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Boot mit Anker

Quelle: Fotolia / Claus Schlüter

Der stetig steigende Schiffsverkehr an den deutschen Küsten führt zu einer immer höheren Verkehrsdichte. Um Unfälle und Kollisionen zu vermeiden, muss es darum eine effiziente und genaue Überwachung der Verkehrsströme geben. Mit dem AIS (Automatisches Schiffs-Identifizierungs-System) hat die Weltschifffahrtsbehörde IMO (International Maritime Organisation) eine neue Technologie eingeführt, die den Austausch von Informationen zwischen den Schiffen und den Verkehrszentralen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes verbessert. Über das AIS identifizieren sich Schiffe und geben ihre statischen, reisebezogenen und dynamischen Daten für andere eindeutig bekannt.

  • Die statischen Daten geben beispielsweise Auskunft über den Schiffsnamen, das internationale Funkrufzeichen, den Schiffstyp und die Abmessungen des Schiffes. Diese Daten sind charakteristisch für das betreffende Schiff und ermöglichen seine Identifikation.
  • Zu den reisebezogenen Daten gehören der aktuelle Tiefgang, der Bestimmungshafen, die geplante Ankunftszeit sowie eine Angabe zur Ladungsart. Diese Daten sind zumindest für eine Reise feststehend und geben Auskunft über die aktuelle Mission des Schiffes.
  • Die dynamischen Daten sind für die Kollisionsverhütung mit anderen Schiffen von besonderer Bedeutung. Zu diesen zählen genaue Angaben über die Position des Schiffes, seine Geschwindigkeit, seinen Kurs über Grund, die exakte Vorausrichtung oder auch das momentane Drehverhalten des Schiffes.


Gute Erkennbarkeit

Die AIS-Geräte tauschen diese Daten in kurzen Zeitabständen zwischen Seefahrzeugen und den Verkehrszentralen aus. Das Verfahren hierzu ist weltweit standardisiert und funktioniert auf allen Weltmeeren, so dass sich Fahrzeuge aller Nationen gegenseitig erkennen können. Weil die AIS-Daten über UKW-Funkwellen ausgesendet werden, können anders als im Radar auch "versteckte" Schiffe, die hinter Hindernissen wie z. B. Landzungen fahren, erkannt werden.


Hohe Reichweite

Die hohe Reichweite von UKW-Antennen macht es möglich, die gesamte deutsche Küste mit nur 31 Landstationen abzudecken. Mit den jederzeit verfügbaren Daten über die Fahrzeuge und ihren aktuellen Kurs mit Geschwindigkeit erhalten die Verkehrszentralen ein effektives zusätzliches Instrumentarium für die kontinuierliche Überwachung des Verkehrsgeschehens in den Revieren an der deutschen Küste. Die Verkehrszentralen werden zudem in der Lage sein, mit Hilfe des AIS kurze Nachrichten entweder an ein bestimmtes Schiff oder an alle Schiffe im betreuten Revier zu senden.


Mehr Sicherheit

Somit können jederzeit Navigationswarnungen oder Informationen über Verkehrssituationen an die Schifffahrt weitergeleitet werden. Das AIS trägt somit dazu bei, den Schiffsverkehr nicht nur auf hoher See sicherer zu gestalten, sondern es wird auch in sensibleren küstennahen Seegebieten und in den Knotenpunkten des Schiffsverkehrs für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs wesentliche Impulse setzen.