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Güterverkehr

Quelle: bayernhafen gruppe / David Ebener

Der Kombinierte Verkehr ist eine besondere Form des intermodalen Güterverkehrs, bei der Ladeeinheiten wie Container oder Wechselbrücken oder Lkw-Sattelauflieger über längere Distanzen auf der Schiene oder der Wasserstraße transportiert werden. Der Lkw wird nur über eine kürzere Strecke auf der Straße eingesetzt, um die Container und Wechselbrücken zum Umschlagterminal auf die Bahn oder das Binnenschiff hin zu transportieren oder am Entladeort abzuholen und auszuliefern.

Die Umschlaganlagen sind die Schnittstellen des Kombinierten Verkehrs. Mit geeigneten Kränen oder anderen Verladeeinrichtungen werden die Ladeeinheiten von Lkw auf Züge oder Binnenschiffe verladen. Am Entladeort, einem weiteren Umschlagbahnhof, werden die Ladeeinheiten wieder heruntergenommen und mit Lkw an ihr Ziel transportiert.

Mit effizienten Umschlaganlagen gelingt es, die Vernetzung der Verkehrsträger zu optimieren und die Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße verstärkt in die Logistikkette einzubeziehen. Der Kombinierte Verkehr trägt damit dazu bei, die Straße zu entlasten und Emissionen im Güterverkehr zu reduzieren.

Güterverkehr

Quelle: bayernhafen Aschaffenburg

Der Bund unterstützt mittels einer Förderrichtlinie den Kombinierten Verkehr und die Stärkung des intermodalen Verkehrssystems. Die Förderrichtlinie ermöglicht finanzielle Zuschüsse für den Neu- und Ausbau von privaten Umschlaganlagen des Kombinierten Verkehrs. So kann jeder Verkehrsträger gemäß seinen Stärken eingesetzt werden, und die Verlagerung auf die Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße wird gefördert.

Die Höhe der Förderung Zuwendungen beträgt bis zu 80 % der förderfähigen Anlagenteile. Eine Auflistung dieser Anlagenteile ist in der Richtlinie enthalten.

Die Förderung der privaten Umschlaganlagen ist technologieoffen ausgerichtet und kann sowohl für vertikale als auch für horizontale Umschlaganlagen erfolgen. Zu den Förderbedingungen gehört, dass die Anlage diskriminierungsfrei allen Nutzern offen stehen muss und dass bei Antragstellung das Vorhaben noch nicht begonnen wurde. Für den Fall, dass Rückzahlungsverpflichtungen an den Bund entstehen, weil Maßgaben der Richtlinie nicht eingehalten wurden, muss eine Absicherung der Fördersumme erfolgen. Dies kann in der Regel durch die Vorlage einer erstrangigen dinglichen Sicherung in Form einer Grundschuld erfolgen.

Die Vorgaben zum Verfahren sind transparenter gestaltet. Nach Maßgabe der Richtlinie werden die vorgelegten Anträge innerhalb eines Monats auf Vollständigkeit geprüft. Zudem soll das Ergebnis der Prüfung des Förderantrags spätestens drei Monate nach Vorliegen aller zur Entscheidung erforderlichen Unterlagen durch die Bewilligungsbehörden mitgeteilt werden.

Die Richtlinie gilt vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2021.

Weitere Informationen zu der Förderung und der Antragstellung sind über die zuständigen Bewilligungsbehörden Eisenbahnbundesamt und Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erhältlich.

Zur Weiterentwicklung des Kombinierten Verkehrs in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde im Jahr 2012 ein Entwicklungskonzept für den Kombinierten Verkehr in Deutschland mit dem Zeithorizont 2025 erarbeitet. Das Gutachten dient den Bewilligungsbehörden (Eisenbahn-Bundesamt, Wasserstraßen- und Schifffahrtsdirektion West) als Entscheidungshilfe mit dem Ziel, die bisher standortbezogene Förderung zu einer Förderung unter Berücksichtigung der Netzbildungsfunktion der Umschlaganlagen weiter zu entwickeln. Hierdurch sollen bestehende Verlagerungspotenziale auf Schiene und Wasserstraße genutzt werden.

In der Studie wurden auf der Basis des vorhandenen Netzes von Umschlaganlagen und der Transportentwicklung regionale Standorträume des Kombinierten Verkehrs in Deutschland gebildet. Neben der Analyse der Verkehre und Feststellung der Umschlagkapazitäten wurde der standortraumbezogene Bedarf an schienen- und wasserseitigen Umschlagkapazitäten bis 2025 ermittelt.

Der verkehrliche Teil des Gutachtens ist veröffentlicht.