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Wasserstraße Elbe

Quelle: BfG / Fritz Kohmann

Das vom BMVI beauftragte Forschungskonsortium hat am 12.03.2015 in Berlin den Abschlussbericht des Klimafolgenforschungsprogramms KLIWAS ("Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstrassen und Schifffahrt in Deutschland") an Staatssekretär Michael Odenwald übergeben.

Die Wissenschaftler forschten 5 Jahre lang interdisziplinär und praxisnah zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Schifffahrt und Wasserstraßen in Deutschland. Mit KLIWAS sind die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen worden, um mögliche Folgen der Klimaveränderung beurteilen zu können. Die neuen Erkenntnisse und Werkzeuge werden sukzessive als fester Bestandteil der Planungen und Entscheidungen zu Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen an den Bundeswasserstraßen etabliert und sind auch für andere Verkehrsträger beispielgebend. Die deutschen Wasserstraßen werden im Binnenbereich und an der Küste auch zukünftig ein wichtiger und zuverlässiger Verkehrsträger sein und die Güterschifffahrt wird die benötigten Leistungen erbringen können.

Eine wichtige Erkenntnis des Forschungsprogramms lautet: Die vorliegenden Ergebnisse lösen unmittelbar noch keine ausschließlich durch Klimaveränderungen bedingten größeren Investitionsentscheidungen aus.

Die von KLIWAS für die nahe Zukunft (2050) projizierten klimabedingten Veränderungen befinden sich in einer Größenordnung, die grundsätzlich mit den vorhandenen Planungswerkzeugen bewältigt werden kann.

Die weitere Entwicklung muss aber mit den neu entstandenen Werkzeugen aufmerksam verfolgt werden, um auf größere Veränderungen rechtzeitig vorbereitet zu sein. Parallel müssen flankierende Klimaschutzmaßnahmen zielstrebig fortgesetzt werden, damit anthropogen verursachte Auswirkungen möglichst gering bleiben.

KLIWAS weist darauf hin, dass Veränderungen sozio-ökonomischer Faktoren vermutlich stärkere Wirkungen auf die Gewässer zeigen als die bislang festgestellten Klimasignale. Dem Zusammenwirken von sozio-ökonomischen und klimatischen Veränderungen muss allerdings zukünftig verstärkt Beachtung gewidmet werden.

Für das Forschungsprogramm KLIWAS hatte das Bundesverkehrsministerium seine Ressortforschungseinrichtungen, die Bundesanstalt für Gewässerkunde, die Bundesanstalt für Wasserbau, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie den Deutschen Wetterdienst bereits ab 2007 zu einem Ressortforschungsverbund zusammengeschlossen. Diese haben mit 100 Kooperationen aus der nationalen und internationalen Forschungslandschaft die Klimasignale auf die großen deutschen Flüsse und die Nordsee erkundet. Staatssekretär Odenwald bedankte sich bei dem europäisch zusammengesetzten wissenschaftlichen Beirat für die engagierte Begleitung. Der Sprecher des Beirates, Herr Prof. Dr. Franz Nestmann von der TH Karlsruhe, würdigte, dass das Programm aufgrund des integralen Ansatzes, der ökosystemaren Betrachtung, des hohen Vernetzungsgrades und der tiefen Durchdringung ein Alleinstellungsmerkmal in Europa habe. Die Vertreter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bekräftigten aus der Sicht der Nutzer, dass durch die KLIWAS-Ergebnisse Sachlichkeit und Sicherheit für die Planungsabläufe und –verfahren in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels erreicht wurde.

Mit KLIWAS hat das BMVI einen wichtigen Grundbaustein zur Umsetzung der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel eingebracht.