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Sts Odenwald beim 70-jährigen Jubliäum des technischen Referendariats
Sts Odenwald beim 70-jährigen Jubliäum des technischen Referendariats

Quelle: BMVI

und auf Leitungsfunktionen in Verwaltung und Wirtschaft praxisgerecht vorbereitet.

Das technische Referendariat umfasst 13 Fachrichtungen: Architektur, Bahnwesen, Geodäsie und Geoinformation, Landespflege, Luftfahrttechnik, Maschinen- und Elektrotechnik der Wasserstraßen, Maschinen- und Elektrotechnik in der Verwaltung, Stadtbauwesen, Städtebau, Straßenwesen, Umwelttechnik, Wasserwesen sowie Wehrtechnik.

Aus Anlass des Jubiläums haben Kuratorium und Vorstand des Oberprüfungsamtes für das technische Referendariat am 08.11.2016 zu einer Feierstunde in den Erich-Klausener-Saal im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin eingeladen. Die musikalische Umrahmung erfolgte durch ein Bläserquintett des Heeresmusikkorps Neubrandenburg.

Vor etwa 100 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, Hochschulen und Verbänden begrüßte und moderierte Professor Dr. Klaus Kummer (FRICS), Vorsitzender des Kuratoriums des Oberprüfungsamtes, die Veranstaltung.

Das technische Referendariat ist ein Erfolgsrezept von morgen

betonte Michael Odenwald, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in seiner Ansprache.

Insofern stehe das BMVI auch nachhaltig zu dem technischen Referendariat. Die vor uns liegenden komplexen Aufgaben, so der gewaltige Nachholbedarf an Sanierungen, teilweise auch Ausbau unserer Infrastruktur, erfordern weiterhin hoch qualifizierte Führungspersönlichkeiten. Dabei muss der seit einigen Jahren zu beobachtende Rückgang der Studentenzahlen in technischen Fachrichtungen an den Hochschulen und die wachsende Bedeutung des Zusammenwirkens von öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft beachtet werden. Unter dem Motto "Bewährtes noch besser zu machen", hat das Oberprüfungsamt in einem umfassenden Reformprojekt ein Bündel von Maßnahmen durchgeführt, die Qualität und Attraktivität des technischen Referendariats weiter steigern werden, so der Staatssekretär. Das Leitbild "Führungsqualifikation für Verwaltung und Wirtschaft" macht zugleich deutlich, dass es heute nicht mehr allein um den Bedarf der öffentlichen Verwaltung geht, sondern auch um den Bedarf an technischen Führungskräften in Deutschland im Rahmen einer einheitlichen und staatlich zertifizierten Qualifizierung.

Staatssekretär Professor Dr. Lütke Daldrup von der Senatsverwaltung in Berlin, Vizeadmiral Joachim Rühle aus dem Verteidigungsministerium, Professor Dr. Theo Kötter, Vorsitzender der Deutschen Geodätischen Kommission, eingerichtet bei der bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Judith Gabler von der "Royal Institution of Chartered Surveyors" (RICS) stellten in Grußworten die Bedeutung und Qualität des technischen Referendariats für Verwaltung und Wirtschaft – auch im europäischen und internationalen Kontext – heraus. Eine durch die Digitalisierung völlig veränderte Welt und die daraus resultierende Komplexität der Aufgabenbewältigung erforderten hoch qualifizierte Generalisten. Wachsende Anerkennung findet das technische Referendariat seit einiger Zeit im europäischen Ausland und insbesondere in der Wirtschaft. Bund, Länder und Gemeinden sind aufgefordert, auch weiterhin die finanziellen und personellen Mittel in ausreichendem Maße bereitzustellen.

In seinem Vortrag appellierte Professor Dr. Klaus J. Beckmann, der mit der Wirkungsanalyse zur Attraktivitätssteigerung des technischen Referendariats wesentliche Grundlagen für den Reformprozess gelegt hat, an die Gäste:

Zur Sicherung einer qualifizierten, innovativen und zukunftsorientierten Handlungsfähigkeit der öffentlichen „technischen Verwaltungen“ sind gerade unter den sich verändernden Bedingungen (,Mega-Trends’) Referendarausbildungen auch in Zukunft unverzichtbar. Die technischen Fachkompetenzen müssen ergänzt werden um Kompetenzen des Fach- und Verwaltungsrechts, des Managements und der Mitarbeiterführung sowie zunehmend auch der Kooperation/Co-Produktion mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die technischen Fachbeamten müssen als Manager des Gemeinwohls’ wieder höhere Wertschätzung durch Verwaltungsführung, Politik und Öffentlichkeit erfahren. Dazu sind Kompetenzen, Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft notwendig – Voraussetzungen, die in einer modernisierten Ausbildung gefördert werden müssen!

Zum Jubiläum hat das Oberprüfungsamt die Festschrift "70 Jahre technisches Referendariat in Deutschland" herausgegeben. In seinem Geleitwort macht Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, deutlich:

Wirtschaft und Gesellschaft brauchen Führungskräfte, die die Technik beherrschen und gleichzeitig das Recht anwenden können, die ganzheitlich denken, Handlungsfelder aus verschiedenen Perspektiven betrachten und technisches Fachwissen in rechts- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge einordnen. Das technische Referendariat bildet diese Leistungsträger aus.