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Quelle: © Syda Productions - Fotolia

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur lobt für das Jahr 2017 erneut den Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik aus.

Der Preis wird für herausragende Lehrangebote von Hochschulen im Fachbereich Logistik verliehen. Durch den Preis soll das deutsche Hochschulangebot im Bereich Logistik besser bekannt gemacht werden. Jugendliche und bereits im Logistikbereich Beschäftigte sollen für Logistikberufe mit akademischen Hintergrund sowie für Führungsaufgaben interessiert werden. Gleichzeitig soll die Motivation gestärkt werden, einen Studiengang im Bereich Logistik zu wählen.

Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung, der Ausweitung der Arbeitsteilung in der Produktion, neuer technischer Möglichkeiten und des demografischen Wandels besteht im gesamten Bereich Transport und Logistik ein hoher Bedarf an qualifiziertem Personal und akademischen Fachkräften. Der Aktionsplan Güterverkehr und Logistik des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sieht daher vor, durch eine gemeinsame Initiative von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden die langfristige Sicherung von ausreichendem qualifiziertem Personal, die Erhöhung des Qualifikationsniveaus und die Verbesserung des Images der Logistikberufe zu erzielen. Hierzu soll auch der Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik beitragen.

2017 wird der Preis für herausragende Lehrangebote zum Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" verliehen.

Die Internationalisierung ist ein weiter anhaltender Trend in der Weltwirtschaft. Die Logistik ist einer der zentralen Treiber dieser Entwicklung. Ohne eine leistungsfähige Logistik sind globale Wertschöpfungsprozesse gar nicht denkbar. Deutschland kommt dabei aufgrund seiner zentralen Lage in Europa und seiner starken Wirtschaft eine wichtige Rolle als logistische Drehscheibe in Europa zu. Dieser Trend hat auch direkte Auswirkungen auf die Logistikbranche. Die Planung und Durchführung von Transportabläufen verläuft häufig nicht mehr nur linear. Weltweite Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden, stetig kürzer werdende Innovationzyklen aber auch die zunehmende Individualisierung von Produkten führen zu komplexeren Abläufen. Immer häufiger müssen Logistiker weltumspannende Netzwerke knüpfen und unterhalten. Hierbei ist es unerlässlich verschiedenste Faktoren und Einflüsse zu berücksichtigen. Neben die klassischen logistischen Herausforderung, Lieferprozesse an den Anforderungen von Zeit, Kosten und Qualität auszurichten, treten mit Umwelt- und Ressourcenschutz und der sozialen Verantwortung gegenüber Kunden, Dienstleistern und eigenen Mitarbeitern weitere Faktoren, die in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen sind. Gerade diese vielfältigen Anforderungen in Ausgleich zu bringen, stellt bei internationalen Logistikprozessen eine besondere Herausforderung dar. Fachkenntnisse über logistische Abläufe sind dazu unabdingbar, eine immer größere Rolle nehmen aber auch weitere Fähigkeiten wie Sprachkenntnisse oder auch interkulturelle Kompetenz ein. Daher ist es von großer Bedeutung, die Anforderungen, die die Internationalisierung und globale Netzwerke an die Logistik stellen, bereits frühzeitig und umfassend im Logistikstudium zu vermitteln, damit die logistischen Nachwuchskräfte diese kennen und bei ihren Entscheidungsprozessen berücksichtigen können.

Teilnahmeberechtigt ist jede staatliche oder staatlich anerkannte deutsche Hochschule, die einen Studiengang mit logistischem Schwerpunkt mit dem Abschluss Bachelor oder Master anbietet. Bewerben kann sich die jeweilige Hochschule, ein Fachbereich oder eine Fakultät.

Die eingereichten Bewerbungen werden beurteilt nach

  • Vielseitigkeit des Lehrangebots (zum Beispiel Fallstudien, Projektarbeiten, Forschungsarbeiten, innovative Lernkonzepte) (15%)
  • Zusammenarbeit / Kooperation mit der Wirtschaft im nationalen und internationalen Bereich (15%)
  • Relevanz des Lehrangebots für Wirtschaft und Praxis / praxisorientierte Behandlung unternehmensrelevanter Fragestellungen (Praxisbezug) (30%)
  • Entwicklung neuer und/oder Weiterentwicklung bestehender logistischer Konzepte beziehungsweise Vorhaben mit Bezug auf das Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" (30%)
  • Berücksichtigung von sozialen Belangen der Beschäftigten im Logistikbereich zum Beispiel zur Qualifizierung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen (10%)

Die Entscheidung über den Preisträger trifft eine Jury. Diese besteht aus folgenden Mitgliedern:

  • Frau Parlamentarische Staatssekretärin Dorothee Bär, MdB, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (Vorsitz)
  • Herrn Mathias Krage, Präsident des Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV) e.V.,
  • Herrn Jochen Thewes (Vorsitzender des Vorstandes der Schenker AG),
  • Herrn Prof. Dr. Karlheinz Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.,
  • Herrn Prof. Dr.-Ing. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,
  • Frau Andrea Kocsis, stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di),
  • Herrn Prof. Dr. Harald Gleißner, Erster Vizepräsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR),
  • Frau Katrin Geißler-Schmidt, Verlagsleiterin Verlag Heinrich Vogel (Springer Fachmedien München GmbH).

Hochschulen, deren Vertreter gleichzeitig Jurymitglied sind, sind von der Bewerbung ausgeschlossen.

Ausgezeichnet wird der Preisträger mit einer Urkunde und einer Statue. Die Preisverleihung erfolgt anlässlich der 7. Nationalen Konferenz Güterverkehr und Logistik 2017.

In der Bewerbung ist darzulegen, dass das Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" im Lehrplan des Bewerbers eine besondere Rolle spielt. Dabei ist auf folgende Leitfragen einzugehen:

  • Welche Studienangebote / Lehrveranstaltungen bieten Sie zum Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" an?
  • Wie wird das Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" an Ihrer Hochschule behandelt bzw. wie ist es in den Lehrplan integriert?
  • Inwiefern berücksichtigen Sie, dass die von Ihnen vermittelten Lehrinhalte zum Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" später im Berufsleben der Studierenden eingesetzt werden können?
  • Gibt es von Ihnen Entwicklungen / Innovationen / Konzepte aus dem Bereich / Gebiet "Internationalisierung und globale Netzwerke", die von Unternehmen bereits angewandt werden?
  • Inwiefern werden internationale Bezüge zum Thema "Internationalisierung und globale Netzwerke" berücksichtigt?

Bewerbungen sind von der Hochschulleitung, der Dekanin / dem Dekan der Fakultät oder der Leiterin / dem Leiter des Fachbereichs zu unterzeichnen.

Die Bewerbungen müssen für den Empfänger kostenfrei bis zum 28.02.2017, 14:00 Uhr in schriftlicher Form eingegangen sein bei:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Referat G 22
Kennwort Hochschulpreis Güterverkehr und Logistik
Invalidenstraße 44
10115 Berlin

Die Sendung ist mit dem Zusatz:  "Nicht öffnen! Bewerbungsunterlagen; Bewerbungsfrist 28.02.2017, 14.00 Uhr" zu versehen. Maßgeblich für eine fristgerechte Bewerbung ist der Posteingang beim BMVI in Berlin.