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Was bedeutet der Klimawandel für die Wasserstraßen? - Das Forschungsprogramm KLIWAS

Skizze einer Binnenschifffahrtsstraße und ihrer möglichen Beeinflussung durch Änderungen des Klimas Skizze einer Binnenschifffahrtsstraße und ihrer möglichen Beeinflussung durch Änderungen des Klimas (Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde / Kofalk)

Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und Schifffahrt - dies ist das zentrale Thema des Forschungsprogramms "KLIWAS".

Die möglichen Auswirkungen des Klimawandels, auch auf die Schifffahrt, werden zurzeit in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Die meisten Klimamodelle gehen von einer globalen Erwärmung aus und in unserer Region von trockneren Sommern und feuchteren Wintern. Aber bedeutet dies zwangsläufig, dass weniger Wasser in den Flüssen ist? Inwiefern wird eine Klimaänderung die Schifffahrt betreffen?

Vernetzt mit zahlreichen anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, kooperieren in dem Forschungsprogramm KLIWAS mehrere Behörden der Ressortforschung:

  • DWD - Deutscher Wetterdienst in Offenbach
  • BSH - Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg
  • BfG - Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz
  • BAW - Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe

Die BfG koordiniert das auf fünf Jahre angelegte Forschungsprogramm, das mit einem jährlichen Etat von ca. 4,5 Millionen Euro ausgestattet ist.

Klima und Wasserstand

Hoch- und Niedrigwasser zeigen es deutlich: die Binnenschifffahrt ist vom Wetter abhängig. Nach Trockenperioden folgen oft Zeiten niedrigen Wasserstandes - dann sind Tiefgang und Ladefähigkeit der Schiffe begrenzt. Bei extrem hohem Wasserstand, meist entstanden durch Schneeschmelze und intensive Niederschläge, wird die Schifffahrt streckenweise sogar eingestellt. Von allen Wettergrößen ist es der Niederschlag, der den Wasserstand am meisten beeinflusst. Ändert sich das Wettergeschehen langfristig - also das Klima - so wirken sich diese Änderungen auch auf die Abflussverhältnisse in den Bundeswasserstraßen aus. Da die Wasserstraßen unterschiedlich genutzt werden und auf vielfältige Weise mit ihrer Umwelt verknüpft sind, ist dies nicht nur für die Schifffahrt von Bedeutung.

Der Beitrag der Gewässerkunde

Die Gewässerkunde kann mit Hilfe mathematischer Modelle die Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Flüsse abschätzen. Nicht nur Wasserstandsänderungen, sondern auch mögliche Auswirkungen auf Flora und Fauna der Gewässer und Auen lassen sich so prognostizieren. So können beispielsweise bei einer Erhöhung der Wassertemperatur vermehrt Wärme liebende Arten auftreten, oder abnehmende Niederschläge können längere Niedrigwasser-Perioden zur Folge haben. Die Modelle werden mit den zu erwartenden Klimadaten "gefüttert" und simulieren die Reaktion des Systems Wasserstraße auf die veränderten Klimabedingungen. Das funktioniert aber nur, wenn das Ausmaß der Klimaänderung bekannt ist - doch hier bestehen noch erhebliche Kenntnislücken. Es gibt eine Vielzahl von globalen und regionalen Klimamodellen und -projektionen mit großen Schwankungsbreiten in den Ergebnissen. Ähnlich der Wettervorhersage für eine Woche, die eine größere Schwankungsbreite aufweist als die Ein-Tages-Vorhersage, unterliegen die Klimaprojektionen einer gewissen Bandbreite. Noch schwieriger wird es, wenn die Ergebnisse der globalen Modelle auf einzelne Regionen oder den Wasserhaushalt der Flüsse übertragen werden sollen.

Das Forschungsprogramm KLIWAS

Das Forschungsprogramm KLIWAS soll verschiedene Klimaszenarien analysieren und deren Bandbreiten aufzeigen. Mögliche Anpassungsoptionen beim Betrieb der Wasserstraßen durch die WSV und mögliche Entwicklungen im Gütertransport sind ebenfalls Thema des Programms. Erst mit diesen Ergebnissen kann die Politik über mögliche Handlungsoptionen entscheiden. KLIWAS ist daher Teil der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS).

Durch die Beteiligung von DWD, BSH, BfG und BAW deckt das Forschungsprogramm ein breites, wenn nicht einmaliges Fachspektrum ab. Es reicht von der Meteorologie, Ozeanographie und Hydrologie über Hydrographie, Hydraulik, Morphologie und Gewässergüte bis hin zu Ökologie und Wasserbau auf See, an den Küsten und im Binnenbereich. Die Ressortforschungs-Behörden sind in der Wissenschaft national und international vernetzt und haben jahrzehntelange Erfahrung auf ihrem jeweiligen Fachgebiet. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) ist einbezogen.

Der Klimawandel ist ein vieldiskutiertes Thema, wobei in den Medien häufig Einzelergebnisse aus der Klimaforschung zitiert werden. KLIWAS arbeitet interdisziplinär. Es soll die Ergebnisse verschiedener Fachrichtungen zusammenführen und belastbare Aussagen zu den Auswirkungen des Klimawandels ermöglichen.

Am 18./19. März 2009 veranstaltete das BMVI in Bonn eine erste Statuskonferenz zum KLIWAS-Forschungsprogramm. Zwischenergebnisse zu den Flüssen Rhein, Elbe, Donau und für die Küstengewässer wurden auf einer zweiten Statuskonferenz am 25. und 26. Oktober 2011 in Berlin im BMVI vorgestellt. Am 12./13. November 2013 fand zum Abschluss der Laufzeit des Forschungsprogramms die 3. Statuskonferenz im BMVI Berlin statt.

3. KLIWAS-Statuskonferenz: Experten-Interviews 2013

Externe Links

Zusatzinformationen

Seeschifffahrts-Sicherheits-Konferenz

Seeschifffahrts-Sicherheits-Konferenz Text

28. und 29. November 2016


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