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Aktivitäten

"Wir bereiten den Umstieg für eine intelligente Mobilität vor." Dieses Ziel verwirklicht die Modellregion Elektromobilität seit Mitte 2009. Durch Carsharing-Projekte und die wissenschaftliche Begleitung der Flottenversuche wird der interessierte Bürger und potenzielle Nutzer direkt in die Gestaltung mit eingebunden. So konnten sich in der ersten Projektphase über 2000 Menschen von der Alltagstauglichkeit der E-Fahrzeuge überzeugen.

In der Summe kommen Elektrofahrzeuge vom E–Fahrrad bis hin zum viersitzigen Pendlerfahrzeug zum Einsatz. Das Anwendungsspektrum reicht von der individuellen Nutzung über die Integration in den ÖPNV bis hin zu Fahrzeugflotten im Carsharing für Privatpersonen oder Firmen. Es werden sowohl bereits kommerziell verfügbare Fahrzeuge als auch neue Fahrzeugkonzepte aus laufenden Entwicklungsprojekten eingesetzt. Stromtankstellen wurden und werden auch in Zukunft an relevanten öffentlich zugänglichen Stellen installiert.

Als konsequenten nächsten Schritt hat das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und der Ecotec GmbH die Genossenschaft PMC Personal Mobility Center NordWest eG Bremen gegründet. Ziel ist es, Elektromobilität in der Region nachhaltig zu etablieren. Die PMC eG berät ihre Mitglieder, initiiert gemeinsame Projekte und baut das Netzwerk rund um die Elektromobilität stetig aus.

"Elektrisch um die Welt" – mit diesem Leitgedanken ging es Anfang 2012 in die zweite Phase des Modellregionenprogramms. Sie baut auf den Erkenntnissen der ersten Phase sowie 140 bereits vorhandenen Elektrofahrzeugen auf und hat eine Laufzeit bis Mitte 2015. Bis dahin werden in den neuen Projekten weitere 200 Fahrzeuge eingesetzt. Die Internationalisierung wird insbesondere im Raum China angestrebt. Das Thema "Forschung und Entwicklung" behält seine hohe Priorität, sodass auch die Technologieentwicklung fester Bestandteil der Modellregion Bremen/Oldenburg ist.

Einbettung in die Region

Die Metropolregion mit ihrer Fläche von ca. 12.000 km2 hat ein Einzugsgebiet mit Entfernungen von ca. 150-200 km. Charakteristisch für diese Region ist das Zusammenwirken der Metropolen Bremen und Oldenburg, eingebettet in ein eher ländlich geprägtes Umland. Hieraus resultieren besondere Mobilitätsbedürfnisse, die sich einerseits aus dem Verkehr zwischen den größeren Städten, hauptsächlich zwischen Bremen, Bremerhaven und Oldenburg, andererseits aus dem hohen Aufkommen an Berufspendlern aus den umliegenden Gemeinden in die Städte ergeben. Zusätzlich besteht ein erhöhter Mobilitätsbedarf in den erweiterten Innenstädten sowie in Bezug auf den öffentlichen Personennahverkehr, den Zugang zum Flughafen Bremen und zu den Bahnhöfen mit IC/ICE Anschluss.

Schwerpunkt

Seit Beginn der Modellregion werden neue Verkehrskonzepte generiert, die die intelligente Einbindung von Elektrofahrzeugen und deren Anbindung an bestehende Mobilitätsangebote für emissionsfreien Innenstadtverkehr und Pendlerverkehr ermöglichen. Dies geschieht unter Berücksichtigung größtmöglicher persönlicher und individueller Mobilität, um weitestgehend jedem Verkehrsteilnehmer bedarfsgerecht ein Elektrofahrzeug oder öffentliches Verkehrsmittel anzubieten.

Zeitplan

2009

Aufbau und Betrieb des Personal Mobility Centers PMC

  • Strategie und Nachhaltigkeit
  • Kommunikation und Außendarstellung

2009/2010

Schaffung der Infrastruktur

  • Servicecenter Infrastruktur
  • Ladestationen
  • Fahrzeuge

2010

Verkehrskonzepte, Geschäftsmodelle, Integration und Anbindung von Elektrofahrzeugen an bestehende Mobilitätskonzepte

2010/2011

Flottenversuche

  • Pedelecs, E-Bikes
  • People Mover, Elektroroller
  • Pendlerfahrzeuge, Stadtautos

2011

Bewilligung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) für die regionale Projektleitstelle zur Verstetigung bis Ende 2013 – Start neuer Projekte.
Im Oktober 2011 wurde die "PMC Personal Mobility Center NordWest eG " als dauerhafte Einrichtung gegründet.

2011-2013

Projekt: Dynamische induktive Energieübertragung

  • Forschung und Entwicklung
  • Auslegung der Systemkomponenten
  • Testfahrten

2011-2014

Projekt: Neue Mobilität im ländlichen Raum – kurz "Nemoland"

  • Angewandte Elektromobilität (gewerblich/privat)
  • Technologiekonzepte
  • Mobilitätseffekte

2012-2015

Projekt: Unternehmens- und branchenübergreifende Erprobung von Elektromobilität in der betrieblichen Praxis durch die Unternehmensinitiative Elektromobilität in der Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg – kurz: "UI-ElMo"

  • Telematik und Flottenoptimierung
  • Ladeinfrastruktur im gewerblichen Umfeld

Einzelprojekte

Neue Mobilität im ländlichen Raum (Laufzeit 2011 – 2014)

Angewandte Elektromobilität – Technologiekonzepte – Mobilitätseffekte

Mobilität und Verkehr sind Kennzeichen der modernen Gesellschaft und wirtschaftlicher Prosperität. Sie sind zugleich ein wichtiges Thema für den ländlichen Raum in und um die Region Bremen/Oldenburg. Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung der Elektromobilität in dieser Region mit den Schwerpunkten:

  1. Angewandte Elektromobilität
    Ausdehnung der Flottenversuche und Demonstration von Elektrofahrzeugen. Dabei kommen unterschiedliche Fahrzeuge und Fahrzeugtypen zum Einsatz. Zielgruppe sind private wie auch kommerzielle Nutzer von Elektrofahrzeugen. Flottenversuche und deren Auswertung zählen zu den elementaren Bausteinen der Erforschung und Optimierung der Elektromobilität. Dabei ist nicht nur die aktuell am Markt verfügbare Technologie zu bewerten, sondern auch die Integration der neuen Technologien in den Alltag und der tatsächliche ökonomische und ökologische Nutzen.

  2. Technologiekonzepte
    Weiterentwicklung und Definition von neuen technologischen Ansätzen im Zusammenhang mit gewonnenen Erfahrungen und Reaktionen. Dies beinhaltet gleichermaßen IKT-Themen als auch konzeptionelle Fahrzeugentwicklungen und Ladetechnologien.

  3. Mobilitätseffekte
    Die Evaluierung und Auswertung der Effekte, die Elektromobilität in ökologischer, ökonomischer, soziologischer und verkehrspolitischer Hinsicht mit sich bringt bzw. ermöglicht. Hier wird auf Daten und Erfahrungen der laufenden Flottenversuche bzw. der bis dato aufgelaufenen Datenbestände zurückgegriffen. Diese Schwerpunkte dienen dazu, die Erfahrungsbasis mit Elektrofahrzeugen weiter auszubauen und Beiträge zur Weiterentwicklung der Elektromobilität in der Region und darüber hinaus zu liefern.

Partner in diesem Projekt sind:

  • Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen
  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH, Bremen
  • CRIE Centre for Regional and Innovation Economics, Bremen
  • B2M Software AG, Karlsruhe
  • H2O e-mobile GmbH , Varel
  • Jacobs University Bremen GmbH , Bremen
  • Bremer Energie Institut (BEI), Bremen
  • Offis e.V., Oldenburg
  • Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK), Bremen

Dynamische induktive Energieübertragung (Laufzeit 2011 – 2013)

Die Vision ist denkbar simpel: Elektrofahrzeuge beziehen ihre Energie zum Fahren nicht aus den schweren Onboard-Batterien, sondern können quasi "während der Fahrt" betankt werden, und das auch noch berührungslos. Dass auch größere elektrische Leistungen bei sehr hohen Geschwindigkeiten nahezu verlustfrei induktiv übertragen werden können, hat das berührungslose Energieübertragungssystem des TRANSRAPID weltweit erstmals eindrucksvoll demonstriert. Genau dieses Konzept der dynamischen induktiven Energieübertragung verfolgt das Projekt.

Gegenstand der aktuellen Projektarbeiten ist die Definition der günstigsten Architektur der Systemkomponenten (Primärkabel, Umrichter, Ortungssysteme), Segmentlänge und Kabelgeometrie. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein repräsentatives, 25 m langes Teilstück als Prüfstand an der Transrapid-Teststrecke im Emsland aufgebaut. Für die einzelnen Systemkomponenten kommen marktgängige, für den vorgesehenen Anwendungszweck anzupassende und zu optimierende Bauteile zum Einsatz.

Den Abschluss der ersten Projektphase bilden schließlich die Tests mit realen Fahrzeugen. Hierzu kommen für den Verwendungszweck angepasste Fahrzeuge der Fraunhofer Institute IFAM und IVI zum Einsatz, wobei zwei unterschiedliche Einsatzszenarien verfolgt werden: Die Aufladung von Bussen im öffentlichen Personennahverkehr sowie die Aufladung von PKW bei konstanter Geradeausfahrt (z.B. Autobahn). Ziel der ersten Projektphase ist die prototypische Entwicklung des Gesamtsystems (fahrzeug- und straßenseitig) sowie der Nachweis der technischen Machbarkeit.

Federführend bei dem Projekt ist die IABG, Partner sind ABB, EWE, Max Bögl, Draka (Hochfrequenzkabel), Tridelta (Ferrite) sowie die Fraunhofer-Institute IFAM und IVI. Die zweite Projektphase, in der dann ab 2013 eine 1600 m lange Teststrecke entstehen soll, wird offen sein für weitere Teilnehmer.

Unternehmens- und branchenübergreifende Erprobung von Elektromobilität in der betrieblichen Praxis durch die Unternehmensinitiative Elektromobilität in der Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg (Laufzeit 2012 – 2015)

Unter Federführung der Bremer Nehlsen AG wird die ‚Unternehmensinitiative Elektromobilität‘ in den kommenden drei Jahren den breiten Einsatz von Elektrofahrzeugen in der betrieblichen Praxis erproben. Im November 2011 haben sich bereits über 80 Unternehmen in der Unternehmensinitiative Elektromobilität zusammengeschlossen. Gemeinsam haben sie das Interesse bekundet, rund 160 Fahrzeuge und nahezu 200 Ladepunkte in der Modellregion Elektromobilität Bremen/Oldenburg in Betrieb zu nehmen. Die Nehlsen AG wird die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur beschaffen und den teilnehmenden Unternehmen zur Nutzung überlassen.

Wie die Fuhrparks in kleinen und auch großen Unternehmen optimiert werden können, wird durch eine systematische Auswertung der Fahrzeuge über Fahrtenschreiber erforscht. Das Gerät erfasst zum Beispiel, wann die Autos gefahren sind, wie oft die Batterien aufgeladen werden mussten und ob es technische Probleme gab. Eingesetzt werden verfügbare Elektrofahrzeuge der Hersteller Smart, Renault, Opel und Mercedes. Die Ladeinfrastruktur kommt von der Firma VENIOX. Partner in diesem Projekt sind:

  • Nehlsen AG, Bremen
  • HWT Wärme- und Tanktechnik GmbH, Oyten
  • Emigholz GmbH, Bremen
  • Move About GmbH, Bremen
  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH, Bremen
     

Kontakt

Gesamtkoordinator und Ansprechpartner:

Dr.-Ing. Gerald Rausch
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM
Wiener Straße 12
28359 Bremen
E-Mail: gerald.rausch@ifam.fraunhofer.de oder kontakt@modellregion-bremen-oldenburg.de
Telefon: +49 (421) 224 62 42
Fax: +49 (421) 224 63 00