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Umweltzone

Quelle: Fotolia / Klaus Eppele

Seit dem 01.01.2008 wurden in zahlreichen Städten Umweltzonen eingerichtet, um die Belastung der Luft mit Feinstaub zu verringern. Einen Überblick über die bestehenden und geplanten Umweltzonen in Deutschland gibt das Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de). Darüber hinaus stellen die Städte wichtige Informationen zu ihrer Umweltzone (Größe, Ausnahmen, Service, praktische Hinweise) auf ihren Internetseiten bereit.

Eine Umweltzone ist durch Verkehrszeichen und Zusatzzeichen gekennzeichnet; diese Zeichen legen den Umfang der jeweiligen Einfahrtverbote fest und beziehen sich dazu auf die Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen mit einer verschiedenfarbigen Plakette. Diese Kennzeichnung der Fahrzeuge mit einer Plakette (auf Innenseite der Windschutzscheibe) sowie die Zuordnung der Plaketten zur Schadstoffgruppe eines Fahrzeugs sind in der sogenannten Kennzeichnungsverordnung (35. BImSchV) geregelt.

Die Plakette ist in allen Umweltzonen in allen Städten Deutschlands gültig.

Über die Ausgestaltung einer Umweltzone entscheidet die jeweilige Gemeinde in eigener Zuständigkeit. Mit wenigen Ausnahmen verlangen Umweltzonen inzwischen eine grüne Plakette für die Einfahrt. Es braucht nur derjenige eine Plakette am Auto, der in eine Umweltzone einfahren will. Dagegen ist bei Einfahrt in das Staatsgebiet Deutschlands keine Plakette erforderlich.

Schadstoffgruppen

Welche Fahrzeuge in welche Schadstoffgruppe fallen, ist vereinfacht in § 6 der Kennzeichnungsverordnung geregelt. Ist in den Fahrzeugpapieren die europäische Abgasstufe nicht erkennbar, gilt das Datum der erstmaligen Zulassung des Fahrzeuges. Durch Nachrüstung eines Dieselfahrzeuges mit einem Partikelminderungssystem (PMS), z. B. Partikelfilter, kann im Allgemeinen die nächst höhere Schadstoffgruppe erreicht werden. Die erreichte Nachrüststufe (geregelt in der Kennzeichnungsverordnung) muss auf der Grundlage der Bescheinigung der Werkstatt nachgewiesen werden. (Einzelheiten siehe unten).

Ausgabestellen für Plaketten

Ausgabestellen sind die Zulassungsbehörden oder die nach Landesrecht sonst zuständigen Stellen sowie die für die Durchführung von Untersuchungen der Abgase anerkannten Stellen (Kraftfahrzeugwerkstätten, Tankstellen mit Werkstatt und Überwachungsorganisationen wie z. B. Dekra und TÜV, ggf. auch Auslandsvertretungen der Überwachungsorganisationen).

Die Plaketten sind unter Vorlage der Fahrzeugpapiere bei jeder Ausgabenstelle erhältlich.
Es ist auch möglich, Plaketten vor einer Fahrt in eine Umweltzone bei einer Ausgabestelle zu bestellen. Die Fahrzeugpapiere (grundsätzlich ohne Beglaubigung) können über Fax, E-Mail (eingescanntes Dokument) oder Kopie auf dem Postweg vorgelegt werden. Die Plakette wird per Post versandt. Die Gebühren betragen bei den Ausgabestellen zwischen 5 und 10 Euro. Im Versand können höhere Gebühren, einschließlich Porto, anfallen.

Ausnahmen

Generell dürfen nur Fahrzeuge mit entsprechenden Plaketten in eine Umweltzone einfahren.

Ausnahmen von der Plakettenpflicht sind gemäß § 1 Abs. 2 und Anhang 3 zu § 2 Abs. 2 der Kennzeichnungsverordnung möglich. Bestimmte Fahrzeuge sind danach generell von den Fahrtverboten auch dann ausgenommen, wenn sie nicht mit einer Plakette gekennzeichnet sind. Beispielsweise sind dies land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen oder Oldtimer mit dem so genannten H-Kennzeichen. Von dem Verbot der Verkehrsteilnahme sind zudem Kraftfahrzeuge zur Beförderung schwerbehinderter Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung, beidseitiger Amelie und Phokomelie oder mit vergleichbaren Funktionseinschränkungen sowie blinde Menschen ausgenommen.

Diese Fahrzeuge dürfen in einer Umweltzone generell ohne Plakette fahren. Darüber hinaus können die jeweiligen Kommunen weitere Ausnahmen von dem Fahrverbot für Kraftfahrzeuge ohne geeignete Plakette zulassen, soweit dies im öffentlichen Interesse liegt. Hierüber ist auf Antrag von der Kommune in eigener Zuständigkeit zu entscheiden. Derartige Ausnahmen werden – je nach Bundesland – mitunter auch in anderen Umweltzonen anerkannt. Der von der Bundesregierung vorgeschlagenen generellen gegenseitigen Anerkennung haben die Länder jedoch nicht zugestimmt.

Bußgeld

Die Einfahrt in eine Umweltzone ist ohne Plakette oder ohne Ausnahmegenehmigung nicht gestattet; Verstöße können mit einem Bußgeld von 40 Euro geahndet werden.

Überblick über die Zuordnung von Fahrzeugen zu den Schadstoffgruppen

EurostufeSchadstoff-
gruppe
Erstzulassung PkwErstzulassung LkwPlakette
DieselDiesel
Euro 1 oder schlechter1vor 01.01.1997vor 01.10.1996keine
Euro 2 oder Euro 1 mit PMS2

ab 01.01.1997 bis

31.12.2000

ab 01.10.1996 bis

30.09.2001

rot
Umweltplakette rot (2)

Quelle: bast

Euro 3 oder Euro 2 mit PMS3

ab 01.01.2001 bis

31.12.2005

ab 01.01.2001 bis

30.09.2006

gelb
Umweltplakette gelb (3)

Quelle: bast

Euro 4 und besser
oder Euro 3 mit PMS
4ab 01.01.2006ab 01.01.2006grün
Umweltplakette grün (4)

Quelle: bast

Benziner / GasBenziner / Gas
Euro 1 oder schlechter
(Fahrzeuge, die nicht
in Gruppe 4 fallen)
1vor 01.01.1993vor 01.01.1993keine
Euro 1 und besser oder
Anlage XXIII StVZO oder
gleichwertig oder 52.
Ausnahmeverordnung
zur StVZO oder gleichwertig
4ab 01.01.1993ab 01.01.1993grün
Umweltplakette grün (4)

Quelle: bast

 
(In Einzelfällen können sich Abweichungen ergeben.)