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Die Grundlage für die Ermittlung der Höhe der Maut für schwere Lkw ab 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht pro Kilometer ist die so genannte Wegekostenrechnung.

Die Mauthöhe muss sich nach Maßgabe der einschlägigen EU-Richtlinie an den tatsächlichen Wegekosten orientieren (EU-Richtlinie 1999/62/EG,  zuletzt geändert durch Richtlinie 2011/76/EU). Zu den Wegekosten zählen insbesondere die Kosten für den Bau, Ausbau, Erhalt und Betrieb des bemauteten Straßennetzes.

Wegekostengutachten 2002

In Vorbereitung auf die Einführung einer Maut für schwere Lkw für die Nutzung der Bundesautobahnen hatte das frühere Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen im Jahr 2001 unabhängige wissenschaftliche Gutachter beauftragt, auf Grundlage einer Berechnung der aktuellen Wegekosten die anteiligen Wegekosten für schwere Lkw zu ermitteln. Im März 2002 legten sie die Ergebnisse der Berechnungen im sog. Wegekostengutachten vor.

Zum Mautstart im Januar 2005 lagen die Mautsätze in Abhängigkeit von Schadstoffausstoß und Anzahl der Achsen der Fahrzeugkombinationen zwischen 10 Cent/km und 15,5 Cent/km. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im europäischen Güterkraftverkehr hat die Bundesregierung zusätzlich Harmonisierungsmaßnahmen in Höhe von 600 Millionen Euro jährlich vorgesehen (siehe entsprechenden Beitrag).

Das ausführliche Gutachten (Wegekostengutachten 2002) steht (in fünf Teilen) als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Wegekostengutachten 2007

Im Jahr 2006 wurde die Wegekostenrichtlinie durch die Richtlinie 2006/38/EG geändert, sodass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Gutachter mit der Aktualisierung der Wegekostenrechnung aus dem Jahr 2002 beauftragte; die Ergebnisse wurden 2007 vorgelegt (Wegekostengutachten 2007 - WKG 2007).

Für die Aktualisierung wurde dieselbe methodische Vorgehensweise bei der Ermittlung bzw. Prognose und der Verteilung der Kosten wie im Wegekostengutachten 2002 angewendet. Damit stellt das Wegekostengutachten 2007 eine Fortschreibung des Wegekostengutachtens 2002 dar.

Für die Aktualisierung der Wegekostenrechnung lagen durch die Mauterhebung dabei erstmals spezifische Daten für die mautpflichtigen schweren Nutzfahrzeuge vor. Daneben konnten aktuelle Daten und Statistiken unter anderem zur Verkehrsentwicklung sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bei der Berechnung der Wegekosten genutzt werden.

Ermittelt wurden die Wegekosten und Fahrleistungen aller Nutzer der Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen für das Basisjahr 2005, für die Jahre 2007, 2008, 2010 und 2012 wurden Prognosen erstellt. Aus diesen Werten ermittelten die Gutachter die Mautsätze für die verschiedenen Mautkategorien unter Berücksichtigung einer Mautspreizung von 100 Prozent und der Begünstigung von Partikelminderungssystemen.

Das WKG 2007 unterscheidet - wie auch das WKG 2002 - zwischen laufenden Kosten (für Betrieb, Unterhalt und Verwaltung) und Kapitalkosten, bestehend aus kalkulatorischen Abschreibungen (Werteverzehr) und kalkulatorischen Zinsen.

Die seit dem 1. Januar 2009 geltenden Mautsätze wurden auf Basis des Wegekostengutachtens 2007 ermittelt. Grundlage bilden die Prognosewerte für das Jahr 2010. Allerdings werden die im Wegekostengutachten ausgewiesenen Wegekosten der schweren Lkw nicht vollständig über die Lkw-Maut angelastet, sondern ein um 330 Millionen Euro reduzierter Wert. Das aktualisierte Wegekostengutachten steht ebenfalls als PDF-Datei zum Download zur Verfügung. 

Wegekostengutachten 2013-2017

Im Auftrag des BMVI wurde die Wegekostenrechnung im Jahr 2013 für den Zeitraum 2013 bis 2017 aktualisiert, wobei die im Rahmen der Wegekostenrechnungen 2002 und 2007 entwickelte Berechnungsmethodik in weiten Teilen fortgeführt wurde. Erstmals werden auch die externen Kosten aus Luftverschmutzung und Lärmbelastung berechnet, die nach der Neufassung der Eurovignettenrichtlinie im Jahr 2011 zusätzlich den Infrastrukturkosten angelastet werden können. Auf der Grundlage des neuen Wegekostengutachtens sollen schnellstmöglich das Bundesfernstraßenmautgesetz angepasst und die neuen Mautsätze festgesetzt werden. Dabei werden die umweltfreundlichen Euro VI-Lkw eine eigene günstigste Mautklasse bekommen.