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Quelle: Fotolia / virtua73

  • Vor 60 Jahren (2.1.1958) hat die Verkehrssünder-Kartei (ab 1969 „Verkehrszentralregister“) beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg ihre Arbeit aufgenommen.
  • Mit der Reform und Umbenennung in „Fahreignungsregister“ 2014 erfolgte die Konzentration auf verkehrssicherheitsrelevante Verstöße.

Christian Schmidt, geschäftsführender Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Mit der Verkehrssünder-Kartei feiert eine deutsche Institution 60. Geburtstag. Seit der Einführung im Jahr 1957 leistet die Kartei einen wichtigen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen. Das Punktesystem hat sich bewährt und trägt auch dazu bei, dass immer weniger Menschen auf deutschen Straßen ums Leben kommen.

Historie

Bis 1957 war die Erfassung von Verkehrssündern nur regional organisiert. Mit der Einführung der zentralen Kartei wurde es möglich, Verkehrssünder unabhängig von Wohnsitzwechseln zu erfassen. So konnte man Wiederholungstäter besser ausfindig machen. Außerdem erhoffte man sich bessere Erkenntnisse über die Art der Verkehrsverstöße. Die Zahl der Verkehrstoten sank nach der Einführung der Kartei von 14.811 (1956) auf 13.891 (1958).

1974 wurde das bundeseinheitliche Mehrfachtäter-Punktesystem eingeführt – der Grundstein für das heutige Punktesystem: Seitdem werden Verstöße nach ihrer Schwere mit unterschiedlichen Punktzahlen gewichtet (damals 1 bis 7 Punkte). 1999 wurde die Möglichkeit geschaffen, durch Seminare Punkte abzubauen. Gleichzeitig begann die Digitalisierung des Verkehrszentralregisters.

Mit der Punktereform 2014 wurde das Verkehrszentralregister einfacher strukturiert und in „Fahreignungsregister“ umbenannt. Seitdem werden Verstöße, die nicht relevant für die Verkehrssicherheit (z.B. Einfahrt in Umweltzone ohne Plakette) sind, nicht mehr „bepunktet“. Je nach Schwere werden die Verstöße nun mit 1-3 Punkten bewertet. Schwere Ordnungswidrigkeiten werden stärker gewichtet als vorher. Nach der Vormerkung (bis zu 3 Punkte) gelten drei Maßnahmenstufen: 1. Ermahnung (4-5 Punkte), 2. Verwarnung (6-7 Punkte), 3. Entziehung der Fahrerlaubnis (ab 8 Punkten). So ist das System einfacher, klarer und gerechter geworden.

Die Zahl der Fälle, in denen Fahrerlaubnisse entzogen wurden, ist seit der Reform angestiegen: von rund 4.000 im Jahr 2013 auf 7.500 Entziehungen nach dem Fahreignungs-Bewertungssystem im Jahr 2016. Fahrerlaubnisse werden nur noch entzogen, wenn es zu mehreren Verstößen gekommen ist, die die Verkehrssicherheit direkt beeinträchtigen. Das zeigt, dass das neue Fahreignungs-Bewertungssystem bei Wiederholungstätern effektiv ist. Damit wird ein Beitrag für mehr Verkehrssicherheit geleistet.