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Gebäude des BSH
Das Seewetteramt des DWD und die Zentrale des BSH heute, oberhalb der Landungsbrücken

Quelle: BSH/DWD

Pressemitteilung vom 12. April 2018
BSH und DWD laden zum Tag der offenen Tür

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Hamburg öffnen am 21. April von 10.00 bis 17.00 Uhr in der Hamburger Bernhard-Nocht-Straße 76 bis 78 ihre Türen für die Öffentlichkeit. An der Landungsbrücke 10 können das Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff WEGA des BSH sowie ein Boot der Wasserschutzpolizei Hamburg besichtigt werden.

Präsentation der umfangreichen BSH-Aufgaben

Das BSH ermöglicht einen Einblick in seine Aufgaben auf See und an Land. Zu besichtigen sind Laborcontainer, Sedimentgreifer und andere Probeentnahmegeräte, die auf den Schiffen während der Forschungs- und Monitoringfahrten genutzt werden. Ein Messgerät für Schiffsemissionen im Echtbetrieb gibt Einblicke in die Monitoringaufgaben des BSH. Erstmalig öffnet das BSH auch seine Labore für die Kalibrierung von meereskundlichen Geräten und zeigt eine Messketten zur Erhebung von Daten im Meer. Besucherinnen und Besucher können dem Sturmflutwarndienst über die Schulter blicken und die Driftmodelle des BSH kennenlernen. An Schiffssimulatoren können Interessierte die Fahrt auf einem Schiff und Interaktion mit anderen Schiffen selbst erleben. Vorgestellt werden Aufgaben zum Beispiel im Rahmen der Seevermessung, der Wracksuche und der Herstellung von Papier- und elektronischen Seekarten oder Aufgaben im Rahmen der Offshore-Windenergie mit der Möglichkeit zum virtuellen Besuch einer Konverterstation. Kinder können unter anderem ein „Kapitänspatent“ machen, Schadstoffe angeln, Flaschenposten basteln und als Würfelspiel die große Sommeraufnahme der Nordsee – eine jährlich stattfindende, sechs Wochen dauernde Forschungsfahrt zur Bewertung des Zustands der Nordsee – nachvollziehen.

Vortragsreihe im Gauss-Saal

Ab 10.15 Uhr begleitet eine Vortragsreihe im Gauss-Saal des BSH den Tag. Die Themen reichen unter anderem von Navigation und Kommunikation im Wandel der Zeit über Meeresumweltüberwachung und Offshore-Windenergie bis zu Flugwetterberatung, Extremwetter auf See und Bordwetterwarten. Der letzte Vortrag beginnt um 15.30 Uhr.

Vielfältige Aufgaben des DWD

Der DWD zeigt in seiner Hamburger Niederlassung, wie Wettervorhersagen entstehen und präsentiert die modernen Vorhersagesysteme sowie das Warnmanagement. Klimaexperten geben Informationen über Klimaverhältnisse in der Region und weltweit sowie zum Thema Klimawandel. Historische meteorologische Journale von Segelschiffen und fernen Ländern laden zu einer Zeitreise ein. DWD-Techniker präsentieren die ganze Bandbreite der aktuellen meteorologischen Mess-Systeme sowohl am Boden als auch auf See. Auf der Außenfläche zeigt die Mobile Messeinheit des DWD, wie z. B. auf Messfahrten Daten in Städten ermittelt werden. An diesem Stand werden auch Wetterballone gestartet. Heute gibt es digitale Kommunikationsnetze, Informationen werden innerhalb kürzester Zeit weltweit übertragen. Einer dieser Übertragungswege bildet der Wetterfunksender des DWD in Pinneberg, der ebenfalls mit einem Stand präsent ist. Und wie die Datenübertragung früher funktionierte, können die Gäste in der „Fernschreibzentrale“ hören und sehen.

Der DWD bietet zudem eine Reihe von Mitmach-Aktivitäten an: Selber eine Wetterkarte zeichnen – mit professioneller Unterstützung gelingt dies bestimmt. Beim Quiz können die Besucher ihr Wetterwissen beweisen, beim großen Wetter-Sudoku kommen die Rätselfreunde auf ihre Kosten. Und in der Wetter-Werkstatt für Kinder wird gebastelt und experimentiert. Wer wissen will, wie das Wetter an seinem Geburtstag war, kann sich gerne sein persönliches Geburtstagswetter ausdrucken lassen. Und wer vom vielen Fragen, Schauen und Mitmachen hungrig und durstig wird, kann sich in der BSH-Kantine stärken und dabei den Blick auf die Elbe genießen.

BSH und DWD bilden die Nachfolgeorganisationen der Norddeutschen Seewarte, die vor 150 Jahre gegründet wurde. Das Jahr 1868 markiert den Start der maritimen Dienste in Deutschland. Das vorrangige Ziel der Seewarte war, durch meteorologische und ozeanographische Beobachtungen von den Schiffen und mit Segelanweisungen auf Basis der Beobachtungen die Seewege sicherer zu machen und die Segelzeiten zu verkürzen.

Zu guter Letzt: Leuchttürme in der Kunst
Nach erfolgreichen Ausstellungen unter anderem bei der EU-Kommission in Brüssel sind einige Werke aus der Themenreihe „Leuchttürme – kraftgebend und wegweisend“ der Künstlerin Daniela A. Schur am 21. April 2018 zum „Tag der offenen Tür“ im DWD in Hamburg zu sehen. Die Bilder sind in Mischtechnik gearbeitet. Stärke und Symbolkraft ihrer Lieblingsmotive Leuchttürme kommen durch eine starke, frische und plakative Farbgebung zur Geltung.

Weitere Informationen zum Jubiläum „150 Jahre Norddeutsche Seewarte“ finden Sie unter www.bmvi.de/seewarte

Programm und Gebäudeplan zum Tag der offenen Tür bei DWD und BSH in Hamburg

Wegbeschreibung zum DWD Hamburg

Wegbeschreibung zum BSH Hamburg

Senatsempfang und Flaschenpost

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Diese beiden großartigen wissenschaftlichen Institutionen [BSH und DWD, Anm. d. Red.] haben Hamburgs Namen in der Welt verbreitet.

Mit diesen Worten beendete der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz, seine Grußadresse beim Senatsempfang vergangene Woche zu Ehren des Jubiläums „150 Jahre Maritime Dienste in Deutschland - Start der Norddeutschen Seewarte“.

Zwei Urenkelinnen des Gründers unter den Gästen

Gut 100 Gäste, darunter zwei Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang im Hamburger Rathaus teil. Olaf Scholz ließ u. a. die Geschichte der Seewarte mit ihren positiven Verbindungen zur Stadt Revue passieren.

Eva von Freeden (Mitte), Erdmuth Groß (rechts) – beide Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang teil (rechts: der Ehemann von Eva von Freeden)
Eva von Freeden (Mitte), Erdmuth Groß (rechts) – beide Urenkelinnen des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm von Freeden, nahmen am Empfang teil (rechts: der Ehemann von Eva von Freeden)

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Er führte aus, welche herausragende Bedeutung die Seewarte für die deutsche Seeschifffahrt darstelle und wofür BSH und DWD als Nachfolgeorganisationen im besonderen Maße stehen. Was zunächst versuchsweise für zwei Jahre begann, „markiert den Beginn zweier großer deutscher Traditionen der wissenschaftlich-maritimen Arbeit“, so der Erste Bürgermeister weiter. Sichtlich stolz gratulierte er zum 150-jährigen Jubiläum.

Grundstein für internationale Ausrichtung

Auf die zahlreichen und vielfältigen internationalen Aktivitäten und Vernetzungen, die die beiden Nachfolgeorganisationen der Seewarte, DWD und BSH, pflegen, ging Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), ein. Die Basis für die heutige internationale Ausrichtung habe Wilhelm von Freeden sogar schon vor der Gründung der Norddeutschen Seewarte gelegt, die sich dann stets weiterentwickelte. So konnte von Freeden beim Start der Norddeutschen Seewarte auf erste meteorologische Journale für seine Segelanweisungen zurückgreifen, die er aus den USA erhalten hatte. Heute bringen beide Institutionen ihre Expertise und ihr Know-how in internationalen Gremien maßgeblich ein und setzen Standards bei der Entwicklung von Regelungen sowie in der Zusammenarbeit.

(v.l.n.r.) - Monika Breuch-Moritz, Olaf Scholz, Enak Ferlemann und Gerhard Adrian
(v.l.n.r.) - Monika Breuch-Moritz, Olaf Scholz, Enak Ferlemann und Gerhard Adrian

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Seeschifffahrt nachhaltig geprägt

Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des BSH, zeigte in ihren Grußworten auf, wie die Ziele und Visionen des Gründers der Seewarte bis heute auf beide Institutionen nachwirken und somit die Sicherheit und Effizienz der Seeschifffahrt nachhaltig prägen. Sie nannte Beispiele von Aufgaben, die im 19. Jahrhundert eingeführt wurden und bis heute – wenn auch teilweise mit neuen Schwerpunkten und nicht mehr händisch, sondern elektronisch – ausgeführt werden, wie etwa die Prüfung von Geräten: Von Freeden rüstete die Schiffe mit meteorologischen Instrumenten aus, heute prüft das BSH u. a. Kompass, Radar und hat für die Papierseekarten die elektronische Seekarte eingeführt. Oder: Der Gründer setzte sich dafür ein, dass die Ausbildung der Seeleute vereinheitlicht und verbessert werde. Dazu gehörte damals Unterricht in Meteorologie und Ozeanographie. Heute steht vor allem auch der Schutz der Umwelt und der Meere im Vordergrund. Das BSH veranlasst Lehrgänge, stellt Seeleutebefähigungsnachweise aus und sorgt für die Durchführung von Umweltübereinkommen im Seeverkehr. Immer wieder betonte Monika Breuch-Moritz die enge Zusammenarbeit mit dem DWD, auch wenn die beiden Institutionen organisatorisch schon über 70 Jahre „getrennte Wege gehen“.

Zweitgrößte Niederlassung als Schnittstelle

Gegenwart und Zukunft bei den meteorologischen, klimatologischen und technischen Aufgaben der Niederlassung Hamburg rückte DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian in den Mittelpunkt seiner Ansprache.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) präsentiert gemeinsam mit DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian das meteorologische Journal der PAULA
Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) präsentiert gemeinsam mit DWD-Präsident Prof. Dr. Gerhard Adrian das meteorologische Journal der PAULA

Quelle: Claudia Thomsen, BSH

Die zweitgrößte Niederlassung des DWD bilde die Schnittstelle zum Bevölkerungsschutz an den Küsten, zur maritimen Meteorologie und Klimatologie, zum Küstenschutz insgesamt, so der DWD-Präsident. Er zeigte die derzeitigen Aufgaben und Leistungen auf, die der DWD in Hamburg erbringt: Dies reiche von der meteorologischen Sicherung der Seefahrt, über die Begleitung und Betreuung von Forschungsschiffen, der maritimen und globalen Klimaüberwachung, Entwicklung und Wartung von maritimer Messsensorik bis hin zur Stadtklimatologie, dem Know-how-Zentrum für Strahlungsklimatologie, dem Kompetenzzentrum für regenerative Energie und der Digitalisierung und Auswertung der meteorologischen Journale. Der DWD-Präsident betonte, wie wichtig dem DWD die Zusammenarbeit sowohl mit dem BSH als auch mit den lokalen Einrichtungen, wie beispielsweise dem Wasserstandsdienst sei. Beim Ausblick in die Zukunft nannte er wichtige strategische Projekte des DWD, wie die Entwicklung des integrierten Vorhersagesystems SINFONY, die Verbesserung der Seegangsvorhersage durch die Kopplung mit dem Wettervorhersagesystem ICON und die Intensivierung der Stadtklimatologie.

Meist fotografiertes Motiv

Höhepunkt und Abschluss des offiziellen Teils bildete die Präsentation zum Fund einer Flaschenpost, die 1886 von der Bark PAULA im Auftrag der Deutschen Seewarte im südindischen Ozean dem Meer übergeben wurde, um die Strömungen zu erforschen. Mitte Januar dieses Jahres hatte ein australisches Paar die Flasche an einem Strand gut 180 Kilometer nördlich von Perth gefunden. Gemeinsam mit den Findern, dem Western Australian Museum konnten DWD und BSH den Fund als echt bestätigen. Ausschlaggebend war dabei das meteorologische Journal des Schiffes PAULA, das von dieser Reise im Archiv des Seewetteramts vorhanden ist. Am 12. Juni 1886 heißt es dort in der Rubrik Bemerkungen „Stromflasche über Bord“. Koordinaten und Schrift stimmen mit den Angaben des Findezettels überein, der in der Flasche, etwas verblasst, aber noch lesbar, gefunden wurde. Die Kolleginnen und Kollegen vom Seewetteramt hatten das Original Journal mit zum Empfang gebracht, das dann bei der gemeinsamen Präsentation durch Enak Ferlemann, Monika Breuch-Moritz und Gerhard Adrian zum wohl meist fotografierten Motiv des Empfangs wurde.

Der Fund wurde national und international vielfach in den Medien aufgegriffen, fand sogar Beachtung in Hauptnachrichten wie „tagesthemen“ und „heute“. Die Finder, Tonya und Kym Illman, stellen dem Western Australian Museum in Perth den Fund die nächsten beiden Jahre leihweise zur Verfügung.

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Pressemitteilung vom 22. Dezember 2017
BSH und DWD feiern 150 Jahre maritime Dienstleistung und Forschung in Deutschland

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Mit einem Tag der offenen Tür, einer Ausstellung im Internationalen Maritimen Museum Hamburg unter dem Motto „Über Wasser – Unter Wasser – 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland“ sowie Vorträgen auf verschiedenen Veranstaltungen erinnern das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und der Deutsche Wetterdienst (DWD) an die Eröffnung der Norddeutschen Seewarte am 1. Januar 1868. Das Datum markiert den Beginn der maritimen Verwaltung, der Meeresforschung und der maritimen Meteorologie in Deutschland.
Das BSH und der DWD öffnen am 21. April 2018 von 10.00 bis 17.00 Uhr die Türen ihrer Dienstgebäude in der Bernhard-Nocht-Straße 76 und 78 in Hamburg. Sie zeigen ihre Arbeit zum Beispiel im Rahmen der Seevermessung, der Wracksuche und der Herstellung von Papier- und elektronischen Seekarten. Die Besucherinnen und Besucher erhalten Einblick in die Prüfung von technischen Ausrüstungen an Bord. Sie lernen die Aufgaben der Behörden im Rahmen der Offshore-Windenergie kennen. Wesentliche Geräte und Einrichtungen für die Datenerhebung in Atmosphäre und Meer können besichtigt werden. Erstmalig öffnet das BSH auch seine Labore zum Beispiel für die Kalibrierung von Geräten und die Einrichtung von Messketten zur Erhebung von Daten im Meer. Das Seewetteramt bietet einen Einblick in die Erstellung von Wettervorhersagen und Unwetterwarnungen, die Überwachung des weltweiten Klimas, die Wetterberatung von Kapitänen auf ihren Routen und für die Errichtung von Windkraftanlagen in der Deutschen Bucht. Auch Schiffstagebücher aus der Zeit der Norddeutschen und später Deutschen Seewarte werden ausgestellt.
Für Kinder gibt es auch ein Programm: Sie werden spielerisch an die maritimen und meteorologischen Themen herangeführt. Sie können dabei unter anderem ein „Kapitänspatent“ machen, Schadstoffe angeln, Flaschenposten basteln und als Würfelspiel die große Sommeraufnahme der Nordsee – eine jährlich stattfindende, sechs Wochen dauernde Forschungs- und Monitoringfahrt der BSH-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Bewertung des Zustands der Nordsee – nachvollziehen.

Open Ship an den Landungsbrücken

Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, an den Landungsbrücken ein Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiff des BSH zu besichtigen und Einblick in die Arbeit an Bord zu gewinnen.

Gemeinsame Ausstellung im Internationalen Maritime Museum Hamburg

Vom 2. Juni 2018 bis voraussichtlich 30. August 2018 stellt das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) in Zusammenarbeit mit BSH und DWD die Arbeit der verschiedenen Bereiche der beiden Behörden vor. Es führt die Besucherinnen und Besucher in die Vergangenheit der maritimen Aufgaben, zeigt die historischen Geräte und Arbeitsweisen und spannt den Bogen in die Zukunft. Das Museum wird erstmals unter anderem Originaldokumente des Gründers der Norddeutschen Seewarte, Wilhelm Enno von Freeden, der Öffentlichkeit zugänglich machen.