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S-Bahn wartet am Bahnsteig

Quelle: Fotolia / Petair

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert bereits seit mehreren Jahren innovative Entwicklungen im Öffentlichen Personenverkehr (ÖPV), wie beispielsweise das eTicket Deutschland sowie die Durchgängige Elektronische Fahrgastinformation. Insbesondere die Einführung von elektronischen Fahrscheinen sowie deren Verknüpfung mit einer digitalen Fahrplanauskunft sind hervorragend dazu geeignet, jene Zugangsbarrieren zum ÖPV zu senken, die eine verstärkte Nutzung von Bussen und Bahnen sowie einen Umstieg vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel hemmen.

Während die Kunden einen einfachen und problemlosen Zugang zum ÖPV – möglichst die Fahrt von A nach B mit einigen wenigen Clicks auf dem Smartphone – erwarten, ist der öffentliche Mobilitätsmarkt nach wie vor kleinteilig strukturiert. Dies gilt sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Hinsicht. Auf horizontaler Ebene findet eine Vernetzung über Länder- und Verbundraumgrenzen hinweg praktisch kaum statt. In vertikaler Perspektive sind Informations-, Buchungs- und Bezahlsysteme noch zu selten miteinander vernetzt. Dadurch wird eine deutschlandweite Reisegestaltung von Tür zu Tür erheblich erschwert.

Die Bundesregierung sieht es weiterhin als ihre Aufgabe an, Innovationen voranzutreiben und Zugangsbarrieren zu senken, um insgesamt eine verstärkte Nutzung von Bussen und Bahnen herbeizuführen. Deshalb hat das BMVI die Initiative zur digitalen Vernetzung im ÖPV gestartet. Kernelement ist ein Dialog- und Stakeholderprozess mit Vertretern der Länder, der Aufgabenträger, der Kommunen, der Verkehrsunternehmen und -verbünde, der Industrie sowie der Verbraucherverbände. Der Prozess wurde im Frühjahr des Jahres 2015 gestartet. Im Rahmen verschiedener Workshops auf der Entscheider- und Expertenebene wurden die relevanten Handlungs- und Entscheidungsträger eingebunden.

Ein erster Meilenstein des bisherigen Prozesses ist eine Roadmap, die die Handlungserfordernisse, die notwendigen Schritte und die entsprechenden Verantwortlichkeiten skizziert. Das Dokument wurde am 21.06.2016 fachlich verabschiedet. Mit der Umsetzung der in der Roadmap enthaltenen Maßnahmen tritt der Dialog- und Stakeholderprozess in eine entscheidende Phase ein.

Das BMVI wird sich auch finanziell an der Umsetzung beteiligen – insbesondere durch die anteilsmäßige Förderung der Einführung eines interoperablen eTickets sowie der digitalen Vernetzung im Öffentlichen Personenverkehr. Dafür stehen für die Jahre 2016 bis 2018 insgesamt 16 Millionen Euro im Zukunftsinvestitionsprogramm zur Verfügung. Eine entsprechende Förderrichtlinie wurde am 16.06.2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht.