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Die Bundeswasserstraßen sowohl im Küsten- wie im Binnenbereich spielen als leistungsfähige und wirtschaftliche Infrastruktur eine wichtige Rolle für das Wachstum der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Für die bedarfsgerechte Gestaltung der Schifffahrtswege ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) verantwortlich, die durch den Einsatz innovativer Technik die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Bundeswasserstraßen auf einer Gesamtlänge von rund 7290 km gewährleistet sowie die Wirtschaftlichkeit des Betriebes ständig verbessert.

Dabei werden an die Beschäftigten der WSV durch die notwendige und immer komplexere Vernetzung der technischen, nautischen, rechtlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Wissensgebiete täglich hohe Anforderungen im Rahmen der Aufgabenerledigung gestellt. Hierfür werden kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, die in verantwortlichen Positionen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Schifffahrtswege beitragen. Um die entsprechende Qualifizierung zu erwerben, wird das technische Referendariat in der Fachrichtung „Maschinen- und Elektrotechnik der Wasserstraßen“ angeboten.

Die Fachrichtung „Maschinen- und Elektrotechnik der Wasserstraßen“ befasst sich unter anderem mit der Technik in Anlagen wie Schleusen, Wehren und Hebewerken, dem WSV-eigenen Kommunikationsnetz und der Verkehrstechnik. Unter Verkehrstechnik versteht man Schifffahrtszeichen, d.h. von der Fahrwassertonne über die Technik in einem Leuchtfeuer bis hin zur Satelliten-Navigation (GPS, Galileo), Radar- und Transpondertechnik sowie die Anwendung in Telematiksystemen. Neben Fragen des Betriebs und der Unterhaltung von Anlagen und Einrichtungen der Wasserstraßen, Geräten und Fahrzeugen werden im Rahmen der Ausbildung unter anderem umfassende Kenntnisse von Rechts- und Verwaltungsvorschriften, des Bau-, Vergabe- und Vertragsrechts, Grundsätze sparsamer und wirtschaftlicher Verwendung öffentlicher Mittel sowie Führungstechniken vermittelt.

Das erfolgreich absolvierte technische Referendariat qualifiziert die technischen Assessorinnen und Assessoren für die Übernahme von Aufgaben insbesondere in unterschiedlichen Einrichtungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, aber auch bei anderen Verwaltungseinheiten sowie in der privaten Wirtschaft. Das Spektrum der Tätigkeitsfelder ist dabei sehr vielfältig und umfasst beispielsweise ingenieurtechnische Aufgaben bei der Begleitung von Neubau- und Ersatzmaßnahmen. Dazu gehören die technische Beratung, Planung und Auslegung, die Ausschreibung und Vergabe sowie Bauabwicklung, Erprobung, Abnahme und schließlich die Übergabe an den Betreiber inklusive der Überwachung von Gewährleistungsansprüchen. Auch Dienstleistungen auf den Gebieten der Anlagentechnik, der Nachrichtentechnik sowie des Schiffbaus bis hin zur Wasserstraßenüberwachung, strom- und schifffahrtspolizeiliche Aufgaben sowie strategische Planung und Steuerung gehören zu den typischen Tätigkeiten der technischen Assessorinnen und Assessoren.

Berufliche Einsatzmöglichkeiten bestehen beispielsweise bei einer regionalen Fachstelle für Maschinenwesen (www.fmsw.wsv.de), in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) oder in einer der Außenstellen der GDWS in Kiel, Aurich, Hannover, Münster, Mainz, Würzburg und Magdeburg. Auch in der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), bei der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) – beispielsweise im Referat K4 „Schiffstechnik“, dem „Schiffbau-Kompetenzzentrum“ der BAW für die WSV –, in der Fachstelle der WSV für Verkehrstechniken (FVT) oder im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) können technische Assessorinnen und Assessoren interessante Beschäftigungsfelder finden.