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Winterdienst im Einsatz
Winterdienst im Einsatz

Quelle: Fotolia / Marco2811

Straße

Bundesverkehrsminister Dobrindt:

Deutschland ist gut auf den Winter vorbereitet. Die Streusalzlager sind gefüllt. Auch in diesem Jahr haben wir die länderübergreifende Streusalzreserve des Bundes eingerichtet. Die Länder können darauf bei Bedarf zugreifen, um Autobahnen schnell von Schnee und Eis zu befreien. Zudem unterstützen wir den Einsatz von neuen Technologien und intelligenten Winterdienstmanagementsystemen, um auch in der kalten Jahreszeit den Verkehrsteilnehmern eine sichere und möglichst staufreie Fahrt zu ermöglichen.

Streusalzreserven und Einsatzflotte

  • Auf Initiative des Bundes haben die Länder ihre Streusalzreserven deutlich aufgestockt. Die Länder müssen die Lager dabei so rechtzeitig befüllen, dass die Bestände zu Beginn der Winterperiode bereitstehen. Die Salzindustrie hat ihre Lagerkapazitäten an den Produktionsstätten ebenfalls deutlich erhöht.

  • Die Straßenbauverwaltungen der Länder können für den Einsatz auf den Bundesfernstraßen (Autobahnen und Bundesstraßen) in der kommenden Winterperiode 2015/16 insgesamt auf rd. 1,1 Mio. Tonnen eingelagertes Streusalz zurückgreifen. Davon entfallen allein auf die Autobahnen 570.000 Tonnen – eine Steigerung von ca. 34% gegenüber 2009. Inbegriffen sind ebenfalls 73.000 Tonnen Streusalz als "länderübergreifende Streusalzreserve", auf die die Länder bei Salzengpässen zurückgreifen können.

  • Deutschlandweit stehen auf den Autobahnmeistereien rd. 1750 Fahrzeuge für den Winterdienst bereit und auf den Straßenmeistereien rd. 4400 Fahrzeuge.

  • Fortlaufende Überwachung der Lagerbestände durch automatische Messungen des Füllstands (Radar, Ultraschall, Gewichtsmessungen, Kameras etc.). Aktuelle Daten zum Lagervolumen werden gemeldet und führen zu einer Warnmeldung, wenn eine bestimmte Menge unterschritten wird.

Neue Streu- und Gerätetechniken

  • Das BMVI treibt in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) neue Streu- und Gerätetechniken voran, insbesondere zur Ausbringung von Salzlösung. Noch bevor es zu Glätte kommt, wird Salzlösung vorbeugend auf der Fahrbahn ausgebracht. Sie haftet wesentlich besser und hat eine längere Liegedauer als Feuchtsalz. Die Verkehrssicherheit steigt, der Salzverbrauch und die Kosten sinken und die Umwelt wird geschont. Bundesweit sind auf den Autobahnmeistereien bisher 125 Fahrzeuge mit dieser Technik ausgestattet.

Wasserstraße

Besondere Fahrzeuge zur Sicherung der Schifffahrt bei Eisgang

  • Um die Schifffahrt auch bei Eisgang zu ermöglichen, hält die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) eigene Eisbrecher vor. Diese Flotte wird durch an gecharterte Eisbrecher ergänzt.

  • Im Küstenbereich unterhält die WSV vier Mehrzweckschiffe, von denen drei unter anderem auch als Eisbrecher konzipiert sind.

  • Im Binnenbereich unterhält die WSV 40 Eisbrecher sowie weitere Arbeitsschiffe, die aufgrund eines verstärkten Rumpfes bei Eisgang eingesetzt werden können.

Winterfeste Schleusenanlagen

  • Die ersten Probleme bereitet der Winter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an und in Schleusenanlagen. Um das Einfrieren der Anlagen zu verhindern bzw. zu erschweren, werden die beweglichen Teile entweder beheizt oder durch Wasserbewegung mit Luft-Sprudelanlagen bzw. Propellern so lange es geht, eisfrei gehalten.

Schiene

Weichenheizung, Räum- und Sicherungskräfte und Spezialräumfahrzeuge

  • Etwa 9.000 Weichen an besonders betriebswichtigen und sensiblen Stellen des Netzes sind mit einer speziellen Antriebsabdeckung ausgestattet. Damit sind 500 Weichen mehr als im vergangenen Jahr besser vor Schneeverwehungen und von Zügen herabfallenden Eisbrocken geschützt. Um das Einfrieren der beweglichen Weichenteile zu verhindern, sind zudem rund 48.800 Weichen im Netz der Deutschen Bahn mit speziellen Heizeinrichtungen ausgerüstet.

  • Als Ergänzung übernehmen rund 21.300 Räum- und Sicherungskräfte das Freiräumen der Gleise und Weichen per Hand. Neben Bahnmitarbeitern kommt auch Personal regionaler Firmen zum Einsatz.

  • Bei Schneehöhen von über vierzig Zentimetern, Schneeverwehungen und starkem Schneefall kommen die 64 Räumfahrzeuge zum Einsatz.