DirektZu:

Navigation

Fahrräder (Quelle: iStock/ svetikd)

Deutschlands Radverkehr boomt

Ob als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit oder für die Freizeit und den Urlaub: Das Fahrrad liegt in Deutschland mehr denn je im Trend. Rund 82 Prozent der Bevölkerung nutzen es regelmäßig. Damit sind wir eine der führenden Fahrradnationen. Immer mehr Menschen verzichten vor allem bei Distanzen von bis zu 15 Kilometern auf ihr Auto und nutzen stattdessen das Fahrrad. Gut so! Denn Radfahren entlastet die Umwelt und fördert die eigene Fitness. Zudem ist das Fahrrad ein wichtiger Technologieträger: Es ist Vorreiter für Elektroantriebe und gewinnt durch die Digitalisierung weiter an Attraktivität. Grund genug für das BMVI, die Weiterentwicklung und Verbesserung des Radverkehrs mit Nachdruck voranzutreiben.

Parlamentarischer Staatssekretär Norbert Barthle
Parlamentarischer Staatssekretär Norbert Barthle

Quelle: BMVI

1817 hat Karl Drais das Zweirad erfunden und damit die erste Mobilitätsrevolution der Neuzeit eingeleitet. Heute fährt das Fahrrad auf der Überholspur und gewinnt wie kein anderes Verkehrsmittel zunehmend an Beliebtheit. Es steht für gelungene Innovation, Modernität und Zukunft. Gerade die Digitalisierung bringt den Radverkehr weiter voran. Immer mehr IT-gestützte Angebote machen das Radfahren zugänglicher, einfacher, komfortabler.

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Hintergrund

Radverkehrsaufkommen soll weiter steigen

Schon heute stellt der Radverkehr einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Mit seinen positiven Effekten auf die Umwelt, das Klima, die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden sowie die Gesundheit der Menschen trägt er dazu bei, viele aktuelle und zukünftige verkehrspolitische und gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern.

Damit in Zukunft noch mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, will das BMVI den Radverkehr in den kommenden Jahren noch stärker fördern: Ganz aktuell auf der Agenda stehen Finanzhilfen für den Bau von Radschnellwegen der Länder und Kommunen. Hinzu kommt der Erhalt und die Erweiterung von Radwegen entlang von Bundesstraßen und Bundeswasserstraßen mit zurzeit fast 19.000 km Streckenlänge. Außerdem werden vielfältige Projekte im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

Fahrradpedal

200 Jahre Fahrrad

200 Jahre Fahrrad – made in Germany: Herzlichen Glückwunsch – und weiter so!

Mit einer bundesweiten Kampagne gratuliert das BMVI dem Fahrrad zu seinem 200-jährigen Bestehen. Die Jubiläumskampagne reicht von vielfältigen Fach-Informationen über eine Roadshow mit sieben Stationen bis hin zu Aktionen mit der Gesellschaft und der Wirtschaft. Das BMVI setzt damit ein starkes Signal, das Fahrrad als herausragende Erfindung und als etabliertes, modernes und hochentwickeltes Verkehrsmittel bundesweit zu würdigen und zu präsentieren. Zentrales Element der Kampagne ist die interaktive Landkarte der innovativen Orte. Hier werden über das Jahr 2017 verteilt zahlreiche Forschungsprojekte, Unternehmen und Initiativen vorgestellt, die durch ihre Innovationen das Fahrrad von morgen prägen. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres können Sie dort insgesamt 200 verschiedene Projekte entdecken.

Und auch so feiert das BMVI den Geburtstag

  • Am 3. und 4. April 2017 fand der vom BMVI gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg veranstaltete 5. Nationale Radverkehrskongress in Mannheim statt. Unter dem Motto 200 Jahre Fahrrad – auf in die Zukunft beleuchtete der größte Fahrradkongress Deutschlands mit über 800 Teilnehmern die aktuellen Themen, Trends und Entwicklungen aus allen Bereichen des Radverkehrs.
  • Im Rahmen des 5. Nationalen Radverkehrskongresses wurde auch der diesjährige, vom BMVI geförderte Deutsche Fahrradpreis verliehen. Dieser zeichnet die besten richtungweisenden Projekte und Maßnahmen aus, die das Radfahren im Alltag und in der Freizeit fördern, erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen.
  • Der vom BMVI geförderte Jugend-Kurzfilmwettbewerb Like it – bike it steht dieses Jahr unter dem Motto 200 Jahre Fahrrad – Zurück in die Zukunft. Die Prämierung findet am 23. Juni 2017 in Berlin statt.
  • Vom 13. bis zum 16. Juni 2017 wird es anlässlich des Jubiläumsjahres auf der internationalen Fahrradkonferenz Velo-City in Arnheim/Nimwegen (Niederlande) einen deutschen Gemeinschaftsstand unter Mitwirkung des BMVI geben.

Weiterführende Informationen

Ein Fahrradfahrer fährt neben einer grünen Fahrrad-Ampel

Nationaler Radverkehrsplan

Nachhaltige Mobilität dank Nationalem Radverkehrsplan (NRVP)

Der Nationale Radverkehrsplan 2020 des BMVI macht den Radverkehr für Sie noch attraktiver. Anhand von neun konkreten Handlungsfeldern

  • Radverkehrsplanung und -konzeption,
  • Infrastruktur,
  • Verkehrssicherheit,
  • Kommunikation,
  • Fahrradtourismus,
  • Elektromobilität,
  • Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln,
  • Mobilitäts- und Verkehrserziehung sowie
  • Qualitätskontrolle

zeigt der NRVP auf, welche Maßnahmen zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Radverkehrs erforderlich sind und erläutert entsprechende Schritte von Bund, Ländern und Kommunen.

Das BMVI ist seit Inkrafttreten des ersten NRVP im Jahr 2002 in allen neun Handlungsfeldern der führende Moderator, Koordinator und Impulsgeber. Zudem fördert das BMVI wichtige Projekte zur Umsetzung des NRVP mit jährlich 3,2 Millionen Euro. Hierzu gehören zum Beispiel das Fahrradportal als größte Internetplattform Deutschlands rund um das Fahrrad, die Fahrradakademie als zentrale Stelle für Fortbildung im Bereich Radverkehr sowie vielfältige Forschungsprojekte – welche den aktuellen und zukünftigen Radverkehr in besonderer Weise unterstützen und auch als Modell für weitere Regionen Deutschlands dienen. In der Vergangenheit zählten dazu beispielsweise die Aktion Mit dem Rad zur Arbeit, das Projekt Mobil in der Kita sowie Studien und Radverkehrssicherheitskampagnen.

Hätten Sie gewusst, dass …

... rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland (mindestens) ein Fahrrad besitzen?
... es in Deutschland rund 72 Millionen Fahrräder gibt?
... bundesweit rund zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden?
... es insgesamt etwa 18.550 Kilometer Radwege allein entlang deutscher Bundesstraßen gibt?
... jedes Jahr ungefähr 200 bis 300 Kilometer neue Radwege entlang der Bundesstraßen gebaut werden?

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrradfahrer im Wald

Radweg Deutsche Einheit

Mit dem Fahrrad von Bonn nach Berlin – oder umgekehrt?

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 2015 hat das BMVI das Projekt Radweg Deutsche Einheit ins Leben gerufen. Der Radweg verbindet die Städte Bonn und Berlin; er steht symbolisch für das Zusammenwachsen der deutsch-deutschen Verkehrsinfrastruktur. Dabei führt er durch insgesamt sieben Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Unterwegs radeln Sie an rund 100 historischen Schauplätzen und Erinnerungsstätten vorbei.

Sie werden staunen!

Waren Sie zum Beispiel schon mal am Deutschen Eck in Koblenz oder in der Sacrower Heilandskirche in Potsdam? Entlang der gesamten Route können Sie außerdem schon bald modernste Radstätten mit freiem WLAN, digitalen Touch-pads, Elektroladesäulen und Solarzellentechnik kostenfrei nutzen. Hier können Sie Ihr Elektrofahrrad aufladen, sich über die Region informieren, Ihre weitere Route planen oder die nächste Unterkunft buchen. Damit Sie unterwegs auf Bus und Bahn umsteigen können, ist der Radweg an 189 Knotenpunkten an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Darunter sind 135 Hauptbahnhöfe, 19 Fernbusbahnhöfe sowie 35 U- und S-Bahnhöfe in Berlin und im Großraum Bonn. Start- und Endpunkte des Radwegs sind die Standorte des BMVI in Bonn und Berlin.

Weiterführende Informationen

Drei Generationen beim Ausflug mit dem Rad

Fahrradportal

Digitale Vernetzung – immer am Puls der Zeit

Als größte deutschsprachige Informations- und Kommunikationsplattform bündelt das Fahrradportal als zentrales Instrument des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) für alle Interessierten, darunter Fachleute aus Verwaltung und Forschung, aber auch Bürgerinnen und Bürger, aktuelle Informationen rund um den Radverkehr. Hierzu zählen die neuesten Maßnahmen, Entwicklungen und Statistiken, Neuerungen in den Regelwerken, Veranstaltungen, Forschungsberichte und Veröffentlichungen, gute Praxisbeispiele sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Berichtet wird vorwiegend aus dem Inland, aber ausgewählte Entwicklungen, Veröffentlichungen, Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele aus dem Ausland bieten auch den "Blick über den Tellerrand". Damit ist das Fahrradportal ein wichtiges Instrument, um die Umsetzung einer radverkehrsfreundlichen Politik durch Wissensaustausch und Kommunikation zu fördern.

Jetzt noch nutzerfreundlicher!

Damit Sie die umfassenden Informationen des Fahrradportals schnell und einfach finden können, ist es neuerdings auch unter der kurzen Webadresse www.nrvp.de sowie in einem neuen nutzerfreundlichen Layout erreichbar: Es ist nicht nur übersichtlicher und informativer, sondern bietet zusätzlich erweiterte Suchmöglichkeiten. So finden Sie einen schnelleren Zugang zu Neuigkeiten, Projekten, Seminarangeboten, Wettbewerben und vielen weiteren Angeboten.

Das Fahrradportal wird bereits seit 2004 durch das BMVI bei der Fahrradakademie am Deutschen Institut für Urbanistik (difu) gefördert.

Radfahren begeistert mich. Es ist umweltfreundlich und gesundheitsfördernd.

Birgitta Worringen, Radverkehrsbeauftragte des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur

Weiterführende Informationen

Zwei Fahrräder werden im Wasser gespiegelt

Der Deutsche Fahrradpreis

Richtungsweisende Innovationen – von Radfahrern für Radfahrer

Der Deutsche Fahrradpreis ist ein bundesweiter Wettbewerb, der seit dem Jahr 2000 jährlich Radverkehrsprojekte auszeichnet. Neben einem Foto- und Kurzfilmwettbewerb und dem Preis Die fahrradfreundlichste Persönlichkeit wird der Fahrradpreis jedes Jahr in den drei Kategorien Infrastruktur, Service und Kommunikation verliehen: Ausgezeichnet werden die besten richtungweisenden Projekte und Maßnahmen, die das Radfahren im Alltag und in der Freizeit fördern, erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Dies können zum Beispiel Fahrradparkhäuser, Handy-Apps, Kampagnen oder auch Verleihsysteme für Lastenfahrräder sein.

Gewinner 2017

Den ersten Platz in der Kategorie Kommunikation gewann die Denkzettel-Aktion #WoParkstDuDenn? der Stadt Heidelberg. Ziel der Aktion war es, Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer für das Thema Falschparken auf Radwegen zu sensibilisieren. In der Kategorie Infrastruktur wurde das Mainzer Projekt Piktogrammkette prämiert, das für einen rücksichtsvolleren Verkehr auf der Fahrbahn sorgen will. Sieger in der Kategorie Service ist das Projekt TINK – Transport-radinitiative nachhaltiger Kommunen aus Konstanz und Norderstedt, das nachhaltige Mobilität durch öffentliche, einfache und günstige Transportrad-Mietsysteme unterstützt.
Gewinner des Foto- und Filmwettbewerbs zum diesjährigen Motto 200 Jahre Fahrrad und kein Ende in Sicht sind Volker Wasserthal (Kategorie Foto) und Dustin Janczewski (Kategorie Film). Zur fahrradfreundlichsten Persönlichkeit 2017 wurde der Musiker Sebastian Krumbiegel gekürt, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Radverkehr engagiert.

Der Deutsche Fahrradpreis ist eine Maßnahme des Nationalen Radverkehrsplans der Bundesregierung und wurde 2017 bereits zum 17. Mal verliehen. Der Wettbewerb wird ausgelobt vom BMVI und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW e. V. (AGFS NRW). Unterstützt wird der Deutsche Fahrradpreis vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) und vom Verbund Service und Fahrrad e. V. (VSF).

Aktuelle Informationen rund um den Wettbewerb, eine Liste aller Nominierten und Gewinner sowie das Formular für eine Bewerbung im kommenden Jahr finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Fahrradpreises.

Weiterführende Informationen

Ein Fahrrad in Bewegung

Radschnellwege

Bereits jetzt verlaufen entlang von Bundesstraßen insgesamt 18.550 Kilometer Radwege (Stand: 01. Januar 2016). Für ihren Erhalt und die Erweiterung stellt der Bund seit 2015 jährlich rund 98 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Schnellstraße für den Radverkehr

Eine relativ neue Form der Radverkehrsinfrastruktur sind die sogenannten Radschnellwege. Diese Premium-Radwege sind aufgrund besonderer baulicher Standards für den schnellen, möglichst störungsfreien Verkehr bestimmt. Damit sind Radschnellwege insbesondere für urbane Räume und Metropolregionen interessant. Sie dienen dazu, Pendlerverkehre verstärkt mit dem Fahrrad abzuwickeln, Staus zu vermeiden und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Radschnellwege können somit negative Verkehrsfolgen wie Lärmbelastung und Schadstoffemissionen reduzieren und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Aktuelle BMVI-Initiative

Der Bund wird Radschnellwege in der Baulast der Länder und Kommunen mit zunächst jährlich 25 Millionen Euro als Finanzhilfen fördern. Das Gesetz ist in Kraft. Die dazugehörige Verwaltungsvereinbarung wird derzeit mit den Ländern abgestimmt.
Deutschlandweit haben Radschnellwege nach ersten Schätzungen ein Potenzial von insgesamt rund 1.400 Kilometern Streckenlänge. Ein erstes Teilstück des Radschnellweges 1 im Ruhrgebiet (RS1) ist bereits eröffnet.

Weiterführende Informationen