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Quelle: BMVI

Die Erhebung MiD 2016 findet gerade statt

Von Juni 2016 bis September 2017 werden bundesweit etwa 135.000 Haushalte zu ihrer Mobilität befragt, so viele wie noch nie zuvor. Damit wird eine der wichtigsten Datengrundlagen für die Verkehrsplanung und für Entscheidungen der Verkehrspolitik auf allen politischen Ebenen – vom Bund bis zu den Kommunen – aktualisiert. Die MiD ist Grundlage dafür, Fuß- und Radwege, Straßen sowie den Bus- und Bahnverkehr bedarfsgerecht planen zu können und zielgenau zu investieren. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich zum Ende des Frühjahrs 2018 vorliegen.

Was ist die Studie "Mobilität in Deutschland (MiD)"?

Die MiD ist Teil eines Bausteinsystems verschiedener Erhebungen des Ministeriums. Jährlich aktuelle Mobilitätseckwerte werden im Rahmen des Deutschen Mobilitätspanels (MoP) bereitgestellt, das zugleich auch die Möglichkeit der Analyse von Verhaltensänderungen bietet. Bei der MiD steht nicht die jährliche Aktualität im Vordergrund, sondern die tief differenzierten Auswertemöglichkeiten demografischer, sozioökonomischer und regionaler Mobilitätsmuster.

Statistik "Startzeit der Einkaufswege an Samstagen"

Quelle: BMVI

Statistik "Tägliche Wegstrecke pro Person"

Quelle: BMVI

Wer und was wird gefragt?

Viele Informationen für die Verkehrsplanung werden gemessen oder gezählt. Die wichtigsten Erkenntnisse zur Alltagsmobilität jedoch können nur durch Auskunft der Bevölkerung erfasst werden. Die Fragestellungen sind z.B.: Wie oft und wie lange sind Sie unterwegs? Welche Verkehrsmittel nutzen Sie? Zu welchem Zweck sind Sie unterwegs? Die MiD erfasst zusätzlich umfassende Informationen zu den Mobilitätsvoraussetzungen, zum Beispiel: Mit welchen Fahrzeugen sind die Haushalte ausgestattet? Wie alt sind die Menschen, besitzen sie einen Führerschein?

Die Befragung ist freiwillig und richtet sich an Einwohner aller Altersklassen; diese werden nach einem wissenschaftlichen Zufallsverfahren ausgewählt. Die Teilnahme kann telefonisch, schriftlich-postalisch oder online erfolgen. Um jahreszeitliche und saisonale Schwankungen abzudecken, werden die Befragungen verteilt über 12 Monate durchgeführt. Der Zeitbedarf für die Beantwortung der Fragen liegt bei etwa 10-15 Minuten pro Person.

Größte bundesweite Erhebung zur Alltagsmobilität

Neben Ergebnissen für Deutschland und alle Bundesländer sollen auch verlässliche Ergebnisse für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen (z.B. Familien, Senioren) und für unterschiedliche räumliche Kategorien (z.B. für städtische oder ländliche Räume) gewonnen werden. Um dies zu ermöglichen, werden im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums in der Bundesstichprobe Mobilitätsangaben von insgesamt rd. 60.000 Personen aus 30.000 Privathaushalten erhoben. Weil bei früheren Mobilitätserhebungen die Teilnahmebereitschaft rückläufig war, geht das Bundesverkehrsministerium neue Wege. Es kommt ein innovatives Erhebungs- und Auswertungskonzept zum Einsatz. Dabei steht im Vordergrund, die Belastung der Befragten auf das Notwendigste zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Ergebnisqualität zu erreichen.

Ergebnisse der Vorgängererhebung MiD 2008

Die Ergebnisse der MiD sind ein Datenschatz. Bei der Vorgängererhebung im Jahr 2008 wurde alleine bei der Erstveröffentlichung ein Tabellenband mit rd. 400 Seiten bereitgestellt. Die für die Verkehrspolitik und -planung wichtigsten Kennwerte sind dabei:

  • Verkehrsbeteiligung: Täglich sind rd. 90 % der Personen außer Haus unterwegs.
  • Verkehrsaufkommen: Jede Person unternimmt im Mittel pro Tag 3,4 Wege; zusammen sind das täglich 281 Mio. Wege für die Gesamtbevölkerung.
  • Verkehrsleistung: Jede Person legt täglich durchschnittlich eine Wegstrecke von 39 km zurück; zusammen ergeben sich für alle Einwohner Deutschlands täglich 3,2 Mrd. Personenkilometer.
  • Mobilitätszeit: Im Durchschnitt ist jede Person täglich 79 min unterwegs.
  • Verkehrsmittelwahl: 58 % aller Wege werden mit einem Pkw oder Kraftrad unternommen, 24 % zu Fuß, 9 % mit dem Fahrrad, 8 % mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Verkehrszweck: 32 % aller Wege sind Freizeitwege, 21 % Einkaufswege, 21 % Wege zur Arbeit oder Ausbildung, 20 % Wege zur Begleitung von anderen Personen oder für sonstige private Erledigungen, 8 % sind Wege in Ausübung des Berufes.

Regionale Partner machen die MiD 2016 noch aussagekräftiger

Der Umfang der Bundesstichprobe ermöglicht keine im Detail belastbaren Ergebnisse dieser Kennwerte auf regionaler oder lokaler Ebene. Viele Länder, Regionen, Städte, Verkehrsverbünde etc. benötigen solche Mobilitätsdaten aber für ihr Planungsgebiet und möchten sich mit anderen Regionen vergleichen. Um ihnen das zu ermöglichen, hatte das Bundesverkehrsministerium angeboten, den Rahmen der MiD zu nutzen und die Ergebnisse durch Beauftragung einer Zusatzstichprobe zu vertiefen ("Vertiefungsstichprobe"). Sieben Bundesländer und zahlreiche Städte, Landkreise und öffentliche Verkehrsunternehmen und -verbünde (siehe unten unter "Anlagen") beteiligen sich und haben die Erhebung von weiteren rd. 100.000 Haushalten in Auftrag gegeben.

Mit zusammen über 130.000 befragten Haushalten der Basis- und Vertiefungsstichproben werden für alle Beteiligten neue und statistisch besser abgesicherte Analysemöglichkeiten zur Erforschung der Verkehrsentwicklung erreicht – eine win-win-Situation für alle Beteiligten.

Durchführende Institute

Die MiD 2016 wird verantwortlich durch infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH durchgeführt. Weitere Auftragnehmer sind das Institut für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR), IVT Research GmbH sowie infas360.

Ansprechpartner im BMVI

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
Referat G 34 "Prognosen, Statistik und Sondererhebungen"
Markus Sigismund, Telefon: 0228 300 2661;
Christian Neef, Telefon: 0228 300 2662
Email: statistik@bmvi.bund.de