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Seeverkehrsprognose 2030

Quelle: BMVI

Warum ist eine Seeverkehrsprognose 2030 notwendig?

In der Verkehrsprognose für den neuen Bundesverkehrswegeplan müssen alle Verkehrssegmente und Verkehrsmittel berücksichtigt werden. Das Verkehrsaufkommen im Seehafenhinterlandverkehr unterliegt anderen Einflussfaktoren als dasjenige im kontinentalen Verkehr. Aufgrund der erheblichen Mengenanteile des Seehafenhinterlandverkehrs am gesamten Landverkehr wurde dieses Segment in einer gesonderten Seeverkehrsprognose für das Prognosejahr 2030 betrachtet.

Was wurde inhaltlich in der Seeverkehrsprognose 2030 erarbeitet?

Basis für die Seeverkehrsprognose 2030 war die Regionalisierte Strukturdatenprognose 2030 (siehe unten „Interne Links“). In einem ersten Schritt wurden die seeseitigen Einzugsgebiete der deutschlandrelevanten Seehäfen (also Seehäfen mit Umschlag von Gütern, deren Transport die deutsche Verkehrsinfrastruktur nutzt) bestimmt und die sich daraus ergebenden Strukturen des seeseitigen Güterumschlags abgeleitet. Insgesamt wurden 36 Seehäfen mit deutschlandrelevanten Verkehren in der Seeverkehrsprognose betrachtet – 19 deutsche Seehäfen und 17 andere europäische Seehäfen.

Deutsche Seehäfen
In der Seeverkehrsprognose berücksichtigte deutsche Seehäfen

Quelle: Intraplan, BVU: Verkehrsverflechtungsprognose 2030 – Schlussbericht zum FE-Projekt 96.0981/2011 im Auftrag des BMVI, S.13

Deutsche Seehäfen
In der Seeverkehrsprognose berücksichtigte ausländische Seehäfen

Quelle: MWP, Uniconsult; Frauenhofer CML: Seeverkehrsprognose 2030. – Schlussbericht zum FE-Projekt 96.980/2011 im Auftrag des BMVI, S.14

Für jeden dieser 36 Häfen wurde eine Aufteilung der deutschlandrelevanten Umschlagsmengen in See-See-Verkehre (Hafen-Transit), Loco-Verkehre (Anteil der ein- und ausgehenden wasserseitigen Verkehre des Hafens, der in der Hafenregion verbleibt oder aus ihr stammt) und Hinterlandverkehre vorgenommen – wobei diese Verkehre wiederum nach Güterabteilungen (NST 2007), Landverkehrsträgern, konventionellem Transport und Containerverkehren unterteilt wurden. Basis- bzw. Analysejahr war 2010, der Prognosehorizont das Jahr 2030.

Was sind die zentralen Ergebnisse der Seeverkehrsprognose? 

  • Das deutschlandrelevante Umschlagvolumen der 36 in der Seeverkehrsprognose betrachteten Seehäfen wird zwischen 2010 und 2030 von 438 Mio. Tonnen auf 712 Mio. Tonnen steigen (+ 63 % bzw. + 2,5 % p.a.). Aufgrund der wachsenden Wertdichten der Güter liegt die Wachstumsrate der Umschlagsvolumina unterhalb der Wachstumsrate des realen (inflationsbereinigten) monetären Außenhandels.

  • In den deutschlandrelevanten Nordseehäfen (deutsche und ausländische Nordseehäfen zusammen) wird das Umschlagsvolumen von 367 Mio. Tonnen im Jahr 2010 auf 599 Mio. Tonnen im Jahr 2030 steigen (+ 63 % bzw. + 2,5 % p.a.). In den deutschen Nordseehäfen ist ein jährlicher Anstieg der Umschläge von 3,0 % zu erwarten.

  • In den deutschlandrelevanten Ostseehäfen (deutsche und ausländische Ostseehäfen zusammen) wächst der Güterumschlag zwischen 2010 und 2030 von 59 Mio. Tonnen auf 89 Mio. Tonnen (+ 51 % bzw. + 2,1 % p.a.).

  • Für die deutschen Seehäfen in Nord- und Ostsee zeigt die Seeverkehrsprognose einen anhaltenden Wachstumstrend. Das Umschlagsvolumen der 19 betrachteten deutschen Seehäfen wird von 269 Mio. Tonnen im Jahr 2010 auf 468 Mio. Tonnen (inklusive Transshipment) steigen (+ 2,8 % p.a.). Dabei weisen die deutschen Nordseehäfen mit
    + 3,0 % p.a. ein höheres Wachstum auf als die deutschen Ostseehäfen mit + 2,0 % p.a. Dies liegt an der starken Bindung der Nordseehäfen an die Wachstumsmärkte in Asien und Amerika sowie an dem überdurchschnittlichen Wachstum der Containerverkehre.

    Entwicklung Güterumschlag
    Entwicklung des Güterumschlages der deutschen Seehäfen

    Quelle: BMVI

  • Der Containerumschlag in den deutschen Seehäfen wird zwischen 2010 und 2030 von insgesamt 13,0 Mio. TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, ein Maß für Kapazitäten von Containerschiffen und Hafenumschlagsmengen) auf 30,1 Mio. TEU wachsen. Die jährliche Wachstumsrate im Containerumschlag in deutschen Seehäfen liegt mit + 4,3 % höher als die Wachstumsrate im konventionellen Güterbereich (+ 2,8 % p.a.).

  • In den betrachteten Mittelmeerhäfen wird das deutschlandrelevante Umschlagvolumen von 12 Mio. Tonnen auf 24 Mio. Tonnen ansteigen (+ 98 % bzw. + 3,5 % p.a.). 

Wozu werden die Ergebnisse der Seeverkehrsprognose 2030 verwendet?

Die Ergebnisse der Seeverkehrsprognose 2030 hinsichtlich der prognostizierten Hafenhinterlandverkehre flossen in die Verkehrsverflechtungsprognose 2030 (siehe unten „Interne Links“) ein.