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Zur Gewährleistung der dauerhaften Funktionssicherheit von Ingenieurbauwerken der Bundesfernstraßen ist eine systematische Bauwerkserhaltung notwendig. Die systematische Bauwerkserhaltung ist Teil des Erhaltungsprogramms der Bundesfernstraßen.

Rückgrat der Bauwerkserhaltung sind die Bauwerksdaten (Konstruktionsdaten, Daten der Bauwerksprüfung etc.), die gemäß der bundeseinheitlichen Anweisung Straßendatenbank Segment Bauwerksdaten (ASB-ING) mit dem Programm SIB-Bauwerke von den Auftragsverwaltungen erfasst und gepflegt werden.

Ingenieurbauwerke sind im Sinne der ASB-ING Brücken, Verkehrszeichenbrücken, Stützwände, Lärmschutz-/Schutzbauwerke, Tunnel/Trogbauwerke und sonstige Ingenieurbauwerke, wobei die Brücken den wesentlichen Anteil darstellen.

Bei Brücken ist neben dem baulichen Zustand auch eine ausreichende Tragfähigkeit der Konstruktion für die Funktion im Straßennetz von entscheidender Bedeutung. Das Alter der meisten Brücken im Zuge von Bundesfernstraßen, hierbei insbesondere der großen Talbrücken in den westlichen Bundesländern, beträgt rund 30–55 Jahre. Diese Bauwerke zeigen, vor allem durch den überproportional gestiegenen Schwerverkehr und die häufig festzustellenden Überladungen von Lkw, zunehmend Abnutzungserscheinungen und Schäden auf. Notwendige Verstärkungen dieser Brücken sind jedoch nur begrenzt und oft nur mit großem technischen und finanziellen Aufwand möglich. So werden umfassende Ertüchtigungen oder Erneuerungen der betreffenden Bauwerke erforderlich. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat hierzu gemeinsam mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und in Abstimmung mit den zuständigen Straßenbauverwaltungen der Länder die "Strategie zur Ertüchtigung der Straßenbrücken im Bestand der Bundesfernstraßen" entwickelt, in der das bundeseinheitliche Vorgehen, die objektbezogenen Nachrechnungen und die systematische Brückenertüchtigungsplanung beschrieben sind.

Alterung und zunehmende Verkehrsbelastung erfordern einen wachsenden Bedarf an Bauwerkserhaltung, die wegen begrenzter Ressourcen und minimierter Verkehrsbeeinträchtigungen nur mittels einer optimierten Erhaltungsplanung möglich ist.