche im Hinblick auf die Bundeswasserstraßen zu nennen: Klimafolgenforschung, Risikobewertung, Gewährleistung von Qualitätsstandards, Sedimentmanagement, Durchgängigkeit von Fließgewässern.

3. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)

Das BSH verfügt über breite wissenschaftliche Kompetenz entsprechend seinem Status als zentrale maritime Behörde des Bundes. Zu nennen sind insbesondere wissenschaftliche Fachkompetenz in der Ozeanographie, der Meeresphysik, Meereschemie, Geologie und der hydrographischen Vermessung. Hohes Fachwissen besteht außerdem in der wissenschaftlichen nautischen Technik - Entwicklung und Standardisierung - sowie Rechts- und Verwaltungswissenschaften - Verfahrens- und Rechtsentwicklung -.

Das Leistungsspektrum umfasst:

  • Seevermessung in Nord und Ostsee (Datenpool für Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Basis für nautische Veröffentlichungen);
  • Vorhersagedienste für Öffentlichkeit und Wirtschaft, insbesondere Schifffahrt (Gezeiten, Wasserstand, Sturmflut, Meereseis);
  • Überwachung der Meeresumwelt, u. a. Auswirkungen der Klimaveränderungen (z. B. Wassertemperatur, Nährstoffgehalte, Radioaktivität);
  • Verfolgung von Umweltverstößen (z. B. verbotene Einleitung von Öl aus Schiffen);
  • Genehmigung von Offshore-Aktivitäten in der AWZ (Windenergieanlagen, Pipelines und Seekabel);
  • Marktüberwachung sowie Prüfung und Zulassung nautischer Geräte und Anlagen;
  • Zeugnisse für Seeleute;
  • Versicherungsbescheinigungen für Schiffe;
  • Internationales Seeschifffahrtsregister;
  • maritime Gefahrenabwehr.

Die wissenschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten werden im BfG fachübergreifend von Meereskunde, nautischer Hydrographie und Schifffahrt genutzt und entwickelt. Sie sind Teil und notwendige Basis der Aufgabenerfüllung, gleichzeitig werden aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen aufgegriffen und in die Arbeit implementiert sowie wissenschaftliche Entwicklungen beeinflusst und initiiert. Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeiten wie des seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen durchgeführten Monitorings von Nord- und Ostsee werden Zeitreihen wissenschaftlicher Daten über z. B. Sauerstoffgehalt, Temperatur und diverse Schadstoffgehalte gewonnen, die einzigartig sind und auf die zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen für ihre Forschungstätigkeiten zurückgreifen können. Als aktuell wichtige Beispiele für Entwicklungen, an denen das BfG beteiligt ist, sind zu nennen Untersuchungen zu Folgen und Auswirkungen der Klimaveränderungen auf Nord- und Ostsee, insbesondere die Küstenregionen, sowie die Entwicklung der Offshore-Windparks, die Raumordnung auf dem Meer, und die Weiterentwicklung von Verfahren zur langfristigen Untersuchung der Meeresumwelt. Alle Entwicklungen sind eingebunden in internationale Programme.

4. Deutscher Wetterdienst (DWD)

Die teilrechtsfähige Anstalt "Deutscher Wetterdienst" (DWD) in Offenbach am Main erbringt gemäß Wetterdienstgesetz (DWD-Gesetz) als nationaler Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland meteorologische Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge, einschließlich Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge, zur Sicherung der Luft- und Seeschifffahrt und zur Grundversorgung der Bevölkerung. Eine weitere Kernaufgabe des DWD ist die kurz- und langfristige Überwachung der Atmosphäre einschließlich der radioaktiven Spurenstoffe und der Vorhersage ihrer Verfrachtung.

Der DWD betreibt eigene Forschung und Entwicklung mit dem Ziel, seine Leistungen entsprechend dem aktuellen Stand von Wissen und Technik erbringen zu können. Schwerpunkte von Forschung und Entwicklung sind entsprechend seiner Aufgabenstellung Verfahren zur Wettervorhersage einschließlich numerischer Wettervorhersagemodelle, Verfahren zur Wetter- und Klimaüberwachung und Beratungsverfahren. Kennzeichnend für die Forschung und Entwicklung im DWD ist die notwendige enge Einbindung in den Betrieb.
 

5. Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Die Bundesanstalt für Straßenwesen hat die Aufgabe, die Entwicklung des Straßenwesens voranzubringen und hierfür dem BMVI für verkehrspolitische Fragestellungen auf dem Gebiet des Straßenwesens wissenschaftlich gesicherte Entscheidungshilfen zur Verfügung zu stellen. Die BASt wirkt dabei hin auf eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit des Baues und der Erhaltung von Straßen und Brücken, eine Erhöhung der Sicherheit des Straßenverkehrs sowie der Straßenfahrzeuge, eine Verminderung der straßenverkehrs- und straßenbaubedingten Umweltbelastungen sowie eine Verbesserung der Effizienz der Straßennutzung, u. a. durch eine verbesserte Einbindung des straßengebunden Verkehrs in das Gesamtverkehrssystem.
Die BASt führt eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch und vergibt im Rahmen ihrer Aufgaben und der ihr zugewiesenen Haushaltsmittel Forschungsprojekte an Dritte. Sie wirkt mit an der Prüfung von Baustoffen, Bauteilen und Gegenständen der Straßenausrüstung sowie an der Verbesserung der Prüfgeräte und Prüfverfahren im Straßenwesen. Dabei arbeitet sie mit Stellen des In- und Auslandes, insbesondere des EU-Auslandes zusammen. Sie kann auf Verlangen auch andere Behörden des Bundes, der Länder und sonstige interessierte Stellen beraten. Außerdem betreibt sie auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung im Straßenverkehr zielgerechte Forschungsplanung und -koordinierung und prüft herstellerunabhängig Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit auf ihre Effizienz. Sie nimmt im Bereich des Fahrerlaubniswesens gesetzlich festgelegte Begutachtungsaufgaben wahr.

6. Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Das BBR - entstanden aus der Zusammenlegung der Bundesbaudirektion und der Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung ist zuständig für die Durchführung der Bauangelegenheiten des Bundes und der obersten Bundesbehörden und unterstützt die Bundesregierung fachlich bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben auf den Gebieten der Raumordnung, des Städtebaus sowie des Wohnungs- und Bauwesens einschließlich der internationalen Zusammenarbeit und stellt zentrale Dienste und Hilfen für die Bundesbehörden bereit. Das BBR entwickelt ein eigenes Forschungsprogramm. Sein Schwerpunkt ist die wissenschaftliche Politikberatung in den Bereichen Raum- und Stadtentwicklung, Wohnungs- und Immobilienwesen sowie Bauwesen - auf der Basis eigener Forschungen sowie der Auswertung der an Dritte vergebenen Forschungsaufträge.
Die von seinem Wissenschaftlichen Bereich veröffentlichten Berichte sind wesentliche Materialien für die Analysen der Raum - und Stadtentwicklung in Deutschland, für die Entwicklung der Wohnungs- und Immobilienmärkte und für die grundsätzlichen Probleme der baulichen Entwicklung. Verstärkt wird kontinuierlich die zentrale Funktion des BBR im europäischen Zusammenhang.