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Deutschlandkarte: zeigt die für Lkw mautpflichtigen Abschnitte der Bundesstraßen
Übersichtskarte der Lkw-Maut auf Bundesstraßen

Quelle: BAG

Mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz vom 12. Juli 2011 hat der Gesetzgeber beschlossen, auch 4 und mehrstreifige Bundesstraßen zu bemauten, wenn diese bestimmte Kriterien wie z.B. die Anbindung an das Autobahnnetz oder die Mindestlänge von 4 km aufweisen. Das BMVI wurde ermächtigt, durch Rechtsverordnung den Zeitpunkt des Mautstarts auf den Bundesstraßen festzulegen. Der Erlass dieser Rechtsverordnung mit der Festlegung des Starts der Maut auf Bundesstraßen zum 1. August 2012 wurde am 4. Juli 2012 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Start der Mauterhebung auf 84 Bundesstraßenabschnitten (rund 1.100 km) Bundesstraßen mit autobahnähnlichem Standard erfolgte pünktlich. Weitere Bundesstraßenabschnitte wurden seit Erlass der Rechtsverordnung in die Mautpflicht aufgenommen Aufgrund der einheitlichen Mautsätze für Bundesstraßen und Bundesautobahnen ist das Erhebungssystem nutzerfreundlich und transparent.


Mit Inkrafttreten des Dritten Gesetzes zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes zum 1. Juli 2015 werden weitere rund 1.100 km Bundesstraßenabschnitte mautpflichtig. Das Gesetz sieht folgende Kriterien für die neuen Streckenabschnitte vor:

Mautpflichtig sind – neben allen Bundesautobahnen – Bundesstraßen oder Abschnitte von Bundesstraßen,

  1. für die der Bund Träger der Baulast ist,

  2. die keine Ortsdurchfahrten sind,

  3. die mit zwei oder mehr Fahrstreifen je Fahrtrichtung ausgebaut sind,

  4. die durch Mittelstreifen oder sonstige bauliche Einrichtungen durchgehend – ausgenommen auf höhengleichen Kreuzungen – getrennte Fahrbahnen für
    den Richtungsverkehr haben und

  5. die entweder

    • unabhängig von einer Mindestlänge unmittelbar an eine Bundesautobahn angebunden sind oder

    • unabhängig von einer Mindestlänge mittelbar über eine andere mautpflichtige Bundesstraße an eine Bundesautobahn angebunden sind oder

    • ohne an eine mautpflichtige Strecke angebunden zu sein, eine Mindestlänge von 4 Kilometern aufweisen.

Anders als bisher schließt eine Unterbrechung der baulichen Richtungstrennung an höhengleichen Kreuzungen die Mautpflicht von Bundesstraßen nicht mehr aus. Zudem ist für unmittelbar oder mittelbar an das Autobahnnetz angebundene Bundesstraßen keine Mindestlänge mehr vorgeschrieben (bisher 4 km). Für nicht an das Autobahnnetz angebundene Bundestraßen, welche die übrigen oben genannten Kriterien erfüllen (sog. "Insellagen"), gilt eine Mindestlänge von 4 km.

Die Zusammenstellung der betroffenen Bundesstraßen ist in der so genannten Mauttabelle öffentlich zugänglich und kann über die Internetseiten "Die Mauttabelle", des Bundesamtes für Güterverkehr, der Bundesanstalt für Straßenwesen und der Toll Collect GmbH aufgerufen werden. Zudem erfolgt die Veröffentlichung der ab dem 1. Juli 2015 zusätzlich in die Mautpflicht aufzunehmenden Bundesstraßen im elektronischen Bundesanzeiger.

Die Mautkontrollen auf den ab 01.07.2015 neu mautpflichtigen Bundesstraßen erfolgen durch mobile und stationäre Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG), d.h. genauso wie auf den bereits seit 2012 mautpflichtigen Bundesstraßen.

Das BAG verfügt u.a. über portable Kontrollbrücken, die als kompakte Einheit in einem Dienstfahrzeug des BAG verstaut werden. Die portable Kontrolleinheit kommt auf geeigneten Brücken über Bundesautobahnen und Bundesstraßen zum Einsatz. Die ortsveränderliche Kontrolleinheit unterstützt flexible und bedarfsgerechte Einsätze des Straßenkontrolldienstes Maut und trägt so zur Effektivitätssteigerung der Mautkontrolle bei.

Nutzer, die keine oder eine falsche Mautgebühr entrichten, begehen eine Ordnungswidrigkeit und müssen (je nach Schwere des Verstoßes) ein Verwarnungs- oder Bußgeld zahlen. Zudem ist die Mautgebühr nachträglich zu entrichten.