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Ein wichtiger Faktor zur Förderung der Wirtschaftlichkeit und der Realisierung des Lebenszyklusansatzes ist die sachgerechte Verteilung der projektspezifischen Risiken. Grundsätzlich gilt, dass ein Risiko stets von demjenigen zu tragen ist, der das Risiko am besten beherrschen kann. Dann kann er es gut steuern und so z. B. wirtschaftliche und ablauftechnische Vorteile erzielen.

Die öffentliche Hand bewertet bei ÖPP projektspezifisch die einzelnen Risiken der Entwicklungsphase und verteilt sie entsprechend. Die exakte Risikoverteilung ist Gegenstand der Vertragsverhandlungen, über die endgültige Zuordnung entscheidet die öffentliche Hand. Die Risiken werden im Vertrag klar definiert und projektspezifisch präzise zugeordnet. Z. B. kann das Inflationsrisiko (wenn überhaupt) nur der öffentliche Auftraggeber steuern, weshalb ihm dieses zugeordnet wird. Das Risiko der rechtzeitigen Fertigstellung des Baus liegt eher im Einwirkungs- und Steuerungsbereich des Auftragnehmers, weshalb dieses dem ÖPP-Vertragspartner zuzuordnen ist. Darüber hinaus gibt es Risiken, die beide Seiten kaum beherrschen können, wie z. B. Änderungen im Bereich der Technik oder höhere Gewalt. Daher erfolgt in dieser Risikokategorie regelmäßig eine Aufteilung zwischen beiden Vertragspartnern durch sachgerechte Risikoteilung. Pro Projekt werden durchschnittlich weit über 100 Risiken identifiziert, analysiert und bewertet. Die folgende Grafik zeigt daher nur beispielhaft, wer welches Risiko bei ÖPP-Projekten trägt:

Auszug RisikenAuftraggeberAuftragnehmer
Planfeststellungsrisiko:janein
Inflationsrisiko:janein
Fertigstellungsrisiko:neinja
Erhaltungs- und Betriebsrisiko:neinja
Risiko höhere Gewalt:jaja
Änderung Stand der Technik:ja (ab Bauende)ja (in Bauphase)