Alle Formate Alle aktuellen Artikel
Autobahnbrücke Leverkusen
Autobahnbrücke Leverkusen

Quelle: fotolia / Pro-Patho

Eine leistungsfähige Infrastruktur ist das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die Ingenieurbauwerke sind hierbei die neuralgischen Punkte – nicht nur weil sie zu den teureren, sondern mit einer prognostizierten Lebensdauer auch zu den langlebigeren Gütern einer Verkehrsinfrastruktur zählen. Wie auch Tunnel, Lärmschutzbauwerke, Stützbauwerke oder Verkehrszeichenbrücken gehören Brücken zu den Ingenieurbauwerken. Sie überwinden natürliche oder künstliche Hindernisse (Flüsse, Täler, Straßen, Eisenbahn- und Wasserwege) und bilden zusammen mit der übrigen Strecke einen Verkehrsweg. Sie sind damit für Mobilität und die Schaffung von Verbindungen zwischen Menschen und auch Märkten in einem modernen Straßennetz von großer Bedeutung. 

Brücken prägen durch ihre Größe und meist exponierten Lage die gebaute Umwelt besonders stark. Somit können schöne Brücken zum Erscheinungsbild einer Stadt oder einer Landschaft wohltuend beitragen. Sie besitzen ästhetische Eigenschaften, die Menschen ansprechen und dabei ihre beeindruckende Wirkung entfalten. Aber nicht nur die Ästhetik ist Teil einer guten Gestaltung, sondern vielfältigste Anforderungen, die heute an ein Bauwerk gestellt werden. Dazu zählen ebenso Dauerhaftigkeit, Wirtschaftlichkeit oder auch umweltrechtliche Aspekte etc. Dies bedeutet hohe Verantwortung und zugleich Verpflichtung sowohl der planenden Ingenieure als auch der Bauverwaltungen im Umgang mit neuen Bauwerken, aber auch im Erhalt von bestehender Bausubstanz und damit auch im Umgang mit dem historischen Erbe. 

Planung und Bau von Brücken zählen zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Bauwesens. Unter Berücksichtigung topografischer oder auch anderer Randbedingungen, z. B. Linienführung, Brückenstandort, Baugrund, Querschnittsausbildung und Materialwahl sowie ggf. planrechtlicher Festlegungen, werden Länge, Höhe und Stützenstellung des Brückenkörpers geplant. Die Breite des Brückenquerschnitts wird grundsätzlich vom überführten Verkehrsweg bestimmt und richtet sich dabei nach der späteren Nutzung als Straßenbrücke, als Wirtschaftsweg oder als Geh- und Radweg. 

Während in Deutschland der klassische Brückenneubau nur noch in wenigen Neubaustrecken oder als Lückenschlüsse vorzufinden ist, haben die Erhaltung inkl. Ersatzneubau abgängiger Brücken sowie der Aus- und Umbau von Bauwerken eindeutig Vorrang. Kennzeichnend dabei ist, dass unter Aufrechterhaltung des fließenden Verkehrs, also unter "rollendem Rad", gebaut werden muss. Dies hat maßgeblichen Einfluss auf das Bauverfahren und den Bauablauf. 

Da die Kosten für Brückenbauwerke in der Regel einen großen Anteil an den Gesamtkosten einer Straßenbaumaßnahme ausmachen, kommt der Forderung der Bundeshaushaltsordnung nach einem sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln hohe Bedeutung zu. Dabei sind nicht nur die Herstellungskosten, sondern auch die während der gesamten Lebensdauer anfallenden Kosten für Erhaltung und Unterhaltung der Brücke, den so genannten Lebenszykluskosten, schon beim Entwurf zu beachten. 

Regelmäßige und fachkundig durchgeführte Bauwerksprüfungen nach DIN 1076 sorgen während der Nutzungszeit dafür, Schäden und Verschleißerscheinungen rechtzeitig zu erkennen und instand zu setzen. Sie tragen somit nicht nur zum Werterhalt, sondern auch zu einer sicheren Nutzung bei.