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Gebäude des BSH
Das Seewetteramt des DWD und die Zentrale des BSH heute, oberhalb der Landungsbrücken

Quelle: BSH/DWD

Vortragsreihe zu 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland

Hamburg, 5. Juli 2018 – Im Rahmen des diesjährigen Jubiläums "150 Jahre maritime Dienste und Forschungen in Deutschland" veranstalten das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Vortragsreihe zu Themen rund um Wetter, Klima, Meer und maritime Dienste. BSH und DWD bilden die Nachfolgeorganisationen der Norddeutschen Seewarte, die Wilhelm von Freeden zum 1. Januar 1868 in Hamburg eröffnete.
Die Vorträge finden an Veranstaltungsorten statt, die einen historischen Bezug zur Norddeutschen bzw. Deutschen Seewarte haben.

Der Eintritt ist frei und es bedarf keiner Anmeldung.

Die Themen und Termine im Einzelnen:

  1. "Kleine Schritte und große Sprünge – die Entwicklung der Wettervorhersage",
    Dipl.-Met. Detlev Majewski (DWD Offenbach)
    Donnerstag, 12. Juli 2018, 19.00 Uhr
    Hotel Hafen Hamburg, Elbkuppelsaal, Seewartenstraße 9, 20459 Hamburg

    Das Seemannshaus, in dem die Norddeutsche Seewarte 1868 startete, ist heute ein Gebäudeteil des Hotels Hafen Hamburg. Detlev Majewski nimmt die Gäste mit auf eine Zeitreise – denn wie das Wetter wird, interessierte die Menschen schon immer.


  2. "Meeresforschung im Wandel – von Flaschenposten, Forschungsschiffen und Robotern“,
    Prof. Dr. Martin Visbek (Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel)
    Donnerstag, 30. August 2018, 19.00 Uhr
    Segelschiff Rickmer Rickmers, St. Pauli Landungsbrücken, Brücke 1, 20359 Hamburg
    Das Segelschiff Rickmer Rickmers ist eines von vielen Schiffen, das für die Seewarte Wetterbeobachtungen durchführte und das auch meteorologische Journale zulieferte.


  3. "Beeinflussen die Pflanzen das globale Klima? – Von der Köppenschen Klimaformel zur modernen Klimamodellierung", Prof. Dr. Martin Claußen (Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg)
    Donnerstag, 27. September 2018, 20.00 Uhr
    Stavenhagenhaus, Frustbergstraße 4, 22453 Hamburg
    Das Stavenhagenhaus befindet sich im Stadtteil Hamburg-Groß Borstel. Hier eröffnete Wladimir Köppen, Leiter der meteorologischen Abteilung der Deutschen Seewarte, 1903 die so genannte Drachenstation. Mithilfe von Drachen wurden erste Höhensondierungen vorgenommen.


  4. "Sturmfluten in Hamburg", Dr. Sylvin Müller-Navarra (BSH Hamburg)
    Sonntag, 18. November 2018, 19.00 Uhr
    Jugendherberge auf dem Stintfang, Panoramalobby, Alfred-Wegener-Weg 5, 20459 Hamburg
    (Vor dem Vortrag besteht die Möglichkeit, die Grundmauern der Deutschen Seewarte zu besichtigen.)
    Die heutige Jugendherberge auf dem Stintfang steht auf den Grundmauern des Gebäudes der Deutschen Seewarte, das 1881 im Beisein von Kaiser Wilhelm I eingeweiht und im April 1945 durch einen Bombentreffer zerstört wurde.

Norddeutsche Seewarte

Am 1. Januar 1868 eröffnete Wilhelm Ihno Adolf von Freeden, der Rektor der Großherzoglich Oldenburgischen Navigatonsschule in Elsfleth, die Norddeutsche Seewarte. Ozeanische Reisen sollten sicherer und kürzer werden. Die Erforschung des Wetters und der Strömungen auf den Weltmeeren begann.
Bald entwickelten sich an der Norddeutschen, später Deutschen Seewarte Wissenschaften wie die Ozeanographie und Meteorologie und ein umfangreicher maritimer Dienstleistungsbereich. Diesen nehmen heute das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) wahr.

Bis zum 31. August 2018 ist im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) noch die Sonderausstellung "Über Wasser – Unter Wasser" zu sehen, die gemeinsam von DWD und BSH konzipiert wurde. Mehr Informationen zum Jubiläum "150 Jahre Norddeutsche Seewarte" finden Sie unter www.bmvi.de/seewarte

Im Seemannshaus eröffnete Wilhelm von Freeden zum 1. Januar 1868 die Norddeutsche Seewarte.
Im Seemannshaus eröffnete Wilhelm von Freeden zum 1. Januar 1868 die Norddeutsche Seewarte.

Quelle: BSH/DWD

Grußwort der Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und maritimen Botschafterin der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation zum Tag des Seefahrers am 25.06.2018

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Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) benannte 2010 den 25. Juni als „Internationalen Tag des Seefahrers“. Mit diesem jährlich stattfindenden Tag lenkt sie das Augenmerk auf die Bedeutung der Seeleute für die Gesellschaft. Die Vereinten Nationen haben den „Day of the Seafarer“ in ihre Liste der Internationalen Tage aufgenommen.

Der diesjährige Tag des Seefahrers steht unter dem Motto „Das Wohlbefinden der Seeleute“. Für die maritime Wirtschaft, die Meereswissenschaften und die Meeresumwelt sind die Menschen an Bord entscheidend. Sie sind verantwortlich dafür, dass die auf dem Seeweg transportierten Güter, die rund 90 Prozent des Welthandels ausmachen, zuverlässig transportiert werden. Sie sorgen dafür, dass jährlich 26 Millionen Kreuzfahrttouristinnen und -touristen weltweit sicher und unbeschwert ihren Urlaub genießen können. Die Seeleute setzen aktiv die Regelungen zum Schutz der Meere um, wie sie zum Beispiel im Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL-Übereinkommen) festgeschrieben sind. Heute umfasst die Welthandelsflotte rund 80.000 Schiffe, während etwa 6.500 Passagierschiffe auf den Meeren unterwegs sind. Seeleute und seemännisches Know-How sind auch bei der fortschreitenden Digitalisierung im Seeverkehr weiterhin unverzichtbar.

Doch nicht nur die Handelsflotte arbeitet auf den Ozeanen. Rund 325 Forschungsschiffe untersuchen die Meere und die darüber liegende Atmosphäre weltweit. Spezialschiffe sind im Einsatz, um zum Beispiel den Aufbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee zu unterstützen, den Meeresboden zu vermessen oder Veränderungen im Meer zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen auf, welche Konsequenzen die internationale Staatengemeinschaft ziehen muss, damit es den Meeren zunehmend besser geht. So nehmen die Besatzungen der Forschungsschiffe und Spezialschiffe ebenso verantwortungsvolle Aufgaben auf See wahr wie die Menschen auf den Handels- und Kreuzfahrtschiffen.

Der Tag des Seefahrers fordert die Regierungen auf, eine Politik zu entwickeln und umzusetzen, die zu einer fairen Behandlung von Seeleuten in den Häfen führt. Er ruft Reedereien und Eigner auf, ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen während der Zeit auf See angemessene Einrichtungen und angemessenen Komfort zu bieten.

Das Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS Übereinkommen) und das Internationale Übereinkommen über Normen für die Ausbildung, die Erteilung von Befähigungszeugnissen und den Wachdienst von Seeleuten (STCW-Übereinkommen) regeln Maßnahmen zum Schutz und zur Sicherheit der Seeleute. Aufgabe der Reeder ist es, die sie betreffenden Normen der Abkommen anzuwenden. Ein besonderes Augenmerk sollte der Ausbildung gelten. Denn die Reeder müssen gewährleisten, dass die Menschen, die in diesen verantwortungsvollen Bereichen arbeiten, geschützt sind. Dazu zählt auch die Sicherstellung der Qualifikation der Seeleute. Gleiches gilt darüber hinaus für das Seearbeitsübereinkommen (MLC) der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), in dem weltweit verbindliche Sozialnormen für die Arbeit an Bord von Schiffen geregelt werden.

Mit diesem Tag erkennt die IMO stellvertretend für die Gesellschaft den Beitrag an, den Seefahrerinnen und Seefahrer für die Weltwirtschaft und die Zivilgesellschaft leisten. Die IMO versteht diesen Tag auch als einen Dank für die Risiken und persönlichen Kosten, die die Seeleute während ihrer Arbeit tragen.

Die IMO begleitet den Tag mit zahlreichen Social Media Aktivitäten. So fordert sie beispielsweise die Seefahrerinnen und Seefahrer auf, sich an einem Fotowettbewerb und einer Umfrage zu beteiligen, die das Thema „Wohlbefinden der Seeleute“ adressieren. Zwei Hashtags – #GoodDayatSea und #SupportSeafarersWellbeing – ermuntern zum Mitmachen. Unter „International Day of the Seafarer“ wird auf Facebook über die Aktivitäten berichtet.

Nutzen Sie als Seefahrerinnen und Seefahrer diese Medien und berichten Sie von Ihrem Alltag!
Gute Reise und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Monika Breuch-Moritz
Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und maritime Botschafterin der IMO

Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und maritime Botschafterin der IMO
Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie und maritime Botschafterin der IMO

Quelle: BSH

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Jubiläum 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland – Festakt im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg „Hervorragende wissenschaftliche Institute“ am 05.06.2018

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Mit diesen Worten lobte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), die Arbeit des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Bei der Festveranstaltung zu 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland am 31. Mai 2018 im Internationalen Maritimen Museum Hamburg hob er besonders den langjährigen Einsatz der beiden Nachfolgeorganisationen der Seewarte hervor.

Das Museum in der Hamburger Speicherstadt bot den würdigen Rahmen für einen Festakt, um an die Eröffnung der Norddeutschen Seewarte zu erinnern, die am 1. Januar 1868 ihre Arbeit aufnahm. Das Museum präsentiert zudem unter dem Titel „Über Wasser – Unter Wasser“, eine Sonderausstellung mit teilweise historischen Einzelstücken. DWD und BSH haben die Ausstellung gemeinsam konzipiert. Am 31. Mai war sie erstmalig für die Festgäste zugänglich und ist seit 2. Juni offen für die Öffentlichkeit bis Ende August 2018.

Gleich drei Jubiläen

Der Hausherr und Vorstand des Internationalen Maritimen Museums (IMMH), Peter Tamm, begrüßte die 150 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Partnerorganisationen und betonte, es gebe gleich drei Jubiläen zu feiern: Vor zehn Jahren hielt sein Vater die Eröffnungsrede für das IMMH. Vor 140 Jahren war der Kaispeicher als zehnstöckiges Backsteingebäude fertiggestellt worden, in dem sich das Museum heute befinde, und vor 150 Jahren eröffnete Wilhelm von Freeden die Norddeutsche Seewarte. Was wäre die Menschheit ohne Schifffahrt? Ohne Schifffahrt hätte es über Jahrtausende hinweg keine Begegnung von Menschen an den jeweiligen Ufern gegeben, ob es Inseln waren oder Erdteile – zitierte Peter Tamm aus der Rede seines Vaters von vor zehn Jahren. Beim Betrachten der Exponate gehe es nicht allein um Bewahren, sondern auch darum, Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Forschung und praktischer Nutzen

Eine kurze Reise durch die Geschichte der Norddeutschen Seewarte sowie ihrer Nachfolgeorganisationen unternahm Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, in seinem Grußwort. Grundlagenforschung in Kombination mit praktischer Anwendung und dem Nutzen für die Wirtschaft seien das Erfolgsrezept der Einrichtungen, die damit auch die Modernität und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt stärkten. Die Norddeutsche Seewarte hat im Deutschen Wetterdienst und im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie würdige Nachfolger gefunden. Beide sind aus Hamburg nicht mehr wegzudenken und auf ihrem Gebiet wegweisend. Sie sind Teil der Geschichte unserer Stadt und bereichern sie bis heute, mit diesen Worten schloss Hamburgs Erster Bürgermeister seine Grußadresse.

„mit hingebendem Gemeinsinn“

Die meteorologischen und meereskundlichen Aufgaben sowie die Sicherheit in der Seeschifffahrt stellte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann in den Vordergrund seiner Festansprache.

Die Geschichte der Norddeutschen Seewarte enthält viele wichtige Meilensteine, nicht nur für den maritimen Bereich, sondern auch für die Meteorologie insgesamt

so Enak Ferlemann. Als Beispiele nannte er die erste tägliche Wetterkarte, das Warnwesen oder die internationale Zusammenarbeit. Auch die Meereskunde steckte 1868 noch in den Kinderschuhen. Grundlegendes wurde hier geschaffen und weiterentwickelt, wie etwa die Erhebung von Daten. Sowohl DWD als auch BSH arbeiten an der Digitalisierung der weit zurückreichenden Daten – ein wahrer Schatz, den diese beiden „hervorragenden wissenschaftlichen Institute“ bearbeiten und damit „einzigartige Einblicke in die Entwicklung von Klima und Meer“ geben. Schon zu von Freedens Zeit ging es darum, die Schifffahrt sicherer zu machen. Auch diese Aufgabe wurde deutlich erweitert und beinhaltet heute beispielsweise die Wracksuche oder die Kartographie auf See. Aus den Segelanweisungen sind schließlich heute die Routenberatungen entstanden.

Wilhelm von Freeden habe die Reeder aufgefordert, mit hingebendem Gemeinsinn und verständiger Einfügung in ein gemeinsames System Beobachtungen weiterzugeben und damit die Kenntnis von ozeanischen Strömungen und Winden, den Eigentümlichkeiten der Gezeiten, den Missweisungen des Kompasses, gefährlichen Gleichgewichtsstörungen der Atmosphäre bekanntzugeben, zitierte Enak Ferlemann den Gründer der Norddeutschen Seewarte. Dies sei für seine Zeit visionär gewesen. Der Staatssekretär wünschte sich zum Abschluss seiner Rede,

dass wir auch in Zukunft mit diesem Gemeinsinn und dieser verständigen Einfügung in ein gemeinsames System die Nutzung und den Schutz von Meeren und Atmosphäre weiter verfolgen und begleiten.

„Weiter so!“

Beim abschließenden Round-Table der gut einstündigen Festveranstaltung verknüpfte der Moderator Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblattes, locker-launig politische Themen mit den Arbeitsbereichen der beteiligten Institutionen. Als Gesprächspartner standen neben Monika Breuch-Moritz, Präsidentin BSH, und Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident DWD, der Vizepräses der Handelskammer Hamburg, Dr. Johann Killinger, und Ralf Nagel, Präsidiumsmitglied des Verbandes der Deutschen Reeder (VDR), auf der Bühne. Damit waren die Nachfolgeorganisationen repräsentiert, die ursprünglich an der Eröffnung der Seewarte beteiligt waren. In der etwa 20-minütigen Diskussionsrunde ging es unter anderem um die Frage, wieviel Seewarte von damals heute noch in BSH und DWD stecke und wie sich Aufgaben von damals in unserer Zeit verändert haben. Monika Breuch-Moritz hob hervor:

Viele Ideen von damals, wie zum Beispiel die Qualitätssicherung von Daten oder Marktüberwachung, sind heute aktueller denn je.

Auch kamen dabei Erwartungen und Wünsche von Handelskammer und VDR an DWD und BSH zur Sprache sowie die Hintergründe, warum Reeder und Handelskammer von Freeden unterstützt hatten: Dr. Johann Killinger betonte zu den Wünschen für die Zukunft, dass er eigentlich nur sagen könne: „Weiter so!“ Denn die gute Kooperation zwischen den Institutionen habe sich entsprechend der Zeit immer weiter entwickelt und der Austausch mit der Handelskammer Hamburg sei auch bei unterschiedlichen Anforderungen für alle Beteiligten immer positiv geblieben. Gerhard Adrian skizziert kurz die Wichtigkeit der Wetterbeobachtungen auf See, die Schiffe heute nach wie vor durchführen, und ermutigte den VDR, hierbei weiter tatkräftig zu unterstützen.

„Eine rundum gelungene Festveranstaltung“

Musikalisch passend umrahmte das Duo Samuel Selle (Violoncello) und Gideon Schirmer (Violine) die Veranstaltung. Eingangs wurden die Gäste mit Auszügen aus Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ in das maritime Thema eingestimmt, den Schlusspunkt setzten die beiden Preisträger mit „Wassertropfen“ von Jean Sibelius, wofür sie verdienten und reichlichen Applaus erhielten.

Beim anschließenden Empfang bot sich den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, Gespräch zu führen, Themen zu vertiefen und intensiv über Meer und Wetter zu diskutieren. Kolleginnen und Kollegen von DWD und BSH führten Gästegruppen durch die Sonderausstellung. An mehreren Themeninseln standen jeweils DWD- und BSH-Expertinnen und Experten zur Verfügung, um Exponate zu erklären, Fragen zu beantworten oder weiterführende Informationen zu geben. Besondere Anziehungspunkte waren unter anderem der meteorologische Arbeitsplatz oder erstmals gezeigte Modelle der BSH-Schiffe.

Sowohl Monika Breuch-Moritz als auch Gerhard Adrian betonten übereinstimmend:

BSH und DWD haben einiges geschafft. Die Grundsteine, die von Freeden gelegt hat, sind heute in vielen unserer Aufgaben sichtbar. Dies wird auch in der Ausstellung deutlich. Von Freeden und seine Nachfolger haben Maßstäbe und Standards in der Ozeanographie, der Nautik, der Klimatologie und der Meteorologie gesetzt. Daher gilt es allen, die an dieser Ausstellung mitgewirkt haben, ein besonderes Danke zu sagen.

Für beide ist die Zusammenarbeit der beiden Behörden heute so wichtig wie damals bei der Gründung der Norddeutschen Seewarte: „Ozeanographie und Meteorologie stehen in ständiger Wechselwirkung.“

Und die Gäste waren einhellig der Meinung:

Eine rundum gelungene Festveranstaltung

Gertrud Nöth (DWD)

Jubiläum 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland – Festakt im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Weitere Informationen zum Jubiläum gibt es unter www.bmvi.de/seewarte

Die Rede des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg ist im Internet aufrufbar: http://www.hamburg.de/buergermeisterreden-2018-2/11158384/norddeutsche-seewarte/

Pressemitteilung vom 29.05.2018
150 Jahre maritime Dienste in Deutschland – Sonderausstellung „Über Wasser – Unter Wasser“

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Hamburg, 29. Mai 2018 - Anlässlich des Starts der Norddeutschen Seewarte vor 150 Jahren in Hamburg erinnern das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der Deutsche Wetterdienst (DWD) an den Beginn der maritimen Dienste in Deutschland. Unter dem Titel „Über Wasser – Unter Wasser“ stellen die drei Einrichtungen die Facetten maritimer Dienste in Deutschland vor. Die Ausstellung kann vom 2. Juni bis zum 31. August 2018 im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg besucht werden.

In einzelnen Themenbereichen innerhalb der regulären Dauerausstellung zeigt das Museum das breite Spektrum maritimer Dienste. Es reicht von Segelanweisungen und Wettervorhersagen für die Seeschifffahrt über Untersuchungen zum Laderaumklima auf Schiffen, die Vermessung der Meere, die Wracksuche, die meteorologische und ozeanographische Datenerhebung auf Schiffen, über die Darstellung von Messnetzen und Sicherheit in der Seeschifffahrt bis hin zu Meeresumweltschutz und der Offshore-Windenergie.

Originaldokumente erstmals zu sehen

Erstmals zeigt das Museum Originaldokumente und -exponate aus dem Nachlass des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm Ihno von Freeden, und aus der Deutschen Seewarte. Auch sind erstmals seit Bestehen des BSH Modelle der BSH-Flotte zu besichtigen. Für die Arbeit des BSH, der zentralen maritimen Behörde Deutschlands, gehören die drei Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe ATAIR, DENEB und WEGA sowie die Vermessungsschiffe CAPELLA und KOMET zur zentralen Infrastruktur. Die Modelle ergänzen die bestehende Sammlung der Forschungs- und Vermessungsschiffe des IMMH, zu der unter anderem Modelle des ersten deutschen Vermessungsschiffes MÖWE, des ersten deutschen Forschungsschiffes nach dem Zweiten Weltkrieg, der GAUSS, sowie eines der wichtigsten deutschen Forschungsschiffe, der METEOR, gehören.

Wetterbeobachtung auf See früher: Temperaturmessung auf dem Fischereiforschungsschiff (FFS) ANTON DOHRN um 1955
Wetterbeobachtung auf See früher: Temperaturmessung auf dem Fischereiforschungsschiff (FFS) ANTON DOHRN um 1955

Quelle: DWD

Die Ausstellung zeigt, wie sich die Beratung der Schifffahrt von Segelanweisungen zu Routenempfehlungen unter Einbeziehung von Wettervorhersagen entwickelt hat. Seekarten unterstützten und ergänzten zur Zeit der Gründung der Norddeutschen Seewarte die Segelanweisungen als wichtigsten Teil der Navigationsausrüstung. Seit dem 19. Jahrhundert entwickelten sie sich zu dem elementaren Werkzeug der Navigation. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in die Entwicklung von Seekarten im Laufe der Zeit. Der Schiffssimulator des IMMH verdeutlicht die Bedeutung von Informationen zu Strömungen, Wetter und Gezeiten in elektronische Seekarten für die Sicherheit der Seeschifffahrt. Die Vermessung der Meere und die Wracksuche sind weitere Themenbereich in der Ausstellung. Genutzte Technologien werden ebenso gezeigt wie Bilder gefundener Wracks und Filme von deren Untersuchung.

Systematische Wetterbeobachtung auf See

Bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die systematische Beobachtung des Wetters durch die Besatzungen der Handelsschiffe. Diese besteht bis heute fort, wird aber zunehmend durch den Einsatz Automatischer Wetterstationen abgelöst. Zudem liefern Wettersatelliten zahlreiche Wetterdaten von den Weltmeeren. Neben dem Original der neuesten Schiffswetterstation wird ein Modell des zukünftigen Meteosat-Satelliten der 3. Generation gezeigt, der ab 2021 im Einsatz sein wird. Gerade hinsichtlich meteorologischer Messtechnik fungierte die Seewarte als Vorreiter: So ist ein Nachbau des Diamant-Drachens von Wladimir Köppen zu bestaunen. Mit Drachen und Fesselballonen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals die höheren Luftschichten untersucht – der Beginn der Aerologie.

Wetterbeobachtung auf See heute: Start einer automatischen Radiosonde
Wetterbeobachtung auf See heute: Start einer automatischen Radiosonde

Quelle: DWD

Außerdem sind zahlreiche historische Instrumente aus der Anfangszeit der Norddeutschen und Deutschen Seewarte zu sehen, wie beispielsweise eine Luftwaage und der Sprung’sche Laufgewichtsbarograph, von denen weltweit nur noch wenige Exemplare existieren. Die Besucher können sich in einer historischen Bordwetterwarte umschauen und hautnah im Film die Arbeit eines Meteorologen auf dem Fischereischutzboot MEERKATZE miterleben. Eine Bilderschau zeigt, wie das Leben heute auf der Bordwetterwarte des Forschungsschiffs POLARSTERN ist.

Gäste können sich am Entziffern von meteorologischen Beobachtungen aus Schiffsjournalen probieren. Einige besondere Journale sind ausgestellt, wie das der Bark PAULA, von der die Flaschenpost am 12. Juni 1886 ausgeworfen wurde, die nach nahezu 132 Jahren im Januar 2018 an der Westküste Australiens gefunden wurde. Dank des weit zurückreichenden Klimadatenarchivs der Seewarte ist es heute möglich, Klimazeitreihen zu ergänzen und damit Änderung des Klimas besser nachzuvollziehen. Einen Baustein bilden dabei die Wetteraufzeichnungen der rund 1.500 Überseestationen der Deutschen Seewarte sowie ihre damalige und heutige Bedeutung für die Klimaforschung.

Thema Sicherheit

Die Ausstellung ermöglicht Einblicke in die Warndienste von BSH und DWD vor Stürmen und Sturmfluten zum Schutz der Schifffahrt und der Küstenbewohnerinnen und -bewohner. Sicherheit in der Seeschifffahrt ist ein wesentliches Thema der Ausstellung. Die Entwicklung von Technologien zur Kommunikation zwischen den Schiffen und von Schiffen an Land und zur Navigation kann nachverfolgt werden. Dies beinhaltet auch die Darstellung des heutigen NAVTEX-Systems, mit dem Wetterwarnungen an Schiffe übermittelt werden.

Mit der ersten Genehmigung des BSH eines deutschen Offshore-Windparks 2001 startete der Ausbau der Gewinnung von Windenergie über den Meeren. Die Ausstellung zeigt neben dem Modell einer Konverterplattform und einer Offshore-Windenergieanlage unter anderem den Ausschnitt eines Blasenschleiers, der den Rammschall während des Aufbaus reduziert. Auch sind Querschnitte von Strom- und Datenkabeln von Offshore-Windparks zu besichtigen. Mit zunehmender Nutzung der Meere steigt der Bedarf nach einer Raumordnung auf den Meeren. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Raumordnung und die Zuteilung von Flächen auf Nord- und Ostsee für die Schifffahrt, die wirtschaftliche Nutzung, militärische Belange und den Schutz der marinen Tier- und Pflanzenwelt.

Mit wachsenden Kenntnissen über die Ozeane wächst auch das Bewusstsein, dass Schutz und Nutzung der Meere ausbalanciert sein müssen. Die Ausstellung erklärt die Aufgaben in der Überwachung des Zustands von Meer und Atmosphäre. Sie zeigt Originalinstrumente zur Messung von Temperaturen in Luft und Wasser, zur Erhebung meereskundlicher Daten wie etwa Strömungen und Salzgehalt seit Ende des 19. Jahrhunderts. Auch Modelle der Stationen des Marinen Umweltmessnetzes auf hoher See in Nord- und Ostsee, MARNET, sind ausgestellt. Das Museum zeigt eine Animation des Jahrhundert-Salzwassereinbruchs 2014 in die Ostsee, der erstmals von der MARNET-Station Darßer Schwelle gemeldet worden ist.

Norddeutsche Seewarte

Am 1. Januar 1868 eröffnete Wilhelm Ihno Adolf von Freeden, der Rektor der Großherzoglich Oldenburgischen Navigationsschule in Elsfleth, die Norddeutsche Seewarte. Ozeanische Reisen sollten sicherer und kürzer werden. Die Erforschung des Wetters und der Strömungen auf den Weltmeeren begann.
 Bald entwickelten sich an der Norddeutschen, später Deutschen Seewarte Wissenschaften wie die Ozeanographie und Meteorologie und ein umfangreicher maritimer Dienstleistungsbereich. Diesen nehmen heute das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) wahr. Mehr Informationen zum Jubiläum "150 Jahre Norddeutsche Seewarte" gibt es unter www.bmvi.de/seewarte.

Blick in die meteorologische Abteilung der Deutschen Seewarte um 1925
Blick in die meteorologische Abteilung der Deutschen Seewarte um 1925

Quelle: DWD

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde in Deutschland. Rund 850 Menschen in rund 100 Berufen befassen sich mit Aufgaben in der Seeschifffahrt, der Ozeanographie, der nautischen Hydrographie, der Offshore-Windenergie und der Verwaltung. Fünf eigene Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffe operieren in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee. Das BSH arbeitet international in mehr als 12 Organisationen und etwa 200 dort angesiedelten Gremien unter anderem bei der Entwicklung internationaler Übereinkommen mit.

Der DWD ist der nationale Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland. Seine Aufgaben sind gesetzlich geregelt. Hierzu gehören die Wettervorhersage und die Herausgabe von amtlichen Warnungen vor gefährlichen Wetterereignissen. Er ist zuständig für die meteorologische Sicherung von Luft- und Seefahrt und von wichtigen Infrastrukturen wie die Energieversorgung und die Kommunikationssysteme. Der DWD analysiert das Klima weltweit und forscht zum Klimawandel und dessen Auswirkungen. Ein Schwerpunkt an der Niederlassung Hamburg ist die Beratung der Seeschifffahrt, die Überwachung des Klimas über den Ozeanen sowie die Mitwirkung an Forschungstätigkeiten zum Küstenschutz. Zur Erfüllung seiner Aufgaben betreibt der DWD umfangreiche Mess- und Beobachtungssysteme und vertritt die Bundesrepublik Deutschland u. a. in internationalen Organisationen, wie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

BSH und DWD sind Bundesoberbehörden und Ressortforschungseinrichtungen im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Schifffahrt erleben in Hamburgs ältestem noch erhalten Speicherbau mitten in der HafenCity. Inhalt des Internationalen Maritimen Museums Hamburg (IMMH) ist mit mehr als 100.000 Exponaten die weltweit größte maritime Privatsammlung des im Dezember 2016 verstorbenen Stifters Prof. Peter Tamm. Entdecken Sie in der Schatzkammer ein echtes Goldschiff, wertvolle Modelle aus Silber und Bernstein oder die weltweit größte Sammlung noch erhaltener Knochenschiffe. Ein weiteres Highlight ist der professionelle Schiffsführungssimulator auf Deck 1, an dem die Besucher unter Anleitung fachkundiger Kapitäne ein 300 Meter langes Containerschiff in den Hamburger Hafen steuern können.

Die gesamte Bandbreite – Tag der offenen Tür bei DWD und BSH in Hamburg

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Zahlreiche interessierte Gäste nutzten am Samstag, 21. April, in Hamburg die Gelegenheit, sich über die gesamte Bandbreite an Dienstleistungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sowie des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zu informieren. Dazu konnte neben den beiden Dienstgebäuden in der Bernhard-Nocht-Straße auch das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff WEGA des BSH an den Landungsbrücken besichtigt werden. An den jeweiligen Eingängen zu diesen drei Veranstaltungsorten wurden insgesamt rund 3.400 Besucherinnen und Besucher gezählt.

Den größten Ansturm gab es bei der WEGA. Dort drängte sich das Publikum, um mehr über Seevermessung, Wracksuche oder aktuellen Forschungen zu erfahren. Die WEGA verfügt zudem über eine automatische Wetterstation des DWD. In den beiden Dienstgebäuden von DWD und BSH oberhalb der Landungsbrücken herrschte ebenfalls konstanter Betrieb. Im BSH verteilten sich die Aktivitäten bis hoch in die neunte Etage zur Schiffsbrücke. Vor dem BSH-Gebäude standen Container mit mobilen Laboren. Ob Bibliothek, Schiffsvermessung, Gezeitendienst, Wasserstandsvorhersage, Ausbildung beim BSH, Offshore, Seefunk, Kinderecke, in der die Kinder ihr "Kapitänspatent" erwerben konnten, oder bei der Deutschen Post, die eine Gedenkganzsache mit Sonderstempel zum 150-jährigen Jubiläum der Norddeutschen Seewarte verkaufte – überall interessierten sich die Gäste für die BSH-Dienstleistungen.

Start eines Wetterballons
Start eines Wetterballons

Quelle: Gertrud Nöth, DWD

Die Vorträge im Gauß-Saal waren größtenteils gut besucht. Beide Einrichtungen steuerten jeweils vier Präsentationen bei, die von "Navigation und Kommunikation im Wandel der Zeit" bis hin zu "Wie entsteht eine Wettervorhersage" reichte.

Im Innenhof des Seewetteramts erklärten BSH- und DWD-Kollegen die Radioaktivitätsmessung in Luft, Niederschlag und an den Küsten sowie Wissenswertes zur Meeres-Chemie. Im Erdgeschoss und im ersten Stock des Seewetteramts gab es zahlreiche Informationsstände, an denen die Gäste ihre Fragen zu meteorologischer Messtechnik, ehrenamtlichen Beobachtern, meteorologischen Journalen, zur Klimatologie, zum Wetterradar oder Wetterfunksender beantwortet bekamen. Eine historische Fernschreibzentrale war ebenso "an Bord" wie die Seewetterzentrale. In der Kinderecke wurden Buttons produziert oder Wetter-Experimente durchgeführt. Und natürlich durfte das Geburtstagswetter nicht fehlen. Auf dem BSH-Vorplatz Richtung Landungsbrücken zeigten die DWD-Kollegen von der Mobilen Messeinheit ihre Aufgaben. Bei mehreren Starts von roten Wetterballonen verfolgten die Besucherinnen und Besucher den Aufstieg der Radiosonden, bis nur noch ein kaum merklicher roter Punkt am strahlend blauen Hamburger Himmel zu sehen war. Und wer an Kunst interessiert war, konnte sich in der zweiten Etage des Seewetteramtes von den Leuchttürmen der Künstlerin Daniela A. Schur bezaubern lassen.

Eindrücke vom Tag der offenen Tür bei DWD und BSH in Hamburg

Zufrieden über den erfolgreichen Verlauf des Tages und über die vielen Fragen eines interessierten Publikums, das teilweise äußerst fachkundig war, trafen sich die Helferinnen und Helfer von BSH und DWD noch zum gemeinsamen Ausklang im Innenhof des BSH.

Pressemitteilung vom 12. April 2018
BSH und DWD laden zum Tag der offenen Tür

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Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Hamburg öffnen am 21. April von 10.00 bis 17.00 Uhr in der Hamburger Bernhard-Nocht-Straße 76 bis 78 ihre Türen für die Öffentlichkeit. An der Landungsbrücke 10 können das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff WEGA des BSH sowie ein Boot der Wasserschutzpolizei Hamburg besichtigt werden.

Präsentation der umfangreichen BSH-Aufgaben

Das BSH ermöglicht einen Einblick in seine Aufgaben auf See und an Land. Zu besichtigen sind Laborcontainer, Sedimentgreifer und andere Probeentnahmegeräte, die auf den Schiffen während der Forschungs- und Monitoringfahrten genutzt werden. Ein Messgerät für Schiffsemissionen im Echtbetrieb gibt Einblicke in die Monitoringaufgaben des BSH. Erstmalig öffnet das BSH auch seine Labore für die Kalibrierung von meereskundlichen Geräten und zeigt eine Messketten zur Erhebung von Daten im Meer. Besucherinnen und Besucher können dem Sturmflutwarndienst über die Schulter blicken und die Driftmodelle des BSH kennenlernen. An Schiffssimulatoren können Interessierte die Fahrt auf einem Schiff und Interaktion mit anderen Schiffen selbst erleben. Vorgestellt werden Aufgaben zum Beispiel im Rahmen der Seevermessung, der Wracksuche und der Herstellung von Papier- und elektronischen Seekarten oder Aufgaben im Rahmen der Offshore-Windenergie mit der Möglichkeit zum virtuellen Besuch einer Konverterstation. Kinder können unter anderem ein „Kapitänspatent“ machen, Schadstoffe angeln, Flaschenposten basteln und als Würfelspiel die große Sommeraufnahme der Nordsee – eine jährlich stattfindende, sechs Wochen dauernde Forschungsfahrt zur Bewertung des Zustands der Nordsee – nachvollziehen.

Vortragsreihe im Gauss-Saal

Ab 10:15 Uhr begleitet eine Vortragsreihe im Gauss-Saal des BSH den Tag. Die Themen reichen unter anderem von Navigation und Kommunikation im Wandel der Zeit über Meeresumweltüberwachung und Offshore-Windenergie bis zu Flugwetterberatung, Extremwetter auf See und Bordwetterwarten. Der letzte Vortrag beginnt um 15:30 Uhr.

Vielfältige Aufgaben des DWD

Der DWD zeigt in seiner Hamburger Niederlassung, wie Wettervorhersagen entstehen und präsentiert die modernen Vorhersagesysteme sowie das Warnmanagement. Klimaexperten geben Informationen über Klimaverhältnisse in der Region und weltweit sowie zum Thema Klimawandel. Historische meteorologische Journale von Segelschiffen und fernen Ländern laden zu einer Zeitreise ein. DWD-Techniker präsentieren die ganze Bandbreite der aktuellen meteorologischen Mess-Systeme sowohl am Boden als auch auf See. Auf der Außenfläche zeigt die Mobile Messeinheit des DWD, wie z. B. auf Messfahrten Daten in Städten ermittelt werden. An diesem Stand werden auch Wetterballone gestartet. Heute gibt es digitale Kommunikationsnetze, Informationen werden innerhalb kürzester Zeit weltweit übertragen. Einer dieser Übertragungswege bildet der Wetterfunksender des DWD in Pinneberg, der ebenfalls mit einem Stand präsent ist. Und wie die Datenübertragung früher funktionierte, können die Gäste in der „Fernschreibzentrale“ hören und sehen.

Der DWD bietet zudem eine Reihe von Mitmach-Aktivitäten an: Selber eine Wetterkarte zeichnen – mit professioneller Unterstützung gelingt dies bestimmt. Beim Quiz können die Besucher ihr Wetterwissen beweisen, beim großen Wetter-Sudoku kommen die Rätselfreunde auf ihre Kosten. Und in der Wetter-Werkstatt für Kinder wird gebastelt und experimentiert. Wer wissen will, wie das Wetter an seinem Geburtstag war, kann sich gerne sein persönliches Geburtstagswetter ausdrucken lassen. Und wer vom vielen Fragen, Schauen und Mitmachen hungrig und durstig wird, kann sich in der BSH-Kantine stärken und dabei den Blick auf die Elbe genießen.

BSH und DWD bilden die Nachfolgeorganisationen der Norddeutschen Seewarte, die vor 150 Jahre gegründet wurde. Das Jahr 1868 markiert den Start der maritimen Dienste in Deutschland. Das vorrangige Ziel der Seewarte war, durch meteorologische und ozeanographische Beobachtungen von den Schiffen und mit Segelanweisungen auf Basis der Beobachtungen die Seewege sicherer zu machen und die Segelzeiten zu verkürzen.

Zu guter Letzt: Leuchttürme in der Kunst
Nach erfolgreichen Ausstellungen unter anderem bei der EU-Kommission in Brüssel sind einige Werke aus der Themenreihe „Leuchttürme – kraftgebend und wegweisend“ der Künstlerin Daniela A. Schur am 21. April 2018 zum „Tag der offenen Tür“ im DWD in Hamburg zu sehen. Die Bilder sind in Mischtechnik gearbeitet. Stärke und Symbolkraft ihrer Lieblingsmotive Leuchttürme kommen durch eine starke, frische und plakative Farbgebung zur Geltung.

Weitere Informationen zum Jubiläum „150 Jahre Norddeutsche Seewarte“ finden Sie unter www.bmvi.de/seewarte

Programm und Gebäudeplan zum Tag der offenen Tür bei DWD und BSH in Hamburg

Wegbeschreibung zum DWD Hamburg

Wegbeschreibung zum BSH Hamburg

Senatsempfang und Flaschenpost

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Diese beiden großartigen wissenschaftlichen Institutionen [BSH und DWD, Anm. d. Red.] haben Hamburgs Namen in der Welt verbreitet.

Mit diesen Worten beendete der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, seine Grußadresse beim Senatsempfang vergangene Woche zu Ehren des Jubiläums „150 Jahre Maritime Dienste in Deutschland - Start der Norddeutschen Seewarte“.

Zwei Urenkelinnen des Gründers unter den Gästen

Gut 100 Gäste, darunter zwei Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang im Hamburger Rathaus teil. Olaf Scholz ließ u. a. die Geschichte der Seewarte mit ihren positiven Verbindungen zur Stadt Revue passieren.

Eva von Freeden (Mitte), Erdmuth Groß (rechts) – beide Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang teil (rechts: der Ehemann von Eva von Freeden)
Eva von Freeden (Mitte), Erdmuth Groß (rechts) – beide Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang teil (rechts: der Ehemann von Eva von Freeden)

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Er führte aus, welche herausragende Bedeutung die Seewarte für die deutsche Seeschifffahrt darstelle und wofür BSH und DWD als Nachfolgeorganisationen im besonderen Maße stehen. Was zunächst versuchsweise für zwei Jahre begann, „markiert den Beginn zweier großer deutscher Traditionen der wissenschaftlich-maritimen Arbeit“, so der Erste Bürgermeister weiter. Sichtlich stolz gratulierte er zum 150-jährigen Jubiläum.

Grundstein für internationale Ausrichtung

Auf die zahlreichen und vielfältigen internationalen Aktivitäten und Vernetzungen, die die beiden Nachfolgeorganisationen der Seewarte, DWD und BSH, pflegen, ging Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), ein. Die Basis für die heutige internationale Ausrichtung habe Wilhelm von Freeden sogar schon vor der Gründung der Norddeutschen Seewarte gelegt, die sich dann stets weiterentwickelte. So konnte von Freeden beim Start der Norddeutschen Seewarte auf erste meteorologische Journale für seine Segelanweisungen zurückgreifen, die er aus den USA erhalten hatte. Heute bringen beide Institutionen ihre Expertise und ihr Know-how in internationalen Gremien maßgeblich ein und setzen Standards bei der Entwicklung von Regelungen sowie in der Zusammenarbeit.

(v.l.n.r.) - Monika Breuch-Moritz, Olaf Scholz, Enak Ferlemann und Gerhard Adrian
(v.l.n.r.) - Monika Breuch-Moritz, Olaf Scholz, Enak Ferlemann und Gerhard Adrian

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Seeschifffahrt nachhaltig geprägt

Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des BSH, zeigte in ihren Grußworten auf, wie die Ziele und Visionen des Gründers der Seewarte bis heute auf beide Institutionen nachwirken und somit die Sicherheit und Effizienz der Seeschifffahrt nachhaltig prägen. Sie nannte Beispiele von Aufgaben, die im 19. Jahrhundert eingeführt wurden und bis heute – wenn auch teilweise mit neuen Schwerpunkten und nicht mehr händisch, sondern elektronisch – ausgeführt werden, wie etwa die Prüfung von Geräten: Von Freeden rüstete die Schiffe mit meteorologischen Instrumenten aus, heute prüft das BSH u. a. Kompass, Radar und hat für die Papierseekarten die elektronische Seekarte eingeführt. Oder: Der Gründer setzte sich dafür ein, dass die Ausbildung der Seeleute vereinheitlicht und verbessert werde. Dazu gehörte damals Unterricht in Meteorologie und Ozeanographie. Heute steht vor allem auch der Schutz der Umwelt und der Meere im Vordergrund. Das BSH veranlasst Lehrgänge, stellt Seeleutebefähigungsnachweise aus und sorgt für die Durchführung von Umweltübereinkommen im Seeverkehr. Immer wieder betonte Monika Breuch-Moritz die enge Zusammenarbeit mit dem DWD, auch wenn die beiden Institutionen organisatorisch schon über 70 Jahre „getrennte Wege gehen“.

Zweitgrößte Niederlassung als Schnittstelle

Gegenwart und Zukunft bei den meteorologischen, klimatologischen und technischen Aufgaben der Niederlassung Hamburg rückte DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian in den Mittelpunkt seiner Ansprache.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) präsentiert gemeinsam mit DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian das meteorologische Journal der PAULA
Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) präsentiert gemeinsam mit DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian das meteorologische Journal der PAULA

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Die zweitgrößte Niederlassung des DWD bilde die Schnittstelle zum Bevölkerungsschutz an den Küsten, zur maritimen Meteorologie und Klimatologie, zum Küstenschutz insgesamt, so der DWD-Präsident. Er zeigte die derzeitigen Aufgaben und Leistungen auf, die der DWD in Hamburg erbringt: Dies reiche von der meteorologischen Sicherung der Seefahrt, über die Begleitung und Betreuung von Forschungsschiffen, der maritimen und globalen Klimaüberwachung, Entwicklung und Wartung von maritimer Messsensorik bis hin zur Stadtklimatologie, dem Know-how-Zentrum für Strahlungsklimatologie, dem Kompetenzzentrum für regenerative Energie und der Digitalisierung und Auswertung der meteorologischen Journale. Der DWD-Präsident betonte, wie wichtig dem DWD die Zusammenarbeit sowohl mit dem BSH als auch mit den lokalen Einrichtungen, wie beispielsweise dem Wasserstandsdienst sei. Beim Ausblick in die Zukunft nannte er wichtige strategische Projekte des DWD, wie die Entwicklung des integrierten Vorhersagesystems SINFONY, die Verbesserung der Seegangsvorhersage durch die Kopplung mit dem Wettervorhersagesystem ICON und die Intensivierung der Stadtklimatologie.

Meist fotografiertes Motiv

Höhepunkt und Abschluss des offiziellen Teils bildete die Präsentation zum Fund einer Flaschenpost, die 1886 von der Bark PAULA im Auftrag der Deutschen Seewarte im südindischen Ozean dem Meer übergeben wurde, um die Strömungen zu erforschen. Mitte Januar dieses Jahres hatte ein australisches Paar die Flasche an einem Strand gut 180 Kilometer nördlich von Perth gefunden. Gemeinsam mit den Findern, dem Western Australian Museum konnten DWD und BSH den Fund als echt bestätigen. Ausschlaggebend war dabei das meteorologische Journal des Schiffes PAULA, das von dieser Reise im Archiv des Seewetteramts vorhanden ist. Am 12. Juni 1886 heißt es dort in der Rubrik Bemerkungen „Stromflasche über Bord“. Koordinaten und Schrift stimmen mit den Angaben des Findezettels überein, der in der Flasche, etwas verblasst, aber noch lesbar, gefunden wurde. Die Kolleginnen und Kollegen vom Seewetteramt hatten das Original Journal mit zum Empfang gebracht, das dann bei der gemeinsamen Präsentation durch Enak Ferlemann, Monika Breuch-Moritz und Gerhard Adrian zum wohl meist fotografierten Motiv des Empfangs wurde.

Der Fund wurde national und international vielfach in den Medien aufgegriffen, fand sogar Beachtung in Hauptnachrichten wie „tagesthemen“ und „heute“. Die Finder, Tonya und Kym Illman, stellen dem Western Australian Museum in Perth den Fund die nächsten beiden Jahre leihweise zur Verfügung.

Pressemitteilung vom 22. Dezember 2017
BSH und DWD feiern 150 Jahre maritime Dienstleistung und Forschung in Deutschland

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Mit einem Tag der offenen Tür, einer Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg unter dem Motto „Über Wasser – Unter Wasser – 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland“ sowie Vorträgen auf verschiedenen Veranstaltungen erinnern das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an die Eröffnung der Norddeutschen Seewarte am 1. Januar 1868. Das Datum markiert den Beginn der maritimen Verwaltung, der Meeresforschung und der maritimen Meteorologie in Deutschland.
Das BSH und der DWD öffnen am 21. April 2018 von 10:00 bis 17:00 Uhr die Türen ihrer Dienstgebäude in der Bernhard-Nocht-Straße 76 und 78 in Hamburg. Sie zeigen ihre Arbeit zum Beispiel im Rahmen der Seevermessung, der Wracksuche und der Herstellung von Papier- und elektronischen Seekarten. Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblick in die Prüfung von technischen Ausrüstungen an Bord. Sie lernen die Aufgaben der Behörden im Rahmen der Offshore-Windenergie kennen. Wesentliche Geräte und Einrichtungen für die Datenerhebung in Atmosphäre und Meer können besichtigt werden. Erstmalig öffnet das BSH auch seine Labore zum Beispiel für die Kalibrierung von Geräten und die Einrichtung von Messketten zur Erhebung von Daten im Meer. Das Seewetteramt bietet einen Einblick in die Erstellung von Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen, die Überwachung des weltweiten Klimas, die Wetterberatung von Kapitänen auf ihren Routen und für die Errichtung von Windkraftanlagen in der Deutschen Bucht. Auch Schiffstagebücher aus der Zeit der Norddeutschen und später Deutschen Seewarte werden ausgestellt.
Für Kinder gibt es auch ein Programm: Sie werden spielerisch an die maritimen und meteorologischen Themen herangeführt. Sie können dabei unter anderem ein „Kapitänspatent“ machen, Schadstoffe angeln, Flaschenposten basteln und als Würfelspiel die große Sommeraufnahme der Nordsee – eine jährlich stattfindende, sechs Wochen dauernde Forschungs- und Monitoringfahrt der BSH-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Bewertung des Zustands der Nordsee – nachvollziehen.

Open Ship an den Landungsbrücken

Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, an den Landungsbrücken ein Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff des BSH zu besichtigen und Einblick in die Arbeit an Bord zu gewinnen.

Gemeinsame Ausstellung im Internationalen Maritime Museum Hamburg

Vom 2. Juni 2018 bis voraussichtlich 30. August 2018 stellt das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) in Zusammenarbeit mit BSH und DWD die Arbeit der verschiedenen Bereiche der beiden Behörden vor. Es führt die Besucherinnen und Besucher in die Vergangenheit der maritimen Aufgaben, zeigt die historischen Geräte und Arbeitsweisen und spannt den Bogen in die Zukunft. Das Museum wird erstmals unter anderem Originaldokumente des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm Enno von Freeden, der Öffentlichkeit zugänglich machen.