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Gewässer – das sind zum einen die Bundeswasserstraßen im Küsten- und Binnenbereich, die als leistungsfähige und wirtschaftliche Infrastruktur eine wichtige Rolle für das Wachstum der Wirtschaft und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland spielen. Zum anderen sind Gewässer auch alle anderen ober- und unterirdischen Wasserkörper in Deutschland, die eine wichtige Bedeutung für eine lebenswerte Umwelt besitzen.

Mit all diesen Gewässern befasst sich das technische Referendariat (vergleichbar einer Traineeausbildung) in der Fachrichtung „Wasserwesen“, die in drei thematischen Varianten mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten wird:

  • Wasserstraßen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
  • Wasserstraßen der Hamburg Port Authority (HPA)
  • Wasserwirtschaft der Bundesländer.

Für die bedarfsgerechte Gestaltung der Schifffahrtswege ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) verantwortlich, die die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit der Wasserstraßen auf einer Gesamtlänge von 7.300 km gewährleistet sowie die Wirtschaftlichkeit des Betriebes ständig verbessert. Für den Bereich des Hamburger Hafens werden diese Aufgaben von der Hamburg Port Authority wahrgenommen. An die Beschäftigten werden durch die notwendige und immer komplexere Vernetzung der technischen, nautischen, rechtlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Wissensgebiete täglich hohe Anforderungen gestellt. Hierfür werden kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, die in verantwortlichen Positionen zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Schifffahrtswege beitragen. Um die entsprechende Qualifizierung zu erwerben, wird das technische Referendariat in der Fachrichtung „Wasserwesen (Wasserstraßen)“ angeboten.

Die Fachrichtung „Wasserwesen (Wasserwirtschaft)“ beschäftigt sich hingegen mit dem Zustand der Gewässer sowie mit allen menschlichen Einwirkungen auf die ober- und unterirdischen Gewässer. Es geht im Bereich „Wasserwirtschaft“ darum, zur nachhaltigen Entwicklung und Erhaltung einer lebenswerten Umwelt beizutragen, Gewässer als Bestandteile von Natur und Landschaft zu schützen und die (schonende) Wassernutzung sowie Gefahrenabwehr (Hochwasser, Sturmfluten) zu gewährleisten. Diese Aufgaben werden durch unterschiedliche Behörden der Wasserstraßen-, Umwelt- und Kommunalverwaltung auf Ebene des Bundes, der Länder sowie der Städte und Gemeinden wahrgenommen. Auch in diesen Behörden werden kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt, die über ein Fachstudium hinaus Verwaltungs- und Leitungskompetenzen vorweisen müssen. Hierfür wird die Zusatzqualifizierung durch das technische Referendariat in der Fachrichtung „Wasserwesen (Wasserwirtschaft)“ angeboten.

Im Rahmen der Ausbildung werden die im Studium erworbenen Kenntnisse und Methoden deutlich erweitert. So werden – neben den jeweiligen fachrichtungsbezogenen Inhalten – unter anderem umfassende Kenntnisse von Rechts- und Verwaltungsvorschriften, des Bau-, Vergabe- und Vertragsrechts, Grundsätze sparsamer und wirtschaftlicher Verwendung öffentlicher Mittel sowie Führungstechniken vermittelt. Auch organisatorische und soziale Fähigkeiten, Verhandlungsgeschick sowie die Fähigkeit zu interdisziplinärem Denken und Handeln werden durch das technische Referendariat gefördert.

Das erfolgreich absolvierte technische Referendariat qualifiziert die technischen Assessorinnen und Assessoren für die Übernahme von Aufgaben insbesondere in unterschiedlichen Einrichtungen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, bei der Hamburg Port Authority, bei Landes- und Kommunalbehörden sowie bei Wasser- und Bodenverbänden und in der privaten Wirtschaft. Das Spektrum der Tätigkeitsfelder ist dabei sehr vielfältig und umfasst beispielsweise ingenieurtechnische Aufgaben und Tätigkeiten des Baumanagements sowie die Begleitung von Neubau- und Ersatzmaßnahmen. Dazu gehören die technische Beratung und Planung, die Ausschreibung und Vergabe sowie die Bauabwicklung, Erprobung, Abnahme und schließlich die Übergabe an den Betreiber inklusive der Überwachung von Gewährleistungsansprüchen. Auch die Wasserstraßenüberwachung, Verkehrslenkung, strom- und schifffahrtspolizeiliche Aufgaben sowie strategische Planung und Steuerung gehören zu den typischen Tätigkeiten der technischen Assessorinnen und Assessoren.

Im Bereich der „Wasserwirtschaft“ gehören zu den Aufgaben beispielsweise die Vorbereitung, Planung, Genehmigung und der Bau und Betrieb von wasserwirtschaftlichen Anlagen sowie Küsten- und Hochwasserschutzanlagen, die Steuerung des wasserwirtschaftlichen Handelns vor Ort sowie die Gewährleistung eines nachhaltigen Wasserressourcenmanagements. Auch die Koordination wasserwirtschaftlicher Projekte auf unterschiedlichen Ebenen, die Unterstützung der Planung und Ausführung von kommunalen Maßnahmen und die Kommunikation mit Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern gehören zu möglichen Tätigkeitsfeldern.