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Elektromobilität

Quelle: BMVI

Der Frankfurter Flughafen geht neue Wege, um Lärm und Bodenemissionen im Flugverkehr zukünftig noch stärker zu verringern. Das Bundesverkehrsministerium hat drei innovative Projekte unter dem Dach "Grüne Abfertigung - E-Port an" am größten deutschen Flughafen offiziell zum "Leuchtturm Elektromobilität" gekürt. Bei der "Grünen Abfertigung" in Frankfurt werden E-Fahrzeuge zum Rollen und Schleppen von Kurz- und Langstreckenflugzeugen und ein elektrisches Catering-Hub-Fahrzeug erprobt. Außerdem wird eine E-Fahrzeugflotte bei der Flugzeugbeladung, beim Ein- und Ausstieg der Passagiere und im Fahrdienst der Bodenabfertigung und des Flughafen-Sicherheitspersonals eingesetzt. Das Vorhaben "Grüne Abfertigung" wird im Rahmen der "Modellregion Elektromobilität Rhein-Main" durch das BMVBS mit rund 8,1 Millionen Euro gefördert (Gesamtprojektsumme: 15,7 Millionen Euro). Projektpartner sind das Land Hessen, die Deutsche Lufthansa AG und die Fraport AG.

Staatssekretär Rainer Bomba zur Benennung des Leuchtturms "Grüne Abfertigung - E-Port an" in Frankfurt:

Wir fördern Elektromobilität technologieoffen auf Straße und Schiene, in der Luft- und in der Schifffahrt. Mit Elektrofahrzeugen in der Flugzeugabfertigung und im Rollverkehr der Flugzeuge können Lärm und Abgase rund um einen Flughafen deutlich verringert werden. Im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Rhein-Main fördern wir deshalb am Frankfurter Flughafen drei Projekte mit hohem Innovationsgrad, die sich zur Nachahmung empfehlen. Das Prädikat 'Leuchtturm' soll die Strahlkraft dieses einzigartigen Technologieprojekts noch erhöhen – auch international. Mit 'E-Port an' zeigt der Frankfurter Flughafen eindrucksvoll, was schon heute im Bereich 'Grüne Abfertigung' möglich ist.

Die "Grüne Abfertigung" wird vom BMVBS im Rahmen des Förderschwerpunkts Elektromobilität in Modellregionen mit Mitteln in Höhe von 8,1 Millionen Euro unterstützt. Die Gesamtprojektsumme beträgt 15,7 Millionen Euro. In der Modellregion Rhein-Main steht neben den Flughafenprojekten auch das Thema Flottenlösungen in der "Allianz Elektromobilität" im Fokus. Das BMVBS fördert die Modellregionsprojekte mit insgesamt rund 17,5 Millionen Euro. Die überregionale Koordination der Modellregionen liegt bei der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).

In der Modellregion Rhein-Main steht neben den Flughafenprojekten auch das Thema Flottenlösungen im Elektromobilitätsbereich in der "Allianz Elektromobilität" im Fokus. Das BMVBS fördert die Modellregion Rhein-Main insgesamt mit rund 17,5 Millionen Euro.

Hintergrundinformation: "Grüne Abfertigung E-Port an" am Frankfurter Flughafen

Das Vorhaben "Grüne Abfertigung" wird im Rahmen der "Modellregion Elektromobilität Rhein-Main" durch das BMVBS mit rund 8,1 Millionen Euro gefördert. Laufzeit des gesamten Vorhabens ist bis Mitte 2016. Die Modellregion Rhein-Main wird seit 2009 durch das BMVBS über das Bundesprogramm "Elektromobilität in Modellregionen" gefördert. Koordiniert werden die Modellregionen Elektromobilität von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH).
Ziel des Vorhabens "Grüne Abfertigung" ist, Bodenemissionen rund um die Flugzeugabfertigung durch durch einen erhöhten Elektrifizierungsgrad langfristig zu reduzieren. Hierzu werden in Einzelvorhaben mit insgesamt neun Partnern verschiedene Technologien und Verfahren im Rahmen der Elektromobilität entwickelt, im Alltag erprobt und wissenschaftlich begleitet. Die hierbei entwickelten Lösungen und Erkenntnisse sollen zukünftig auch auf andere - wie beispielsweise Güter- und Schwerlastverkehre - übertragen werden. Die "Grüne Abfertigung" wird in drei Bereichen erprobt:

1. "Airport eMove" - Elektromobiles Rollen und Schleppen von Flugzeugen

Partner: Deutsche Lufthansa AG , Lufthansa Technik AG , Lufthansa Engineering and Operational Services GmbH (LEOS), TU Darmstadt

"e-Schlepper": Beim Projekt handelt es sich um einen elektrisch betriebenen stangenlosen Flugzeugschlepper auf Hybridbasis, den Lufthansa LEOS derzeit gemeinsam mit Kalmar Motor AB entwickelt. Ziel ist unter anderem, dessen Effizienz und Wirtschaftlichkeit mit der eines dieselbetriebenen Modells zu vergleichen. Außerdem gilt es, konkrete Einsatzmöglichkeiten zu prüfen und Spezifikationen für den Bau eines Prototypen abzuleiten. Das Besondere am eSchlepper: Im Gegensatz zu herkömmlichen stangenlosen Modellen, die für Flugzeuge bis zu einem Maximum Take Off Weight (MTOW) von 160 Tonnen ausgelegt sind, wird der eSchlepper als weltweit erster Flugzeuge bis zu einem MTOWMaximum Take Off Weight von 570 Tonnen rein elektrisch ziehen. Überdies wird er auch Werftschlepps über längere Strecken von fünf bis sieben Kilometern zurücklegen, wartungsärmer sein und das Umpositionieren von Flugzeugen erlauben. Das Laden der Lithium-Polymer Batterien erfolgt extern über das Stromnetz, wobei ein kleiner, zusätzlicher Dieselmotor (Range Extender) die Akkus bei Bedarf während des Betriebes wieder aufladen kann.

"eTaxi": Durch das von Lufthansa Passage, Lufthansa Technik und Partnerunternehmen seit Ende 2011 vorangetriebene Projekt eTaxi werden sich Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge zukünftig umweltfreundlich über das Rollfeld bewegen (Taxiing). Möglich wird dies durch den Einbau eines Elektromotors in das Hauptfahrwerk des Flugzeugs und ein im Rahmen des projektes entwickeltes operatives Konzept. Neben den bereits genannten ökologischen Vorteilen reduziert eTaxi auch den Bremsverschleiß und schont die Triebwerke durch eine geringere Laufzeit.

"TaxiBot": Im Mittelpunkt des Projekts steht ein diesel-elektro-betriebener Flugzeugschlepper steht. Auch er eröffnet die Möglichkeit, Verkehrsflugzeuge bei ausgeschalteten Triebwerken zur Startbahn zu rollen ("Dispatch Towing"). Das Verfahren basiert auf einer von Israel Aerospace Industries (IAI) patentierten Technologie, die Lufthansa LEOS mitentwickelt hat. Anders als eTaxi erfordert das System keine oder nur geringe Modifikationen am Flugzeug. Der speziell konstruierte Schlepper nimmt das Flugzeug über das Bugrad auf, wobei im Unterschied zu herkömmlichen Schleppern eine Aufnahmevorrichtung mit Drehteller zum Einsatz kommt. Der Drehteller registriert die Lenkbewegungen des Bugrads und überträgt den eingeschlagenen Winkel auf die Steuerung der Räder des TaxiBot. Die Geschwindigkeit regelt der TaxiBot automatisch. Nach dem normalen "Pushback", dem Zurückdrücken vom Gate, übergibt der TaxiBot-Fahrer die Steuerung des Schleppers vorübergehend an den Piloten im Cockpit. Dieser bedient den Schlepper von dort aus im "Pilot Control Mode" (PCM). Ist die Abkoppelposition erreicht, übernimmt der TaxiBot-Fahrer wieder die Kontrolle und trennt den Schlepper vom Flugzeug. Erst dann werden die Triebwerke angelassen.

2. "eLift" - Cateringhubwagen der Zukunft


Partner: LSG Sky Chefs Frankfurt ZD GmbH mit Kooperationspartnern

Unter dem Namen eLift treibt die Lufthansa Tochtergesellschaft gemeinsam mit Kooperationspartnern derzeit die Entwicklung eines elektrisch betriebenen Catering-Hubwagens auf Basis eines elektrisch angetriebenen Lkw-Chassis voran, der die Lärm- und CO2-Emissionen am Drehkreuz Frankfurt nachhaltig verringern soll. Ziel von eLift ist es, Konzepte zur Elektrifizierung einzelner Komponenten des Hubwagens wie beispielsweise der Hebeeinrichtung zu erarbeiten. Darüber hinaus bemühen sich die Kooperationspartner, das Lkw-Fahrgestell und den Kofferaufbau mechanisch und energetisch voneinander zu trennen, um das Hubsystem autark versorgen zu können und die Unabhängigkeit künftiger Fahrzeugentwicklungen sicherzustellen.

3. "E-Fleet operated by Fraport"

Im Projekt "E-Fleet operated by Fraport" wird unter anderem der Einsatz von batterieelektrisch angetriebenen Palettenhubfahrzeugen und von einer Fluggasttreppe mit Solarstromversorgung in der Flugzeugabfertigung weiter erprobt. Ein Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt liegt insbesondere auf der Ermittlung des Energiebedarfs im Alltagsbetrieb und der Optimierung der Batteriedimensionierung der Fahrzeuge. Außerdem werden kombinierte Ladesysteme für Fahrdienste mit E-Kleinbussen erprobt. Neben dem Transport von Bodenabfertigungscrews sollen weitere Anwendungsgebiete u.a. für E-PKW im Bereich der Flughafensicherheit und in Car-Pools getestet werden.

Kontakt:

Regionale Projektleitstelle Modellregion Rhein-Main
Stadtwerke Offenbach Holding GmbH
Senefelderstraße 162
63069 Offenbach am Main
Tel. +49 69 / 84 00 04 – 162;
info@modellregion-rhein-main.de