Navigation und Service

Wortbildmarke: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Link zur Startseite

Bauen und Wohnen

Verkehr und Mobilität

Mobilität ist zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben.

Verkehr und Mobilität

Verkehr und Mobilität

Mobilität ist zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung und Teilhabe des Einzelnen am gesellschaftlichen Leben.


Umweltzonen - Häufig gestellte Fragen 

FAQ Frequently Asked Questions (Quelle: ileezhun / Fotolia)

Was ist die Kennzeichnungsverordnung?

Die so genannte Kennzeichnungsverordnung heißt vollständig "35. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsgesetzes vom 10. Oktober 2006 (Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringen Beitrag zur Schadstoffbelastung – 35. BImSchV)". Mit dem 8. Dezember 2007 trat die erste Änderungsverordnung in Kraft.

Die Verordnung regelt die Kennzeichnung von Pkw und Nutzfahrzeugen nach Schadstoffgruppen mit Plaketten, die auf der Innenseite der Windschutzscheibe anzubringen sind, sowie Ausnahmen von der Kennzeichnung.

Durch die Kennzeichnungsverordnung selbst werden keine Umweltzonen oder Fahrverbote festgelegt. Dies kann durch die zuständigen Behörden in den Kommunen erfolgen, wenn die Luftqualitätsgrenzwerte überschritten werden, der Verkehr eine relevante Ursache ist und die Einrichtung einer Umweltzone als Maßnahme im Luftreinhalteplan dieser Kommune festgelegt ist.

Wo bekomme ich eine Plakette, was kostet sie und wo ist sie gültig?

Ausgabestellen für die Plaketten sind die Zulassungsbehörden sowie die für die Durchführung der Untersuchung der Abgase (AU) anerkannten Stellen wie Kfz-Werkstätten, TÜV, DEKRA oder Überwachungsorganisationen. Touristen oder Halter von Fahrzeugen, die im Ausland zugelassen sind, können dort ebenfalls die notwendige Plakette erhalten. Soweit diese anerkannten Stellen Auslandsstützpunkte vorhalten und dies anbieten, können für im Ausland zugelassene Pkw die Plaketten auch dort erworben werden.

Der Preis der Plakette ist nicht durch die Kennzeichnungsverordnung geregelt. Daher können sich die Preise regional unterscheiden. In der Regel betragen sie zwischen 5 und 10 Euro. Im Versand können höhere Gebühren, einschließlich Porto, anfallen. Die Plaketten gelten bundesweit in jeder Umweltzone und sind somit nicht auf die ausstellende Kommune beschränkt. Es ist allerdings möglich, dass die Kommunen, je nach Höhe der Schadstoffbelastung, unterschiedliche Verbotsregelungen treffen. Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Kommunalverwaltung.

Welche Schadstoffgruppen gibt es?

Die Kennzeichnungsverordnung definiert vier Schadstoffgruppen, die sowohl für Pkw als auch für Nutzfahrzeuge (Lkw, Busse, Sattelzugmaschinen) gelten.
Die vier Schadstoffgruppen orientieren sich an den Abgasemissionsstufen von Dieselfahrzeugen (Euro 1 bis Euro 4 bei Pkw sowie Euro I bis Euro V und EEV bei Nutzfahrzeugen). Fahrzeuge, die eine anspruchsvollere Abgasstufe wie beispielsweise Euro 5 für Pkw einhalten, fallen in die beste Schadstoffgruppe. Das ist die Schadstoffgruppe 4.

Durch Nachrüstung der Dieselfahrzeuge mit Partikelminderungssystemen (PMS), wie z.B. Partikelfilter, kann im Allgemeinen die nächst höhere Schadstoffgruppe erreicht werden. Die erreichte Nachrüststufe wird bei Pkw "Partikelminderungsstufe" oder "PM-Stufe" genannt, bei Nutzfahrzeugen (Lkw, Busse, Sattelschlepper) dagegen "Partikelminderungsklasse" oder "PMK".
Pkw und Nutzfahrzeuge (Nfz) mit Fremdzündungsmotor ("Benziner") werden nur in zwei Gruppen eingestuft:

  • in Schadstoffgruppe 1 ohne Plakette für Pkw und Nfz, die nicht Schadstoffgruppe 4 erfüllen oder
  • in Schadstoffgruppe 4 für alle Pkw und Nfz, die die Euro 1 bis Euro 4-Anforderungen erfüllen.

Schadstoffgruppe 4 gilt außerdem für alle Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotor, die mindestens die Anforderungen der Anlage XXIII der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) (Schlüsselnummer 01 oder 02) oder der 52. Ausnahmeverordnung der StVZO (Schlüsselnummer 77) erfüllen sowie für Kraftfahrzeuge mit Fremdzündungsmotor, die zukünftige Anforderungen, wie Euro 5 oder Euro 6 erfüllen.

Vereinfachte Darstellung der Plakettenzuteilung (Stand 31.12.2010)

Schadstoffgruppe1234
keine Plaketterote Plakette
Umweltplakette rot (2)
gelbe Plakette
Umweltplakette gelb (3)
grüne Plakette
Umweltplakette grün (4)
Anforderungen für
Diesel-Pkw
(Selbstzündung)
Euro 1 oder schlechterEuro 2 oder
Euro 1 mit Partikelfilter
Euro 3 oder
Euro 2 mit Partikelfilter
Euro 4 oder
Euro 3 mit Partikel-
filter oder höhere
Abgasstufen
Anforderungen für
Otto-Pkw bzw. Nutzfahrzeug
(Fremdzündung)
schlechter als Schadstoff-
gruppe 4
wird nicht zugeteiltwird nicht zugeteiltAnlage XXIII StVZO,
Abgasreinigungssystem nach
52. Ausnahmeverordnung zur StVZO,
Euro 1 bis Euro 4
bzw. Euro I (S 1) bis Euro V (S 5)
und EEV
sowie höhere Abgasstufen
Anforderungen für
Diesel-Nutzfahrzeug
(Selbstzündung)
Euro I (S 1) oder schlechterEuro II (S 2) oder
Euro I (S 1)mit Partikelfilter
Euro III (S 3) oder
Euro II (S 2) mit Partikelfilter
Euro IV (S 4), V (S 5), EEV oder
Euro III (S 3) mit Partikelfilter und
höhere Abgasstufen

In welche Schadstoffgruppe fällt mein Fahrzeug?

Um die Schadstoffgruppe für Ihr Fahrzeug zu ermitteln, benötigen Sie in der Regel die Emissionsschlüsselnummer, die in den Fahrzeugpapieren  eingetragen ist. Wenn ein Partikelminderungssystem (PMS) nachgerüstet wurde, muss auf der Grundlage der Bescheinigung der Werkstatt die erreichte PM-Stufe sowie bei Nutzfahrzeugen die erreichte Partikelminderungsklasse (PMK) durch die Zulassungsbehörde zusätzlich (in Ziffer 22 der neuen Fahrzeugpapiere) eingetragen werden. Erst dann können Sie eine bessere Plakette erhalten als die, die aufgrund der Emissionsschlüsselnummer zugeteilt worden wäre. Das heißt, durch die Nachrüstung ändert sich nicht die Emissionsschlüsselnummer.

In Fahrzeugpapieren, die vor dem 1. Oktober 2005 ausgestellt wurden, finden Sie die Emissionsschlüsselnummer im Fahrzeugschein im Feld "Schlüsselnummern zu 1" an der 5. und 6. Stelle des 6-stelligen Codes.

In Fahrzeugpapieren, die nach dem 1. Oktober 2005 ausgestellt wurden, finden Sie die Emissionsschlüsselnummer im Feld 14.1 der Zulassungsbescheinigung Teil I. Es sind die letzten beiden Zahlen der Ziffernreihe Die beiden ersten Zahlen der Ziffernreihe weisen einen Pkw mit "04" und ein Nfz mit "06" aus.

Emissionsschlüsselnummern für Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge, die als Nachweis für die Einstufung/Zuordnung in die jeweilige Schadstoffgruppe nach § 2 Abs. 2 sowie nach Anhang 2 der 35. BImSchV dienen

1. Kraftfahrzeuge mit Benzin, Gas, Ethanol (Fremdzündungsmotor)

Schadstoffgruppe /
Plakette
Schadstoffgruppe 2
Umweltplakette rot (2)
Schadstoffgruppe 3
Umweltplakette gelb (3)
Schadstoffgruppe
4
Umweltplakette grün (4)
Personenkraftwagen 01, 02, 14, 16, 18 bis 70
- 71 bis 75 - *)
77
Nutzfahrzeuge30 bis 55,
60, 61
- 70, 71, 80, 81, 83, 84, 90, 91 -  *)

*) Im Falle von Gasfahrzeugen nach Richtlinie 2005/55/EG (vormals 88/77/EWG)

2. Kraftfahrzeuge mit Diesel, Biodiesel (Selbstzündungsmotor) ohne Nachrüstung eines Partikelminderungssytems

Schadstoffgruppe /
Plakette
Schadstoffgruppe
2
Umweltplakette rot (2)
Schadstoffgruppe 3
Umweltplakette gelb (3)
Schadstoffgruppe
4
Umweltplakette grün (4)
Personenkraftwagen 25 bis 29,
35, 41, 71
30, 31, 36, 37, 42,
44 bis 52,
72
32, 33, 38, 39, 43,
53 bis 70,
73 bis 75
oder Stufe PM 5
Nutzfahrzeuge20, 21, 22, 33, 43, 53, 60, 6134, 44, 54, 70, 7135, 45, 55, 80, 81,
83, 84, 90, 91
  

3. Kraftfahrzeuge mit Diesel, Biodiesel (Selbstzündungsmotor) mit Nachrüstung eines Partikelminderungssystems

Schadstoffgruppe /
Plakette
Schadstoffgruppe
2
Umweltplakette rot (2)
Schadstoffgruppe 3
Umweltplakette gelb (3)
Schadstoffgruppe
4
Umweltplakette grün (4)
Personenkraftwagen zusätzlich nachgerüstet auf 

Stufe PM 01:
19, 20, 23, 24

Stufe PM 0:
14, 16, 18, 21, 22, 34, 40, 77

Stufe PM 0:
28, 29

Stufe PM 1:
14, 16, 18, 21, 22,
25 bis 27,
34, 35, 40, 41, 71, 77

Stufe PM 1:
27 +),
49 bis 52

Stufe PM 2:
30, 31, 36, 37, 42,
44 bis 48,
67 bis 70

Stufe PM 3:
32, 33, 38, 39, 43,
53 bis 66

Stufe PM 4:
44 bis 70

Nutzfahrzeuge zusätzlich nachgerüstet auf

Stufe PMK 01:
40-42, 50-52

Stufe PMK 0:
10-12, 30-32. 40-42. 50-52

Stufe PMK 0:
43, 53

Stufe PMK 1:
10-12, 20-22, 30-33,
40-43, 50-53, 60, 61

Stufe PMK 1:
44, 54

Stufe PMK 2:
10-12, 20-22, 30-34,
40-45, 50-55,
60, 61, 70, 71

Stufe PMK 3:
33-35, 44, 45, 54,
55, 60, 61,

Stufe PMK 4:
33-35, 44, 45, 54,
55, 60, 61

+) Pkw mit Schlüsselnummer "27" bzw. "0427" und der Klartextangabe "96/69/EG I" mit einer zulässigen Gesamtmasse (zGM) von mehr als 2500 kg ist nach Anhang 2 Abs. 1 Nr. 4 n) der Kennzeichnungsverordnung eine grüne Plakette zuzuteilen. Dies dann, wenn nachgewiesen wird, dass der Pkw die Anforderung der Stufe PM 1 der Anlage XXVI StVZO einhält.
Allen anderen Pkw mit der Schlüsselnummer "27" bzw. "0427", die die Anforderungen der Stufe PM 1 einhalten, darf dagegen nur eine gelbe Plakette zugeteilt werden. Dies gilt im allgemeinen für Pkw mit mehr als 6 Sitzplätzen und einer zGM von bis zu 2500 kg.

Wer darf in den Umweltzonen fahren?

Die Umweltzonen sind durch die Verkehrszeichen 270.1 und 270.2 der Straßenverkehrs-Ordnung als solche gekennzeichnet. Das Zusatzzeichen regelt, welche Fahrzeuge mit welchen Plaketten in der betreffenden Umweltzone fahren dürfen.

Fahrzeuge ohne geeignete Plakette dürfen die Umweltzone nicht befahren, sonst drohen 80 Euro Bußgeld, auch wenn das Fahrzeug auf Grund seiner Emissionsschlüsselnummer eine Plakette bekommen könnte. Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen sind, benötigen ebenfalls eine Umweltplakette.

Verkehrszeichen: Beginn bzw. Ende Umweltzone sowie Zusatzzeichen zur Regelung der Ausnahmen "Verkehrszeichen 270.1 und 270.2: Beginn bzw. Ende Umweltzone sowie Zusatzzeichen 1031 zur Regelung der Ausnahmen" (Quelle: BMVBS)

Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht

Anhang 3 der Kennzeichnungsverordnung enthält generelle Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht. Ausgenommen sind beispielsweise zwei- und dreirädrige Fahrzeuge. Krankenwagen und auch Oldtimer mit dem so genannten "H-Kennzeichen". Von dem Verbot der Verkehrsteilnahme sind zudem Kraftfahrzeuge zur Beförderung schwerbehinderter Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung, beidseitiger Amelie und Phokomelie oder mit vergleichbaren Funktionseinschränkungen sowie blinde Menschen ausgenommen. Ferner können Kommunen in Einzelfällen weitere Ausnahmen zulassen. Hierfür ist jeweils ein Antrag erforderlich; Einzelheiten müssen bei der jeweiligen Kommune erfragt werden. Derartige Ausnahmen werden in einigen Bundesländern auch in anderen Umweltzonen anerkannt. Der von der Bundesregierung vorgeschlagenen generellen gegenseitigen Anerkennung haben die Länder jedoch nicht zugestimmt.

Was passiert mit Altfahrzeugen, die vor den EURO-1-Anforderungen zugelassen wurden?

Pkw mit Ottomotor (im Allgemeinen mit geregeltem Katalysator), die nach Anlage XXIII der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO), der sogenannten US-Norm zugelassen worden sind oder entsprechend der 52. Ausnahmeverordnung zur StVZO nachgerüstet wurden, erhalten ebenfalls die grüne Plakette. Dies sind Pkw mit den Schlüsselnummern 01, 02 und 77. Somit können sie in der Umweltzone fahren.

Darüber hinaus sind Oldtimer (gemäß § 2 Nummer 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung), die gemäß § 9 Absatz 1 oder § 17 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung führen (so genanntes "H-Kennzeichen") generell von den Verkehrsverboten in Umweltzonen befreit.

Bekomme ich Förderung für die Nachrüstung meines Dieselfahrzeugs mit Rußpartikelfilter?

Ja, das Bundesumweltministerium fördert wieder die Partikelfilternachrüstung. Für die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Partikelfiltern stellt das Bundesumweltministerium im Jahr 2015 Fördermittel von 30 Millionen Euro zur Verfügung. Fahrzeughalter und Fahrzeughalterinnen können eine Förderung in Höhe von 260 Euro erhalten. Es können nur Nachrüstungen gefördert werden, die zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2015 erfolgen. Die verwaltungsmäßige Abwicklung des Förderprogramms erfolgt wie in den Vorjahren durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn (siehe Link). Dort sind auch die Fördervoraussetzungen einsehbar.

Externe Links


© 2016 Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Impressum | Datenschutz | Übersicht | Benutzerhinweise